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    Familientauglicher Hai-Horror: So drastisch wurde "Meg" fürs Kino gekürzt
    Von Daniel Fabian — 10.08.2018 um 19:00
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    Wie Regisseur Jon Turteltaub nun bestätigte, sollte „Meg“ ursprünglich blutig und ekelerregend werden. Die brutalsten Szenen des teuersten Haifilms aller Zeiten fielen aber der Schere zum Opfer - und werden wohl nie veröffentlicht werden.

    2018 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC., GRAVITY PICTURES FILM PRODUCTION COMPANY, AND APELLES ENTERTAINMENT, INC. ALL RIGHTS RESERVED.

    Ein Film, in dem ein riesiger Urzeit-Hai Jagd auf alles macht, das nicht bei Drei auf dem Boot ist: Das schreit förmlich nach einem Splatterfest, in dem das rotgefärbte Wasser nur so spritzt. Das dachte sich auch „Meg“-Regisseur Jon Turteltaub, der den Kollegen von Bloody Disgusting jetzt verriet, dass für den Film zwar einige blutige und ekelerregende Szenen gedreht wurden, diese letztlich aber der Schere zum Opfer fielen. Der Grund: „Meg“ soll in erster Linie Spaß machen - und den wollte man einem möglichst breiten Publikum bieten - also auch jüngeren Zuschauern den Zugang zum Kinosaal ermöglichen.

    Geplatztes Splatterfest

    Jon Turteltaub, der unter anderem für die beiden „Vermächtnis“-Filme mit Nicolas Cage verantwortlich zeichnet, bedauert zudem, dass „Meg“ letzten Endes weder allzu „bloody“ (blutig) noch sonderlich „disgusting“ (ekelerregend) ausgefallen ist. Er sei zwar froh darüber, den Film so auch mit seinen Kindern schauen zu können, zeigt sich letzten Endes aber auch enttäuscht über den Verlust so mancher Szene:

    Es ist schlimm, wie viele schreckliche, ekelerregende und blutige Tode wir in petto hatten, die wir letztlich nicht umsetzen konnten. Das war richtig guter Scheiss.

    Weiter fährt Turteltaub fort: „Wir haben einige dieser Szenen gedreht und sogar schon mit Effekten in der Postproduktion versehen, als wir bemerkten, dass wir dafür niemals eine PG-13-Freigabe erhalten würden.“ Turteltaub hat dann zwar gezögert, sich dann aber bewusst dafür entschieden, einen Großteil der Gore-Szenen zu entfernen: „Ich hätte das nicht getan, wenn es der Geschichte geschadet hätte – aber das hat es nicht“, so der Regisseur. Um genauer vor Augen zu führen, wie brutal „Meg“ ursprünglich hätte sein sollen, erzählt der Filmemacher vom Ableben einer der Hauptfiguren:

    In einer Szene wollte ich den Zuschauer im Glauben lassen, die Figur wäre noch am Leben – bis man feststellt, dass nur noch sein Kopf übrig ist.

    Mittlerweile hat sich übrigens auch Hauptdarsteller Jason Statham zum Thema geäußert. Der zeigt sich im Gespräch mit den Kollegen von Collider überrascht, wie es von der Ursprungsidee letzlich zu jenem Film kam, den die Welt zu sehen kriegt: „Man denkt so 'Wo ist das verdammte Blut?' Ich meine, das ist ein Hai!“

    Veröffentlichung der längeren Fassung

    Mit all diesen Informationen liefert Jon Turteltaub natürlich Futter für das Kopfkino eines jeden Splatterfans und wirft zugleich die Frage auf: Werden wir jemals eine längere, härtere Fassung von „Meg“ zu Gesicht bekommen? Die Antwort lautet leider: eher nicht!

    Während es vor Jahrzehnten verhältnismäßig leicht fiel, nicht verwendetes Material im Nachhinein einfach wieder in einen Film einzufügen, gestaltet sich das Ganze heute nämlich bedeutend schwieriger. Denn der Großteil der entfernten Szenen wurde lediglich gedreht, nicht jedoch mit digitalen Effekten versehen. Und als alter Hase in der Branche weiß Turteltaub genau: „Niemand investiert Millionen nur für ein paar kleine Szenen mehr.

    Keineswegs blutleer

    „Meg“, der übrigens ein Produktionsbudget von weit über 100 Millionen Dollar verschlungen haben soll, wurde hierzulande ab 12 Jahren freigegeben – wer aber glaubt, dass der Hai-Action-Blockbuster mit Jason Statham („Fast & Furious 8“, „The Expendables“) deswegen gänzlich ohne Blutvergießen auskommt, irrt gewaltig. Neben unansehnlichen Verwundungen, welche die überlebenden Opfer des Megalodon-Angriffs davontragen, schwimmen auch jede Menge Gedärme über die Leinwand (wenn auch „nur“ von Meeresbewohnern). Der Film artet also erwartungsgemäß nicht in einem Gemetzel aus, wie wir es beispielsweise in Alexandre Ajas „Piranha 3D“ erlebten, bewegt sich laut Turteltaub jedoch „an der Grenze“ der US-amerikanischen PG-13-Einstufung. Und auch wir sehen das ganz ähnlich.

    Der mehr als 20 Meter große Koloss von einem Hai wirkt szenenweise übrigens wahnsinnig respekteinflößend, bleibt als titelgebendes Monster letzten Endes aber doch zu blass – ganz im Gegensatz zu Hauptdarsteller Jason Statham, der in „Meg“ zur Höchstform aufläuft und den Spaßfaktor mit seiner Over-the-Top-Coolness ganz gehörig nach oben schraubt. Oder wie es in unserer FILMSTARTS-Kritik so schön heißt:„Jason Statham rockt, der Hai ist okay, auf den Rest hätten wir auch gern verzichten können.“

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Meg"

    „Meg“ gibt's seit diesem Donnerstag (9. August 2018) im Kino zu sehen – wahlweise in 2D oder 3D.

     

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    Kommentare
    • Joachim M.
      Stimmt leider - aber das Ding wird nicht nur an der Kinokasse floppen wie Popcorn ich wir warten wenn es nichts wird mit einer Uncut Version kann man sich das Ding immer noch in einem halben Jahr auf ner BD ansehen
    • arrr
      Mach ich :)
    • Rockatansky
      Ja, ich habe damals mit 11 Bram Stokers Dracula gesehen. Da gibt es zwar eine Menge Blut, aber das fand ich damals gar nicht schlimm. Die düstere Atmosphäre und der unheimliche (fantastische) Soundtrack haben mich damals echt mitgenommen.
    • Deliah C. Darhk
      Ganz meine Rede. Da war weniger mehr.Ähnlich empfand ich das auch bei fen alten sw Gruselfilmen. Nix zu sehen, aber Stimmung und Musik, und meine Knie klappten hoch bis die Füsse vor mir auf der Couch standen.
    • Deliah C. Darhk
      The Reef und The Shallows solltest Du echt nachholen. Die sind sehr gelungen.
    • Scarecrow
      So läuft es leider nicht. Wenn ein Film als Familienfilm vermarktet wird, dann bleibt es dabei. Von wenigen Ausnahmen mal abgesehen.
    • Rockatansky
      Beim weissen Hai waren aber die Ekelszenen auch nie übertriebener brutaler Horror, sondern ehr realistische Verletzungen nach Haiangriffen. Von daher absolut ok und vielleicht auch deshalb damals so atemberaubend und spannend.
    • Sebastian Diehl
      bringt einfach nen uncut raus. und gut ist das ding. fürs kino reicht ne fsk 12 version.
    • Monstrum
      Als Hai ,-Monster und prähistorische Kreaturenliebhaber bin ich praktisch gezwungen in den Film zu gehen .
    • Fred.
      Schade ,dass das Sequel zu DBS so ein Mist wurde .
    • holger
      Sehr schön ,wird geschaut :)
    • arrr
      Der letzte gute Haifilm ,den ich gesehen habe ,war Deep Blue Sea ,danach habe ich dieses Subgenre nicht wirklich verfolgt ,weil da ja nur mehr Sharknadozeugs rausgekommen ist ,größtenteils.Vielleicht gibt Meg Genre einen Anstoß in die richtige ,,seriösere Richtung .
    • Deliah C. Darhk
      Ja, Deep blue Sea und The Shallows mag ich auch sehr.47 Metees down fand ich noch überraschend spannend, und The Reef richtig gut.Ordentlich finde ich noch Shark Night. Ist zwar erkennbar kein A-Movie, aber doch etwas zu gut, um es nur als 'B-Movie' abzutun.Mir fällt gerade der Titel von dem Hai-Film mit Halle Berry nicht ein ... Dark Tide (???) ... könnte so heissen.Das ist mehr ein Hai-Melodram (wie The Reef) nach einer wahren Geschichte, glaube ich.Als Schocker eine Niete, aber als Melodram mE besser als sein Ruf.12 Days of Terror basiert auch auf einer wahren Geschichte. Der Film bzw seine Story aus den 1920ern oder etwa um die Zeit diente Spielberg als lose Inspiration zu Jaws. John Barroman spielt da die Hauptrolle, meine ich mich zu erinnern. Der Streifen ist leider etwas spannungslos inszeniert und erzählt sich, als würde man einen Aufsatz vorlesen, erzählt die Ereignisse aber als Lebenserinnerung eines Zeitzeugen betrachtet schon ganz interessant. Vor Allem die Naivität im Umgang mit der dort ungewohnten Bedrohung Hai ist sehr schön ausgearbeitet.Jaws 2 fand ich ganz okay, 3 noch sehenswert, aber doch schon mit deutlich weniger Klasse.Jaws 4 ... Allein für die Erwähnung sollte man gezwungen alle Sharknados am Stück zu sehen! ;-DDer liegt für mich auf einem Level mit Jurassic Shark III und Ähnlichem. Da fand ich ja sogar den Trash-Müll Sharktopuss oder Zombie Sharks noch besser. Da waren zumindest die Ideen noch abgefahren (und auf Zombies stehe ich ja auch total).Das sind jetzt aber auch schon so ziemlich alle Hai-Filme, die ich erwähnenswert finde, wobei ich Sand Sharks, Ghost Shark, 2headed Shark etc gar nicht gesehen habe, weil ich halt weiss, dass mich da nur Müll erwartet.Es gab auch mal einen deutschen Megalodon-Film mit Katie Karrenbauer. Den fand ich richtig mies. Noch nicht mal Trash-Niveau.
    • Bond, James Bond
      Huhu, wer behauptet denn hier, dass JAWS ein Familienfilm wäre?Schon erstaunlich, was manche Menschen sich so zusammenschustern um einen Beitrag schreiben zu dürfen :-)
    • Bond, James Bond
      Klar, und die Wasserleiche. Aber brutal war eben nur Quints Tod und die Blondine auf mentaler Ebene, also bei mir. Der Todeskampf geht mir schon nahe.Haie mag ich auch, aber Filmemäßig reicht da bei weitem nichts an Spielbergs Klassiker heran. Deep Blue Sea finde ich schon spannend, aber das CGI geht post 2000 nicht mehr.The Shallows finde ich da wohl als einer der guten Vertreter.Sonst verkommen die Haie nur in unzähligen B- und C-Filmen.Und die Jaws-Fortsetzungen, ok, Teil 2, weil Roy Scheider, Lorraine Gary und Murray Hamilton als Bürgermeister wieder dabei sind und paar krassere Tode dabei sind. Aber diese Kids gehen mir auf den Zeiger. Jaws ist trotz Dennis Quaid mies und Jaws 4 trotz Michael Caine suopermies.
    • Deliah C. Darhk
      Es gibt da noch den Mann im Kanu, dessen Bein auf den Grund der Bucht sinkt. Aber mehr fiele mir da auch nicht ein.Gerade durch das wenige Sehen hat der Film diese krasse Wirkung auf mich, weil ich dadurch bei jeder Sichtung immer wieder in diese Ur-Angst vor dem Unbekannten in mir herauskitzelt.Die ersten Stimmen zu Thr Meg lesen sich gut, und ich STEHE auf Haie. Da bin ich sehr optimistisch für den Film. :)
    • Dennis Beck
      Schon schade. Ich denke, das hätte so ein gänzlich anderer Film werden können. Splatter allein macht einen Film aber auch nicht besser. Insofern: Traurig, aber kein dramatischer Verlust.
    • Monty
      Dennoch war JAWS kein Familienfilm. MEG wird es nicht nur an Blut fehlen, sondern auch an HERZ und VERSTAND. Troteltaub ist einfach kein guter Regisseur. In einer Kritik hieß es: Von Anfang bis Ende Durchproduziert für den chinesischen Teeny-Markt. Die Chinesen kennen den Ami-style noch nicht so lange, die kann man noch leicht begeistern.Gehört auf einem YT Kanal, der sich auch mit dem Thema CINEMA beschäftigt. STRIKES BACK und boykottiert ;)
    • Bond, James Bond
      Stimmt. Wenn ich an eine blutige Szene bei Jaws denke, dann natürlich bei Quints krassem Ableben und danach noch bei der Strandszene, als der Junge vom Hai geschnappt wird, allerdings sieht man da wirklich nur ein wenig rotes Wasser und keinen Splatterangriff auf den Jungen.Ansonsten ist ja die härteste Szene mit Quints Tod, die zu Beginn als die junge Dame geschnappt wird. Das ist aber mehr Kopfkino verursacht durch ihren Todesschrei und Röcheln. Spielberg hat es auch ohne Gemetzel geschafft an die Spannungsschraube zu drehen.
    • Matthias@VorfreudeaufFilm
      Deine Bewertung freut mich!! Fände es echt schön, wenn es eine guter Film geworden ist☺️
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