Schnell-Bewerter
Mein FILMSTARTS
    Statt "James Bond 25": Regisseur macht lieber Film über John Lennon und Yoko Ono
    Von Björn Becher — 24.10.2018 um 10:33
    facebook Tweet

    Als Danny Boyle „Bond 25“ verließ, wurde schnell Jean-Marc Vallée als Nachfolger gehandelt. Nun inszeniert zwar Cary Fukunaga 007, aber scheinbar nur weil der Kanadier vorher absagte. Denn der hatte wohl größere Lust auf ein anderes Projekt.

    Metropolitan FilmExport

    Wie Deadline berichtet, steht Universal kurz vor der Übernahme eines noch unbetitelten Dramas über die Liebesgeschichte zwischen Beatles-Star John Lennon und Yoko Ono. Als Regisseur soll Jean-Marc Vallée das Projekt verantworten. Der Kanadier sorgte nach Filmen wie „Dallas Buyers Club“ und „Der große Trip – Wild“ zuletzt mit den Serien „Big Little Lies“ und „Sharp Objects“ für viel Wirbel.

    Vor allem wurde Vallée aber im Sommer als neuer James-Bond-Regisseur gehandelt. Wie Deadline berichtet, stand er dabei sogar an der Spitze der Wunschliste der 007-Verantwortlichen. Er soll sich aber schließlich zurückgezogen haben, weil er lieber das Biopic über John Lennon und Yoko Ono machen will, das sich damals schon angedeutet hat.

    Drehbuch von einem Biopic-Experten

    Da ist dem Regisseur nun zu wünschen, dass es auch klappt. Noch sind laut den Informationen von Deadline einige Verträge zu schließen, um sich die nötigen Rechte an der Musik von Lennon zu sichern. Auf die Hilfe seiner Witwe dürfen die Macher aber hoffen, so dass dies nur Formsache sein dürfte. Denn Yoko Ono hat quasi volle Kontrolle über den Nachlass von Lennon und soll von dem Projekt sehr angetan sein. Erfolgsproduzent Michael De Luca („The Social Network“) soll schon lange mit Ono arbeiten, auch Vallée habe sich nun bereits mehrmals mit der bekannten Aktivistin getroffen.

    Trotzdem soll Ono auf das Skript keinen Einfluss genommen haben, wie Vallées langjähriger Produzent Nathan Ross den Kollegen von Deadline versichert. So liebe man am Drehbuch die „völlige Ehrlichkeit“. Verantwortlich für dieses Skript ist übrigens mit Anthony McCarten ein absoluter Biopic-Experte. Der bereits dreifach oscarnominierte Autor und Produzent schrieb unter anderem schon die „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ über Stephen Hawking, „Die dunkelste Stunde“ über Winston Churchill und zuletzt das Drehbuch für „Bohemian Rhapsody“, das am 31. Oktober 2018 startende Biopic über Queen-Sänger Freddie Mercury.

    Vallée werde gemeinsam mit McCarten nun noch einmal das Skript überarbeiten, um eigene Ideen einzubringen und das Ziel sei es, im Laufe des Jahres 2019 mit den Dreharbeiten zu beginnen. Da der Regisseur dabei volle Konzentration auf das Biopic richten will, wird er an keinem anderen Projekt mehr dazwischen arbeiten und musste daher auch „Bond 25“ absagen.

    Das größte Liebespaar der Geschichte?

    Es dürfte kaum ein Paar geben, über das in der Geschichte so viel diskutiert wurde, wie über John Lennon und Yoko Ono. Der Beatles-Star und legendäre Songschreiber sowie die Künstlerin und Friedensaktivistin lernten sich 1966 kennen, fingen 1968 eine Affäre an und heirateten nach vorheriger Scheidung von ihren damaligen Partnern im Jahr 1969. Sie inszenierten sich fortan in der Öffentlichkeit, machten zusammen Kunst und kämpften für den Weltfrieden. Als sich 1970 die Beatles trennten, entlud sich der Hass vieler Fans auf Ono, der die Schuld an der Trennung der Band gegeben wurde (was Lennons Co-Frontmann Paul McCartney erst viele Jahre später als Unsinn dementierte).

    Das Paar stand zu Beginn der gemeinsamen Zeit fast immer in der Öffentlichkeit. Sie empfingen Journalisten im Bett, traten oft und regelmäßig öffentlich auf und zog sich erst 1975 fast komplett aus der Öffentlichkeit zurück, als ihr gemeinsamer Sohn geboren wurde. Gerade als sie 1980 an neuen Projekten arbeiteten und wieder auch stärker in Erscheinung traten, wurde Lennon ermordet.

    facebook Tweet
    Ähnliche Nachrichten
    Das könnte dich auch interessieren
    Kommentare
    • Kai Neck (Haehnchen)
      Puh ganz schwierig... es werden von sovielen Seiten soviele verschiedene GEschichten, Gerüchte, Lügen und wohl hier und da auch mal Wahrheiten erzählt, das man daraus eigentlich keinen Film machen kann.Speziell Yoko Ono scheint sich die Realität doch ganz gern so zu drehen wie es ihr gefällt, und diese auch quasi wöchentlich zu verändern... immer wenn ich mal was lese was sie aus der Zeit so angeblich miterlebt hat, kommt mir gleich wieder was komisch vor weil sie sich ständig widerspricht und dinge abändert.Finde im übrigen auch das John Lennon ganz schön übertrieben verklärt wird ohne das die Realität überhaupt bekannt ist.Und ganz besonders die letzten 5-6 Jahre von Lennon sind ja quasi komplett im dunkeln und man wäre da einzig auf Schilderungen von Yoko ono angewiesen... halte den Film für keine gute Idee.
    • filmrolle_176
      Wenn Yoko Ono auch nur ein Wort bei dem Projekt mitreden kann, werden Beatles-Fans genau hinschauen (müssen). Denn dann können wir davon ausgehen, dass wir über so manche Themen (wie die Trennung der Beatles, falls das thematisiert werden sollte) eine einseitige Erklärung bekommen werden, die John zum Hero macht und alle anderen Personen (im Zweifel Paul) zu Unsymphaten. Bei allem Respekt gegenüber Johns Lebenswerk!Zum Artikel: Es gab ebensoviele Fans, die Paul (+/- Linda) die Schuld an der Trennung der Beatles gaben, einfach, weil es zwei Lager gab: Die Fans auf Johns Seite und die Fans auf Pauls Seite. Die beiden standen sich aufgrund des jahrelangen Rechtsstreits ja lange unversöhnlich gegenüber.
    • Sentenza93
      Dann nehm ich auch lieber Fukunaga.
    • Gravur51
      Mir ist Fukunaga lieber als Valée. Der hat keinerlei Erfahrung im inszenieren von Action.
    Kommentare anzeigen
    Back to Top