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    "Star Wars"-Zukunft: Warum Fans das Disney-Netflix abonnieren müssen
    Von Tobias Mayer — 23.11.2018 um 19:00
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    Disney bläst mit einem eigenen Streaming-Dienst zum Angriff auf Netflix, der Ende 2019 startet. Neben den Marvelhelden gehören die Sternenkrieger zum Aufgebot. Bisher sind zwei „Star Wars“-Realserien angekündigt, doch das dürfte nur der Anfang sein.

    Disney

    Netflix steht kurz vor der Weltherrschaft über alles, was Menschen sich auf Bildschirmen ansehen: Dieser Eindruck entsteht, wenn man sich den Börsenwert des Streaming-Dienstes anschaut, die horrenden Summen betrachtet, die für eigene Inhalte ausgegeben werden, oder wenn man im Internet über Filme und Serien liest und dabei so umfangreich wie nie zuvor damit konfrontiert wird, was Netflix denn jetzt wieder tolles Neues plant (FILMSTARTS ist da keine Ausnahme). Doch Netflix hat die Weltherrschaft trotzdem nicht sicher, so gut es derzeit auch laufen mag.

    Medienriese Disney könnte Netflix da treffen, wo es dem Konzern mit den weltweit 130 Millionen Abonnenten richtig wehtut: bei den Inhalten. So komfortabel es auch ist, auf jedem Gerät mit Internetverbindung zu jeder Tageszeit Filme und Serien schauen zu können, hat doch eine wichtige Regel der Unterhaltungsindustrie noch immer bestand: Leute schalten gerne für Sachen ein, die sie kennen. Laut einer Studie, über die unter anderem Variety berichtete, entfielen in den USA 80 Prozent aller Netflix-Abrufe zwischen September 2016 und September 2017 auf Inhalte, die der Streaming-Dienst eingekauft hat. Da sind viele Filme und Serien darunter, die Zuschauer schon kennen, so wie „Friends“, die Marvel-Filme und natürlich „Star Wars“.

    "Star Wars" ist eine Premium-Marke

    Der Start der Netflix-Konkurrenz Disney+ ist für Ende 2019 geplant, zumindest in den USA (in Deutschland werden wir wohl etwas länger warten müssen). Perspektivisch wird der Mäusekonzern versuchen, seine an Fernsehsender und Netflix lizensierten, bereits veröffentlichten Inhalte einzusammeln und dafür zu sorgen, dass sie nur auf Disney+ zum Streaming bereitstehen (dazu kommt die Auswertung auf DVD und Blu-ray sowie im Fernsehen).

    Noch wichtiger für die Attraktivität des angekündigten Dienstes aber dürfte sein, dass der Konzern neue, exklusive Produktionen in den Katalog von Disney+ aufnehmen wird, also solche, die man tatsächlich nur dort sehen kann. Und zwar rund um Marken, die in Sachen Bekanntheit einen jahrzehntelangen Vorsprung gegenüber den meisten der Netflix-Eigenproduktionen haben. Zuschauer gucken gerne, was sie kennen.

    „Star Wars“ ist seit Ende der 70er etabliert. Das Mäusestudio hat also großes Interesse daran, mit dem berühmten gelben Logo für Disney+ zu werben und dafür zu sorgen, dass der Sternenkrieg auf dem Streaming-Dienst so schnell nicht endet. Neue „Star Wars“-Projekte müssen her – zumal es in der Rubrik „Star Wars“ bis auf weiteres auch deswegen leerer sein wird, weil die US-Fernsehrechte an den Filmen auf Jahre hinaus an den Telekommunikationskonzern AT&T verkauft wurden.

    "The Mandalorian" alias "Die Boba-Fett-Serie"

    Beginnen wir mit den bereits offiziell angekündigten „Star Wars“-Serien auf Disney+: Da ist zunächst die neue Staffel der 2008 gestarteten Animationsserie „The Clone Wars, die als Geschenk an die Fans beworben wird, aber nie produziert worden wäre, würde Disney nicht dringend markenverbundene Inhalte für den Streaming-Dienst brauchen. So sehr Showrunner Dave Filoni und sein Team „Star Wars“ mit ihrer Serie auch geprägt haben (Darth Mauls kanonische Wiederauferstehung passierte hier), wird „The Mandalorian“, die erste „Star Wars“-Realserie, sicher den größeren Eindruck hinterlassen.

    „Star Wars“ ist über 40 Jahre alt und erstreckt sich schon lange über alle wichtigen Medien, eine Realserie aber wurde bisher trotzdem nicht veröffentlicht. Der erste Versuch, Mitte der 2000er unternommen, scheiterte an zu hohen Kosten für die Effekte. Versuch Nummer zwei, unternommen von Showrunner Jon Favreau („Iron Man“, „The Jungle Book“) und einem Team vielversprechender Regisseure, könnte uns einen Serienhit bescheren. Der kernig-charmante Pedro Pascal, der den feinsinnigen Ritter Oberyn Martell und damit eine der besten „Game Of Thrones“-Figuren spielte, übernimmt die Hauptrolle: Als einsamer Revolverheld wird Pascal, in einer durch Kult-Kopfgeldjäger Boba Fett bekanntgewordenen mandalorianischen Rüstung, auf allerhand kriminelles Gesindel im gefährlichen Randgebiet der Galaxis treffen.

    Insgesamt dürfte die acht Folgen lange Serie 80 Millionen Dollar Produktionskosten verschlingen. Damit ist „The Mandalorian“ zwar nur halb so teuer wie eine Blockbusterproduktion, für Serienverhältnisse gibt Disney damit aber vergleichsweise viel Geld aus. Die erste „Star Wars“-Realserie soll der Marke unbedingt gerecht werden und Fans sich zu Hause auf „Star Wars“-Abenteuer freuen können, die aussehen wie für die Leinwand gemacht.

    "Rogue One"-Prequelserie

    Wir wollen hier nun nicht in das vielerorts beschworene Mantra einstimmen, wonach gute Geschichten nur noch in Serienform erzählt werden können. Für die Figurenzeichnung aber bleibt in einer Serie nun mal, zumindest auf dem Papier, mehr Zeit als in einem Kinofilm. Dieser Vorteil könnte in der zweiten bisher angekündigten Realserie ausgespielt werden, die sich um den „Rogue One“-Rebellenspion Cassian Andor (Diego Luna) dreht: Ein Mann, dessen Ambivalenz im Kinofilm maximal aufblitzte, aber nie voll zum Tragen kam. Cassian ist der Jack Bauer des „Star Wars“-Universums: Er hatte sich einer guten Sache verschrieben, für sie aber mehr als einmal zu oft die Prinzipien gebrochen.

    Während „The Mandalorian“ ein paar Jahre nach „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ spielt, ist die Realserie mit Cassian zwischen „Solo: A Star Wars Story“ und „Rogue One“ angesiedelt. Denkbar, dass Fans hier doch noch eine Art Fortsetzung zum gefloppten Spin-off bekommen, an dessen Ende wichtige Handlungsstränge offen blieben. Der Plot um die Gangsterin Qi'ra (Emilia Clarke) und den Unterweltkönig Maul (Ray Park), von dem wir im Kino garantiert nichts mehr mitbekommen werden, ließe sich in „Cassian“ zum Beispiel bestens fortführen.

    Obi-Wan-Serie?

    Viele Fans wollen ihn, Ewan McGregor hält sein Lichtschwert seit Jahren bereit, aber kommen wird er dennoch nicht: der nie offiziell angekündigte, jedoch mit Sicherheit geplante und nach dem enttäuschenden Kassenergebnis von „Solo“ auf Eis gelegte Film über Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi und die Zeit seines Ergrauens im Exil. Uns würde es allerdings nicht überraschen, wenn demnächst stattdessen die Obi-Wan-Serie für Disney+ angekündigt würde.

    Im Kino will Disney auf Verknappung setzen, 2020 wird daher wahrscheinlich erstmals seit fünf Jahren kein neuer „Star Wars“ anlaufen, doch das Konzept hinter „A Star Wars Story“ für Figuren oder Ereignisse in Nähe zu den Saga-Filmen könnte stattdessen auf Disney+ ein neues Zuhause finden – eben als Serien über Cassian Andor und vielleicht auch Obi-Wan Kenobi.

    Anders als im Kino muss auf dem Streaming-Dienst nicht mit jeder Geschichte ein großes Publikum angesprochen werden, ganz im Gegenteil: Damit weltweit möglichst viele Menschen jeden Monat ihr Abo verlängern, muss für jeden Geschmack beständig etwas dabei sein.

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    Kommentare
    • Tobi Tobinski
      Was Star Wars angeht, bekomme ich von Disney irgendwie immer genau das was ich nicht sehen will.Obi Wan Serie mit Ewan McGregor wäre Super, aber habe wenig Hoffnung.
    • Heavy-User
      Immerhin ist es gut, dass Disney schwergewichtige Gegner ala Amazon und Apple hat. Wenn keiner der anderen so viel Kohle hätte, dann wäre Disney hier im klaren Vorteil und würde es wahrscheinlich leicht schaffen, eine Art Monopol zu erhalten.So wird es natürlich sehr interessant.Aber mal abwarten, vielleicht wird einer der Gegner als Weihnachtsgeschenk, quasi an sich selbst, von Disney übernommen .....
    • Thomas
      Wenn die Serien genau so schlecht werden wie die letzten Star Wars Filme, braucht Niemand so ein Abo.
    • Cholerische Languste
      Weiter oben hast du einen User, auf den das jedoch zutreffen könnte.
    • as140
      Das ist sehr unwahrscheinlich. Ich kenne niemanden, der AUSSCHLIESSLICH Disney Produktionen schaut. So ein Streamingdienst muss einfach mehr abdecken.
    • as140
      Du nutzt das Wort Shitstorm ganz schön ab.
    • as140
      Erstmal muss ich garnichts vor allem da mich die Vergangenheit von Star Wars mehr interessiert als seine Zukunft. Zweitens decken Netflix/Amazon Prime und Maxxdome jeweils etliche Filmfirmen ab, während dieser Streamingdienst lediglich Disney-Inhalte anbietet und darum m.M.n. auf Dauer keine Konkurrenz dazu sein kann.
    • disneyfan5000
      Grundsätzlich muss man gar nix abonnieren. Auch muss man als Star Wars-Fan nicht Disney+ abonnieren. Das ist jedem freigestellt. Wenn der Dienst in Deutschland erhältlich ist, werde ich Disney+ abonnieren. Aber wie gesagt das tue, weil ich es will und nicht weil ich es muss. Wo ist der Shitstorm hin?
    • greekfreak
      Ich wiederhole,wenn nächstes Jahr,Disney´s Platform an den Start geht,ist Netflix auf einen Schlag,seinen halben Content los.Für alle die zu faul sind um mal zu googlen,was alles zum Mäuse Imperium gehört,hier eine kleine Auswahl:Disney Studios,Disney Channel,Pixar,LucasFilm,Marvel,ABC Television,Miramax,Touchstone und Hollywood Pictures,Fox(dazu gehören 20th Century Fox,Fox Searchlight,Fox Television,FFX),ESPN und haste nicht gesehen.(Disney gehören noch mehr Firmen.)Das heisst,sie müssen deutlich mehr Eigenproduktionen an den Start bringen,die: a) kosten wiederum Geld,also mehr Schulden und Erhöhung des Abos und b).müssen attraktiv sein,um Abonnenten anzulocken.Und da sieht´s im Moment eher nicht so dolle aus.The Witcher,das grosse Prestigeprojekt,das zum neuen GoT werden will (Pun intended) wird von Fans heftig kritisiert(zu recht wie ich finde) und viele Stimmen im Netz,sprechen schon von TLJ 2.0 ,wenn das floppt können die einpacken.Meanwhile,pumpen Amazon und Apple,Milliarden in ihre Platformen,die sind mehr als flüssig,was ihnen (noch) fehlt,ist ein gutes Programm,aber die arbeiten dran,Mr.Bezos kauft fleissig Rechte ein,als gibt´s kein Morgen.
    • Hichame
      spotify hat auch einen Schuldenberg und die machen immernoch keinen Gewinn und trotzdem sind die Platz 1 was musik streaming angeht
    • Rockatansky
      Also als Star Wars Fan MUSS ich erstmal gar nichts. Die Filme hab ich alle auf Bluray. Sogar die, für mich enttäuschenden, Fime um Rey und Konsorten. Und nachdem was mir Star Wars die letzten 3 Jahre geboten hat, bin ich jetzt nicht unbedingt turbogeil auf die neuen Serien, zumal ich den Charakter Cassian jetzt schon relativ lahm finde (fällt Disney da echt nichts Aufregenderes ein?). Sollte eine dieser Serien, wider erwarten wirklich gut sein, schau ich vielleicht mal rein.Kurz um, wenn ich Disney+ abboniere, wird es bestimmt nicht wegen Star Wars sein.
    • Murasame
      Das geht einem nur alles auf die Nerven, wenn man sich ständig von den Medien berieseln lässt wo alles tot gehyped wird. Ich habe davon überhaupt nichts mitbekommen. Solo war mir völlig gleichgültig. Konnte mir nicht vorstellen das der interessant ist. Habe ihn mir dann auf Bluray geholt und fand ihn aber doch echt gut, auch wenn ich für den Hauptdarsteller wen anders genommen hätte.Ich bin hier übrigens nur durch Zufall gelandet, weil ich mich vertippt habe und bei Google gelandet bin :lol:
    • Murasame
      blabla. Als Star Wars fan hat man das alles Zuhause auf Blu-Ray und DVD. Ich brauche nur Netflix. Habe zwar noch Amazon Prime, aber das guck ich so gut wie nie. Nicht einmal Kabelanschluss nutze ich mehr seit Jahren. Ich möchte jedenfalls NICHT mehr als einen Streamingdienst (bei Amazon ist das mit dem Video ja eher Bonus zum schnelleren Versand lol)
    • ApokaLex
      Diese verdammten Selbstgespräche🤣🤣🤣
    • lex s
      Öhm, nö!😂
    • ApokaLex
      Doch, habe ich!
    • lex s
      Nein, hast du nicht!
    • ApokaLex
      Harr, beim Klabautermann. Piraten sterben nie! Selbst in Zeiten von Netflix und Co, wird pirateritiert! Gibt es das Wort überhaupt? Falls nicht, ich habs kreiert🤣
    • Darklight ..
      Ich habe wirklich Angst vor Disney!
    • jimbob
      Kein Wunder, dass ihr vor der letzten oder nächsten Nachricht so was wie ein Netflix-Konkurrent als Erklärung setzen müsst, wenn ihr in anderen Beiträgen selber nicht den Namen des Dienstes nennt. Cleverer Schachzug :D
    Kommentare anzeigen
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