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    Darum wandern bald noch mehr Kinofilme zu Netflix
    Von Björn Becher — 16.11.2018 um 19:28
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    Als „The Cloverfield Paradox“ Anfang des Jahres überraschend bei Netflix erschien statt wie zuvor angekündigt ins Kino zu kommen, war das ein ganz schöner Coup des Streamingdienstes. Das könnte nun öfter passieren…

    Netflix

    Kino vs. Netflix – die Diskussion ist altbekannt. Die einen freuen sich, wenn sie die Filme so schnell wie möglich zu Hause auf der bequemen Couch sehen können, die anderen sind der Meinung, dass gerade fürs Kino produzierte Filme auch auf der großen Leinwand verfügbar sein sollten. Wir von FILMSTARTS.de haben schon mit einigen Artikeln erklärt, warum wir der Meinung sind, dass Kinofilme auch ins Kino gehören und die große Leinwand unsere favorisierte Abspielstätte ist. Und zuletzt gab es dann sogar den Anfang eines Umdenkens bei Netflix: Der Streamingdienst will zumindest ausgewählte Highlights wie Alfonso Cuaróns Oscarkandidaten „Roma“ in die Lichtspielhäuser bringen.

    Doch so sehr man auf der einen Seite voranschreitet, versucht Netflix auf der anderen Seite natürlich weiterhin, möglichst viele Inhalte exklusiv zu bekommen. Und genau in dieser Hinsicht gibt es nun eine neue Zusammenarbeit mit Hollywood-Studio Paramount, die dafür sorgen könnte, dass eine Reihe von Filmen „aus den Kinos geklaut werden“, wie wir es hier schon an der ein oder anderen Stelle nur leicht polemisch überzeichnet beschrieben haben. Das sind die Details.

    Neuer Paramount-Netflix-Deal

    Bei der Vorstellung der Quartalszahlen von Mutterkonzern Viacom war laut Deadline überraschend auch Paramount-Boss Jim Gianopulos dabei und kündigte an, dass man in Zukunft noch enger mit Netflix kooperieren wolle. Schon länger hat Paramount eine Übereinkunft mit dem Streamingdienst, die dafür sorgt, dass Netflix viele Titel des Konzerns zeigen darf. So finden sich zum Beispiel die „Transformers“-Filme auf Netflix. Doch diese soll nun dahingehend erweitert werden, dass Netflix bestimmte Paramount-Titel direkt – ohne den Umweg einer vorherigen Kino- sowie DVD-/Blu-ray-Auswertung – bekommt.

    In der jüngeren Vergangenheit sorgten schon zwei Fälle für große Aufmerksamkeit: „The Cloverfield Paradox“ wurde weltweit von Netflix übernommen, das Sci-Fi-Meisterwerk „Auslöschung“ in den meisten Ländern. Beide Filme wollte Paramount eigentlich ins Kino bringen. Sie wurden dafür produziert, sorgten dann aber auf Netflix für viel Aufsehen. Und der neue Vertrag, den Gianopulos nun ankündigte, soll ermöglichen, dass auf diese Beispiele viele weitere folgen.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Auslöschung"

    Leider nannte der Paramount-Boss noch keine Titel. Er verriet nur, dass es sich „um eine geringe Anzahl“ handeln wird und man die Partnerschaft nur eingehe, „wann und wo es Sinn mache“. Das heißt: Es kann durchaus sein, dass man wie bei „Auslöschung“ auch nur für einige Märkte die Filme an Netflix abgibt, also zum Beispiel einem Kinostart in den USA eine Netflix-Veröffentlichung in Deutschland gegenübersteht. Und: Von den aktuell elf für 2019 angekündigten Kinotiteln wird das Gros auch ins Kino kommen – aber eben nicht alle. Gianopulos gibt als Grund für die Zusammenarbeit an, dass man mehr Filme produziere, als man im Kino unterbringen könne. Diese Äußerung wird teilweise auch dahingehend interpretiert, dass Paramount zusätzlich auch noch Filme direkt von Anfang an für Netflix produzieren wird.

    Die Ankündigung führt natürlich nun zu einer Ungewissheit hinsichtlich kommender Paramount-Produktionen. Ob angekündigte Filme dann auch wirklich ins Kino kommen, muss man abwarten. Dass der letzte für 2018 noch ausstehende Start, das „Transformers“-Spin-off „Bumblebee“, auf der großen Leinwand laufen wird, steht wohl außer Frage – aber was ist mit den 2019er-Veröffentlichungen? Von Filmen wie der Stephen-King-Adaption „Friedhof der Kuscheltiere“, der Rom-Com „Was Männer wollen“, dem Elton-John-Biopic „Rocketman“, der Realfilmadaption der Trickserie „Dora The Explorer“ oder Ang-Lees Sci-Fi-Actioner „Gemini Man“ könnte am Ende der ein oder andere doch nicht im Kino und damit nicht auf der großen Leinwand, sondern direkt bei Netflix landen.

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