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    Um Auftritt von Spider-Man zu ermöglichen? "Venom" soll niedrige Altersfreigabe erhalten
    Von Tobias Tißen — 10.08.2018 um 11:20
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    Nach dem finanziellen Erfolg von „Deadpool” und „Logan” war die Hoffnung der Superhelden-Fans groß, dass auch die Macher hinter „Venom” mit Tom Hardy auf ein R-Rating schielen würden. Doch diese Hoffnung wird wohl leider enttäuscht...

    Sony Pictures

    Eigentlich ist die finstere Antihelden-Geschichte um den Journalisten Eddie Brock, dessen Körper von einem außerirdischen Symbionten als Wirt benutzt wird, prädestiniert dafür, ein erwachsenes Publikum anzusprechen. Vor allem nach den Erfolgen von „Logan”, „Deadpool” sowie der Fortsetzung „Deadpool 2”, die in den USA allesamt ein sogenanntes R-Rating erhielten (freigegeben ab 17 Jahren, hierzulande dann meist FSK16), lag die Vermutung nahe, dass die Sony-Produktion „Venom” ebenfalls mit einem erhöhten Gewaltgrad daherkommen wird. Aber Variety dämpft diese Hoffnungen nun ganz gewaltig: Das Branchenmagazin berichtet nämlich, dass „ein paar Experten bei Sony glauben, dass der Film die Grenzen des PG-13-Ratings austesten soll, jedoch ohne diese zu überschreiten”.

    Ein PG-13-Rating für Spider-Man

    Viele Fans, die sich auf einen harten „Venom” gefreut hatten, dürfte diese Nachricht nun schwer enttäuschen. Vor allem auch, weil die (noch nicht engültig bestätigte) Entscheidung nicht gefällt wurde, da eine niedrigere Altersfreigabe dem Film mit Tom Hardy („Dunkirk”) in der Hauptrolle zuträglich wäre, sondern weil wie so oft der Franchise-Gedanke alles andere überstrahlt: „Venom” soll nämlich kein R-Rating bekommen, damit es in möglichen Fortsetzungen leichter ist, Auftritte des derzeit von Tom Holland gespielten MCU-Spider-Man (Venom ist ein Erzfeind des Spinnenmannes) oder anderen Marvel-Helden einzubauen.

    Weil alle „Spider-Man”-Filme (wie alle weiteren MCU-Filme) wohl auch in Zukunft weiterhin PG-13-Ratings erhalten werden, wäre der Helde aus diesem familienfreundlichen Blockbustern nicht mit einem düsteren und brutalen R-Rated-„Venom” kompatibel. Und um sich die Chance auf mögliche Crossover-Filme nicht zu verbauen, ziele man bei Sony nun auf eine Altersfreigabe ab 13 Jahren und insgesamt auf einen lockereren Ton ab. Aus diesem Grund seien Hauptdarsteller Tom Hardy und Regisseur Ruben Fleischer („Zombieland”) derzeit damit beschäftigt, der Geschichte um Eddie Brock mehr Humor zu verleihen.

    Wie kann es überhaupt zum Crossover kommen?

    Viele Fans dürften sich nun natürlich fragen, wie Tom Hardys Venom und Tom Hollands Spider-Man überhaupt aufeinandertreffen können, wo Ruben Fleischer Anti-Helden-Actioner doch nicht Teil des MCU ist. In der Vergangenheit gab es dazu widersprüchliche Aussagen, da Kevin Feige wiederholt klarstellte, dass es kein Crossover zu „Venom” gebe, während Sony-Produzentin Amy Pascal ausführte, dass alles in einer Welt spiele. Viral ging dabei die Aussage in einem FILMSTARTS-Interview, als sie erstmals die Äußerung über die gemeinsame Welt tätigte und Kevin Feige mit einem sehr verdutzten Blick reagierte.

    Der Hintergrund für diese Widersprüche ist die offene Vertragssituation zwischen Disney/Marvel auf der einen und Sony auf der anderen Seite. Es kursiert momentan die (allerdings noch nicht gesicherte) Information, dass nach dem kommenden „Spider-Man: Far From Home” der aktuelle Deal, der Sony wohl auch verbietet, Spidey für ihre eigenen Filme zu nutzen, ausläuft. Nach dem Ende dieses Deals könnte Sony aber wohl Tom Hollands Spidey in das eigene Universum überführen und er wäre nicht mehr Teil des MCU. Unklar ist übrigens, ob das angebliche Spider-Man-Auftrittsverbot sich auch auf Peter Parker erstreckt. Da die Verträge natürlich geheim sind, kann in diesem ganzen Bereich allerdings aktuell nur spekuliert werden.

    Darum macht die Jugendfreigabe ein Fragezeichen hinter "Venom"

    Viele Fans reagieren nun natürlich sehr enttäuscht auf die Gerüchte, dass „Venom” womöglich kein R-Rating bekommt. Das hat mehrere Gründe: Ganz abgesehen davon, dass Sony damit diese Fans ein wenig vor den Kopf stößt, wächst so natürlich auch bei einigen potentiellen Zuschauern die Skepsis hinsichtlich der Qualität des Films. Denn es wird nun natürlich vermutet, dass man beim Mega-Konzern so wenig Vertrauen in den eigenen Film und vor allem auch in dessen Titelheld hat, dass man bereits jetzt alles dafür tut, um durch Gastauftritte ein Stück vom großen MCU-Kuchen abzubekommen.

    Dabei muss neben der Entschärfung des Härtegrades noch so einiges passieren, bevor es tatsächlich zu einem Crossover kommen kann: Zunächst muss „Venom” nämlich ein Hit an den Kinokassen werden, damit überhaupt ein Sequel bestellt wird.

    Tom Hardys Inspirationsquellen

    Dass es in „Venom” auch eine gute Portion Humor geben soll, schlägt sich wohl auch in den Vorbildern nieder, die Tom Hardy für seine Darstellung von Eddie Brock und dessen Alter Ego Venom wählte. Im Interview mit Esquire verriet der Brite nämlich, was ihn inspirierte: „Das gequält-neurotische an Woody Allen und der gesamte Humor, der daraus entsteht. Und Conor McGregor... seine übermäßige Gewalt, aber nicht das ganze Gelaber. Und zuletzt Rapper Redman, und dessen Kontrolllosigkeit.”

    Während MMA-Kämpfer Conor McGregor wohl eher den Symbionten in Eddie Brock inspirierte, wird Woody Allen und dessen verschrobener Humor sicherlich auf Tom Hardys Darstellung des Journalisten in seiner menschlichen Form abfärben.

    Ein neues Bild zu "Venom"

    Zu guter Letzt hat Entertainment Weekly noch exklusiv ein neues Szenenbild einer bereits aus dem jüngsten Trailer bekannten Sequenz aus „Venom” veröffentlicht, auf dem man den Symbionten in voller schwarz-weiß-ädriger Pracht zu sehen ist. Aber werft selbst einen Blick darauf:

    Sony Pictures via Entertainment Weekly

    Neben Hauptdarsteller Tom Hardy werden in „Venom” auch Michelle Williams („Greatest Showman”), Riz Ahmed („Rogue One: A Star Wars Story”), Jenny Slate („Hotel Artemis”) und Woody Harrelson („Solo: A Star Wars Story”) zu sehen sein. Am 3. Oktober startet die Comicverfilmung in den deutschen Kinos.

     

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    Kommentare
    • Heavy-User
      Venom - Return of the Puh würde ich mir sogar anschauen ;-D
    • Bruce Wayne
      What?! Geht das nicht gegen jede vorhergehende Planung des Studios? Venom als PG 13-Film...bitte nicht.
    • scorch
      Schade, mal wieder ein Beleg dafür, wie man eine gute Vorlage versauen kann. Wenn das so kommen sollte, hab ick och keenen Bock mehr uff den Film.
    • lex s
      Ähm, also bekommen wir einen Film, mit einem Woody Allen Typ, in einem Symbionten, der eine Mischung aus nem Rapper und nem Cagefighter is, in einem PG-13 Gewand, der jetzt zusätzlich, noch lustiger werden soll?! Klingt, für mich, nach großartigem Kino! -.-Ich weiß nicht, ob ich lachen, oder weinen soll!?
    • HalJordan
      Das ist nur ein weiterer Beleg für die Inkompetenz dieses Studios.
    • Micox
      Stimmt nicht ganz.. Der brutalste Unterton ohne visuelle Gewalt und Blut werden nie ein R-Rating bekommen..
    • Monty
      Der verregnete Winter kommt bestimmt, aber bist du wirklich bereit für die BR Geld auszugeben?!Ich persönlich ziehe einen guten alten Japan Gozilla Film vor ^^
    • Monty
      Ich denke mit ein paar wenigen Änderungen könnte der Film auch mit PG-13 richtig gut werden: Wir verlagern den Schauplatz in irgendein China-Provinz Dorf. Hardy wird gegen den The Rock Typen ausgetausch. Er spielt neben den Helden auch den Antagonisten und sämtliche anderen Nebenrollen. Würzen das ganze mit einem hochwertiger CGI-Massaker, erstellt auf dem neusten 4x86 (ich glaub im Keller hab ich noch einen) und verpacken das ganze auf schlanke 300min Spielfilmlänge. TA-DA!!!Ich hab mich mal wieder selbst übertroffen, ab nach Hollyschutt!Egal ob DC oder Marvel: DIe animierten Filme sind einfach besser, weil sie einfach mutiger sind.Weniger Diskutieren, mehr boykottieren
    • Hans H.
      Echt, so finster siehst du dem entgegen? Für mich haben die Trailer schon zuviel gespoilert. Weiss nicht, ob ich den im Kino sehen werde. Aber bin schon gespannt !
    • Deliah C. Darhk
      Verstehe ich jetzt nicht so ganz ...Wenn Spidey sowieso irgendwann wieder allein bei Sony liegt, warum macht man dann kein r-rated Crossover? Spudey kann bis dahin ja noch erwachsener und härter werden. Ergibt sich aus seiner jetzigen Jugend.
    • McBane
      Ja, da hast du natürlich schon recht. Diesen Umstand empfinde ich bei Venom allerdings als schwerwiegender, weil er und Spidey dann ja gar keine Verbindung haben. Und ich meine: Er ist der beliebteste Fiesling im Marvel-Comic-Universum und zudem der Erzfeind von Spidey. Ausgerechnet dort sollte die Chemie stimmen. Aber hauptsächlich geht es mir auch darum, dass Marvel die kompletten Rechte an Spiderman erhält.Dann erleben wir vielleicht doch noch wie Kraven the Hunter der nächste Antagonist in Blackt Panther II wird und Tom Holland i-wann auf die Sinister Six trifft mit Dr. Octopus, Kraven, Vulture, Mysterio, Electro und Sandman ... + Venom :-)
    • Rockatansky
      Ist mir schon klar.
    • Larry Lapinsky
      Ein Film, der sicher an einem verregneten Wintertag (falls es so etwas noch mal geben sollte ...) mal in den Blu Ray-Player darf. Ist aber auch das Maximum der Gefühle!
    • Bluesboy
      Ich glaube weder ein heiterer oder düsterer Ton machen einen Film per se gut oder schlecht.Seit 2008 gab es so viele Dark Knight-Nachahmer, die einfach darauf gesetzt haben: Wir machen es dark & gritty und dann mögen die Leute das! Und besonder das DCEU hat auf diese Karte gesetzt.Jetzt bin ich der Meinung, dass der Ton im DCEU eher ein sekundäres Problem war. Aber wenn die Produzentenriege über Jahre hinweg, mit jedem düsteren Film signalisiert bekommt Offenbar wollen die Leute das nicht sehen und insbesondere im MCU mit einem familienfreundlichen Charakter immer weiter Erfolge eingefahren werden, kann ich verstehen, dass man sich eher wieder von dark & gritty entfernt.Ich mag den Humor im Venom-Trailer nicht.Ich mochte den Humor in Justice League nicht.Ich mochte den Humor in Thor: Ragnarok sehr.Letztendlich ist der Humor - oder die Abwesenheit davon - aber eben nur ein Teil eines gesamten Filmes. Alle Probleme eines Filmes nur darauf zu schieben wird mMn den einzelnen Filmen nur selten gerecht.
    • Ivar_The_Boneless
      Und damit ist der Film uninteressant geworden. Das R-Rating war für mich der Hauptgrund ihn überhaupt sehen zu wollen, aber nun... Ein großes Bravo an Sony für diese absolut dumme Entscheidung. Erst große Töne spucken, dass er ein R-Rating Film wird und nun werden die Eier wieder geschrumpft. Kopfschütteln. Das Material, das auf der Comic Con gezeigt wurde, soll ja angeblich schon R-Rated Material gewesen sein und die Fans die es sehen durften haben es sehr positiv aufgenommen.
    • Micro_Cuts
      who cares. Tom Hollands Spiderman folgt auch nicht der klassischen Comic Vorlage. Die anderen beiden davor taten es!
    • Sentenza93
      Ich habe ja schon öfter geschrieben, wie ich mir Amy Pascal, und generell die Sony-Chefetage, so vorstelle: Er ist Teil des MCU! Wir sind wichtig! Wir schwören es! Guckt ihn! Er ist ein Teil davon! :DIch hatte recht. :D Glückwunsch, Sony.
    • Micox
      Die Trailer sehen schon scheiße aus, damit ist es wohl ganz gestorben..
    • Da HouseCat
      vor allem sony in bereich technik und spiel grandios, im bereich film ne katastrophe, schon komisch.
    • Da HouseCat
      leute, r-rating besteht nicht nur aus blut - r-rating setzt sich aus vielen dingen zusammen, alleine ein düsterer brutaler grundton reicht dafür.
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