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Netflix-Filme 2018: Sind sie wirklich so "schlecht" wie ihr Ruf?
Von Regina Singer — 25.12.2018 um 17:00
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Der Streaming-Gigant wird von vielen geliebt, muss sich aber immer wieder anhören, die angebotenen exklusiven Inhalte seien durchschnittlich oder gar enttäuschend. Wir haben daher eine kleine Stichprobenanalyse anhand unserer Kritiken durchgeführt…

Netflix

Anfang des Jahres 2018 beschäftigten wir uns mit einem Vorwurf, dem wir auf deutschen und englischsprachigen Filmseiten immer wieder begegnet sind: Netflix produziere Filme, die bestenfalls durchschnittlich seien und sich wie „Stangenware“ anfühlten. Nun, da das Jahr fast rum ist, haben wir uns 30 Netflix-Eigenproduktionen, die innerhalb der letzten zwölf Monate erschienen sind, rausgesucht und uns unsere Kritiken zu den Filmen angesehen. Dabei mussten wir feststellen, dass die Produktionen tatsächlich größtenteils durchschnittlich bis solide sind und Ausreißer nach oben eher die Ausnahme bleiben.

Bevor wir aber mit unserer kleinen Qualitätskontrolle beginnen, wollen wir an dieser Stelle nochmal kurz erklären, dass die Marke „Netflix Original“ nicht immer gleich bedeutet, dass die jeweiligen Filme auch vom Streaming-Riesen selbst produziert wurden, sondern häufig schlicht für ein bestimmtes Land eingekauft oder in Auftrag gegeben wurden und daher lediglich in manchen Teilen der Welt exklusiv auf Netflix veröffentlicht werden. In unseren Filmrückblick machen wir allerdings keine Unterscheidung – auch wenn wir es an einigen Stellen nochmal anmerken.

Die besten Netflix-Filme 2018

Der beste Film, den Netflix dieses Jahr für uns zu bieten hatte war „Auslöschung“ von Alex Garland, den der Streaming-Gigant zumindest außerhalb der Vereinigten Staaten den Kinos „geklaut“ hat. Für uns ist das Werk ein gelungener „nervenzerfetzender psychologischer Thrilleratmosphärisches Meisterwerk voller kühner Ideen“.

FILMSTARTS-Kritik zu "Auslöschung"

Der kürzlich veröffentlichte „Roma“ verfehlt mit 4,5 Sternen nur knapp dem Titel des Meisterwerks, ist jedoch ein hervorragendes Drama, das „den visuellen Ideenreichtum mit tief empfundener Menschlichkeit und einem Hauch Poesie erdet.“ Der Film von „Gravity“-Regisseur Alfonso Cuarón wurde sogar eigens für Netflix produziert und fühlt sich daher mehr noch als „Auslöschung“ wie dessen bester Film des Jahres an.

FILMSTARTS-Kritik zu "Roma"

Zwei weitere starke Filme, die von uns vier Sterne bekamen sind „Wolfsnächte“ von Jeremy Saulnier („Green Room“) und „Die Woche“ mit Adam Sandler – wobei wir bei Letzterem, wie schon bei unserer legendären Kritik zu „Jack und Jill“, stark von den Bewertungen auf der Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes abweichen. Während das Werk für uns „die beste Adam-Sandler-Produktion seit langer Zeit“ ist, sind 77 Prozent der 22 eingetragenen englischsprachigen Kritiken negativ. Auch unter Usern erfreut sich der Film keiner großen Beliebtheit und erhält bei der IMDb durchschnittlich 5,1 von 10 Punkten (bei 11.842 Stimmen).

FILMSTARTS-Kritik zu "Die Woche"

Weitere „Netflix-Originale“, die wir mit 3,5 Sternen und damit als gut bewertet haben, sind „Mogli“, der Angriff auf die Disney-Konkurrenz, das Historien-Epos „Outlaw King“, „Extinction“, ein Sci-Fi-Thriller mit überraschender Geschichte, der Agentenfilm „Beirut“ sowie die Tragikomödie „Unersetzlich“.

Die schlechtesten Netflix-Filme 2018

Ganze sieben der 30 „Netflix-Originale“ erhielten bei uns nur laue 2 oder enttäuschende 1,5 Sterne. Darunter sind Filme wie „The Outsider“ mit Jared Leto („Dallas Buyers Club“), der für uns ein erschreckend langweiliges Gangster-Epos geworden ist, die „reizlose Coming-of-Age-Geschichte ohne besondere Merkmale“ „Vater des Jahres“, die Krawall-Komödie „Game Over, Man!“ mit „plattem Fäkalhumor“ sowie der „Weihnachtskitsch“ „Prinzessinentausch“ mit Vanessa Hudgens („High School Musical“). Dieser Film wiederrum erhielt dafür auf der Kritiken-Sammelseite Metacritic immerhin acht positive und nur eine negative Kritik.

Auf eine laue Bewertung kamen in diesem Jahr Filme wie Gareth Evans‘ Horrorfilm „Apostle“, „Wie der Vater...“ mit Kristen Bell, der maximal etwas für Fans vom „Traumschiff“ sein soll, sowie das Kammerspiel „TAU“ mit Gary Oldman („The Dark Knight“).

Die durchschnittlichen Netflix-Filme

Fast die Hälfte der 30 Filme (14, um genau zu sein) bewerteten wir mit 2,5 oder 3 Sternen. So kommt auch unsere Durchschnittswertung der „Netflix-Originale“ zustande: 2,88 Sterne vergaben wir im Schnitt. Mittelmäßig fanden wir folgende Filme:

Unser Fazit

Obwohl „Netflix-Original“ nicht immer bedeutet, was der Name vermuten lässt – also dass ein Film extra für Netflix produziert wurde – kleidet sich der Streaming-Gigant mit dieser Marke und muss daher damit rechnen, dass der gewöhnliche User eben nicht weiß, auf welchem Weg ein Film beim Video-on-Demand-Dienst gelandet ist. Und unsere kleine Stichprobenanalyse der 30 Filme, die 2018 auf Netflix erschienen sind und zu denen wir eine Kritik verfasst haben, bestätigt die Anfang des Jahres von uns vernommene Stimmung, dass die als Eigenproduktionen beworbenen Filme tatsächlich größtenteils durchschnittlich oder sogar enttäuschend sind.

Allerdings ist zu bedenken, dass das Angebot auch enorm vielseitig ist und deshalb wohl die meisten Filmfans etwas finden, das ihren Geschmack trifft. Außerdem gibt es Ausreißer nach ganz oben, wie „Auslöschung“ und „Roma“, der dank einer kurzen Laufzeit im Kino nun sogar ins Rennen um die großen Filmpreise gehen kann. Dennoch ist die Frequenz der Ausschläge nach unten höher, auch wenn in diesem Jahr keine Vollkatastrophe mit 0,5 oder 1 Stern dabei war. So steht am Ende unseres Jahresrückblicks das Ergebnis, dass die als Netflix-Originale deklarierten Filme im Schnitt zwar nicht richtig schlecht, aber eben auch ganz sicher nicht gut sind. Abgesehen von wenigen Ausreißern nach oben und ein paar mehr nach unten sind die meisten „Originale“ biederer Durchschnitt.

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