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    "Das Boot": Wie sich die neue Serie von dem Kinofilm-Klassiker abgrenzt
    Von Carsten Baumgardt — 12.11.2018 um 12:00
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    Das legendäre Original „Das Boot“ wurde 1981 zum Welthit. Wir erklären euch, wie sich Andreas Prochaskas Serien-Fortsetzung von dem Kriegsklassiker unterscheidet und wo das Sky Original neue Wege einschlägt.

    Bavaria Fiction / Sky / Sonar Entertainment

    Bavaria Fiction, Sky Deutschland und Sonar Entertainment bringen „Das Boot“ 37 Jahre nach Wolfgang Petersens gleichnamigem Welterfolg wieder ins Wasser. In acht Teilen erzählt „Das finstere Tal“-Regisseur Andreas Prochaska von den Feindfahrten des deutschen U-Boots U-612 im Zweiten Weltkrieg und den Erlebnissen der Übersetzerin Simone Strasser (Vicky Krieps), die mit der französischen Resistance in den Morphiumhandel in La Rochelle verstrickt wird. Der unerfahrene Kapitänleutnant Klaus Hoffmann (Rick Okon) bricht mit seiner 40 Mann starken Besatzung zur Jungfernfahrt der U-612 auf und versucht, die Wende im U-Boot-Krieg im Atlantik herbeizuführen. Die Autorität des „Kaleu“-Frischlings wird dabei von seinem Ersten Wachoffizier Karl Tennstedt (August Wittgenstein) immer wieder untergraben.

    Regisseur Andreas Prochaska („In 3 Tagen bist du tot“) stellt gleich klar, dass man sich mit der Serie nicht an dem ikonischen Original messen, sondern eigene Wege gehen wolle: „‚Das Boot‘ ist ein Meilenstein in der Geschichte der Antikriegsfilme, es steht für Authentizität, Spannung, Drama, Emotion und Action. Die Serie geht einen Schritt weiter, kombiniert die klaustrophobische Atmosphäre des Bootes mit einem Handlungsstrang im Dunstkreis der Resistance und schafft damit auch starke Frauenfiguren."

    Wann spielt die Serie?

    Die Handlung der „Das Boot“-Serie setzt neun Monate nach den Geschehnissen des Original-Kinofilms ein, spielt also 1942 – beginnend im französischen La Rochelle, wo Wolfgang Petersens „Das Boot“ mit dem Untergang der im Hafen bombardierten U-96 endete. Somit ist die Serie eine Fortsetzung.

    Auf welcher Vorlage basiert die Serie?

    Die alte und die neue Adaption basieren auf Lothar-Günther Buchheims Roman „Das Boot“ (1973), den der Autor auf Basis seiner eigenen Tagebucherinnerungen als Kriegsberichterstatter schrieb. Buchheim war selbst auf zwei Feindfahrten der U-96 dabei, brauchte aber allein 25 Jahre, um emotional in der Lage zu sein, seine damaligen Aufzeichnungen überhaupt ansehen zu können. Die Serie fußt gleichzeitig auch noch auf Buchheims Roman-Fortsetzung „Die Festung“ (1995).

    Sind alle Figuren der Serie neu?

    Ja. Die Serie führt den U-Boot-Kriegsplot des Originals fort, setzt aber auf einen komplett neuen Cast, neue Figuren und neue Handlungsstränge. „Das Boot“ (1981) basiert teils auf realen Personen wie Kapitänleutnant Heinrich Lehmann-Willenbrock, obwohl sein Name im Film nie genannt und der Kapitän nur „Kaleu“ oder „Der Alte“ betitelt wird. Im Film stirbt Willenbrock am Ende sehr wahrscheinlich, in der Realität überlebte er den Krieg und verstarb erst 1986 im Alter von 74 Jahren. Die Serien-Hauptfiguren Kapitänleutnant Klaus Hoffmann, Erster Wachoffizier Karl Tennstedt und Übersetzerin Simone Strasser sind fiktiv.

    Wie lang ist die Laufzeit der Serie?

    Die Serie ist in acht rund einstündige Folgen gestückelt, die nach klassischem Serienmuster Cliffhanger oder entscheidende Handlungswendepunkte am Ende haben. Wolfgang Petersens „Das Boot“ gibt es in drei verschiedenen Versionen: als Kinofilm (149 Minuten), als Directors‘ Cut (208 Minuten) und als Serie (282 bzw. 308 Minuten, je nach Schnittfassung).

    Bavaria Fiction / Sky / Sonar Entertainment
    August Wittgenstein und Rick Okon in "Das Boot"

    Wie unterscheiden sich die U-Boote?

    Während die Feindfahrten der U-96 im Zweiten Weltkriegs gut dokumentiert sind, nicht zuletzt durch Lothar-Günther Buchheims Romane „Das Boot“ und „Die Festung“, ist über die U-612 weit weniger bekannt. Das haben die Verantwortlichen der „Das Boot“-Serie bewusst genutzt, um größere erzählerische Freiheiten zu haben. Die U-612 ist ein U-Boot vom Typ VII C. Seinen ersten Seeeinsatz hatte das Boot am 5. März 1942 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Paul Siegmann. Weitere Kommandanten waren Oberleutnant zur See Theodor Petersen sowie Hans-Peter Dick.

    Wo spielt die Serie?

    Die Handlung der „Das Boot“-Serie setzt in der französischen Hafenstadt La Rochelle ein und bleibt dort zunächst auch mit dem Erzählstrang um die Übersetzerin Simone Strasser, ihre Verbindungen zur Resistance und die Ermittlungen der Gestapo durch Kriminalrat Forster (Tom Wlaschiha). Die Besatzung der U-612 startet ebenfalls in La Rochelle, geht dann aber auf Feindfahrt Richtung Atlantik.

    Was ist der erzählerische Unterschied zum Film?

    Im Gegensatz zum „Das Boot“-Film, der bei seinen Protagonisten im Boot bleibt, erzählt die Serie ihre Geschichte in zwei zentralen Handlungssträngen. Während der eine Teil an Bord der U-612 spielt und von den Erlebnissen der Mannschaft handelt, geht es im zweiten Strang an Land um die französische Restistance, die an allen Fronten versucht, Widerstand gegen die Nazi-Besatzer zu leisten. Über die Figur der Übersetzerin Simone Strasser, deren kleiner Bruder Frank (Leonard Scheicher) als Funker an Bord der U-612 dient, sind beide Erzählstränge miteinander verbunden. Frank bringt Simone mit seinen Machenschaften im Morphiumhandel in Todesgefahr: Sie gerät zwischen alle Parteien.

    Das führt auch dazu, dass die Serie im Gegensatz zum Film über mehrere Frauenfiguren von Bedeutung verfügt – allen voran die von „Der seidene Faden“-Star Vicky Krieps gespielte Simone Strasser, die auch auf starke Frauen der Widerstandsbewegung Resistance trifft.

    Tom Wlaschiha als Gestapo-Ermittler Forster in "Das Boot"

    Wo wurde die Serie gedreht?

    Die „Das Boot“-Serie wurde in 105 Drehtagen für 26,5 Millionen Euro Budget in La Rochelle, Prag, auf Malta und in München in den Bavaria Studios gedreht. Der Film aus dem Jahr 1981 entstand ebenfalls in den Bavaria Studios (für damals 32 Millionen Mark), außerdem auf dem Bodensee, in der Nordsee und in La Rochelle – wie die Serie dort an Originalschauplätzen.

    Wie unterscheidet sich die Besetzung?

    Besteht der Cast von „Das Boot“ (1981) noch zu nahezu 100 Prozent aus deutschsprachigen Schauspielern, hat die Serie einen internationaleren Fokus. Neben den Hauptdarstellern Rick Okon, Vicky Krieps, August Wittgenstein, Tom Wlaschiha und Franz Dinda zählen in Nebenrollen auch internationale Stars wie Lizzy Caplan („Cloverfield“), James D’Arcy („Dunkirk“) oder Vincent Kartheiser („Mad Man“) zur Besetzung.

    Wer komponierte die Filmmusik?

    Matthias Weber ersetzt zwar Klaus Doldinger als Komponist, das legendäre U-96-Thema Doldingers verwendet sein Nachfolger aber dennoch in seiner Filmmusik, sodass ein hoher Wiedererkennungswert vorhanden ist.

    Welche ikonischen Eigenheiten tauchen auf?

    „Jawohl, Herr Kaleu!“: Diese legendäre Anrede der U-Boot-Männer an ihren Kapitänleutnant darf natürlich nicht fehlen und ist auch in der Serie öfters zu hören. Dazu besitzen auch die Zusammenkünfte der Befehlshaber in der Offiziersmesse in der Serie hohen Unterhaltungswert – selbst wenn es bis zur zweiten Episode dauert, bis die Runde zum ersten Mal zusammentritt. Die markante Vielfalt der deutschen Dialekte hat es genauso in die Serie geschafft.

    „Das Boot“ wird ab dem 23. November 2018 immer freitags ab 20.15 Uhr in Doppelfolgen auf Sky 1 HD ausgestrahlt. Zeitgleich sind alle acht Folgen der Drama-Serie für Sky-Abonnenten auf Abruf per Sky Ticket verfügbar.

     

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    Kommentare
    • Klaus S aus S
      das stimmt aber du verstehst was ich zum Ausdruck bringen wollte
    • Simon Missbach
      Danke für die Aufschlüsselung, skeptisch bin ich aber nach wie vor (oder noch mehr). Als Sky-Kunde könnte ich mir das Werk zwar anschauen, aber will ich das? Auch jetzt immer noch keine Ahnung. Dieser Handlungsstrang mit der Resistance klingt doch sehr nach unnötigem Ballast und völlig uninteressant.Aber heutzutage müssen halt starke Frauenfiguren enthalten sein, koste es was es wolle. und da wird eben noch fix eine Nebenhandlung reingequetscht. Ob da auch noch die Liebe früher oder später eine Rolle spielt?Petersen hatte solchen Mumpitz damals noch nicht nötig, Gott sei Dank. Zudem sieht der Bart vom Alten auf dem Foto angeklebt aus und der Alte selbst deutlich zu jung, kann aber auch täuschen.
    • Simon Missbach
      Das Boot ist sehr anstrengend, da braucht es wirklich Geduld. Mein Kumpel hatte mal die sechsstündige Fernsehfassung auf VHS, die haben wir uns dann an mehreren Tagen zu Gemüte geführt. Das war schon echte Arbeit.Insofern gilt wohl: Ein klarer Meilenstein der Filmgeschichte und einer der wenigen auch im Ausland bekannten deutschen Filme, aber beileibe kein Fastfood und erst recht nicht für Jedermann geeignet.
    • Simon Missbach
      Glaub ich auch nicht. Aber heute gibts doch eh keine Straßenfeger mehr, oder? Damals lag der Fokus auf dem Fernsehen, heute ist das ja deutlich vielfältiger mit Sky und den ganzen Streamingdiensten.
    • Klaus S aus S
      der TV 3 Teiler von 1985 war ein Strassenfeger und großes Gesprächsthema in der Schule. Denke nicht das Sky ein ähnlicher Erfolg gelingt aber warten wir´s ab
    • Platinumx
      Was ich mir von einer Serie über ein Uboot im Weltkrieg erwarte die an Das Boot angelehnt ist? Action, jede Menge Spannung, raue Besatzung. Was ich laut Text bekommen werde? Starke Frauenfiguren und Morphiumhandel an Land. In der Schule hätte man gesagt: setzen 6, Thema verfehlt
    • derUlenspegel*
      Buchheim rotiert gerade im Grab.
    • Thomas
      Ich war damals 11 und fand ihn klasse. Der beste Film den die deutschen je gemacht haben.
    • Luthien's Ent
      Auch wenn alle sehr angetan vom Kinofilm waren, mich hat er damals irgendwie nicht angesprochen. Vielleicht war ich zu der Zeit aber auch nur zu jung, um den Film in seiner Dramatik wirklich zu verstehen (irgendwann als Kind hab ich ihn im TV gesehen). Außerdem bin ich wohl auch zu klaustrophobisch, um davon unterhalten zu werden - und werde ihn mir nicht nochmal anschauen, um mir eine neue, erwachsenere Meinung zu bilden. Besagter Grund bedingt auch, dass es die Serie wohl nicht auf meine To-watch-Liste schaffen wird...
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