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    Es kommt noch eine "Aladdin"-Neuverfilmung: Das steckt dahinter!
    Von Björn Becher — 09.01.2019 um 19:18
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    Am 23. Mai 2019 kommt „Aladdin“ von Disney in die Kinos. Doch es bleibt nicht die einzige Version der Geschichte. Die „Sharknado“-Macher von The Asylum machen nun auch „Aladdin“ – allerdings mit einigen Änderungen.

    Walt Disney

    Wie die Kollegen von Slashfilm berichten, beginnen in dieser Woche noch die Dreharbeiten zu einem weiteren „Aladdin“-Film neben Disneys Remake des eigenen Zeichentricklassikers. Dahinter steckt die Trash-Schmiede The Asylum, mittlerweile vor allem bekannt für die „Sharknado“-Reihe.

    Dürfen die das?

    Dass die „Sharknado“-Macher „Aladdin“ auch und unter sogar demselben Titel verfilmen dürfen, mag den ein oder anderen vielleicht verwundern. Doch es geht alles mit rechten Dingen zu. Denn die zugrundeliegende Geschichte stammt aus den Märchen von „Tausendundeiner Nacht“, die zwischen 1704 und 1708 das erste Mal von dem französischen Orient-Experten Antoine Galland übersetzt und in insgesamt zwölf Bänden veröffentlicht wurden. Diese Märchen, auch „Aladdin“ sind längst Public Domain. Das heißt: Jeder darf sie adaptieren.

    Kein Dschafar, keine Jasmine

    So nahm sich Disney für den 1992 veröffentlichten Zeichentrickklassiker „Aladdin“ auch dieser Vorlage an. Wie bei vielen Klassikern aus dem eigenen Hause wurde aber eine berühmte Geschichte für die eigene Erzählung angepasst. Aladdins große Liebe Jasmine und Bösewicht Dschafar (bzw. Jafar in der englischen Originalfassung) wurden von Disney extra für den eigenen Film erfunden. The Asylum darf diese Figuren daher nicht nutzen. Denn sie stammen nicht aus der freien Vorlage, sondern Disney hält alle Rechte an ihnen.

    Wir wissen fast alles über die Asylum-Version

    Daher wird „Aladdin“ von The Asylum mit einem anderen Figurentableau aufwarten. Aladdin steht weiter im Mittelpunkt. Er wird von dem Wesir Maghreb, der erst den Sultan berät und später dessen Tochter Shahzadi, angeheuert, die berühmte Wunderlampe zu stehlen. Denn Bösewicht Maghreb, der Magie nutzt und mit dunklen Geistern im Bund ist, will die Welt regieren und zudem Shahzadi zu seiner Frau nehmen. Doch natürlich verliebt sich Aladdin in die „hübsche, einfallsreiche und intelligente“ (so die Rollenbeschreibung) Sultanstocher. Maghreb ist also quasi die Nicht-Disney-Version von Dschafar, Shahzadi von Jasmine.

    Woher wir das alles wissen? Auf der Casting-Seite Actors Access gibt es eine mittlerweile auch via Slashfilm veröffentliche Beschreibung aller Rollen, die für die Darstellersuche eingesetzt wurde. Eher ungewöhnlich in diesem Zusammenhang: Die Beschreibungen sind voller Spoiler. Da steht dann nicht nur, dass Shahzadis Vater stirbt, sondern auch bei einer Figur, dass sie „von einer Klippe in den Tod stürzt“ (was ziemlich sicher erst am Ende des Films erfolgen wird) und bei einer anderen, dass „sie von Drachen (!) getötet wird“. Inhaltlich wissen wir also fast alles über die Asylum-Version: Es gibt hier sogar eine Art Liebesdreieck. Denn Aladdin wird nicht von Affe Abu begleitet (eine Disney-Erfindung natürlich), sondern ist Teil einer Straßenkünstler-Gruppe. Dieser gehört auch die junge Naveena an, die über beide Ohren in Aladdin verliebt ist. Der behandelt sie aber nur wie seine kleine Schwester.

    Ein dicker Dschinni?

    Natürlich gibt es auch in der Asylum-Version von Aladdin einen Dschinni. Während Will Smith den Flaschengeist für Disneys „Aladdin“ spielt, suchte The Asylum einen Schauspieler zwischen 25 und 65 Jahren, Ethnie egal, aber ein „nicht-traditioneller Look“ sei willkommen, vor allem an Sumo-Kämpfer erinnernde Körperformen – womit man klar an die Optik des Zeichentrick-Dschinnis anknüpfen will. Ein cleverer Schachzug. Schließlich wird gerade diese Figur aufgrund der sich komplett vom Zeichentrick-Dschinni unterscheidenden Optik bei der Disney-Neuverfilmung von vielen Fans noch skeptisch gesehen.

    Ob die Figur wirklich so aussehen wird, können wir aber noch nicht sagen. Auch wenn die Dreharbeiten diese Woche beginnen, ist noch nichts über Darsteller oder Regisseur in Erfahrung zu bringen. The Asylum ist es schließlich gar nicht so daran gelegen, diese Projekte groß anzukündigen. Der Zuschauer soll nämlich gar nichts von diesen eigenen Filmen wissen. Das hat etwas mit der Strategie hinter diesen sogenannten Mockbustern der 1997 gegründeten Indie-Firma zu tun.

    Mockbuster-Schmiede

    Auf den Mockbuster-Trichter kam man 2005, als man parallel zu Steven Spielbergs „Krieg der Welten“ eine eigene Version der Geschichte von H.G. Wells herausbrachte und einen – im Vergleich zu damals üblichen Absatzzahlen im Direct-to-DVD-Markt – riesigen Hit landete. Denn viele ahnungslose Videothekengänger und Käufer griffen in den Regalen zu dem Film, weil sie dachten, dass sei der Spielberg-Blockbuster, für den sie die ganze Zeit groß Werbung gesehen haben.

    Schnell produzierte The Asylum nur noch solche Filme: „Transformers“ im Kino, „Transmorphers“ im Heimkino, „Death Race“ auf der Leinwand, „Death Racers“ in den Videotheken, „Thor“ als Marvel-Blockbuster, „Thor – Der Allmächtige“ als Billig-Version, um nur einige Beispiele zu nennen. Mit Filmen wie „Titanic 2“ hängte man sich sogar an schon länger zurückliegende Blockbuster dran. 2012 erlitt dieses Modell einen kurzfristigen Dämpfer, als Rechtsstreite mit Warner wegen eines „Der Hobbit“-Rip-Offs und mit Universal wegen der Billig-Version von „Battleship” dem Studio zusetzten. Doch das Geschäftsmodell existiert nach wie vor. Mittlerweile gibt es aber, auch ausgelöst durch den riesigen Erfolg der „Sharknado”-Reihe und einer Unterabteilung, die sich an sehr strenge Christen richtende Glaubensfilme produziert, daneben immer mehr Produktionen, die keine Rip-offs sind.

    Das Geschäft mit den Mockbustern ging zudem durch das Videothekensterben deutlich zurück. Schließlich war es ein wichtiger Teil des Geschäftsmodells, dass hier Kunden beim Ausleihen nicht zu genau hinschauten, und erst zu Hause merkten, was sie da eingepackt hatten. Trotzdem gibt es natürlich weiterhin eine Reihe davon: Christopher Nolans „Dunkirk“ wurde von „Operation Dunkirk“ begleitet, „Tomb Raider“ hieß bei Asylum „Tomb Invader“ und Hai-Überraschungshit „Meg“ bekam eine Billig-Version mit „Megalodon“, um erneut nur ein paar wenige Beispiele zu nennen. Schließlich kann sich im VoD-Zeitalter, der ein oder andere, der bei Amazon, iTunes und Co. sich gemütlich einen Film für die Abendunterhaltung leiht oder kauft, immer noch einen Fehlgriff bzw. nun -klick landen – fast wie damals in der Videothek. Und vor allem gibt es mittlerweile natürlich viele Asylum-Fans, für die diese Mockbuster einfach Kult sind, und die ihnen daher schon bei der Ankündigung des Originals entgegenfiebern.

    Mit der Hoffnung auf viel Zulauf von Fans und Falsch-Klickern wird dann auch „Aladdin“ erscheinen, der wahrscheinlich auch sehr schnell produziert wird, um so im Mai 2019 parallel zur Disney-Version auf dem Heimkino-Markt verfügbar zu sein.

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