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    Darf man das? Deutscher Trailer zum kontroversen One-Take-Massakerdrama "Utøya 22. Juli"

    Der Norweger Erik Poppe bereitet in „Utøya 22. Juli“ das reale Massaker, das 2011 auf der titelgebenden norwegischen Insel stattgefunden hat, filmisch auf. Ein solches Thema ist schwierig anzugehen. Das zeigt sich auch an den gemischten Reaktionen.

    Im deutschen Trailer zu Erik Poppes „Utøya 22. Juli“ werden die Eckdaten zu den realen Ereignissen genannt, die sich 2011 auf der norwegischen Insel zugetragen haben: Es befinden sich fast 600 Jugendliche in einem Sommercamp, als ein Mann die Insel betritt und mit unzähligen Schüssen einen Massenmord begeht. Noch vor Veröffentlichung des Films ist klar, dass Poppes Werk schon allein wegen der filmischen Aufbereitung des brisanten Themas kontrovers ist. Der Regisseur hat sich mit seinem Werk aber dafür entschieden, die schrecklichen Minuten sichtbar zu machen. Auf der Pressekonferenz der diesjährigen Filmfestspiele in Berlin, wo der Film Weltpremiere feierte, erklärte der 58-Jährige:

    Wenn ich mir das heutige Europa ansehe, realisiere ich, dass der Neo-Faschismus Tag für Tag wächst. Wir müssen uns daran erinnern, was auf der Insel passiert ist und wie Rechtsextremismus aussehen kann. Deswegen hatte ich das Gefühl, dass ich in die Materie gehen muss.

    Poppe muss sich darauf einstellen, dass nicht alle Zuschauenden der Meinung sind, dass er die wahren Ereignisse auf angemessene Art und Weise auf die Leinwand bringt. Bisher sind die Kritiken sehr gemischt. Von uns wurde der Film gar mit 0,5 Sternen abgestraft, verliert sich Poppe doch so sehr in seinen Inszenierungs-Gimmicks, dass er dem schweren Thema zu keiner Sekunde gerecht wird, sondern es vielmehr zur Spannungserzeugung ausnutzt:

    Utøya 22. Juli

    Die wahren Hintergründe

    In „Utøya 22. Juli“ sind die Protagonisten zwar fiktiv, deren Erlebnisse sind aber den Geschichten tatsächlicher Opfer des Attentats nachempfunden. 2011 verübte der islamfeindliche Rechtsextremist Anders Breivik einen Anschlag gegen norwegische Regierungsangestellte in Oslo. Wenige Stunden später kam der Täter als Polizist getarnt auf die Insel Utøya, wo er in einem Feriencamp einer Jugendorganisation weitere Menschen tötete. Der Massenmörder wurde zu 21 Jahren Haft verurteile – die höchste Strafe, die es im norwegischen Strafrecht gibt.

    Weitere Verfilmung des Attentats

    Paul Greengrass („Die Bourne Verschwörung“) verarbeitet die tragischen Ereignisse ebenfalls in einem Film: „22 July“ ist eine Netflix-Produktion, die dieses Jahr auf den 75. Filmfestspielen in Venedig Premiere feiert. Vermutlich wird das Werk hierzulande ebenfalls auf Netflix zu sehen sein, so wie das bei Eigenproduktionen bisher üblich war.

    „Utøya 22. Juli“ können wir aber schon ab dem 20. September 2018 in den deutschen Kinos sehen.

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