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    Nach Vergewaltigungsvorwürfen: "Red Sonja"-Remake auf Eis und Bryan Singer offenbar gefeuert
    Von Christian Fußy — 12.02.2019 um 15:50
    Aktualisiert am 14.03.2019 um 11:21
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    „X-Men“- und „Bohemian Rhapsody“-Regisseur Bryan Singer sollte ein Remake der blutigen Sandalen-Action „Red Sonja“ inszenieren. Nach Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfen gegen den Regisseur wurde das Projekt nun aber vorerst eingestellt.

    Dynamite Entertainment

    Millenium Films hat die Arbeit am Remake der Barbaren-Action „Red Sonja“ nach schweren Vorwürfen gegen Regisseur Bryan Singer vorerst eingestellt. Der Film wurde aus dem Release-Kalender der Firma entfernt und soll bis auf Weiteres auch nicht an potenzielle Käufer angeboten werden. Das hat The Hollywood Reporter jetzt enthüllt. Singer bekam das Projekt überraschend im September 2018 zugeteilt, nachdem er die Produktion des Musikfilms „Bohemian Rhapsody“ verlassen hatte. Nicht nur wurde damals ausführlich über Singers Fehlverhalten am Set des Queen-Biopics berichtet, der Regisseur wurde zudem angeklagt, 2003 einen 17-Jährigen vergewaltigt zu haben, weshalb seine Verpflichtung selbst bei Brancheninsidern für erhobene Augenbrauen sorgte.

    Anschuldigungen mit Konsequenzen

    Es wurden mittlerweile weitere Anschuldigungen gegen Singer publik, das Bostoner Magazin The Atlantic veröffentlichte im Januar 2019 in einem detaillierten Exposé etliche Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfe, die gegen den „X-Men“-Regisseur vorliegen. Singer warf dem Magazin daraufhin fehlenden journalistischen Standard bei Recherche und Berichterstattug vor und bezeichnete das Exposé in einem Statement gegenüber Deadline als „homophobe Schmierenkampagne“ sowie die Anschuldigungen gegen ihn als „Lügen“. Im Rahmen der Anschuldigungswelle wurde unter anderem auch seine BAFTA-Nominierung für „Bohemian Rhapsody“ zurückgezogen. Auch die GLAAD Media Awards, bei denen jährlich Filme geehrt werden, die in ihrer Darstellung von LGBT-Figuren oder -Themen fair, sensibel, verantwortungsbewusst oder besonders zutreffend sind, distanzierten sich von Singer und strichen „Bohemian Rhapsody“ von der Liste der Nominierten.

    Erst sah alles danach aus, als würde das Studio die Vorwürfe gegen Singer ignorieren oder sogar offen abstreiten, um wie geplant mit der Produktion fortzufahren – Millenium-Produzent Avi Lerner bekundete erst Ende Januar, an dem Regisseur für „Red Sonja“ festhalten zu wollen, außerdem gab er gegenüber dem Hollywood Reporter das Statement ab, bei den Anschuldigungen gegen Singer handle es sich um „Fake News“. Später ruderte Lerner jedoch etwas zurück und gab zu verstehen, er habe dieses Statement nie abgegeben, sondern lediglich die Formulierung des Publizisten abgesegnet, ohne sie zu lesen. Singer zu feuern, zog er zu jenem Zeitpunkt trotzdem nicht in Betracht.

    Singer nun wohl doch gefeuert

    Doch Lerners Haltung scheint sich nun geändert zu haben. Wie der Hollywood Reporter jetzt nämlich in einem längeren Hintergrundbericht über aktuelle Anschuldigungen gegen Warner-Chef Kevin Tsujihara nebenbei erwähnt, wurde Singer nun doch bei „Red Sonja“ rausgeworfen, da Lerner mit der Beteiligung des Regisseurs wohl Schwierigkeiten hatte, einen Partner für den Vertrieb zu finden. Damit liegt das Projekt vorerst endgültig auf Eis. Dass die zahlreichen negativen Reaktionen auf Lerners vorherige Aussagen ebenfalls etwas mit dieser Entscheidung zu tun haben, ist naheliegend. Es sollte sich bei dem Film um eine moderne Neuinterpretation der berühmten Comicfigur im Stil von „Wonder Woman“ handeln. Der Stoff wurde bereits 1985 mit Brigitte Nielsen und Arnold Schwarzenegger in den Hauptrollen als Rape-Revenge-Sandalenabenteuer verfilmt.

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    Kommentare
    • Deliah C. Darhk
      Wurde noch kein Professor gefunden, der das anwendbar vermitteln könnte.Ich war ja selbst schon überrascht wie ich reagiert habe. Liegt eben viel in der Stimmung und der Situation.
    • Citizenpete
      Damit hat sich dann auch die Verfilmung von The moon is a harsh mistress erledigt. In Hollywood gilt die Unschuldsvermutung auch nicht mehr – es sei denn, man ist tatsächlich verurteilt wie Polanski, dann hat man sogar im Zeitalter von #metoo einen Freifahrtschein in Hollyweird.
    • Arkanoid
      Wenn es dafür ein Studium gibt würde ich mich gern Einschreiben auch wenn zu befürchten ist das mit dem Abschluss gleich die Rente folgt.
    • Eugen Gense
      Gibt es den schon eine Anklage? Ein geständnis? Belastendes Material?
    • Deliah C. Darhk
      Persönlich halte ich seine Schuld für wahrscheinlich. Dennoch vermisse ich eine Verurteilung oder zumindest U-Haft, ehe es Maßnahmen gegen ihn gibt. ^^
    • Bruce Wayne
      Die Frage ist doch viel mehr: Warum zum Teufel sollten ihm überhaupt diese Preise verliehen werden? Bohemian Rhapsody hat sie jedenfalls nicht verdient.
    • Darklight ..
      Preise beurteilen Kunst.Die Justiz dein Privatleben.(Wenn es kriminell war...).
    • Barney Ross
      Einfach einen anderen Regisseur nehmen und fertig.
    • Jimmy v
      Singer ist eine dubiose Figur, dem schon Ewigkeiten solche Geschichten anheften. Deshalb ist die Entscheidung durchaus verständlich. Um das Projekt finde ich es allerdings schon ein bisschen schade, denn einen launigen Fantasyfilm würde ich schon mal gerne sehen. (Ich mag deswegen ja die Titans-Filme mit Sam Worthington, obwohl sie durchaus noch besser sein könnten.)
    • Rockatansky
      Wundert mich auch. Auch dass z.B. ein Polanski noch Jobs bekommt (und überhaupt frei rumläuft). Zum Projekt geb ich Dir ebenfalls Recht. Ich will endlich mal wieder einen Film, in dem auf political correctness gesch... wird. Heisst, Hauptdarstellerin mit ordentlich Kurven in knappen Kettenhemd, gesplittete Torsos und dreckiger, böser Humor. Diese Projekt wäre zumindest prädestiniert dafür...
    • Deliah C. Darhk
      Auch da. Griff an die T!tten geht für mich dann zwar gar nicht, aber ein Klapps auf den Hintern, z. B. weil er an mir vorbei will und ich (wg zu lauter Musik oder whatever) vorher auf nichts reagiert habe würde mich jetzt nicht unbedingt in Wut versetzen.Beim Flirten mal so'n freches Hand, Arm oder Knie anfassen kann sogar ganz gut bei mir ankommen, hängt aber unheimlich stark von dem Typen und der Situation ab, weil: Manchmal möchte frau ja auch angefasst werden, aber eben nicht immer und schon gar nicht von jedem. Da gibt es keine Faustregel für.Wenn es sich nicht nach Bedrängen anfühlt ist es für mich meistens okay.
    • Gravur51
      Stimmt natürlich. Dachte an eine fremde person, ungefragt.
    • Deliah C. Darhk
      Hängt von der Situation ab.
    • Gravur51
      Stimmt schon. Vielleicht hab ich deinen text auch zu weit interpretiert. Dieser jier klingt sehr viel analytischer. Vorher klang es für mich ein bisschen zu empathisch und anfällig für Manipulationen.
    • Darklight ..
      Definitiv. Ohne Wenn und Aber...
    • Darklight ..
      Es gibt ja ein - für dieses Verbrechen gibt es 2 bis 10 Jahre Gefängnis... und bei vielen Taten finde ich so einen Spielraum gut...
    • Darklight ..
      Einer zeigt Reue der andere nicht... einer ist stolz auf die Tat, der andere stand selbst unter Drogen... usw. es gibt Umstände, die vielfach so komplex sind, daß es schlicht nicht gerecht wäre, pauschal für dasselbe Verbrechen die gleiche Strafe zu geben...Ich finde die Idee von einem Strafmaß und einer Beurteilung durch einen Richter schon sehr wichtig. Und - konkret hat Weinstein komplett anders agiert als Polanski...
    • Gravur51
      Aber wenn Dir zb jemand an die Brüste oder den hintern fasst wäre das doch für dich auch ein sexueller übergriff, oder?
    • Gravur51
      Stimme dir zu. Nur deiner Meinung, dass Urteile anhand der individuellen Vorgeschichte angepasst werden, bin ich nicht. Zb 2 vergewaltigungen. Beim einen war der vater abusive, der andere hatte ne gute Kindheit. Sollten beide ähnlich hohe Strafen bekommen für dasselbe Verbrechen.
    • Gravur51
      Wäre ganz problematisch in einem rechtsstaat, wenn da mit verschiedenen waagen gewogen würde oder wie man das sagt. Das wäre nämlich perfekte Grundlage für Manipulation allerlei art.
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