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    "Die Schöne und das Biest": Autorin des Zeichentrick-Klassikers kritisiert Disney-Remake
    Von Tobias Mayer — 04.12.2018 um 10:48
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    Drehbuchautorin Linda Woolverton ist für „Die Schöne und das Biest“ sowie „König der Löwen“ verantwortlich – und damit für zwei der größten Disney-Zeichentrickfilme. Mit dem „Biest“-Remake aber kann Woolverton nicht viel anfangen…

    Walt Disney

    Außerhalb Hollywoods ist Linda Woolvertons Name nicht besonders bekannt, dabei hat die Drehbuchautorin bei Disney einen deutlichen Stempel hinterlassen – und ihren Beitrag geleistet, den Geldspeicher mächtig zu füllen: „Alice im Wunderland“ von 2010 war der erste Film mit einem Einspielergebnis von über einer Milliarde Dollar, dessen Skript von einer Frau verfasst wurde. Vorher schrieb sie „Der König der Löwen“ und begann ihre Karriere im Zeichentrick-Studio des Mäusekonzerns mit „Die Schöne und das Biest“. Fürs Remake mit Emma Watson als Belle aber fragte sie niemand – andernfalls hätte es wahrscheinlich Diskussionen über die Handlung gegeben.

    Ich bin nicht glücklich, dass ich nicht beteiligt war“, sagte Linda Woolverton im Hollywood Reporter-Podcast It Happened in Hollywood offen. „Ich war nicht besonders begeistert vom ‚Die Schöne und das Biest‘-Remake, denn ich glaube nicht, dass es der Mythologie der Geschichte treu blieb.“ Was meint Woolverton genau?

    Das Problem mit LeFou

    LeFou, der Diener des fiesen Gaston (Luke Evans), steht im Remake auf seinen Herren. Das sorgte bei den Betonköpfen im Publikum für Kopfschütteln und in manchen Ländern gar für eine Verbannung des Films aus den Kinos, während sich einige liberale Zuschauer fragten, ob LeFou seine Zuneigung nicht deutlicher hätte zeigen dürfen. Für Linda Woolverton aber geht es offenbar nicht um die sexuelle Orientierung an sich, sondern darum, dass der LeFou im Remake nicht mehr ihrer Figur aus dem Zeichentrickfilm entsprach:

    War er in Gaston verliebt? Nein. Er war einfach ein Speichellecker und in eine Person vernarrt, die er selbst nie sein konnte.

    Das Problem mit dem Schloss

    Im neuen Film reisen Belle und das Biest (Dan Stevens) per Magie aus dem Schloss in das Paris, das die Bücher-liebende Protagonistin aus ihrer Kindheit kennt. Für Linda Woolverton wird so mit einer wichtigen Regel der Geschichte gebrochen: „Das Schloss sollte undurchlässig sein. Danach hat die Mythologie für mich nicht mehr funktioniert.

    Es lohnt sich, den kompletten Podcast zu hören. Linda Woolverton berichtet dort nämlich auch darüber, dass sie für ihre Arbeit an „Die Schöne und das Biest“ und „Der König der Löwen“ vergleichsweise gering entlohnt wurde. Denn das Schreiben von Drehbüchern für Animationsfilme qualifiziert nicht für die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft Writers Guild of America – und damit gibt es auch keine Tantiemen, also keine ans Kassenergebnis der Hits gekoppelten Einkünfte.

    Inzwischen ist Woolverton, die unter anderem auch die Skripte zu „Maleficent“ und der kommenden Fortsetzung schrieb, WGA-Mitglied. Doch ein Mitspracherecht, wenn ihre alten Zeichentrickfilmen neu aufgelegt werden, hat sie deswegen nicht – also auch nicht beim neuen „Der König der Löwen“. Das Remake kommt am 18. Juli 2019 in die Kinos.

     

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