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"Watchmen": Darum sehen wir das verrückte Ende des Comics nicht im Film
Von Tobias Tißen — 23.02.2019 um 18:00
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In seinem Superhelden-Epos „Watchmen“ hält sich Regisseur Zack Snyder recht eng an die Vorlage von Alan Moore. Doch gerade das Finale wurde drastisch geändert – aus gutem Grund.

Warner Bros.

1986/87 erschien die bahnbrechende Graphic Novel „Watchmen“ von Alan Moore. Aufgrund der großen Popularität war dann schon Ende der 1980er Jahre eine Verfilmung im Gespräch, zeitweise war sogar Terry Gilliam („Brazil“) unter den Kandidaten für die Regie. Weil dieser den Stoff jedoch nicht in einen einzelnen Film quetschen wollte, lehnte er schlussendlich ab. Nachdem dann in den frühen 2000ern auch eine Adaption von Darren Aronofsky („Requiem For A Dream“) scheiterte, nahm sich schließlich Zack Snyder, der sich mit der Verfilmung der Graphic Novel „300“ für diesen Job empfohlen hatte, „Watchmen“ an und brachte den Comicklassiker mit „Watchmen - Die Wächter“ 2009 endlich auf die große Leinwand.

Dabei hielt sich der Regisseur eng an die Vorlage, was auch von vielen Seiten gelobt wurde. In einigen Punkten wich er dann aber doch deutlich ab, am offensichtlichsten ist dabei das komplett andere Ende.

Das Ende im Film (Achtung: Spoiler!)

Im großen Finale des Films teilt Adrian Veidt alias Ozymandias (Matthew Goode) seinen ehemaligen Watchmen-Kollegen mit, dass ein Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion nur verhindert werden kann, indem man den beiden Großmächten einen Grund zur Annäherung liefert. Damit meint er den geteilten Hass auf Jon Osterman alias Dr. Manhattan (Billy Crudup). Diesen will Veidt provozieren, indem er die Großstädte der Welt mit Nuklearwaffen angreift, die Manhattans Energiestruktur aufweisen. Weil der mittlerweile gottähnliche und kaum noch menschliche Osterman logisch nachvollziehen kann, dass der verrückt anmutende Plan Millionen tötet, allerdings auch Milliarden rettet, tötet er Rorschach (Jackie Earle Haley), der die Wahrheit ans Licht bringen will, und macht sich selbst auf den Weg in eine andere Galaxie.

Das Ende in der Comic-Vorlage

In der Vorlage von Alan Moore ist das große Finale jedoch um ein Vielfaches verrückter. Auch dort hat Adrian Veidt den Plan, die Menschheit durch Massenmord zu retten. Allerdings will er dieses erreichen, indem er eine gigantische Tintenfisch-Kreatur erschafft (H.P. Lovecraft lässt grüßen) und diese auf New York City loslässt. Daraufhin verbündet sich die Menschheit gegen die vermeintlichen Aliens. Dr. Manhatten wird hier von Veidt also nicht in eine Bösewicht-Rolle gedrängt, dennoch sieht er sich schlussendlich dazu gezwungen, Rorschach zu beseitigen und in eine andere Galaxie aufzubrechen.

DC Comics
Tentakel graben sich im „Watchmen“-Comic durch New York

Darum wurde das Finale geändert

Viele Fans waren enttäuscht, dass dieses epische Finale nicht in Zack Snyders Film zu sehen war. Doch in einem Interview mit MTV kurz nach Kinostart erklärte der Regisseur, wieso die Änderung nötig war: „Es hätte mindestens 15 Minuten gedauert, um den Tintenfisch und sein Aussehen vernünftig zu erklären. Ansonsten hätte es einfach nur verrückt gewirkt. Wir haben ihn dann also aus dem Film rausgelassen, um uns mehr auf Rorschach und auch etwas mehr auf Dr. Manhattan konzentrieren zu können.“

Vorausgegangen sei diesen Überlegungen eine Bitte des Studios, den Film so kurz wie möglich zu halten. Und da selbst die Kinoversion bei 163 Minuten landete (der Directors Cut dauert 187, der Ultimate Cut sogar 215 Minuten), war die Änderung des Finales wohl unumgänglich.

Die allerletzte Szene ist jedoch in Film und Graphic Novel identisch: Ein Mitarbeiter der Zeitung New Frontiersman findet das Tagebuch von Rorschach in der Post, weshalb die Geschichte mit einem tragischen Schlussakkord zu Ende geht. Die Veröffentlichung der Wahrheit hinter dem Angriff – egal ob Tentakelmonster oder Atomwaffen – wird die Nationen nämlich wieder entzweien und all die Todesopfer waren schlussendlich umsonst.

ProSieben zeigt „Watchmen – Die Wächter“ am heutigen Samstagabend (23. Februar 2019) ab 22:55 Uhr in der Kinofassung. Was die drei verschiedenen Versionen unterscheidet, erklären wir euch im folgenden Artikel:

So stark unterscheiden sich die drei Schnittfassungen des Films

 

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