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Dieses Mal kein "Avatar"-Effekt: "Alita: Battle Angel" wird wohl Megaflop
Von Carsten Baumgardt — 06.02.2019 um 13:17
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Der erste gigantische Flop der US-Saison kündigt sich an. Die Prognosen für Robert Rodriguez‘ von James Cameron produzierten Sci-Fi-Actioner „Alita: Battle Angel“ sind sehr enttäuschend. Es bleibt nur das Prinzip Hoffnung – auf den asiatischen Markt.

20th Century Fox

Wir beobachten und begleiten das ambitioniert-spannende Projekt „Alita: Battle Angel“ schon seit seiner Ankündigung mit Aufmerksamkeit und Nachrichten. Das Risiko, das Produzent und Mit-Autor James Cameron („Titanic“) mit der Realverfilmung des gleichnamigen Mangas von Yukito Kishiro eingegangen ist, ist immens. Selbst inszeniert hat Cameron den Film allerdings nicht: Weil er sich um die Realisierung seiner „Avatar“-Fortsetzungen kümmern wollte, sprang Robert Rodriguez („From Dusk Till Dawn“) als Regisseur ein und verwirklichte Camerons Vision. Doch die prognostizierten Zahlen für den nordamerikanischen Kinostart am 14. Februar 2019 sind für den Verleiher 20th Century Fox mehr als ernüchternd.

Laut The Wrap steuert „Alita: Battle Angel“ auf ein erstes Fünf-Tage-Wochenende mit Einnahmen in Höhe von 25 Millionen Dollar zu (16 Millionen für die klassischen drei Tage). Als finales Ergebnis für die USA und Kanada wird mit rund 45 bis 50 Millionen Dollar gerechnet. Bei einem reinen Produktionsbudget von 150 bis 200 Millionen Dollar (je nach Quelle und ohne Kosten für Werbung und Marketing gerechnet) ist diese prognostizierte Summe schlicht ein Desaster.

"Alita: Battle Angel": Zittern wie bei "Avatar"

Eine kleine Anekdote: Wir haben eine ähnliche Situation schon einmal live vor Ort miterlebt. Es ist der 17. Dezember 2009, der Tag des US-Starts von James Camerons „Avatar – Aufbruch nach Pandora“. Wir sitzen am Set des von Robert Rodriguez produzierten und von Nimród Antal inszenierten „Predators“ in Austin, Texas mit US-Presse- und PR-Verantwortlichen von 20th Century Fox beim Essen zusammen – und die sind hypernervös und unsicher, weil sie nicht wissen, ob Camerons sündhaft teurer Sci-Fi-Actioner tatsächlich an der Kinokasse zündet. Schließlich ist der Start eines Originalstoffes in der extragroßen Preisklasse immer sehr heikel. Doch letztendlich gab es ein Happy End, „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ ging ab wie eine Rakete, startete damals mit 77 Millionen Dollar am ersten Wochenende weit über den Erwartungen, verlor in der nächsten Woche nur zwei Prozent und zeigte erstaunliche Langläufer-Qualitäten (insgesamt 749 Millionen Dollar in Nordamerika) durch herausragende Mundpropaganda. Auch heute noch ist „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ mit weltweiten Einnahmen von 2,79 Milliarden Dollar der umsatzstärkste Film aller Zeiten.

20th Century Fox
Alita (Rosa Salazar) mit ihrem Schöpfer Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz) in "Alita: Battle Angel"

Doch dieses Märchen wird sich für 20th Century Fox bei „Alita: Battle Angel“ zumindest in Nordamerika nicht wiederholen, dazu geben weder die Trackingwerte der Analysten noch das Presseecho Hoffnung. Denn die Kritiken zu „Alita: Battle Angel“ sind bisher nur sehr gemischt. Auf Metacritic steht ein Score von 53 von 100 Punkten zu Buche, bei Rottentomatoes bewerten 60 Prozent der Rezensenten den Film als „fresh“ (Durchschnittswertung = 5,9 von 10). Unser FILMSTARTS-Kritiker Daniel Fabian schreibt in seiner Kritik: „Das Effektgewitter in ‚Alita: Battle Angel‘ ist – wie auch der Körper des Kriegerengels – letztendlich nur eine Hülle. Stattdessen kommt es vielmehr darauf an, das Herz am rechten Fleck zu haben — und das hat die Manga-Verfilmung ebenso wie ihre Titelheldin.

FILMSTARTS-Kritik zu "Alita: Battle Angel"

Schadensbegrenzung und Hoffnung auf Asien

Aber ein wenig Schadensbegrenzung konnte dennoch betrieben werden, indem man den Starttermin von Weihnachten in den Februar schob.Es sieht wirklich nicht gut aus, aber mit dem Verlegen auf den Valentinstag hat der Film mehr Platz, sich zu entfalten, weil [die Familienfilme] ‚The LEGO Movie 2‘ und ‚Drachenzähmen leicht gemacht 3‘ keine direkten Konkurrenten sind“, erklärt Analyst Daniel Loria von unserer amerikanischen Partnerseite Boxoffice.com.

Weitere Hoffnung ruht auf dem asiatischen Markt, der schließlich schon so manchen US-Flop international gerettet hat. In China und Japan startet „Alita: Battle Angel“ am 22. Februar. In Deutschland könnt ihr euch den Film bereits wie in den USA am 14. Februar anschauen.

In der Titelrolle ist Rosa Salazar („Maze Runner 2+3“, „Bird Box“) zu sehen, neben ihr spielen die Oscarpreisträger Christoph Waltz („Inglourious Basterds“) und Mahershala Ali („Moonlight“) sowie Jennifer Connolly („A Beautiful Mind“).

 

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