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Finger weg von Netflix-Abos für 30 Cent: Das steckt dahinter
Von Julius Vietzen — 15.04.2018 um 07:46
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Es klingt verführerisch: Netflix & Co. für nur jeweils etwa 30 Cent im Monat. Wir erklären euch, was dahintersteckt und warum ihr davon auf jeden Fall die Finger lassen solltet.

Netflix

Netflix, Hulu & Co. für jeweils etwa 30 Cent pro Anbieter – für viele Nutzer dürfte sich das auf den ersten Blick verführerisch anhören. Schließlich muss man aufgrund der zunehmend zerklüfteten Streaminganbieter-Landschaft mehrere Abos gleichzeitig am Laufen haben, wenn man tatsächlich alle Serien und Filme legal streamen möchte – und darin sind Musik, Sport und andere Unterhaltungsangebote noch gar nicht eingerechnet. Trotzdem sollte niemand den Fehler machen, tatsächlich auf eines der verführerischen Angebote auf diversen Seiten einzugehen, wie die österreichische Tageszeitung Der Standard in einem ausführlichen Report zeigt. Nicht nur sind die Angebote illegal, außerdem kommen dadurch die Streaminganbieter und, schlimmer noch, unbeteiligte Opfer von Kreditkartendiebstahl zu Schaden.

Worum geht es?

Aber der Reihe nach: Die österreichischen Kollegen haben sich eine Plattform namens SickGen angeschaut, auf der in einem Paket gleich Zugang auf aktuell bis zu 51 verschiedenen Dienste angeboten wird. Wer sich anmeldet, kann dann nicht nur Netflix, sondern so unter Umständen auch Hulu, HBO Now oder Showtime, Musikdienste wie Spotify, Sportangebote mit Wrestling und Formel 1, Spieleplattformen wie Uplay und Origin und sogar komplette Spiele wie Fortnite oder Minecraft nutzen. Wie Der Standard bei einem Test herausgefunden hat, funktionieren die Zugangsdaten in neun von zehn Fällen tatsächlich problemlos, einzig der Xbox-Live-Zugang klappte nicht. Im Falle von Hulu sorgte Geoblocking außerdem dafür, dass nach erfolgreichem Login keine Inhalte zur Verfügung standen, weil der Zugriff nur aus den USA funktioniert.

Wieso kostet Netflix nur 30 Cent?

Die Accounts für die Plattform kosten zwölf beziehungsweise 20 Dollar im Monat, in der höheren Preiskategorie ist das verfügbare Kontingent größer, außerdem haben diese Nutzer das Vorrecht, sollten die Zugänge knapp werden. Der Standard spricht von einem „Kostenfaktor von rund 30 Cent“, wahrscheinlich für die günstigere Preiskategorie, denn wie viele Anbieter darin enthalten sind, lässt sich dem Bericht nicht entnehmen. In der höheren Preiskategorie sind es bei 51 Anbietern rein rechnerisch 39 Cent pro Anbieter pro Monat. Allerdings sind unter den angebotenen Diensten auch einige, die sowieso kostenfrei sind. Hier entfällt im Endeffekt also nur die selbstständige Anmeldung.

Was steckt dahinter?

Auf SickGen müssen sich User lediglich mit einer E-Mail-Adresse registrieren, mehr als eine Bestätigung der angegebenen Adresse ist nicht nötig. Anschließend kauft der registrierte Nutzer über eine Seite namens selly.gg per PayPal oder Kryptowährung einen Code. Mit dem erworbenen Code kann man dann das bezahlte Paket freischalten und auf einer Übersichtsseite wählen, für welche Anbieter ein Zugang gewünscht wird.

Anschließend wird von SickGen ein Set Zugangsdaten „generiert“ – das Wort steht hier absichtlich in Anführungszeichen, denn die Daten werden natürlich nicht aus dem Nichts erzeugt, sondern stammen aus einer Datenbank der Betreiber, die mehr als 15.000 Einträge umfasst und mit aus Datenleaks gewonnen Adressen gefüllt wird. Sehr wahrscheinlich ist, dass die meisten dieser Adressen nicht mehr aktiv genutzt werden. Auch handelt es sich dabei nicht um Adressen, die für reguläre, legale Accounts bei Netflix & Co. benutzt werden, denn dann würde eine wohl Fremdnutzung zu Auffälligkeiten und Warnmeldungen führen. Stattdessen werden die Mailadressen wohl mit geklauten Kreditkartennummern verknüpft oder für Kreditkartenbetrug verwendet.

Warum ihr davon die Finger lassen solltet

Und genau deswegen, solltet ihr von Plattformen wie SickGen auch die Finger lassen. Dem ein oder anderen von euch mag es vielleicht egal sein, dass große Anbieter wie Netflix und Spotify durch Betrug und nicht gedeckte Kreditkarten Schaden erleiden und Angebote wie dieses natürlich illegal sind. Allerdings sind wir der Ansicht, dass ihr euch in diesem Zusammenhang sogar selbst strafbar machen könntet. Diese Ansicht vertritt auch Rechtsanwalt Christian Solmecke, wie er in einem Video zu der Thematik bereits ausgeführt hat.

Zudem riskiert ihr auch selbst, durch Zahlung an dubiose und, wie in diesem Fall natürlich auch, anonyme Betreiber, selbst Opfer von Betrug zu werden, wenn die Seite etwa plötzlich verschwindet (so wie etwa der inoffizielle Vorgänger WickedGen) oder eure Daten gestohlen werden. Vor allem fügt ihr auch noch womöglich unbeteiligten Privatpersonen Schaden zu, deren Kreditkartendaten entwendet wurden.

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