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    Falsche Stimme von Sylvester Stallone in "Creed II": Wer genau hat bei der Synchro Scheiße gebaut?
    Von Christoph Petersen — 30.01.2019 um 20:00
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    Viele Fans sind sauer, weil Sylvester Stallone in der deutschen Fassung von „Creed 2“ nicht mit derselben Stimme wie im ersten Teil spricht. Aber inwieweit ist die Aufregung wirklich gerechtfertigt?

    Warner Bros.

    Weil wir den Film vorab nur in der englischen Originalfassung gesehen haben, wurden auch wir ziemlich davon überrascht, als sich am vergangenen Wochenende unter unserer Kritik zu „Creed II – Rocky’s Legacy“ plötzlich die Kommentare häuften, in denen über Sylvester Stallones neue Stimme geschimpft wurde. So schreibt etwa der Nutzer McFly81:

    Die neue Stimme ist ein Witz. Absolut unmöglich genau wie bei Schwarzenegger in Escape Plan. Das geht echt mal gar nicht 👎🏻 Millionen Fans kennen nur Dannenbergs Stimme, Dannenberg ist quasi Rocky. Das wäre ja so als würde man Bruce Willis seiner Stimme berauben. No Go !!!

    Inzwischen ist nun klar, was passiert ist: Statt von seinem Stammsprecher Thomas Danneberg, der Rocky auch in „Creed“ synchronisiert hat, wird Sylvester Stallone in „Creed II“ von „Das Boot“-Kommandant Jürgen Prochnow gesprochen. Deshalb müssen wir McFly81 zumindest in einem Punkt widersprechen: Weil Prochnow die Figur Rocky auch schon 1976 in „Rocky“ und 1979 in „Rocky 2“ synchronisiert hat, ist seine Stimme wahren „Rocky“-Fans sehr wohl bekannt. Aber natürlich führt es trotzdem zu erheblichen Irritationen, wenn ein so prägnant sprechender Schauspieler wie Sylvester Stallone mit einem Mal ganz anders klingt, als man es seit vielen Jahren von ihm gewöhnt ist.

    Wer hat denn jetzt Scheiße gebaut?

    Okay, wir sind uns einig, die Situation ist definitiv nicht optimal. Aber wen, wenn überhaupt jemanden, trifft daran jetzt eigentlich die Schuld? Dazu muss man zuerst einmal festhalten, dass Thomas Danneberg an der Synchronisation von „Creed II“ nur deshalb nicht beteiligt war, weil der 76-jährige Sprecher aktuell so schwer erkrankt ist, dass er einen solchen Job schlicht und einfach nicht wahrnehmen kann. Sich über die Abwesenheit der Stimme von Danneberg zu beschweren, ergibt also schon mal keinen Sinn – da müsste man dann schon bei Gott persönlich vorsprechen.

    Also stellt sich eigentlich nur noch die Frage, ob Warner Bros. Germany den bestmöglichen Ersatz für Danneberg gefunden hat? Dabei kann man zumindest schon mal festhalten, dass die Verantwortlichen definitiv den naheliegendsten Ersatz gefunden haben – schließlich hat Prochnow die Figur wie gesagt bereits in ihren ersten beiden Kinoauftritten synchronisiert. Trotzdem wird in Kommentaren zu „Creed II“ viel über Prochnow gemeckert, wobei wir allerdings glauben, dass das weniger mit der eigentlichen Qualität der Synchronarbeit, sondern vor allem mit der Ungewohntheit der Stimme zu tun hat. In diese Richtung entwickelt sich inzwischen auch ganz klar die Diskussion im Synchron-Forum, wo traditionell auf hohem Niveau über deutsche Synchronisationen debattiert wird. Dort scheibt der User funkeule etwa:

    Ich habe ihn heute ein zweites Mal gesehen. Prochnow ist auch beim zweiten Blick bzw. Hören super, aber immer, wenn ich ihn sprechen hörte, stellte ich mir Danneberg im gleichen Atemzug vor. Mit Danneberg wäre es noch cooler gewesen. Aber seine Gesundheit ist weitaus wichtiger. Hoffentlich geht es ihm bis zu Rambo 5 und dem neuen Terminator wieder besser und er traut es sich dann auch noch zu.

    Das wahre Problem ist der Überraschungsfaktor

    Für Dannebergs Krankheit kann keiner was – und mit Prochnow haben die Warner-Verantwortlichen einen guten Ersatzkandidaten gefunden. Trotzdem wollen wir den Verleih nicht von jeder Verantwortung freisprechen, denn es hätten sicherlich eine ganze Menge Irritationen vermieden werden können, wenn man den Sprecherwechsel einfach im Vorfeld offen kommuniziert hätte. So schreibt etwa der User ronnymiller im Synchron-Forum:

    Hab ihn gerade gesehen und gehört. Im ersten Moment war es noch etwas fremdeln, vor allem, weil Rocky zunächst nur aus dem Off zu hören ist. Das es tatsächlich Rocky ist, der da gerade etwas sagt, merkt man als deutscher Zuschauer erst als die Kamera ihn ins Bild nimmt. Reaktion Publikum: Was hat der denn für `ne Stimme? Es dauert ungefähr 20 Minuten, bis man es völlig akzeptiert hat. Es ist schon erstaunlich, aber Prochnow passt auch jetzt noch hervorragend zu Stallone und vor allem zur Rolle. Schauspielerisch ist es nahezu perfekt, was Prochnow da ins Mikro brennt. Deshalb hört das Raunen des Publikums auch sehr schnell auf. Am Ende: Niemand, der noch über die Synchronstimme spricht.

    Auch das spricht dafür: Die neue Stimme von Rocky in „Creed II“ ist offensichtlich viel leichter zu akzeptieren, wenn man von ihr nicht mitten im Film überrascht wird.

    „Creed II“ läuft seit dem 24. Januar in den deutschen Kinos.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Creed II"

     

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    Kommentare
    • Alexander Geilhaupt
      Prochnow spricht auch den Original-Rocky 1976. Alles gut.
    • Völlig E
      Ich als Stallone Fan hoffe sehr, das Thomas Danneberg (natürlich so oder so) wieder Gesund wird und Creed fertig synchronisiert (zur Hälfte soll Danneberg ja noch fertig geworden sein).Fakt ist, wenn Prochnow zumindest stimmlich halbwegs so wie in den ersten Rockyfilmen geklungen hätte, wäre es etwas erträglicher geworden, so bin ich nach 20 Minuten aus dem Kino (ich war nicht der Einzige), ich konnte mir den Mist nicht mehr anhören, es passt einfach nicht. Punkt.Fakt ist ebenso, das Expendables 4 und Rambo 5 in Deutschland floppen werden, ohne Dannenbergs Synchro... Man sah es ja an Eddie Murphys Filmen, nachdem der Synchronsprecher leider verstarb, floppten seine Filme hier extrem, da die Nachfolgende Synchrostimme null passte, wie eben bei Creed II :(
    • Gravur51
      Verstehe ich. Ich find zb TDK sowohl in deutsch als auch in englisch gleichwertig, weil ich Heaths Synchronsprecher immer gerne höre und sowieso alles auf einem sehr hohen Niveau ist. Allerdings mag ich zb TDKR Synchro gar nicht, einfach weil dort der Akzent von Bane und die ohnehin gei*e Stimme von Hardy verloren geht. Ich hab bis 2009 nur deutsch geschaut, dann hab ich meine damalige Freundin kennengelernt und ihren Tipp, mal im Original einen Film zu schauen beherzigt. Es bedurfte einer Umgewöhnungszeit, aber mittlerweile bin ich wirklich froh hab ich es gemacht.
    • Deliah C. Darhk
      Du diffamierst aber auch niemanden, der das nicht tut oder kann.Meine Mutter ist Britin. Als Kind lebte ich drei Jahre in London.Ich könnte Filme durchaus ohne Untertitel auf englisch sehen.Aber ich tue es nicht.Audio-Optionen gab es früher noch nicht (VHS). Ich bin einfach mit der Synchronisation erheblich länger aufgewachsen als mit den OVS. Deswegen fühlt die OV sich für mich oft fremd an. Bei Columbo z. B. klingt das Original für mich wie ein unsicheres Würstchen. Das Raue in der deutschen Stimme macht die Figur für mich aber erst sehenswert.'Die Zwei' als Extrembeispiel funktioniert sogar nur in der dt. Synchronisation, weil die durch ihre massiven Änderungen einen ganz anderen und in Deutschland als erfolgreiches Alleinstellungsmerkmal generierten Ton hat, welcher die Serie stilistisch komplett veränderte.Neben deutsch und englisch spreche ich noch halbwegs französisch und mangels Praktik mittlerweile etwas schlechtes farsi (heisst auf dem Sprachniveau eines Mülleimers), sowie ein paar kleinere Brocken arabisch, die aber keinem längeren Gespräch standhalten (Seit ich mich von Robins Vater trennte und wieder nach D zog benutzte ich diese Sprache nicht mehr.).An der Sprachbegabung liegt es also definitiv nicht, dass ich die dt. Synchro bevorzuge. Es ist für mich einfach die Sprache, in der ich meine Liebe zum Medium Film entdeckte und entwickelte.Untertitel sind für mich immer irgendwie störend, auch um z. B. in FtWD das Spanische zu übersetzen. Lenkt vom Bild ab. Das mag ich nicht.Depp in FdK ist im Original allerdings wirklich ein Highlight des karibischen Englischs. Den ersten Teil sehe ich tatsächlich öfter mal im OV.Aber das ist bei mir eher Ausnahme als Regel, auch wenn ich manche Filme nach der deutschsprachigen Sichtung noch mal im Original schaue, weil ich neugierig bin oder James Earl Jones hören will.
    • Luphi
      Sorry, Anführungsstriche und Quellenangabe vergessen:Blödsinn. - Zitat des Filmstart-Users Filmfan
    • Gravur51
      Um da ein kleines Gegenargument zu bringen. Ich selber kann nur noch englisch und ein bisschen franz., aber nach Möglichkeit schau ich mir alle Filme im original an, franz., koreanisch, russisch was auch immer, dann halt mit Untertiteln. Es ist halt ein - trotz lesen - authentischeres filmerlebnis.
    • Filmfan
      Na. Nicht unfreundlich werden ;)
    • Deliah C. Darhk
      Wie viele Sprachen beherrscht Du denn so gebrauchsfähig, und welche?Koreanisch dabei? Hindi?Spanisch?
    • Luphi
      Blödsinn.
    • Filmfan
      Ich kommentiere nur wichtige Sachen ;)
    • Luphi
      Twitter war am Anfang auch noch reizvoll, weil es kreativ war und Informationen kurz und knackig aufbereitet. Inzwischen ist das aber auch nicht mehr so. Man sollte wirklich nicht zu viel dort und auf Facebook lesen. Nicht nur bei politischen Themen, die regelmäßig von Bots und rechten Trollen unterwandert werden, sondern offenbar auch bei so banalen Sachen wie die Synchronisation eines Nebencharakters eines aktuellen Kinofilms. Und es helfen offenbar auch die besten Argumente nicht mehr. Da verliert man echt den Glauben an die Menschheit.
    • Luphi
      Im Englischen habe ich die Untertitel als Unterstützung oft mitlaufen, da ich vor allem beim Slang und Dialekten oft Schwierigkeiten habe. Ansonsten liegt der Fokus natürlich immer auf dem Bild.Bspw. in einer zweisprachigen Serie wie Narcos kommt man um die Untertitel gar nicht herum.
    • WhiteNightFalcon
      Klasse. 😂
    • Jimmy Conway
      Leider. Ich verstehe den Sinn von Instagram und Twitter immer noch nicht. So ein Schwachfug. Bei Facebook reizte zu Beginn, dass man nach Leuten suchen konnte, die man ewig nicht gesehen hat oder dass man eben auch mit News gefüttert wird.Ansonsten ist mir das alles zu blöd.
    • Jimmy Conway
      Untertitel finde ich doof. Entweder man versteht die Fremdsprache oder nicht. Einen Film soll man nicht gucken um dann nur die ganze Zeit zu lesen. Man muss auf die Bilder achten, dass was gerade um die blöden Untertitel herum passiert.Deshalb verstehe ich die Menschen nicht, die über eine anständige Synchro meckern. Da ich Englisch sehr gut verstehe, gucke ich englischsprachige Filme auch im O-Ton, aber asiatische bspw,? Ne, lass mal.
    • Tobias D.
      Also, ich habe mit diesem Sprecherwechsel kein Problem. Ganz am Anfang kam es mir zwar auch komisch vor, als Stallone noch nicht im Bild stand (höchstens im Spiegel zu sehen). Aber sobald er dann zu sehen war, war alles ganz normal.
    • Deliah C. Darhk
      Das ist doch der von LL Cool J gespielte Drogenboss in 'Undercover - In too deep'. Oma Epps lässt da als Undercover-Cop God and his Angels hochgehen.Guter Film.
    • Luphi
      Zumindest im Heimkino kannst du dir da ja durch Untertitel abhilfe schaffen. In anderen Ländern ist das Gang und Gäbe. Da gibt es gar keine synchronisierten Filme. Insofern kann man froh sein, dass es hierzulande überhaupt die Möglichkeit gibt.
    • Klaus S aus S
      BLAAAA BLAAA BLAAA wieder so ein Angeber der Filme im Original schaut und sich dannwahrer Filmfan nennen darf XD XD XD
    • Cirby
      Sehe ich auch so. Außer der letzte Satz. Da ich Englisch nicht so gut verstehe, wäre das ein ziemlich schlechtes Erlebnis.Dann doch lieber die dt. Syncro. Welche mir in vielen Situationen viel besser gefällt, als das Original - so z.B. bei meinen Lieblingsfilmen - DHdR - die ich als einziges durchgängig auch im OV geschaut habe.
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