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    "Gollum" Andy Serkis zieht bizarren Vergleich zwischen Darstellung von Transpersonen und King Kong

    Eigentlich sollte Scarlett Johansson im Biopic „Rub & Tug“ die (vermutliche) Transperson Dante „Tex“ Gill spielen, zog sich allerdings nach Protesten der LGBTQ-Community zurück. Andy Serkis allerdings ist vehement gegen ihre Entscheidung...

    Warner Bros. France/Universal Pictures Germany GmbH

    Während eines Interviews mit Variety, in dem Filmemacher Andy Serkis über seinen demnächst auf Netflix verfügbaren Film „Mogli: Legende des Dschungels“ sprach, fragte ihn das Branchenmagazin auch nach seinen Gedanken über Scarlett Johanssons Rückzug aus dem Trans-Biopic „Rub & Tug“ – und der 54-Jährige hat eine klare Meinung zu diesem Thema. Er ist vehement dagegen, dass Johansson die Transfigur Tex nun nicht mehr spielt und stimmt nicht mit ihrem Statement überein, dass sie verstehen könne, dass viele Menschen denken, die Figur soll von einer Transgender-Person gespielt werden. Er begründet seine Meinung wie folgt:

    „Schauspieler sollten in der Lage sein, alles zu spielen, und deshalb liebe ich diese [Performance Capture]-Technologie. Es sollte darauf ankommen, dass du in der Lage bist, jede Rolle zu spielen, unabhängig von deiner Hautfarbe, deiner Körperform, deiner Körpergröße, wie auch immer du als Schauspieler aussiehst.“

    Mit seiner Aussage ignoriert der Filmemacher, dass viele Schauspieler und Schauspielerinnen, die transgender sind, beklagt haben, nicht die Möglichkeit zu haben, alle Rollen zu bekleiden, die es gibt. Das ist genau das Problem bei der Diskussion um Scarlett Johanssons Darstellung gewesen: Transschauspieler/innen beklagten, dass ihnen selbst nur Transrollen angeboten würden, während Kollegen, die cisgender (Menschen, deren Geschlechtsidentität mit dem biologischen Geschlecht übereinstimmt) sind, das Privileg hätten, alle Rollen spielen zu dürfen.

    Für Serkis gibt es kein Typecasting

    Andy Serkis ist als Schauspieler vor allem für seine Rolle als Gollum in der „Herr der Ringe“-Reihe und als Schimpanse Caesar in der „Planet der Affen“-Reihe bekannt und spielte die titelgebende Affenkreatur in „King Kong“. Für diese Figuren wurden seine Mimik und seine Bewegungen mit Hilfe der bereits erwähnten Performance-Capture-Technologie aufgezeichnet und dann auf eine computergenerierte Figur übertragen. Somit ist er in seiner Karriere bereits in Rollen geschlüpft, die fernab seiner menschlichen Identität sind und erinnert sich im Interview an einen bestimmten Moment, der ihm die Augen geöffnet habe:

    Ich dachte [danach]: ‚Okay, ich werde wieder zurück zu meiner Karriere als normaler Schauspieler gehen.' Aber dann bat mich Peter Jackson, King Kong zu spielen, und das war ein echt erleuchtender Moment – einer von der Sorte: ‚Das ist für mich das Ende des Typecastings.‘"

    Er erklärt außerdem, dass er und viele weitere Darsteller, schließlich im Grunde Schauspieler geworden seien, um sich frei zu fühlen und nicht eine andere Version von sich selbst zu spielen. Dass Serkis mit seiner Aussage allerdings im Grunde genommen fordert, Johansson solle einen Transmenschen spielen dürfen, da er schließlich auch King Kong habe spielen können – und damit einen sehr unglücklichen Vergleich wählt –, scheint dem Filmemacher nicht bewusst zu sein.

    Scarlett Johanssons Rückzug aus "Rub & Tug"

    Anfang Juli 2018 wurde bekannt, dass die 34-jährige Johansson den als Frau geborenen Gangster „Tex“ Gill in dem Film „Rub & Tug“ spielen sollte (bei dem es bis heute unklar ist, ob er tatsächlich eine Transperson war oder sich nur als Mann verkleidete). Nachdem unter anderem die LGBTQ-Community kritisierte, dass Johanssons als cisgender in diese Rolle schlüpfe, verwies sie zunächst schnippisch darauf, dass in der Vergangenheit bereits Cis-Kollegen wie Jared Leto in „Dallas Buyers Club“ eine Transperson verkörperten, zeigte jedoch kurz darauf Verständnis für die Proteste und zog sich aus dem Film zurück. Bis heute ist unklar, ob er nach ihrem Rückzug realisiert wird.

    Andy Serkis‘ Werk "Mogli: Legende des Dschungels"

    Demnächst wird nach „Solange ich atme“ Serkis‘ zweite Regiearbeit „Mogli: Legende des Dschungels“ veröffentlicht. Die Dschungelbuch-Verfilmung ist ab dem 7. Dezember 2018 auf Netflix zu sehen. Dabei handelt es sich um den bisher teuersten Film, den der Streaming-Gigant dem Kino „geklaut“ hat. Den Trailer zum neuen Werk seht ihr hier:

     

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