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    Studie zu "Star Wars 8"-Kommentaren belegt höheren "Fan"-Hass gegen Frauen
    Von Björn Becher — 07.09.2018 um 15:43
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    Viel wurde berichtet über Hass- und hässliche Social-Media-Kommentare rund um „Star Wars: Die letzten Jedi“. Die renommierte Washington Post hat nun eine große Untersuchung dazu veröffentlicht – mit deutlichen Ergebnissen…

    2017 Lucasfilm Ltd. & ™, All Rights Reserved. / Jonathan Olley

    Es fand viel Widerhall, als „Star Wars 8“-Schauspielerin Kelly Marie Tran alle ihre Instagram-Posts löschte. Wie sie später selbst unterstrich, war das eine Reaktion auf rassistische und frauenfeindliche Beleidigungen, die sie andauernd erhalte. Auch vielen Fans ist aufgefallen, dass seit „Star Wars 8“ oft giftig diskutiert und kommentiert wird. Eindrücke, so berechtigt sie auch sein mögen, sind das eine – um das Ausmaß der Verrohung zu erfahren, braucht es aber wissenschaftlich erhobene Zahlen. Wie viel wird also wirklich zu „Star Wars 8“ im Netz beleidigt? Werden Frauen öfter beleidigt als Männer? Ist die Sprache gegenüber Frauen schlimmer als gegenüber Männern? Das untersuche Bethany Lacina, die an der Universität von Rochester lehrt, in einer umfangreichen Studie, die die Washington Post veröffentlicht hat.

    Grundlage ihrer Studie ist dabei ausschließlich das Nutzerverhalten auf Twitter, von wo sie tausende Tweets über den kontrovers aufgenommenen „Star Wars 8: Die letzten Jedi“ sammelte und untersuchte. Dabei wurden von Bots abgeschickte Tweets herausgefiltert, der Rest von einem Algorithmus vorgefiltert und dann von der Wissenschaftlerin genauer untersucht. Dabei zeigt Bethany Lacinas Studie deutlich, dass gerade Hass-Postings gegen Frauen öfter vorkommen als gegenüber Männern. Und sie kann bestätigen, dass Kelly Marie Tran der Hass besonders stark entgegenschlug.

    Tweets mit Hass und Beleidigungen

    Sechs Prozent der von Lacina untersuchten Tweets enthalten „beleidigende Sprache“. Dabei wurde laut der Autorin der Studie sichergestellt, dass nicht fälschlicherweise Tweets als beleidigend eingestuft wurden, weil ein genutztes Wort auf eine Beleidigung hindeutet, aber in einem positiven Kontext gebraucht wurde. Das bedeutet: Ein Tweet, in dem „fucking great“ steht, ließ womöglich ihren Algorithmus anschlagen, wurde dann aber von ihr rausgefiltert. Wichtig ist aber: Der Wert von sechs Prozent ist nur eine Mindestzahl, da der eingesetzte Algorithmus nicht erkennen kann, wenn jemand Beleidigungen in „höflichere Worte“ kleidet. Zudem wurden natürlich Tweets von den Nutzern selbst und wegen Verstoßes gegen die Regeln bei Twitter irgendwann wieder gelöscht. Diese Dunkelziffer konnte Bethany Lacina auch nicht erfassen. Der wahre Prozentanteil der beleidigenden Tweets ist daher wahrscheinlich höher.

    Hass-Sprache wurde derweil in 1,1 Prozent der Tweets gefunden, allerdings ist diese Zahl mit besonderer Vorsicht zu genießen. Zum einen wurde der Begriff sehr eng gefasst, Tweets müssen zum Beispiel offensichtlich rassistische Bemerkungen oder Aufrufe zur Gewalt beinhalten. Da Twitter alle dieser Hass-Postings löschen müsste und viele sicher gelöscht wurden, ist die Zahl der abgegebenen Postings zudem höchstwahrscheinlich deutlich höher. Eigentlich müsste die Zahl ja bei 0 Prozent stehen, wenn Twitter seine eigenen Regeln hundertprozentig umsetzen würde.

    Mehr Hass gegen Frauen als gegen Männer

    Die Studie zeige zudem deutlich, dass Frauen und vor allem Schauspielerin Kelly Marie Tran stärker Hass ausgesetzt sind als Männer. Wenn man nur Tweets untersuche, in denen der Name von Tran oder ihrer Figur vorkomme, enthalten plötzlich doppelt so viele der Kurzmitteilungen „beleidigende Sprache“ – insgesamt 12 Prozent der Tweets. Gehe es um sogenannte „Hass-Sprache“ steige der Wert um 60 Prozent auf insgesamt 1,8 Prozent aller noch vorhandenen Tweets – auch hier muss man wieder bedenken, dass eigentlich alle diese Tweets gelöscht sein sollten.

    Die Autorin der Studie legt dabei klaren Wert auf die Feststellung, dass es nicht darum ging, „Nichtgefallen“ zu untersuchen, sondern harte Schmähungen. Wenn man nur negative Posts über „Star Wars 8“ vergleiche, zeige sich so zum Beispiel auch, dass sich über Tran und ihre Figur Rose Tico in einer Sprache ausgelassen werde, die erniedrigender sei, als wenn über alle anderen Umstände gesprochen wird, die an dem Film kritisiert werden.

    Geschlechter-Unterschied auch bei Fans

    Auch ein weiterer Aspekt regt zum Nachdenken an. So wurden Twitter-Accounts von populären „Star Wars“-Podcasts untersucht und ob es eine unterschiedliche Reaktion gegenüber diesen gebe, wenn sie von Männern oder von Frauen betrieben werden. Vergleiche man einfach nur beleidigende Tweets, gebe es kaum Unterschiede. Rund 8 Prozent der noch online verfügbaren Tweets an männliche Podcaster seien beleidigend, bei Frauen seien es mit 9 Prozent nur unwesentlich mehr. Geht man aber von der reinen Beleidigung zur sogenannten Hass-Sprache über, sieht das schon anders aus: Frauen müssen rund doppelt so oft solche Hass-Botschaften aushalten wie ihre männlichen Kollegen.

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    Kommentare
    • Jimmy v
      Beides schließt sich ja nicht aus. Jar Jar Binks stört die Geschichte einfach nur, Rose hingegen ist zumindest ein Sidekick und hat in dieser Geschichte eine Funktion.
    • Der_Neue
      Ich gehe hier von schlimm im Sinne von für die weitere Geschichte aus, nicht vom Nervfaktor ;) Ich glaube da lag unser Misverständnis.
    • Jimmy v
      Hass, wie? ;) Ich dachte, das wäre übertrieben.Wenn du Rose schlimmer fandest, dein gutes Recht. Ich kann es nur nicht nachvollziehen, da Jar Jar Binks halt nichts weiter als ein Clown ist, Rose aber immerhin eine Figur mit echtem Charakter - das zeigen ja ihre (schlechten) Entscheidungen. Ich mag sie ja auch nicht besonders, aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann halt Rose > Jar Jar Binks.
    • Der_Neue
      Ich frag dich, was verstehst du an meinem Kommentar nicht? Ich habe doch gesagt nervig aber von der Rolle her war Rose schlimmer da sie Entscheidungen traf die einfach falsch waren. Mein Gott dein Hass auf Jar JAr scheint schlimmer zu sein als du es wahr haben willst.
    • Deliah C. Darhk
      Das hatte ich doch schon gesagt.
    • Jimmy v
      Äh, doch? Sein Verhalten hat überhaupt keine Relevanz für den Plot, mal davon abgesehen, dass er den Kontakt zu den Gungans herstellt. Dafür braucht man den restlichen Film aber nicht dieses nervige Viech mit seinem Slapstick, der total den Ton des Films zerstört.Ich frage dich: Wann hast du das letzte Mal Episode I gesehen?
    • Der_Neue
      Naja in dem Sinne schlimmer, da Jar Jar nnur nervig war aber er hat mit seinem Verhalten nichts schlimmer gemacht im Gegensatz zu Rose
    • Jimmy v
      Ich für meinen Teil tue das ja nicht, in beiden Fällen nicht. Nur wenn jemand meint, es gäbe eine schlimmere Figur als Jar Jar Binks, dann muss darauf einfach mal hingewiesen werden. ;)
    • Der_Neue
      Du wolltest einen Vergleichsfilm mit ner Männerrolle. Und Episode 1 ist nicht nur wegen Jar Jar würdig sondern weil man hier nicht nur einen Kerl sondern einen kleinen Jungen gehasst hat. Das ist nochmal ein anderes Kaliber als auf eine Frau draufzuhauen weil man weibliche Charaktere doof findet. Das wolle ich nur unterstreichen. Also bis auf den aktuellen Charakter hat der Film genau das Potenzial, welches du vorgeschlagen hast.
    • Der_Neue
      Ich verstehe nicht, wie man sich so auf eine unwichtige Figur versteifen kann.
    • Der_Neue
      Das lustige ist ja auch, dass Männer und Frauen nunmal von Natur aus diese Eigenschaften haben und ehrlich, ich beneide die Frauen dafür, dass sie ein natürliches Bedürfnis haben, für ihre Kinder da zu sein, während das bei Männern leider oft anders ist. Aber mit evolutionären Fakten darf man den modernen Leuten von heute anscheinend nicht mehr kommen.
    • Der_Neue
      So eine Denkweise klingt zwar immer moralisch erhaben aber im Endeffekt möchtest du den Frauen vorschreiben wie sie zu leben haben da du gleichzeitig jeder Frau, die sich für Heim und Kinder entscheidet unterstellst, sie sei nicht frei. Das ist auch das essentielle Problem von Emanzen.
    • Der_Neue
      Fände es schön, wenn du mir mal antworten könntest
    • Der_Neue
      In allen Medien unterrepräsentiert? Sorry aber wenn ich mir das Popbusiness oder die ganzen Promisendungen ansehe dann ist deine Aussage schlicht falsch!Dazu stellst du nicht mal die Frage warum es bei den von dir genannten ist. Beispielpolittalkshows. Wie sieht denn die Quote bei den Politikern aus im Männer Frauenverhältnis? Zwingst du dann Frauen in die Politik wenn es zu wenige dort gibt? Und warum gibt es denn eher weniger Filme wie Atomic Blonde? Soweit ich weiß, ist der auch nicht gerade gut angekommen. Also Quoten helfen wirklich niemanden bei dem Ziel welches du erreichen willst.
    • WhiteNightFalcon
      Wenn schon, dann bitte bezeichnen als: Sexistischer, frauenfeindlicher Dinosaurier. Ein Relikt des Kalten Krieges!!! 😂
    • Deliah C. Darhk
      Das Rollenbild der Frau am Herd, die für Kinder und die Pflege der Angehörigen zuständig ist, während der Mann das Geld nach Hause bringt, halte ich für rückständig.^^Mit anderen Worten: Frauen, die sich bewusst entscheiden, dieses traditionelle Rollenbild leben zu wollen gehören nicht in dein Weltbild der Moderne. ^^Dann mal herzlichen Dank! Ich entschied mich während meiner Schwangerschaft 2017 meine Berufstätigkeit aufzugeben, obwohl ich die besser Verdienende von uns war, einfach weil ich bei meinen Kindern sein WILL. Eins ist schon fast erwachsen, und die viele versäumte Zeit mit ihr ist für immer verloren. Das werde ich nicht noch einmal für einen Beruf hinnehmen. Punkt und meine Entscheidung.Das nennt man Selbstbestimmung.Jede*r kann und soll leben wie sie*er möchte,trotzdem muss es uns Ziel sein Rollenklischees auszubrechen, damit alle frei ihren Bedürfnissen, Interessen und Neigungen nach gehen können.Hier widersprichst Du dir selbst.Jede*r kann und soll leben wie sie*er möchtePunkt. Ansonsten schränkst Du die Freiheit ein.Klar kann eine Quote nicht das einzige Mittel sein, durch das jegliche Diskriminierung aufgehoben wird aber sie ist simpel und effektiv.Im Gegenteil. Während meiner politisch aktiven Zeit war es gerade die Frauenquote, die mir Türen zuschlug und mich Diskriminierungen aussetzte.Wenn Du nämlich Quotenfrau bist - egal ob Du wegen deines Geschlechtes oder doch deiner Arbeit in die Position gekommen bist -, dann wirst Du auch nur als Quotenfrau wahrgenommen und behandelt. Da interessiert sich niemand mehr für deine Qualifikation oder Vorschläge oder Einwände. Wird alles einfach übergangen, weil Du nicht durch die selben Bewerbungswege unter gleichen Bedingungen gehen musstest, denn die Quote hat dich ja gepusht.Bis das aufhört musst Du permanent beweisen besser als der beste Mann zu sein. Super! Quote bringt echt viel, z. B. einen höheren Stresslevel.Wäre einfacher für mich gewesen, mich ohne Quote im Rücken durchzuboxen.
    • Deliah C. Darhk
      Wieviel % der Moderatoren der von Dir genannten Talkshows sind Frauen?
    • Deliah C. Darhk
      Zugeich nimmt man ihnen aber auch die Bühne.
    • lukimalle
      Die Wissenschaftlerin könnte ja mal als Vergleichsgruppe die Tweets über Carrie Fisher analysieren und würde möglicherweise zu einem überraschenden Ergebnis über die frauenfeindlichen Star-Wars-Fans kommen.
    • Darklight ..
      Lach...Nein... ich arbeite beruflich u.a. mit tropischen Früchten...Und da lasse ich mir nur die besten Exemplare aus verschiedensten Ländern zuschicken.Daher hätte ich DICH ja auch gern ma in meinem Kochtopf...😂🤣
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