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    Netflix macht Serien interaktiv: Ihr entscheidet, wie "Black Mirror" & Co. weitergehen
    Von Alexander Friedrich — 02.10.2018 um 12:55
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    Nur zuschauen war gestern, auf Netflix soll das Publikum künftig selbst mitentscheiden, wie eine Serie weitergeht. Nach „Minecraft” soll das Prinzip auf der Streaming-Plattform nun auch bei großen Serien wie „Black Mirror” zum Tragen kommen.

    Netflix

    Wenn die Lieblingsserie nicht gerade so endet, wie man sich das vorgestellt hat, dann kann das ganz schön die Gemüter erhitzen. „Lost“, „How I Met Your Mother“ oder natürlich „Twin Peaks“ (ja auch die neue Staffel) sind da nur einige Beispiele. Auch der Streamingdienst Netflix durfte einiges an Kritik einstecken, etwa beim Staffelfinale von „Tote Mädchen lügen nicht“. Um dem nimmermüden Temperament der Anhänger aber zukünftig entgegenzuwirken, will der VOD-Anbieter jetzt außergewöhnliche Maßnahmen ergreifen: Damit Serien künftig genauso weiter- oder zu Ende gehen, wie wir uns das wünschen, sollen wir einfach selbst über den Handlungsverlauf entscheiden.

    Das US-Magazin Bloomberg berichtet von den neuen Plänen der Streaming-Plattform, die in den letzten Jahren bereits die Fernsehwelt und das Nutzerverhalten des klassischen Fernsehpublikums ordentlich auf den Kopf gestellt hat. Die nächste Revolution könnte nun auch von inhaltlicher Natur sein: Bei der Sci-Fi-Serie „Black Mirror“ soll erstmals ein interaktives System ausprobiert werden, genauer gesagt kann der Zuschauer bei einer Folge der kommenden fünften Staffel über das Ende mitentscheiden.

    Jonathan Prime / Netflix
    Wie dieses Gespräch in der vierten Staffel von „Black Mirror” ausgeht, wissen wir. Doch was, wenn wir selbst hätten entscheiden können, was die Figuren sagen?

    Wie umfangreich diese Möglichkeiten ausfallen werden, ist noch nicht bekannt. Tatsächlich gibt es auf Netflix aber bereits solch interaktive Inhalte, jedoch nur in Form von speziell aufs Mitmachen ausgerichtete Kinderserien wie „Buddy Thunderstruck“. Diese sind zugleich auch sehr vereinfacht, „Black Mirror“ dagegen ist eine längst etablierte Live-Action-Serie mit hohem Produktionsaufwand und einer umfangreichen Zuschauerschaft. Die fünfte Staffel könnte sogar noch Ende 2018 erscheinen, einen offiziellen Starttermin gibt es allerdings noch nicht.

    Netflix: Eine Gaming-Plattform?

    Im Juni berichteten wir bereits von einer Netflix-Adaption des Videospiels „Minecraft: Story Mode“, welche ebenfalls noch in diesem Jahr erscheinen wird. Wie in der Vorlage, soll darin der Zuschauer in Form von Dialogen und einfachen Rätseln aktiv am Geschehen mitwirken und damit den Handlungsverlauf beeinflussen. Wir stellten uns damals vor allem die Frage, ob Netflix nun eine Streaming-Plattform für Videospiele wird. Das Unternehmen stellte jedenfalls klar, dass man keinerlei Pläne habe, in der Zukunft auf Gaming zu setzen, sich aber sehr wohl weiterhin an interaktiven Inhalten probieren möchte.

    Nicole Wilder/AMC/Sony Pictures Television
    Jimmy aus „Better Call Saul” zeigt es richtig an: Mindestens zwei weitere interaktive Serien sind in Planung.

    Und genau die könnten uns bald häufiger erwarten, denn neben „Black Mirror“ will Netflix das Prinzip auch für weitere Serien anwenden. Bei zwei davon soll es sich um Videospiel-Verfilmungen handeln, was theoretisch sogar die geplanten „The Witcher“- und „Diablo“-Serien, die derzeit beim Streamingdienst entstehen, betreffen könnte. Da Netflix allerdings von interaktiven Live-Action-Shows spricht, ist fraglich, ob tatsächlich auch die animierte „Diablo“-Adaption dafür in Frage kommt. Bei „The Witcher“ wäre es jedoch durchaus denkbar, dass wir in einigen Episoden ein Wörtchen mitzureden haben, was Henry Cavill als Hexer Geralt als Nächstes vollbringt (die Spieler der Vorlage sind das schließlich gewohnt). Da es sich bei der Serie aber eigentlich um eine Buchverfilmung handelt, könnte genauso gut von ganz anderen und noch gar nicht angekündigten Projekten die Rede sein.

    Doch unabhängig davon, welche Serien tatsächlich noch betroffen sind: Wollen wir das alles überhaupt? Was meint ihr zu den neuen Plänen von Netflix? Sind diese zum Scheitern verurteilt oder ist das die Zukunft des Fernsehens? Lasst ihr euch lieber überraschen oder wollt ihr selbst darauf Einfluss nehmen, wie eure Lieblingsgeschichten enden?

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    Kommentare
    • Pändabar
      Bei „The Witcher“ wäre es jedoch durchaus denkbar, dass wir in einigen Episoden ein Wörtchen mitzureden haben, was Henry Cavill als Hexer Geralt als Nächstes vollbringt (die Spieler der Vorlage sind das schließlich gewohnt).Die Vorlage der Serie wird die Buchreihe sein, nicht die Spielereihe - außer man betrachtet Umblättern als Interaktion.
    • Tobias D.
      Bei einer Anthologieserie wie Black Mirror ist es auf jeden Fall einfacher, sowas zu machen. Vor allem würde es zum Stil der Serie passen, wenn nach der Frage Was wäre, wenn ...? verschiedene Antworten betrachtet werden. Manche durchaus dunkler als andere.Aber es sollte natürlich in Maßen geschehen.
    • Jimmy v
      Solche Entscheidungsoptionen müssen aber gut durchdacht werden und sollten nicht zu oft vorkommen. Anders kann ich mir schwer vorstellen wie da ein gutes Planen seitens der Schreiber möglich sein soll.
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