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"Warcraft: The Beginning"? Wohl eher "Warcraft: The End"! Darum wird es nix mit "Warcraft 2"
Von Alexander Friedrich — 18.11.2018 um 15:30
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Kommt überhaupt noch ein zweiter Teil zum „Warcraft”-Kinofilm? Duncan Jones meint: Ja, aber nur, wenn die Fans auch wirklich einen wollen. Das ist zwar der Fall, aus „Warcraft 2” wird aber wohl trotzdem nichts.

Universal Pictures International France

Sehr lange musste man auf eine Verfilmung der Computerspielerfolgsreihe „Warcraft“ warten - und auch ein zweiter Teil wird nicht schneller kommen. Wir glauben sogar: „Warcraft 2“ wird überhaupt nicht mehr erscheinen, der hiesige Titel „Warcraft: The Beginning“ wird für den Auftakt daher zur Farce. Der Start in ein neues Filmuniversum ist nämlich zugleich auch sein Abschluss. Um zu verstehen, warum das so ist, blicken wir erst einmal zurück.

„Warcraft: The Beginning“ von Regisseur Duncan Jones („Moon“) erschien im Mai 2016 - nach gut zehn Jahren Entwicklungszeit. Die schier endlose Produktion, die einer Odyssee glich, und der immense Aufwand sollten sich für die Macher nicht lohnen. Am Ende standen einem Budget von 160 Millionen Dollar solide 433,7 Millionen Dollar Einnahmen gegenüber, doch diese Zahlen trügen ein wenig. Im reinen Produktionsbudget des Films ist so zum Beispiel nicht das Geld eingerechnet, das bei vorherigen Anläufen über die zehn Jahre verbrannt wurden. Eingespielt wurde zudem ein Großteil des Geldes in China und von Einnahmen aus dem Reich der Mitte kommt deutlich weniger bei den Produzenten an als in anderen Ländern. In den USA, dem für Hollywood-Studios immer noch wichtigsten einheimischen Markt, nahm „Warcraft“ gerade mal 47 Millionen Dollar ein. So hat man sich das bei Verleih Universal, Produktionsfirma Legendary und dem im kalifornischen Irvine ansässigen Spieleentwicklerstudio Blizzard ganz sicher nicht vorgestellt.

Die FILMSTARTS-Kritik zu "Warcraft: The Beginning"

Es verwundert daher nicht, dass diese Firmen bislang kein Interesse an einer Fortsetzung zeigen - gerade mit einem 160-Millionen-Dollar-Preisschild. Das Branchenmagazin Hollywood Reporter schrieb so schon nach der Kinoauswertung vor zwei Jahren, wenn „Warcraft 2“ je in Produktion gehen würde, müsse das Budget gedrosselt werden. Da mit 213,5 Millionen Dollar fast die Hälfte der Einnahmen in China generiert wurden, müssten die dortigen Kinogänger außerdem die klare Zielgruppe bilden. Folglich müsste man beim Cast vor allem auf chinesische Stars setzen. Würde das mit der in „The Beginning“ gestarteten Geschichte noch funktionieren und wäre Duncan Jones als Regisseur dann noch dabei?

Jones spricht von „Warcraft 2“ jedenfalls nur noch im Konjunktiv … und mit der Zeit immer distanzierter. Im August 2017 klang noch Optimismus durch: Auf Twitter schrieb er damals: Er wäre sofort dabei, würde man ihm die Chance geben. Schon im Dezember klang das nicht mehr so verheißungsvoll: Er bat die Fans um Hilfe. Diese müssten ein Sequel ermöglichen und sich an Joshua Grode, den damals neuen Boss der Produktionsfirma Legendary, wenden oder noch besser an den chinesischen Großkonzern Wanda, dem Legendary seit 2016 gehört.

Regelmäßig wollen Fans weiterhin via Twitter von Jones wissen, ob „Warcraft 2“ nicht doch noch kommt. Doch wie wenig Jones noch daran glaubt, zeigt beispielhaft eine abschlägige Antwort aus dem Juli 2018: „Ich weiß. Es tut mir leid. Ich muss leider sagen, dass daraus wohl nichts wird. Zu viele Parteien sind in die Sache verwickelt, um das noch zu verwirklichen.

Mit seinem Verweis auf zu viele Parteien dürfte Jones auch auf geschäftliche Verschiebungen hinter den Kulissen anspielen. Produktionsfirma Legendary kehrt wieder unter das Dach des früheren Partners Warner zurück. „Warcraft“ stemmte man aber gemeinsam noch mit Universal, so dass auch beide Seiten Rechte an einem direkten Sequel haben. Es bedarf also einer Einigung im Hintergrund, wenn Legendary eine Fortsetzung nun mit Warner in Angriff nehmen würde. Und Warner dürfte wenig Interesse haben, ein Franchise, das wenig Gewinne verspricht, erst einmal teuer loszueisen.

So sollte die “Warcraft”-Trilogie aussehen

Als der passionierte „World Of Warcraft“-Spieler Duncan Jones 2012 den vorherigen Regisseur Sam Raimi ersetzte, entwickelte er in den Folgejahren gleich eine ganze Trilogie - weswegen „Warcraft” außerhalb der USA in den meisten Ländern auch den Zusatztitel „The Beginning” verpasst bekam. Der Auftakt sollte als Einführung dienen. Danach wollte Jones im Sequel sowie im dritten Film die Figur Thrall zum Protagonisten aufbauen. Fans kennen den Orc vor allem als Hauptfigur aus dem Strategiespiel „Warcraft 3“.

In „The Beginning“ ist Thrall bereits zu sehen. Vorgestellt wird er als Neugeborenes unter dem Namen Go’el und ist zugleich der Sohn von Durotan (Toby Kebbell). Am Ende wird das Orc-Junge aus einem Fluss von Menschen aufgelesen, welche ihm vermutlich im zweiten Film den Namen Thrall gegeben hätten. Laut Jones hätte sich sein neuer Protagonist aufgemacht, eine neue Heimat für die Orcs zu suchen. Eine Heimat, die wohl auf der Kinoleinwand nun nie mehr gefunden wird.

Reboot aus China

Denn wenn es in absehbarer Zukunft noch einmal einen „Warcraft“-Kinofilm geben wird, dann erscheint uns aufgrund der anfangs aufgeführten Zahlen und der in diesem Artikel dargelegten Rechteprobleme eigentlich nur eine Möglichkeit: Eine chinesische Produktionsfirma nimmt sich des Stoffes an, um einen Film für den einheimischen Markt zu machen. Das müsste dann aber ein kompletter Reboot sein, denn für eine Fortsetzung müsste man ja aufgrund der Rechtelage die US-Partner ins Boot holen und auch Duncan Jones dürfte für eine chinesische Produktion nicht der richtige Mann sein.

Doch selbst ein solcher China-Reboot ist unwahrscheinlich. Denn US-Spieleentwickler Blizzard müsste dazu seine Zustimmung geben und dort dürfte man weniger Interesse an einem chinesischen Film mit geringerem Budget haben. Und wir wissen durch Duncan Jones’ Adaption, dass Blizzard die Umsetzung ihres Babys genau im Blick hat. So erzählte der Regisseur gegenüber Syfy im Februar 2018: : „Egal, was wir auch gemacht haben, es war für Blizzard stets ein Riesenthema. Somit begaben wir uns die ganze Zeit auf sehr firmenpolitisches Gebiet.“ Dabei beschrieb er das Projekt sogar als „politisches Minenfeld” und den Dreh als sehr schwierig und manchmal entmutigend. Angesichts dieser Worte ist es nur schwer vorzustellen, dass Blizzard eine Verfilmung genehmigen würde, die außerhalb ihres direkten Zugriffs in China entstehen würde...

„Warcraft: The Beginning“ läuft am heutigen Sonntag, dem 18. November 2018, um 20:15 Uhr auf RTL.

 

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