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    Schwuler und mit viel Nacktheit: So zügellos wäre Sacha Baron Cohens "Bohemian Rhapsody" geworden
    Von Christian Fußy — 02.11.2018 um 10:35
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    Das Freddie-Mercury-Biopic „Bohemian Rhapsody“ hätte in seiner Darstellung des wilden Lebens des Queen-Frontmanns um einiges drastischer ausfallen können. Als Sacha Baron Cohen noch den Sänger verkörpern sollte, machte er sich für ein R-Rating stark.

    Twentieth Century Fox

    Dass Sacha Baron Cohen bei den Figuren, die er spielt, keine halben Sachen macht, sollte mittlerweile jedem klar sein. Der Brite, der mit seinen Kunstfiguren „Ali G“, „Borat“ und „Brüno“ sowie seiner Serie „Who Is America“ in regelmäßigen Abständen Amerikas Grundpfeiler zum Wanken bringt, steht für haarsträubende, aber entlarvend ehrliche und grandios unverschämte Unterhaltung. Diese Rockstar-Attitüde und seine Fähigkeit, als Schauspieler auch dann noch an die Grenze zu gehen, wenn es ihm, seinem Gegenüber und jedem im Publikum wehtut, machte Cohen zur ersten und absolut perfekten Wahl, den frivolen Frontmann Freddie Mercury im Queen-Biopic „Bohemian Rhapsody“ zu verkörpern. Cohen zerwarf sich jedoch mit den Produzenten und den Queen-Mitgliedern Brian May und Roger Taylor und verließ das Projekt frühzeitig.

    Im Gegensatz zu Cohen, der Mercury realitätsnah, aber auch absolut schonungslos und mit all seinen Facetten porträtieren wollte, verstand die Band den Film eher als eine Hommage an ihren verstorbenen Leadsänger und Freund, weshalb sie sich gegen eine so drastische Darstellung entschied. Die persönlichen Reibereien hinter den Kulissen und der Streit über die Ausrichtung des Films ging so weit, dass sich Cohen auch im Nachhinein noch öffentlich über die vermeintlich bescheuerten Ideen und die Zaghaftigkeit der Queen-Rocker lustig machte. May nannte ihn im Gegenzug „einen Arsch“.

    Das waren Sacha Baron Cohens Pläne für "Bohemian Rhapsody"

    Jetzt, da „Bohemian Rhapsody“ mit Rami Malek als Mercury im Kino zu sehen ist, kann sich jeder selbst eine Meinung darüber bilden, ob Cohens Version der Geschichte wohl einen besseren Film abgegeben hätte. In einem Interview mit Vulture sprach Stephen Frears („High Fidelity“, „The Queen“), der in der Frühphase als Regisseur des Queen-Films gehandelt wurde, darüber, was der Comedian mit der Figur Freddie Mercury so vorhatte. Laut Frears der sich nach dessen Ausstieg ebenfalls von dem Projekt zurückzog, beinhaltete Cohens Ansatz vor allem Extremität und eine Menge baumelnder Extremitäten:

    „Sacha wollte einen ungeheuerlich gewagten Film machen, was Freddie Mercury wohl gefallen hätte. Gewagt bezüglich seiner Homosexualität und gewagt aufgrund endloser Nacktszenen. Sacha hat all das geliebt. […] Man konnte gleich sehen, dass es Ärger mit dem Rest der Band geben würde, weil [Sacha] so ausgeflippt war und sie nicht. Sie waren da um einiges konventioneller“

    Laut Frears wollte Cohen Mercurys Leben als „realistische Enthüllungsstory mit R-Rating“ verfilmen, was Produzent Graham King („World War Z“) jedoch ablehnte. Übrigens auch der Grund, aus dem sich der spätere Regisseur Dexter Fletcher („Eddy The Eagle“), der schon um 2015 als Wunschkandidat für „Bohemian Rhapsody“ galt, mit King zerwarf und dem Projekt vorerst den Rücken kehrte. Nach Bryan Singers Entlassung drehte Fletcher den Film zwar für 20th Century Fox zu Ende, im Abspann steht aber dennoch Singers Name. Es handelt sich wohl auch in erster Linie um seine Vision.

    „Bohemian Rhapsody“ läuft seit dem 31.10.2018 in den deutschen Kinos.

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    Kommentare
    • Cholerische Languste
      Habe ihn mir eben angesehen. Ich hatte auch das Gefühl, dass da einiges sehr beschönigend dargestellt wurde. Ich habe Queen aufgrund der bisherigen Dokumentationen als sehr exzessiv wahrgenommen. Das kam bei diesem Film jetzt nicht wirklich rüber.Doch die wichtigste Frage bleibt: Warum ändert Roger Taylor in diesem Film nie die Frisur? :D
    • Klaus S aus S
      die vielen historischen Fehler im fertigen Film sind viel schlimmer als Cohens Ideen.Andererseits möchte ich auch Mailiks Darstellung von Freddy Mercury jetzt nicht mehr missen.
    • Deliah C. Darhk
      SCBs Version hört sich für mich sehr viel authentischer an. Da denke ich sofort wieder an den Freddy Mercury, der sich nach Getuschel über seine damals noch nicht so weit bekannte Homosexualität hinstellte und lautstark verkündete: Ich gehe ins Bett mit wem's mir passt!. Das war ein Typ, ein Kerl, ein Original mit Eiern!So werde ich ihn immer sehen, und so hätte ich ihn auch gerne auf der Leinwand zu sehen.
    • greekfreak
      Nein,es sollte vor allem,ein weichgespülter Familienfilm werden.Was mich als alten Queen Fan aufregt,ist wie historisch unkorrekt das ganze ist und wie Freddie und der Rest der Band dargestellt werden.Freddie,im Film, war eine überkandidelte Diva während der Rest der Band alles nette,brave Jungs waren,die trotz seines unprofessionelen Verhaltens,zu ihm hielten und Erfolg hatten.Was für ein Bullsh*t!Die haben damals,alle fröhlich gekokst und Groupies begattet,aber heutzutage wo Brian May einen Ehrenprofessor Titel,in Cambridge hat,tut er so,als ob ein Klosterschüler gewesen wäre.
    • Delain667
      Aber es sollte eben auch ein Queen Film seien und da war er auch nur 25 Prozent
    • Delain667
      Ja wirklich vielen Dank. Denn ich finde man sollte sowas privat halten. Gerade auch im Sinne des verstobenen. Ich bin zwar auch der Meinung das man seine homosexualität krasser herausarbeiten hätte sollte aber ein Schwulen porno wollte ich nicht sehenWas mich am meisten störte das man von den anderen Musikern kaum was erfahren hat.
    • Zaxxon
      Mercury hätte zweifellos die weichgespülte Version der drastischen von Cohen vorgezogen: Seine eigenen Videos und Darstellungen sprechen dafür, dass er rein Privates privat behalten wollte und theatralische Innuendos plakativen Provokationen vorzog.
    • greekfreak
      Wenn du dir mal eine Freddie Mercury Biografie liest,nackt durch die Gegend zu rennen,war noch harmlos.Es gibt da so Stories,von seiner Zeit in München,wo er nackt auf dem Balkon stand(zugekokst bis unter die Haarspitzen) und Bauarbeitern,die gegenüber arbeiteten,eindeutige Angebote machte.Oder die Story,wo er mit Elton John eine Party feierte,die zu einer amtlichen Orgie ausartete.Der Mann war kein Kind von Traurigkeit,das ändert aber nichts daran,das er auch ein extrem talentierter Musiker war.
    • Sentenza93
      Also vielen Dank an Brian May und den Rest.Mensch Leute, als ob Mercury dadurch weniger Fans oder sonst was bekommen hätte.
    • Connor
      Schwer vorstellbar, daß Sacha Baron Cohen einen ernsthaften Film besser machen kann, indem er nackt durch die Gegend rennt.
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