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    Nicht-weiße Ciri in Netflix-Serie: "The Witcher" erlebt den ersten Shitstorm
    Von Julius Vietzen — 10.09.2018 um 16:29
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    Laut eines Castingaufrufs, der sich aktuell im Internet verbreitet, soll Ciri in der Netflix-Serie „The Witcher“ von einer nicht-weißen Darstellerin gespielt werden. In den Büchern und der Videospieladaption „The Witcher 3“ wird sie weiß dargestellt.

    CD Projekt S.A.

    Man kennt es zum Beispiel von der Suche nach einem neuen James-Bond-Darsteller, der eben auch schwarz sein könnte, oder dem Shitstorm, als Ed Skrein für kurze Zeit als Darsteller einer in den Comics asiatischstämmigen „Hellboy“-Figur gesetzt war: Sobald die Macher darüber nachdenken, eine Figur aus einer ursprünglichen Version oder einer wie auch immer gearteten Vorlage für eine Neuauflage oder Adaption zu verändern, bricht in den Foren, den Kommentarspalten und den sozialen Medien häufig große Empörung aus.

    Nun findet sich auch die kommenden Netflix-Serie „The Witcher“ im Mittelpunkt einer solchen Diskussion wieder, bei der sich zwei Seiten gegenüberstehen. Auslöser der Debatte ist ein angeblicher Castingaufruf, der sich via Comicbook.com verbreitet, aber auch über das Internetarchiv archive.org abrufbar ist. Darin heißt es, dass für die aus der Buchvorlage von Andzej Sapkowski und der Videospieladaption „The Witcher 3“ bekannte Figur Ciri eine 15- oder 16-jährige Darstellerin gesucht wird, die auch eine 13- oder 14-Jährige spielen kann. Viel wichtiger aber: Die Schauspielerin soll BAME sein, was für „black, asian, minority ethnic“ steht, also „schwarz, asiatisch oder einer ethnischen Minderheit angehörend“.

    Verhärtete Fronten…

    Die einen argumentieren nun, Ciri sei in den Büchern und in „The Witcher 3“ weiß und das auch aus gutem Grund: Die Welt von „The Witcher“ sei an die slawische Kultur und das europäische Mittelalter angelehnt, weswegen nicht-weiße Figuren dort fehl am Platz seien. Ciri stamme zudem von Elfen ab, woher auch ihre blasse Haut und helle Haarfarbe rühre.

    Auf der anderen Seite heißt es, dass „The Witcher“ trotz aller Verbindungen zu unserer echten Welt trotzdem eine im Wortsinne fantastische Geschichte sei, in der es von Magie und übernatürlichen Kreaturen nur so wimmelt. Zudem sei das Entscheidende an Ciri nicht ihr Aussehen, sondern ihr Charakter – auf den übrigens auch in der Rollenausschreibung am meisten Wert gelegt wird.

    … und viel Lärm um Nichts?

    So wird Ciri als widerspenstig, unnachgiebig, unverschämt und heranwachsend beschrieben. Sie prügelt sich lieber mit den Männern im Palast, als prachtvoll gekleidet bei ihrer Großmutter Königin Calanthe zu sitzen. Man suche nach einer außergewöhnlichen jungen Darstellerin, die mutig sein und etwas ganz Besonderes an sich haben müsse. Dieser Teil der Beschreibung trifft wohl ohne Frage auf die Ciri zu, die man aus den Büchern und „The Witcher 3“ kennt.

    Außerdem: Showrunnerin Lauren S. Hissrich hat zwar in den vergangenen Tagen versucht, die ausufernde Diskussion zu beruhigen und die Wogen etwas zu glätten, allerdings hat sie den Castingaufruf bislang noch nicht direkt kommentiert. Es ist also auch möglich, dass an der ganzen Aufregung nichts dran ist und die Rollenausschreibung veraltet oder schlichtweg falsch ist.

    Infos zur Handlung

    Sollte der Castingaufruf jedoch stimmen, dann lassen sich ihm einige interessante Informationen über die Handlung der Serie entnehmen. Wie auch in den Kurzgeschichten von Sapkowski soll Ciri offenbar am Hof des Königreichs Cintra leben, bevor das Land von den Soldaten des Kaiserreichs Nilfgaard verwüstet wird. Ciri überlebt das Massaker und streift anschließend alleine umher, bis sie auf den Hexer Geralt (gespielt von Henry Cavill) und die Zauberin Yennefer trifft.

    Als Nachfahrin der Elfenmagierin Lara Dorren verfügt Ciri zudem über außergewöhnliche magische Kräfte, die sie im Lauf der Serie langsam entdeckt, wird von zahlreichen Parteien verfolgt und spielt eine entscheidende Rolle bei der drohenden Apokalypse (was „The Witcher 3“-Spielern bekannt vorkommen sollte).

    Was an der Aufregung um Ciri dran ist, erfahren wir spätestens im Laufe des Jahres 2019, dann nämlich soll „The Witcher“ auf Netflix zum Abruf bereitstehen. Die Dreharbeiten beginnen noch dieses Jahr. Laut dem Castingaufruf soll es (für die Ciri-Darstellerin) am 18. Oktober 2018 losgehen und bis Ende Mai 2019 gedreht werden. Eine Veröffentlichung in der zweiten Jahreshälfte 2019 erscheint also realistisch.

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    Kommentare
    • Objektiv
      An alle, die hier die Rassismus-Keule auspacken.Wie fändet ihr es, wenn in einer Verfilmung des Lebens von Martin Luther King oder von mir aus Tupac Shakur, ein Weißer die Hauptrolle spielen würde? Wobei das vom kulturellen Hintergrund der Vereinigten Staaten her sogar nicht ganz so extrem unrealistisch wäre, als eine z.B. afrikanische Tochter mit eflischem Blut eines König/Kaisers im mittelatlerlichen Mittel/Osteuropa. Ganz unabhängig der äußerlichen Beschreibung im Buch.Ein afrikanischer oder asiatischer James Bond, Indiana Jones usw. von mir aus, da nicht unbedingt unrealistisch.Aber sowohl die Szenarien von Ciri, als auch die von Tupac würden den Filmen/Serien meiner Meinung nach einfach den Realismus nehmen.
    • Deliah C. Darhk
      Na ja gut, das ist inhaltlich doch schon nicht ganz das, was ich in meinem 1. Punkt ansprach, aber zumindest die gleiche Richtung. Akzeptiert.Die Grundaussage war ja, dass es in Deutschland verboten wäre, und das ist es nach meinem Rechtsverständnis auch.Davon abgesehen ist Dskriminierung keine Frage der Rechtsgrundlage. Diese regelt lediglich inwiefern sie erlaubt, geduldet oder verboten ist.Bsp: Du darfst in diesem Land sagen, dass Du niemals eine Rothaarige daten würdest, dikriminierst damit aber alle Rothaarige Frauen als date-unwürdig für dich.Es ist die Ausgrenzung, die eine Diskriminierung macht, nicht deren Verbot.
    • Flameperson
      Die Stelle müsstest Du mir bitte zitieren. Ich sehe da keine solche in dem Post. - Der Teil in Klammer am Ende meines Beitrags.Genau das wird mit dem BAME-Aufruf doch gemacht. 'Weisse' Bewerberinnen sind von der Erfolgschance ausgeschlossen. Ergo werden sie damit diskriminiert. Wie gesagt, das kommt auf die Rechtslage an und vor allem auf die Feststellung, ob aktuell generell Personen anderer Ethnien diskriminiert werden. Zudem ist, wenn nicht in Deutschland, zumindest in den USA klar erlaubt, für Rollen in Filmen nach Ethnie auszuwählen. Wenn ich mich in den USA entschließen würde, einen Film über MLK zu drehen, wäre es mir erlaubt, dafür ausschließlich schwarze Schauspieler in Erwägung zu ziehen.Ja, es gilt in Deutschland für alle Branchen.Vor Allem am Theater (wo ich idR selbst weisse Rollen spiele) ist es keine Seltenheit, dass Ethnien mit anderen Ethnien besetzt werden. Desween heisst es ja Schauspieler/in und nicht PC-Actor/ess. Wenn du das sagst, will ich mal nicht widersprechen. Allerdings habe ich auch schon Castingaufrufe gelesen, in denen für bestimmte Rollen ausdrücklich PoC gesucht wurden. In Deutschland. Aber dass das rechtswidrig ist, kann natürlich trotzdem sein. In den USA jedenfalls ist es das nicht.
    • Kritischer Bürger
      Außerdem sollte er andersbegabt sein (also geistig minderbemittelt)So wie Sie?
    • Karl Eduard
      Lies die Bücher. Macht Spaß und führt Dich in eine europäische, slawische Welt ein, in der der Krieg Nilfgards starke Ähnlichkeiten mit dem Hitlers aufweist. Selbst die Spiele verwenden slawische Stereotype, was die ganzen Fabelwesen betrifft.
    • Karl Eduard
      Das ist ungefähr so stimmig, wie eine Weiße eine Afrikanerin spielen zu lassen, weil der Charakter stimmt.
    • Karl Eduard
      Die Rassenkonflikte, mein Lieber, bestehen zwischen Elfen, Zwergen, Gnomen und Menschen, sowie . Die Elfen, weil die sich Besseres dünken, die Menschen, weil die sich Besseres dünken, die Zwerge, weil sie sich ... Da muß man keine bunten Leute in die Rollen bringen, wegen der politischen Korrektheit und weil es Menschen nicht ertragen können, daß sie, hautfarbenmäßig, in der Witcher Welt gar nicht präsent sein können, weil es sich nun mal um slawische Gebiete handelt und nicht um asiatische oder afrikanische.
    • Karl Eduard
      Das geht mit alles nicht weit genug. Ciri sollte von einem andersfarbigem Mann gespielt werden, der sich als Frau fühlt. Außerdem sollte er andersbegabt sein (also geistig minderbemittelt) und von Anfang an im Rollstuhl fahren. Er sollte auch vier Kinder haben, damit die Nöte der Alleinerziehenden nicht zu kurz kommen. Dann ist Ciri zwar nicht mehr Ciri aber die bedürfnisse sämtlicher Zielgruppen wären befriedigt und die Serie ein sicherer Flop.
    • ortrun
      Tolkien war ein ziemlich konservativer englischer Oxfordprofessor unter anderem für Alt- und Mittelenglisch und Angelsächsisch, der sich außerdem für isländischen und skandinavische Sagas in Originalsprache interessierte und diese teilweise neu übersetzte. Also nein, kein gesteigertes Interesse seinerseits an afrikanischer, asiatischer oder lateinamerikanischer Kultur. Seine prägenden (Kindheits-)Jahre 1892 bis 1904 fallen in eine Zeit, in der die Welt aus Sicht des British Empire noch ziemlich in Ordnung war, also England/Großbritannien oben und alle anderen, insbesondere die Kolonien darunter. Die westliche/weiße Kultur wurde damals weitgehend unreflektiert als überlegene und führende Kultur wahrgenommen. Es war einfach selbstverständlich, auch für Tolkien, der Fortschritt jeder Art (technisch, aber auch gesellschaftlich) eher skeptisch gegenüberstand, was aus vielen seiner Briefe deutlich hervorgeht. Oder wo ist der gegenteilige Beweis? Der wäre für die Tolkien-Interessierten mal eine echte Sensation, also ggf. her damit.Und nein, Tolkien musste nichts konkret aussprechen, was für ihn und sein damaliges Umfeld/die damalige Gesellschaft sowieso selbstverständlich war. Explizit ausgesprochen hätte er, was von der gesellschaftlichen Norm abweicht (dies ist aber eben nicht passiert).
    • Der_Neue
      Du deine Minderheit bestand entweder aus Diktatur oder Monarchie. Und beide gibt es weswegen heute nicht mehr so häufig? Und was soll am Brexit jetzt der Beweis sein? Diktierst du wieder andere nach deiner Meinung? Und ich habe auch nie Behauptet, dass die Meinung der Mehrheit immer die richtige ist. Und Blindheit? Meine Güte Junge es geht hier darum aus GELDGRÜNDEN und PUBLICITY eine bestehende Figur zu ändern, worüber sich Fans der Vorlage zu Recht beschweren! Und wenn du selbst bestätigst, dass du in einer gleichberechtigten Beziehung lebst und ne Chefin hast, versteh ich nicht mal dein Problem!
    • ortrun
      Wie ich in meinem Beitrag klar gesagt habe, möchte ich in einer Verfilmung afrikanischer, asiatischer oder lateinamerikanischer (oder auch nordamerikanischer/indianischer) Mythen, Legenden und Epen KEINE weißen Protagonisten sehen und auch KEINE weißen Schauspieler, die auf PoC getrimmt/geschminkt werden. Und ich brauche in solchen Fällen auch keine Quotenweißen. Ich hätte Black Panther genauso gut gefunden, wenn Martin Freeman und Andy Serkis nicht mitgespielt hätten (genervt hat mich nur die Schwester, aber nicht wegen ihrer Hautfarbe, sondern weil ich sie überheblich, unhöflich und aufdringlich fand - das hätte mich auch bei einem weißen Charakter genervt). Und nur weil ich einer Homo Sapiens kaukasischen Typs (und weiblichen Geschlechts bin), brauche ich keine solche Figur in einem Film, um mich für diesen begeistern zu können. Ich finde z.B. die indischen Fantasy Epen Bahubali 1 und 2 fantastisch, ich liebe Hero von Zhang Yimou und Crouching Tiger, Hidden Dragon von Ang Lee. Der Prinz von Zamunda gehört noch heute zu meinen Lieblingsfilmen mit Eddie Murphy. Und Disneys sehr sehens- (und hörens)werte Cinderella Verfilmung von 1997 für ABC mit einer schwarzen Cinderella, Whitney Houston als guter Fee und Whoopi Goldberg als Mutter des Prinzen habe ich mir extra aus den USA schicken lassen, weil es die DVD leider weder in UK, Deutschland oder sonst in Europa gibt.Und nein, Tolkien hat den Herrn der Ringe nicht als einen Fantasy-Roman gesehen, sondern, wie bereits gesagt, im Zusammenhang mit dem Silmarillion als eine Mythologie für England, weil er es bedauert hat, dass England keine eigene Mythologie hat, die z.B. den großen nordischen Mythen vergleichbar ist. Das geht aus diversen seiner Briefe eindeutig hervor. Dass die Bücher heute von Lesern als Fantasy-Romane wahrgenommen und konsumiert werden ist ok, ändert aber nichts an der Intention des Autors. Und wenn ein Filmemacher wie Peter Jackson die Intention des Autors kennt und würdigt und dem in seiner Verfilmung Rechnung trägt, habe ich jedes Recht, darüber froh und dankbar zu sein (womit ich keinem Menschen das Recht auf seine evtl. Enttäuschung aus genau diesen Gründen abspreche).
    • ortrun
      Es geht eindeutig aus Tolkiens Briefen und einigen Essays hervor. Und nein, Tolkien war kein Kämpfer gegen Apartheit oder sonst ein Vorreiter der Gleichberechtigung welcher Art auch immer. Er war ein ziemlich konservativer englischer Professor für altertümliche Sprachen in Oxford. Das Weltbild des Autors ist Teil des Geistes seines Werkes. Das einfach zu ignorieren oder für Gewalt einer aktuellen politischen Korrektheit unterzuordnen halte ich für falsch. Natürlich hat jeder das Recht, dies anders zu sehen. Genauso wie ich das Recht habe, froh und dankbar dafür zu sein, dass die Herr der Ringe Filme von Peter Jackson davon (aus meiner Sicht) verschont geblieben sind.
    • Dagobert
      Bewusste Polemik. Aber ja, manchmal habe ich wirklich das Gefühl, wenn man sich die Kommentarspalten anschaut, egal auf welcher Internetseite man ist. Gamestar hat ja sogar schon von vornherein die Diskussion untersagt, da der Aufwand zu groß wäre, das zu moderieren. Der Hass und die Wut im Netz sind schon erstaunlich, egal welche politische Agenda die Verfasser verfolgen, es wird alles hochgeschaukelt. Auch wenn es nur im so einen Furz wie einer Witcher-Serie geht.
    • Dagobert
      Mir geht es nicht um Diktat. Das aber die Entscheidung der Mehrheit immer die Richtige ist, halte ich für ein Märchen. Der Brexit ist doch ein gutes Beispiel. Ich bin auch nicht so naiv zu glauben, dass es jemals gerecht für alle zugehen wird, aber die Blindheit davor, dass es noch lange nicht so weit ist aber in die Richtung gehen muss, finde ich erstaunlich.Im Übrigen. ohne es gut zu finden, beruht der Großteil der Menschheitsgeschichte sehr wohl auf dem Prinzip des Diktats einer Minderheit gegenüber einer Mehrheit. Also es hat durchaus funktioniert. Damit das funktioniert muss man der Mehrheit natürlich eine andere Minderheit als Feindbild vorstellen. Heutzutage im Populismus ganz gut zu beobachten.Ich gehöre übrigens zur priviligierten Gruppe der weißen Männer. Angst davor, dass Frauen mehr zu sagen hätten als ich, habe ich trotzdem nicht. Ich lebe in einer gleichberechtigen Beziehung und mit meiner Chefin komme ich auch ganz gut klar.
    • Da HouseCat
      du fasst das alles sehr schön zusammen, ABER ich glaube eher, diese entscheidung würde fallen damit man da jmd nicht weissen hat, den man feiert.netflix setzt in letzter zeit sehr stark auf frauenpower, aber mehr ohne schwächen oder vielfalt.daher haben bestimmt auch viele so ein riesen problem damit, dass nicht der erzählung und die ganzen gedanken dahinter der grund dieser einstellung sind sondern nur dieser einen einzigen sache:ich glaub niemand, ohne jeglicher rassistischer gedanken, um die es auch gehen soll, die sich nur gedanken um IHRE geschichte machen, hätte dann was dagegen, wenn das, wie du geschrieben hast, richtig ordentlich und lange durchdacht ist.btw: wie nennt man das überhaupt, wenn man nicht weisse auf eine art podest stellt damit man sich damit brüsten kann bei der presse oder social media?wie du auch sagst: dann sind die schwarzen zB die bösen und ekligen, die weisse abschlachten und mit aller gewalt herschen.ich fand ciris vater eigentlich interessant: der ist ein ekel durch und durch, schert sich um garnix, will nur seine familie, also ciri, an der macht sehen, egal wie, egal was die folgen sind oder die leute von ihm halten.
    • Werner Teppich
      Uff... Ich finde das in derTat etwas problematisch, nicht katastrophal, aber echt schwierig.Ichmöchte mit der ganzen albernen Diskussion um zu viel oder zu wenigwhitewashing, blackwashing, frenchwashing, dishwashing,cultural-whatever und den unsäglichen hass- hetz- und mobbing-posts,die das Internet in den letzten 2-3 Jahren immer stärkerdurchziehen, nichts zu tun haben.Das Problem sehe ich eher aninhaltlichen Implikationen:[Achtung, SPOILER]Ciri ist nuneinmal die Tochter von Pavetta und Igel aka E.v.E. himself. 1.)Hier könnte man natürlich als erstes ansetzen und sagenkünstlerische Freiheit; sie ist einfach ein random-Waisenkind,und Nachkommin von Lara Dorren, fertig aus. In diesem Fall wärejede Diskussion vorbei und jede Frage des Aussehens egal. Hätte ichkein Problem mit, wäre aber schade um den vorhandenen Hintergrund,der viel der persönlichen Spannungen und Probleme des politischenHintergrundplots anreichert.2.) Ändert man ihre AbstammungNICHT, beginnen die Probleme:Option A, Calanthe / Pavettaist schwarz. Das bedeutete entweder, dass wir von einer in großenTeilen dunkelhäutigen Bevölkerung Cintras ausgehen (Geographisch soein bisschen schwer, aber könnte man mit etwas Goodwilldurchdrücken, wenn man wollte) oder man macht einfach dieKönigsfamilie schwarz, weil yay, diversity und so. Das wäreeine Katastrophe, weil die nördlichen Königreiche (und die gesamteWelt des Franchise) eben KEINE Hippi-Jippi-unser-Wunsch-2018-Utopieist, sondern im Gegenteil ein dreckiger, vorurteil- und hasserfüllterOrt. GERADE kritische Aspekte würden dadurch verloren gehen.Option B, Emhyr ist schwarz. Auch hier macht man entwedereinfach alle Nilfgaarder schwarz - fatal, denn obwohl es im Südenliegt und in den guten alten 50er und 50er Jahren Fantasy schonhäufiger dunkelhäutige Menschen als Antagonisten gedient haben... wollen wir das? Ganz zu schweigen von einer Armeedunkelhäutiger Invasoren in den zivilisierten weißen Nordenals Hauptkonflikt des Settings (!)... Wohl kaum. Also Emhyrselbst schwarz machen? Möglich, aber auch da: Aus dem gleichenGrund, aus dem die Verfasser des Castingaufrufs das Thema überhaupterwägen, aus genau diesen Gründen würde ich es vermeiden, den(zumindest politischen) Hauptantagonisten zu blackwashenobwohl es dafür keinen sinnvollen Grund gibt.Abgesehen davon,dass das ganze Konzept Nilfgaard imho. ziemlich deutlich an einemdunklen überzeichneten Idealtypus des Heiligen Römischen ReichesDeutscher Nation angelehnt ist... aber sei's drum.ADDENDUM: Würdeman wahlweise bei einer neu erfundenen Mutter (nicht Pavetta) oderEmhyr (Der als Igel nicht zwingend gebürtiger Nilfgaarder sein muss)eine Verbindung zu Serrikanien konstruieren... möglich...3.)Ok, es hieß ja nicht schwarz, sondern nicht weiß(was auch immer das sein soll. Bin nicht so drinn in derRassistenlogik, but I get the point: Exotisch und die nobleWilde, aber mit guten Absichten; find ich allgemeinproblematisch, aber dafür fehlt uns hier auch der Platz)Was istalso mit einer asiatisch anmutenden Ciri (Note: es MUSS noch immerPavetta/Emhyr mitgeändert und mögliche Implikationen auf dieBevölkerung Nilfgaards oder Cintras und/oder die Elfendarstellungmitbedacht werden!)? Asiatische Orientierung fänd ich persönlichüberflüssig und etwas beliebig redundant, könnte man abermachen.4.) Vorschlag:Noch wesentlich besser fänd ichallerdings eine Orientierung Richtung Native Americans, wenn manschon LBAM-reinbringen muss/will.Erstens passt es sehr, sehr gutin den kritischen Hintergrund der Bücher, wenn man die Elfen (unddamit die Nachfahren Lara Dorrens) in diese Richtung gestaltet,also konzeptuell, castingtechn., etc.; zweitens lässt sich da mitEmhyr viel machen; Drittens kriegt man da eine feine Akzenturierungder Nilfgaarder hin, die ja kulturell und sprachlich bizarrverwurschtelte Elfeneinflüsse haben; viertens halte ich das sowohlfür der Grundidee der ganzen Diskussion dienlich UNDrelativ shitstorm-sicher und kanon-versöhnlich.Nachtrag:-Eine schwarze oder asiatische Triss, Vesemir oder Regis hielteich für wesentlich weniger problematisch (wenn auch schwergewöhnungsbedürftig). Aber gerade Ciri bringt nuneinmal ganzdeutliche Konsequenzen für die Konzeption der gesamten Welt mitsich.-Wie oben beschrieben sind bestimmte LBAM-Möglichkeitenkritischer als andere.-Ihre Herkunft teilweise abändern, dafürnicht den ganzen Rest mitverändern oder unglaubwürdig machen zumüssen, bleibt eine legitime Möglichkeit, auch wenn ich dieNotwendigkeit dafür persönlich nicht sehe.
    • Deliah C. Darhk
      Die Stelle müsstest Du mir bitte zitieren. Ich sehe da keine solche in dem Post.Genau das wird mit dem BAME-Aufruf doch gemacht.Weisse Bewerberinnen sind von der Erfolgschance ausgeschlossen. Ergo werden sie damit diskriminiert.Ja, es gilt in Deutschland für alle Branchen.Vor Allem am Theater (wo ich idR selbst weisse Rollen spiele) ist es keine Seltenheit, dass Ethnien mit anderen Ethnien besetzt werden. Desween heisst es ja Schauspieler/in und nicht PC-Actor/ess.Im Film weiss ich spontan, dass Denzel Washington in 'Viel Lärm um nichts mitspielte' (Könnte auch in -Was ihr wollt' gewesen sein. Ich sah beides an einem Abend.) Keine der Rollen war schwarz, und seine Schwester im Stück war weiss besetzt. Hat keinen gestört, weil es a) um klassischen Theater ohnehin über Jahrhunderte gängig war, dass sogar Frauen von Männern gespielt wurden, und b) er die Rolle einfach überzeugend spielte.Genau so sollte gecastet werden: Der Beste für die Rolle bekommt sie. Über Idris Elba als Asgardier und Tessa Thompson als Walküre gab es auch wenig Meckerei, weil es die Figuren ausser optisch nicht verändert hat.Hier bei Witcher wird aber nach ethnischen Merkmalen ausgeschlossen, dazu noch im krassen Widerspruch zur Vorlage, wodurch also auch das Argument der Vorlagenbindung verloren geht.Das ist in dieser Vorgehensweise eine klare rassistische Diskriminierung weisser Bewerberinnen.Bei einem Casting kann man natürlich immer den Bewerber ablehnen, den msn nicht will und am Ende 'seine' bevorzugte Ethnie verpflichten.Wenn man dann bei Nachfrage auf eine Ablehnung die Ethnie als Grund angibt, oder gar im Vorhinein wie hier als Ausschluss kommuniziert, dann ist eine Diskriminierung nachgewiesen und jeder geeignete Bewerber, der aufgrund dieser Diskriminierung abewiesen wurde hat in Deutschland zumindest ein einklagbares Recht auf Einstellung oder auf Schadenersatz (Verdienstausfall).Dass es bei Schauspielern nahezu unmöglich ist diesen Nachweis zu erbringen ist eine Sache. Dass es denoch eine Diskriminierung bleibt und diese verboten ist wird dadurch aber nicht verändert.
    • Flameperson
      Sowas wie Exodus: Gods and Kings von Ridley Scott, das in Ägypten spielt und nur Weiße in den größeren Rollen sieht? Die Passion Christi, in der Jesus von einem Weißen gespielt wird? Die Reihe lässt sich fortsetzen. Und hierbei geht es zumindest teilweise (lässt man das religiöse Zeug weg) sogar um historisches Material mit tatsächlichen Personen, die entgegen den Tatsachen von Weißen dargestellt werden.Zudem hinkt der Vergleich ohnehin: Der Herr der Ringe ist kein tatsächlich mythologisches Werk, sondern ein Fantasyroman, der sich, wie für das Fantasy-Genre typisch, mythologischer Elemente bedient und diese in eine andere Zeit überträgt (beispielsweise, um bei deinen Beispielen zu bleiben, die Wikinger in eine Ära mit dem vorindustriellen England bringt).
    • Flameperson
      Aber für den Autor, wie schon gesagt ein Engländer Jahrgang 1892, wäre ein schwarzer/gelber/brauner oder sonstwie nicht weißer König bzw. Königserbe oder auch nur Truchsess - egal ob für ein reales England oder eine mythologische Interpretation von England - jenseits aller Vorstellung gewesen- Ich frage nochmal: Wo genau steht das? Hat Tolkien das irgendwo konkret festgehalten oder ist das deine persönliche Meinung von Tolkiens Weltbild? Und auf einer etwas abstrakteren Ebene: Weshalb sollte man Tolkiens auf seinem Geburtsjahr 1892 gründendes Weltbild in einer aktuellen Verfilmung nicht anpassen dürfen? Mal ganz zu schweigen davon, dass es im 18. und 19. Jahrhundert durchaus zahlreich schwarze Menschen in England gab.Tolkiens Vorstellung eines ländlischen idyllischen Englands des 19. Jhd. schließt keine Hobbits of Color ein- Deine Meinung oder irgendwo verbrieft?Und wie schon gesagt, es gibt im Herrn der Ringe Menschen mit dunklerer Hautfarbe, es sind nur eben Anhänger von Sauron, z.T. freiwillig, zum Teil durch falsche Versprechen/durch Zwang- So formuliert klingt das direkt rassistisch. Die Weißen sind die Guten, die Schwarzen bzw. PoC sind die Bösen. So gesehen könnte man glatt dafür plädieren, die Sache in einer Verfilmung ganz unabhängig von der Vorlage oder historischen Einordnung zu korrigieren.
    • ortrun
      Im Übrigen gibt es großartige afrikanische Mythen und Legenden (z.B. aus Ägypten oder auch Zentralafrika), asiatische (indisch/indonesisch usw.)und lateinamerikanischen Legenden und epische Geschichten. Ich würde mir mal so eine Verfilmung mit großem Budget und entsprechendem technischen Aufwand wünschen und da möchte ich dann auch keine kaukasischen Protagonisten sehen, d.h. auch keine weißen Schauspieler die auf Color geschminkt sind (wie es früher leider z.B. bei Othello gängige Praxis war).
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