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Am Set von "Rampage – Big Meets Bigger": Das FILMSTARTS-Interview mit Naomie Harris
Von Helgard Hass — 26.03.2018 um 22:00
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Bei unserem Besuch am Set von „Rampage“ im Juni 2017 in Atlanta sprechen wir mit der für „Moonlight“ oscarnominierten Naomie Harris über die Positivität von Dwayne Johnson und die speziellen Herausforderungen einer spezialeffektlastigen Produktion...

Warner Bros.

FILMSTARTS: Was kannst du uns über deine Figur erzählen?

Naomie Harris: Kate ist eine Genforscherin und war an der Erzeugung des Virus‘ beteiligt, das zu der Entstehung der drei mutierten Monster führt. Sie fühlt sich deshalb unglaublich verantwortlich, da die Kreaturen ja nun offensichtlich außer Kontrolle geraten sind und Menschenleben sowie ganze Städte bedrohen. Sie möchte sie aufhalten, weshalb sie sich mit Dwayne Johnsons Figur Davis zusammentut, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen und so viele Leben wie möglich zu retten.

FILMSTARTS: Gibt es zwischen dir und deiner Figur Gemeinsamkeiten?

Naomie Harris: Ich weiß nicht. Ich habe darüber noch nicht wirklich nachgedacht. Ich spiele ehrlich gesagt gerne Personen, die ganz anders sind als ich. Ich finde es angenehmer, wenn die Figur weiter von mir entfernt ist. Ich bin sicher, dass es zwischen Kate und mir einige Gemeinsamkeiten gibt, aber was ich spannender finde, sind die Dinge, die uns unterscheiden – die Art, wie sie analytisch vorgeht, unglaublich mutig ist und tatsächlich versucht, an einer Situation wie dieser teilzuhaben, einen Unterschied zu machen und die Welt zu retten. Wohingegen ich lieber zuhause bleibe, wo ich sicher bin und es bequem habe.

Warner Bros.
Die von Naomie Harris gespielte Kate glaubt, an der gewaltigen Zerstörung eine Mitschuld zu tragen.

FILMSTARTS: Wie viel Realität steckt in dem, was du in deiner Rolle als Wissenschaftlerin tust?

Naomie Harris: Es ist tatsächlich eine ganze Menge real, denn die CRISPR/Cas-Methode, bei der gezielt bestimmte genetische Bausteine durch andere ersetzt werden, gibt es ja wirklich und sie wird von vielen Wissenschaftlern auf der ganzen Welt genutzt. Dabei ist uns das ganze Potential dieser Methode noch gar nicht wirklich bewusst - in den Händen von Leuten mit guten Intentionen könnte es dabei helfen, alle möglichen Krankheiten zu besiegen, mit denen wir zur Zeit leben, aber in den Händen von Menschen mit schlechten Absichten ist auch das Zerstörungspotential gewaltig. Es ist schon ziemlich beängstigend und deshalb ist es auch so großartig, einen Film wie diesen zu haben, der darauf aufmerksam macht.

FILMSTARTS: Wusstest du irgendwas über das Videospiel, auf dem der Film basiert?

Naomie Harris: Nein, ich kannte es überhaupt nicht. Und ehrlich gesagt, weiß ich immer noch nicht viel darüber. Ich habe das Spiel noch nicht einmal gesehen.

FILMSTARTS: Wie ist es, mit Regisseur Brad Peyton und Dwayne Johnson zu arbeiten, die sich ja beide schon sehr gut kennen und schon mehrere Filme zusammen gemacht haben?

Naomie Harris: Brads ansteckender Enthusiasmus ist einer der Gründe, warum ich bei dem Projekt mitmachen wollte. Er hat mir von dem Film am Telefon erzählt und er war dabei so begeistert – und ich hatte einen ziemlich harten Tag und war nicht besonders gut drauf, aber im Anschluss schwebte ich auf Wolke sieben, weil seine Energie so vibrierend war. Man kann das auch am Set sehen, wir haben verrückte Arbeitszeiten und er ist trotzdem so leidenschaftlich dabei - das ist eine der Sachen, die ich am meisten an ihm liebe. Und bei Dwayne ebenfalls – ich liebe seine Energie und positive Einstellung, die er überall mit hinbringt. Er ist außerdem ermutigend und unterstützend - ich kenne mich in der Welt der Stunts, in der er ja praktisch Zuhause ist, selbst nicht so gut aus. Daher ist es großartig, jemanden zu haben, der mir dabei hilft.

Warner Bros.
Ein exklusives Szenenbild für Teilnehmer des Setbesuchs - Naomie Harris und Dwayne Johnson versuchen, George zu beruhigen.

FILMSTARTS: Was ist für dich die größte Herausforderung bei diesem Projekt?

Naomie Harris: Ich bin es gewohnt, mit anderen Darstellern zu arbeiten und über die Interaktivität Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Hier muss man aber alles komplett erfinden. Deshalb war ich so fasziniert, als ich gerade hier in diesen Raum kam, wo jetzt all diese Konzeptbilder der Kreaturen hängen, die ich vorher selbst auch noch nicht gesehen habe – denn bisher habe ich meine komplette Vorstellungskraft genutzt, um das zu kreieren, davon ist nämlich nichts am Set. Es fühlt sich so an, als würden wir gerade nur 40% des Films drehen und 60% entstehen erst im Anschluss an die eigentlichen Dreharbeiten. Das ist sehr herausfordernd und man muss unglaublich kreativ sein. Wir haben zwar am Anfang einige Pre-Visualisierungen gesehen, aber nicht so detailreich, wie das, was hier an den Wänden hängt. Brad hat es uns überlassen, es uns vorzustellen.

FILMSTARTS: Wie ist deine Herangehensweise an solche Szenen mit vielen visuellen Effekten?

Naomie Harris: Es ist nicht leicht. Wir haben zum Beispiel Szenen, in denen wir auf einen Helikopter achtgeben müssen und als Hinweise gibt es Nummern:„Schau zu Nummer 5, Nummer 4, Nummer 3, Nummer 2, Nummer 1.“ Es passieren die verschiedensten Dinge um einen herum und man muss sich alles vorstellen. Das ist sehr, sehr herausfordernd. Aber es macht auch unglaublich viel Spaß. Ich mag es, wenn ich auf unterschiedliche Art und Weise gefordert werde und so etwas habe ich bisher noch nicht gemacht.

Warner Bros.
Da 60 Prozent erst später am Computer entsteht, muss man sich etwa den einen Helikopter anspringenden Riesenwolf einfach vorstellen.

FILMSTARTS: Wie sind die physischen Anforderungen und inwieweit musstest du dich speziell vorbereiten?

Naomie Harris: Ich habe mich vor dem Beginn der Dreharbeiten zwei Monate lang mit zwei Trainern in London vorbereitet. Ich war also gerüstet. Aber um ehrlich zu sein, war es in der Richtung gar nicht so anstrengend. Es ist eher auf mentaler Ebene fordernd als auf körperlicher. Ich mache keine enormen Stunts – wir haben großartige Stuntleute, die das übernehmen.

FILMSTARTS: Wie steht es um den Humor im Film – trägt deine Figur dazu bei oder kommen da eher andere Darsteller ins Spiel?

Naomie Harris: Die Figur von Jeffrey Dean Morgan ist sehr lustig. Er trägt einen lockereren Ton in den Film und er hat einen unglaublichen Sinn für Humor und ist ein phänomenaler Schauspieler. Ich trage eher wenig zum Humor bei. Meine Figur nimmt alles sehr ernst…

FILMSTARTS: „Rampage“ ist zwar ein großer Action-Film, scheint aber auch viel Herz zu haben und es scheint viel Wert auf die Beziehungen zwischen den Figuren gelegt zu werden. Kannst du uns darüber ein wenig erzählen?

Naomie Harris: Ich denke, jeder Film muss Herz und starke Beziehungen zwischen den Figuren haben. Ich glaube aber auch, dass das bei großen Filmen oft vergessen wird. Und eine der besonderen Sachen an Brad ist, dass ihm diese Beziehungen wirklich wichtig sind und so gibt es diese wunderschöne Geschichte über die Beziehung zwischen Dwaynes Figur und George und ihre Liebe füreinander, diese Liebe zwischen Mensch und Tier.

Warner Bros.
Ein Mann und sein Gorilla - Dwayne Johnson und sein bester Buddy George!

FILMSTARTS: Wie ist die denn die Beziehung deiner Figur zum Gorilla George?

Naomie Harris: Kate hat ursprünglich bei CRISPR angefangen, um bedrohten Spezies zu helfen. Sie liebt Tiere also und als sie George kennenlernt, fühlt sie sich ihm sofort verbunden. Sie hat Mitleid mit ihm und fühlt sich auch extrem schuldig, weil sie weiß, dass es ihre Forschungsarbeiten sind, die für seine Lage verantwortlich sind. Ihre Verbundenheit wächst im Verlaufe des Films.

FILMSTARTS: Was hat dir besonders an dem Projekt gefallen, als es dir angeboten wurde?

Naomie Harris: Ich habe aus mehreren Gründen zugesagt – zum einen wollte ich es machen, weil Dwayne ein unglaubliches Vorbild ist, er ist die Stimme der Positivität. Ich liebe es nämlich, wenn Leute ihre Stellung nutzen, um eine positive Nachricht in die Welt zu versenden. Dazu ist, wie ich schon gesagt habe, Brads Enthusiasmus einfach so ansteckend. Zudem habe ich nach „Moonlight“ viele Angebote bekommen, die ziemlich stereotypisch waren – wieder die ausgezehrte Mutter oder sowas in der Richtung. Aber ich dachte mir, ich muss jetzt etwas machen, das sich davon komplett unterscheidet, um sicherzustellen, dass ich nicht den Rest meiner Karriere auf einen Typ festgelegt werde. Generell habe ich immer versucht, sehr unterschiedliche Rollen anzunehmen und mich auf verschiedene Weise zu fordern und hier hat sich mir die Möglichkeit geboten, etwas völlig anderes zu machen.

Hier könnt ihr den ausführlichen Bericht von unserem Besuch am Set nachlesen – „Rampage – Big Meets Bigger“ startet am 10. Mai 2018 in den deutschen Kinos.


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