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Batman, Han Solo & James Bond: Diese Kultrollen sagte Hollywood-Legende Burt Reynolds ab
Von Björn Becher, Monique Stibbe — 07.09.2018 um 13:04
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Am 6. September 2018 starb mit Burt Reynolds einer der größten Hollywood-Stars aller Zeiten. Er wäre wohl der allergrößte geworden, wenn er nur einen Bruchteil der Kultrollen übernommen hätte, die er absagte. Eine bereute er besonders…

Universal Pictures

Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre war Burt Reynolds Hollywoods größter Star an den Kinokassen und schuf Kultfiguren wie das „ausgekochte Schlitzohr“ Bandit oder den Abenteurer J. J. McClure (in „Auf dem Highway ist die Hölle los“). Doch obwohl Burt Reynolds über 100 Film- und über 70 Serienrollen bekleidete, wurde immer wieder über die Parts geredet, die er nicht spielte. Er selbst kommentierte regelmäßig süffisant seine zahlreichen Absagen für Rollen, die er nicht gemacht hatte, obwohl die Chance bestand. Er habe sicher nicht die besten Entscheidungen bei der Absage von Rollen getroffen, erklärte er immer wieder. Wir geben euch einen kleinen Überblick.

James Bond

Noch bevor Burt Reynolds Anfang der 1970er mit „Beim Sterben ist jeder der Erste“ den Schritt zum Kinostar schaffen sollte, hatte er schon das Angebot, mit dem ihm das womöglich vorher gelungen wäre. Nachdem es im Anschluss an „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ mit Sean-Connery-Nachfolger George Lazenby zu Zerwürfnissen kam, suchten die 007-Macher einen neuen James-Bond-Darsteller … und landeten bei Reynolds.

Bond-Produzent Albert R. Broccoli wurde bei dem damals vor allem noch durch TV-Serien bekannten Schauspieler persönlich vorstellig, doch der sagte trotzdem ab. Er habe nicht das Gefühl, dass ein Amerikaner die Rolle spielen solle. Später gestand Reynolds ein, dass er damals wohl zu vorsichtig gewesen sei und mittlerweile glaube, dass er Bond sehr gut hätte spielen können. Statt Reynolds feierte übrigens Sean Connery ein Bond-Comeback – in „Diamentenfieber“. Mit „Zardoz“ sollte der Schotte 1974 dann noch eine andere Rolle statt Reynolds spielen, der damals dem Regisseur John Boorman krankheitsbedingt absagen musste.

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Batman

Schon deutlich vor James Bond hätte Burt Reynolds womöglich eine andere Rolle gespielt, die als ikonisch gilt: Bruce Wayne alias Batman. Natürlich bekam Reynolds nicht für einen der späteren Kinofilme ein Angebot, sondern wohl für die von 1966 bis 1968 gelaufene TV-Serie. Reynolds deutete vor einigen Jahren in seinem Buch „But Enough About Me“ an, dass man ihn für die Rolle in Betracht gezogen hatte.

Bekanntlich spielte Adam West dann Serien-Batman. Der erzählte übrigens einmal, dass er den Part auch bekommen habe, weil er über eine gewisse Ähnlichkeit mit Reynolds verfüge.

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Han Solo

Als George Lucas nach „Star Wars“-Darstellern suchte, waren zahlreiche heutige Legenden dafür im Gespräch. Wir wissen unter anderem von Kurt Russell, Al Pacino, Jack Nicholson, Bill Murray, Sylvester Stallone, Robert De Niro, John Travolta … und auch Burt Reynolds. Von ihm erzählt man sich (wie auch von Nicholson und De Niro), dass er die Rolle ablehnte, weil er „so etwas“ nicht machen wollte. In einem Interview zu seinem 2015 erschienen Buch „But Enough About Me“ erklärte Reynolds aber, dass er nie gefragt wurde. Er habe aber womöglich aus „Dummheit“ irgendwo erzählt, dass er den Film nicht machen werde und sei deswegen gar nicht mehr gefragt worden. In einer Talk-Show erklärte er 2018 dagegen, dass er absagte, weil er keine Sci-Fi-Filme möge.

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Einer flog über’s Kuckucksnest

Als „Einer flog über das Kuckucksnest“ vom Theater ins Kino gebracht werden sollte, verzögerte sich das Projekt so lange, dass Kirk Douglas nach seiner gefeierten Bühnenperformance in den 1960er Jahren zu alt war, um den Part noch einmal selbst zu spielen. Kirks Sohn Michael Douglas und Regisseur Milos Forman suchten daher einen neuen Randle Patrick McMurphy, kontaktierten unter anderem Gene Hackman und Marlon Brando. Doch Milos Forman wollte unbedingt Burt Reynolds.

Im März 2018 scherzte die Schauspiellegende dazu in der US-Talkshow „Watch What Happens Live with Andy Cohen“, dass er gar nicht abgesagt habe, sondern vielmehr versucht hätte, Jack Nicolson umzubringen, um selbst die Rolle zu bekommen. Dann gestand er aber doch ein: Er habe abgesagt, weil er einfach dumm sei.

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Stirb langsam

Bruce Willis ist John McClane. Kaum jemand kann sich wohl einen anderen Schauspieler in der Rolle vorstellen. Doch vorher wurde Burt Reynolds gefragt. Der aber, ihr ahnt es, sagte ab und erklärte dies später damit, dass irgendetwas in seinem Hinterkopf ihm gesagt hätte, dass es nicht passe. Und obwohl der Film so erfolgreich wurde und ein Franchise in Gang brachte, sei Reynolds trotzdem froh, die Rolle abgelehnt zu haben.

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Pretty Woman

Burt Reynolds, das Sexsymbol seiner Generation, sollte auch eine der Womanizer-Rollen schlechthin übernehmen. Noch vor Richard Gere war er für „Pretty Woman“ im Gespräch, doch er lehnte ab. Rückblickend betrachtete er diese Entscheidung sehr unterschiedlich. Teilweise erklärte er, dass es besser so war, da er nicht gepasst hatte, an anderen Stellen sagte er aber auch, dass er ein Idiot war. Schließlich kam „Pretty Woman“ 1990 und damit zu einer Zeit heraus, als Reynolds Kinokarriere zum Erliegen gekommen war – die erfolgreiche RomCom hätte neuen Schub geben können.

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Der Pate

Eine andere Kultrolle entging Burt Reynolds ohne sein Zutun: Er war vor Al Pacino im Gespräch für den Part des Michael Corleone in „Der Pate“. Doch Marlon Brando drohte das Projekt zu verlassen, wenn Reynolds an Bord käme. Legendär ist Brandos spätere Schimpftirade am Set von „Apocalypse Now“ über Reynolds, wo er Regisseur Francis Ford Coppola erklärt, warum er diesen hasst (obwohl er ihn übrigens nie persönlich traf). Den Audio-Mitschnitt gibt es auf YouTube.

Die Absage, die Reynolds wirklich bereute

Burt Reynolds hat viele Rollen abgelehnt, die heute fest in der Filmhistorie verankert sind. Und auch wenn er mehrfach ausführte, dass diese oder jene Absage „dumm“ gewesen sei, gibt es genau einen Part, von dem er immer wieder sagte, dass er der einzige entgangene war, den er wirklich zutiefst bedauerte: James L. Brooks schrieb ihm die Rolle des versoffenen Ex-Astronauten Garrett Breedlove in „Zeit der Zärtlichkeit“ auf den Leib. Doch Reynolds stand bei seinem alten Freund Hal Needham im Wort, mit diesem die Actionkomödie „Der rasende Gockel“ zu machen. Während diese für die Goldene Himbeeren nominiert wurde, gewann Jack Nicholson schließlich für „Reynolds Rolle“ in „Zeit der Zärtlichkeit“ einen Oscar.

Für immer unvergessen: Burt Reynolds

Weil Burt Reynolds in so vielen Interviews seine zahlreichen Rollen-Absagen mit so viel Humor nahm und selbst scherzte, dass man sich deswegen an ihn erinnern werde, haben wir uns entschlossen, zusätzlich zu unserer Todesnachricht mit der Erwähnung seiner besten Rollen auch noch diesen kleinen Begleittext zu veröffentlichen. Aber natürlich wollen wir auch hier noch einmal an zwei seiner allerbesten Rollen erinnern:

Beim Sterben ist jeder der Erste“ ist der Film, mit dem Burt Reynolds der Durchbruch gelang und es war bis zum Ende seines Lebens auch das Werk, auf das er besonders stolz war. „Beim Sterben“ habe nicht nur der Welt, sondern auch ihm selbst gezeigt, dass er wirklich schauspielern können, sagte Reynolds über das gesellschaftskritische Thriller-Meisterwerk von Regisseur John Boorman. Dass er diesen Film gemacht habe, entschädige für jede einzelne Absage.

Warner Bros.

Während „Beim Sterben ist jeder der Erste“ die Kino-Karriere von Reynolds in Gang brachte, ist „Boogie Nights“ ein später Höhepunkt… und passt doch perfekt in diesen Text. Denn während Reynolds sich oft im Nachhinein darüber ärgerte, eine Rolle abgesagt zu haben, war er hier ziemlich sauer, dass er die Rolle übernommen hatte. Er feuerte sogar seinen Agenten, der ihn überredet hatte, und verweigerte die Teilnahme an allen Promo-Interviews. Dann reagierten Publikum und Kritiker aber nicht nur unglaublich positiv auf „Boogie Nights“, sondern Reynolds bekam sogar eine Oscarnominierung. Er erklärte trotzdem, dass er den Film und Regisseur Paul Thomas Anderson „hasse“ (und verweigerte auch ein Mitwirken an dessen „Magnolia“). Dass er in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ gegen Robin Williams (für „Good Will Hunting“) nur deswegen verlor, weil er sich vorher vom eigenen Film distanziert hatte, ist aber natürlich keine gesicherte Information.

Reynolds‘ letzter Film

Noch einen unveröffentlichten Film hat Burt Reynolds vor seinem Tod am 6. September 2018 abgedreht. In der Komödie „Defining Moments“ spielt er eine von mehreren Personen, deren Leben durch einen einzigen Moment komplett verändert wird. In den USA kommt der Film Ende 2018 in die Kinos, einen deutschen Termin gibt es noch nicht. Reynolds Zusammenarbeit mit Quentin Tarantino wurde dagegen nicht mehr realisiert. Für dessen aktuelles Projekt „Once Upon A Time… In Hollywood“ hätte er in den nächsten Wochen vor der Kamera stehen sollen.

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