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    Vorbilder Marvel und "Der Herr der Ringe": Netflix will künftig mehr eigene Blockbuster

    Bislang konnte Netflix mit seinen Originals nur bei den Serien überzeugen, bei Filmen eher weniger. Doch das soll sich in Zukunft ändern: Zum einen sollen mehr Filme mit Oscar-Potential her, zum anderen mehr eigene Blockbuster.

    Netflix

    Netflix-Serien wie „House Of Cards” oder „Stranger Things“ gehören zum Besten, was die Serienlandschaft zu bieten hat, da gibt es wohl keine zwei Meinungen. Anders sieht es hingegen bei Filmen aus: Unter den sogenannten Netflix-Originals finden sich zwar Perlen wie „Beasts Of No Nation“ und „Mudbound“, den allergrößten Teil der Eigenproduktionen und eingekauften Filme macht aber zumeist wenig überzeugende Durchschnittware aus.

    Doch das soll sich in Zukunft ändern, wie der Hollywood Reporter in einem ausführlichen Bericht erläutert. Zukünftig will man bei Netflix‘ Filmsparte sorgfältiger auswählen, was auf der Plattform angeboten wird. Scott Stuber, der seit etwa 18 Monaten bei Netflix für die Filmsparte zuständig ist, hat so zum einen dafür gesorgt, dass einige wirklich hochkarätige Projekte mit Oscar-Potential für den Streaming-Dienst gedreht werden, darunter „Roma“ von Alfonso Cuarón, „22 July“ von Paul Greengrass und „The Ballad Of Buster Scruggs“ von den Coen-Brüdern. Aber auch „Wolfsnächte“ von Jeremy Saulnier, „The Land Of Steady Habits“ von Nicole Holofcener und „Bird Box“ von Susanne Bier versprechen ganz großes Kino auf der heimischen Couch. Und das Beste ist: All diese Filme werden noch in diesem Jahr auf Netflix zum Abruf bereitstehen.

    Blockbuster bei Netflix

    Zum anderen hat es sich Stuber offenbar zur Aufgabe gemacht, auch mehr große Blockbuster auf Netflix unterzubringen – und damit sind nicht die Filme der Konkurrenz von Marvel oder Warner gemeint, von denen sich etwa aktuell einige auf Netflix streamen lassen, oder Filme wie „The Cloverfield Paradox“ und „Extinction“, die Netflix den eigentlich vorgesehenen Studios abgekauft hat, sondern Eigenproduktionen wie „Bright“ mit Will Smith.

    Laut dem Hollywood Reporter soll Stuber seinem Team den Auftrag gegeben haben, Hollywood-Produzenten und Agenten zu erklären, dass man Filme in derselben Größenordnung wie die MCU-Superheldenfilme oder „Der Herr der Ringe“ wolle. Dazu kommen noch romantische Komödien wie „The Kissing Booth“ und „To All The Boys I’ve Loved Before“, mit denen Netflix offenbar große Erfolge feiern konnte, auch weil große Studios nicht mehr viele dieser Filme produzieren.

    Auf der Suche nach dem Durchbruch

    Schlussendlich geht es für Netflix darum, ob man sich einen Platz in der Filmlandschaft erkämpfen kann, so wie es im Bereich der Serien bereits gelungen ist. Laut dem Hollywood Reporter benötigt Netflix möglichst bald ein paar Oscars oder zumindest Oscar-Nominierungen, denn ansonsten werden sich bekannte Filmemacher wohl trotz der unkomplizierten und unbürokratischen Zusammenarbeit mit Netflix wohl lieber ein traditionelles Studio suchen. Messbare Erfolge müssen also dringend her und Filme, über die sowohl bei der Arbeit als auch in den sozialen Medien alle reden, wie es die Quellen des Hollywood Reporter auf den Punkt bringen.

    Es bleibt also abzuwarten, ob Netflix mit „Roma“ & Co. in der kommenden Oscar-Saison mitmischen kann. Und auch an der Blockbuster-Front sind bereits einige potentielle Hits in Arbeit: Michaely Bays neuer Film „6 Underground“ soll zwischen 120 und 150 Millionen Dollar kosten und mit Hauptdarsteller Ryan Reynolds und den „Deadpool“-Autoren Paul Wernick und Rhett Reese ein ganzes Action-Franchise starten. Zudem hat man auch noch Martin Scorseses Mafia-Film „The Irishman“ in petto, der mit Robert De Niro, Al Pacino, Harvey Keitel und Joe Pesci eine absolute Traumbesetzung hat und mindestens 140 Millionen Dollar Produktionskosten verschlungen hat – hauptsächlich um die alten Recken mittels Computereffekten zu verjüngen. Aber auch hier wird sich zeigen müssen, ob sich die Investition gelohnt hat.

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