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Am Set von "Rampage – Big Meets Bigger": Das FILMSTARTS-Interview mit Dwayne Johnson
Von Helgard Hass — 24.03.2018 um 19:00
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Bei unserem Besuch am Set von „Rampage – Big Meets Bigger“ im Juni 2017 in Atlanta sprechen wir mit Superstar Dwayne Johnson über Performance-Capture-Gorillas und den vermeintlichen Fluch, der auf Videospielverfilmungen lastet…

Warner Bros.

FILMSTARTS: Was hat dich an diesem Projekt speziell gereizt?

Dwayne Johnson: Das Videospiel „Rampage“ und ich haben eine lange gemeinsame Geschichte. Ich habe es schon auf Hawaii gezockt, als ich erst zehn Jahre alt war und man es nur an Arcade-Automaten spielen konnte. Das ist das eine. Aber dann ist da auch noch die Idee von diesen drei gigantischen mutierten Kreaturen – einer Weiterentwicklung von King Kong, von Godzilla und von einem Riesenwolf, alles unterfüttert mit einer wissenschaftlichen Herleitung. Das fand ich einfach verdammt cool.

Zudem ist es toll, dass wir das ganze „San Andreas“-Team wieder zusammengeholt haben. Aber am Ende war es das erste Artwork, das mir unser Regisseur Brad Peyton zugeschickt hat. Eine Verfilmung eines 80er-Jahre-Videospels, in dem man als Monster ganze Städte zerstört, könnte ja in viele verschiedene Richtungen gehen – aber das Konzeptbild hat mir den Eindruck von einem Film vermittelt, den ich unbedingt machen wollte. Und dann ist da ja auch noch die Beziehung meiner Figur Davis zu dem Gorilla George. Als ich mit Brad darüber sprach, worum es in dem Film im Kern geht, kamen wir darauf, dass George mein bester Freund ist und ich nach seiner Mutation eigentlich nur versuche, ihn zu retten.

Warner Bros.
Davis (Dwayne Johnson) und sein bester Freund George.

FILMSTARTS: Wie wichtig ist denn die Beziehung zwischen Davis und George als Herzstück des Films?

Dwayne Johnson: Wenn man einen Film wie diesen hat, denkt man zunächst an die Größe, das Spektakel und die visuellen Effekte. Es passiert viel, es ist eben ein großer Sommerfilm. Aber wenn man das ausbalancieren kann und emotionale Anknüpfpunkte findet, macht das einen großen Unterschied. Wie wir das mit Brad hinkriegen, ist sehr angenehm. Die erste Frage, die wir uns stellen, ist immer: Was ist das Herz des Films? Bei „San Andreas“ zum Beispiel war es, die Familie zu beschützen. Und hier ist es, den besten Freund zu retten. Herz ist unglaublich wichtig, denn wenn man es richtig bewerkstelligt, ist es das, was den Leuten ein gutes Gefühl gibt, wenn sie das Kino verlassen. Man hofft immer, dass sie den Film lieben und glückselig aus dem Kino kommen. Aber es ist immer das Herz, das den Film zu etwas Besonderem macht. Wir können Größe und Spektakel in vielen Sommerfilmen sehen, manchmal schlagen sie ein, manchmal nicht. Mit diesem Film wird es hoffentlich funktionieren.

FILMSTARTS: Da dein bester Freund im Film ein Gorilla ist, hast du dich ja sicher auch mit diesen Tieren beschäftigt. Was hast du dabei über Gorillas gelernt, das dich überrascht hat?

Dwayne Johnson: Das erste, was ich gelernt habe, ist, dass du mit ihnen nicht viel Kontakt haben kannst. Der Film ist seit ungefähr zwei Jahren in der Entwicklung und als ich angefangen habe, mich auf den Part vorzubereiten, dachte ich zunächst noch: „Oh cool, ich werde in den Zoo in Atlanta oder San Diego gehen und ich werde dort Zeit mit Gorillas verbringen.“ Aber ich wurde bitter enttäuscht, weil das schlicht nicht möglich ist. Gleichzeitig ist es auch eine wichtige Erkenntnis, dass es eine Frage des Respekts ist, dass man diesen Kontakt nicht erzwingen kann. Was ich stattdessen getan habe, ist, die großartige Beziehung zu nutzen, die ich mit meinem Hund habe. Ich lebe in meiner Familie nur mit Frauen zusammen und er ist mein bester Freund. Seitdem wir ihn und seinen Bruder als Welpen vor drei Jahren bekommen haben und sein Bruder leider schon bald verstorben ist, haben wir diese ganz besondere Verbindung. Das habe ich als Grundlage für meinen Umgang mit Jason Liles (dem Motion-Capture-Darsteller von George) genommen. (lacht)

Warner Bros.
Davis kommuniziert mit George per Zeichensprache.

FILMSTARTS: Denkst du, dass es einen großen Unterschied macht, dass ihr Performance Capture für George nutzt? Würde es anders aussehen, wenn ihr nur normales CGI genutzt hättet?

Dwayne Johnson: Ich denke zweifellos, dass es von Vorteil ist, einen Menschen vor mir zu haben. Ihr werdet die Szenen sehen, in denen George verletzt und verwirrt ist - er weiß, dass etwas vor sich geht, sein Körper verändert sich und er reagiert darauf mit Wut. Also ja, ohne Zweifel hilft es, Jason als Spielpartner zu haben. Es mag auf den ersten Blick merkwürdig erscheinen, wenn man Jason in seinem Motion-Capture-Anzug mit zig Punkten auf seinem Gesicht und den kleinen Kameras überall sieht.

Wenn man ans Set kommt und er zum Beispiel heult, ist es trotzdem erstaunlich: Er ist in diesen Szene sehr emotional, insbesondere wenn George fühlt, dass etwas nicht stimmt. Wie bei richtigen Tieren, wenn sie verletzt sind. Er ist sehr überzeugend und wir waren alle durchweg beeindruckt von ihm. Ich wusste vorher nicht, wie es sein würde, denn ich habe bisher noch nicht mit jemanden gespielt, der so angezogen war. Wenn ich jetzt noch mal die Möglichkeit zu so einer Zusammenarbeit hätte, würde ich sie sofort ergreifen.

FILMSTARTS: Würdest du gerne selbst mal Motion Capture machen?

Dwayne Johnson: Ich würde es auf jeden Fall probieren. Es ist wirklich beeindruckend. Wir haben Andy Serkis gesehen – bei ihm und den „Planet der Affen“-Filme habe ich das erste Mal nicht nur Motion Capture, sondern eine Motion-Capture-Performance gesehen. Und jetzt Jason Liles in unseren gemeinsamen Szenen zu erleben, ist absolut spektakulär. Ich kann jetzt sehr gut verstehen, warum vor ein paar Jahren so viele der Meinung waren, man sollte Andy für einen Oscar nominieren. Es ist Wahnsinn, was die leisten.

FILMSTARTS: Kannst du uns jetzt schon was zu den Spezialeffekten in Film sagen?

Dwayne Johnson: Wir haben Hydraulx an Bord, die mit ihren visuellen Effekten einen großartigen Job machen. Das sind die Leute, die unter anderem an „San Andreas“ und „The Avengers“ gearbeitet haben. Auch WETA Digital arbeitet an den visuellen Effekten mit. Ich denke, dass ist eine wirklich gute Kombination – die zwei weltbesten VFX-Teams.

Warner Bros.
Die Spezialeffekt-Leute dürfen nicht nur drei riesige Kreaturen erschaffen, sondern auch ganz viel kaputt machen.

FILMSTARTS: Videospieladaptionen haben ja den Ruf, meistens nicht so gut zu funktionieren. Wie viel habt ihr eigentlich von der Vorlage wirklich in den Film übernommen?

Dwayne Johnson: Auch wenn es in der Vergangenheit Filme gab, die als Videospieladaption nicht gut funktioniert haben, konnte ich einem Angebot wie diesem trotzdem nicht widerstehen. Man muss es einfach immer wieder versuchen und ein möglichst gutes Team um sich versammeln. Warner Bros. ist zudem sehr gut darin, Filme dieser Größenordnung zu machen. Und „Rampage“ ist nun mal ein Spiel aus den Achtzigern, das lässt sich kaum mit heutigen Spielen vergleichen, die ja selbst schon einer Art Filmskript folgen. Die Spiele aus den Achtzigern waren da viel simpler gestrickt. Es gibt Monster und die verwüsten Städte. Aber das ist eben die Herausforderung: Wie nimmt man das Konzept von drei Monstern, die einfach alles zertrümmern, und macht daraus eine spannende Geschichte, die plausibel ist und den Leuten Spaß macht.

FILMSTARTS: Falls demnächst auch noch eine neue Version des Videospiels aufgelegt wird, würdest du dich darin gerne sehen?

Dwayne Johnson: Klar, das wäre toll.

FILMSTARTS: Jeffrey Dean Morgan hat uns gesagt, dass es im Film auch Humor gibt und dass ihr sehr viel Spaß am Set hattet…

Dwayne Johnson: Ja, wir haben viel gelacht und das ist es auch, was ich an den Filmen, die ich mache, genieße. Ich versuche mal, euch den Ton des Films ein wenig zu beschreiben: Im dritten Akt ist alles komplett zerstört - die Monster sind in ihrem tollwütigsten und am weitesten mutierten Stadium, Chicago liegt in Trümmern und es gibt eine Szene mit einem Helikopter, Naomie und mir. Es ist ein sehr heldenhafter Moment und wir fliegen los, die Musik steigert sich dramatisch und ich sage: „Wir werden jetzt die Welt retten!“ Und sie sagt: „Das ist aber schon ein bisschen dramatisch.“ Und ich antworte: „Ja, du hast recht. Chicago, lass uns einfach nur Chicago retten.“ Der Film soll Spaß machen und deshalb versuchen wir, die epischen Ausmaße der Zerstörung in gewisser Weise auszubalancieren. Jeffrey ist großartig und ich verrate euch eine Sache über ihn, in der wir uns sehr ähnlich sind. Es gibt viele Schauspieler, und ich weiß das zu schätzen, die in einer Szene alles tun, um nicht laut loszulachen. Jeffrey ist nicht so. In dem Moment, in dem er etwas lustig findet, lacht er sofort los und der ganze Take ist ruiniert. (lacht)

Warner Bros.
"The Walking Dead"-Bösewicht Jeffrey Dean Morgan spielt den undurchsichtigen Agent Russell.

FILMSTARTS: Woher nimmst du eigentlich die Zeit, alle deine Projekte zu verwirklichen? Du spielst jedes Jahr in mehreren Filmen, in einer eigenen TV-Serie, trittst in TV-Showformaten auf, …

Dwayne Johnson: Es ist eine Herausforderung. Das Wichtigste ist, sich mit den besten Leuten zu umgeben, so dass ein großer Teil der Arbeit schon gemacht ist. Und es ist einfach toll, beschäftigt zu sein. Ich erinnere mich noch sehr gut an Zeiten, in denen das nicht der Fall war.

FILMSTARTS: Wie ist deine körperliche Verfassung?

Dwayne Johnson: Ich fühle mich gut, ich bin ein Fitnessfanatiker und wenn ich morgens früh trainiert habe, schaffe ich anschließend locker meine zehn bis zwölf Stunden Arbeit. Und dann muss man auch einfach ein wenig schlau sein – ich fühle mich fit genug, um Stunts selbst zu machen. Aber dann suche ich mir eben ein oder zwei besonders coole aus. Aber wir haben auch großartige Stuntleute und ich habe kein Problem damit, ihnen auch welche zu überlassen. Ich habe nicht das Ego: „Oh, ich muss diesen verrückten Stunt unbedingt selbst machen.“

FILMSTARTS: Hast du eigentlich schon eine Lieblingsszene im Film, auch wenn ihr ihn gerade erst dreht?

Dwayne Johnson: Habe ich. Im Moment ist meine Lieblingsszene die, in der wir George den Zuschauern zum ersten Mal zeigen. Davis ist bei dem Gorilla und wir verstehen uns großartig, wir verständigen uns in Zeichensprache und er gibt vor den andere Gorillas an. Das ist meine Lieblingsszene bisher, denn es geht einfach nur um die Beziehung der beiden und das finde ich toll. Es ist wie die Beziehung zu meinem Hund, mit dem ich auch die ganze Zeit herumalbere. Und mit George mache ich das auch gerne und es macht Spaß. Eine andere Szene, die ich ebenfalls großartig finde, die wir aber noch nicht gedreht haben, ist erneut mit George, aber gegen Ende des Films, wo es noch einen sehr tollen Moment mit Zeichensprache zwischen uns gibt.

Hier könnt ihr den ausführlichen Bericht von unserem Besuch am Set nachlesen – „Rampage – Big Meets Bigger“ startet am 10. Mai 2018 in den deutschen Kinos.


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