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    Trotz des Weltuntergangs in "8 Tage": So ist eine 2. Staffel möglich
    Von Markus Trutt — 04.03.2019 um 18:30
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    Im Mittelpunkt der Sky-Serie „Acht Tage“ steht nichts weniger als der Untergang der Welt. Aber ist dadurch eine Fortsetzung von vornherein ausgeschlossen? Wir haben uns Gedanken gemacht, wie es in einer potenziellen zweiten Season weitergehen könnte.

    Sky / Neuesuper / Stephan Rabold

    Achtung, Spoiler zum Ende von „8 Tage“!

    Die Macher von „8 Tage“ erzählen in der Sky-Eventserie ihre Geschichte konsequent zu Ende. Von Beginn an wird klargemacht, dass ein letzter Versuch, einen auf die Erde zurasenden Asteroiden von seinem Kurs abzubringen, fehlgeschlagen und die Welt in den titelgebenden acht Tagen dem Untergang geweiht ist. Und tatsächlich wird hier keine plötzliche Rettung des Planeten aus dem Hut gezaubert. Auch wenn man den Einschlag selbst nicht sieht, wird doch deutlich, dass das Ende wirklich eintritt. Aber bedeutet das nicht zwingend, dass es keine zweite Staffel von „8 Tage“ geben kann.

    Das sagt der Autor

    Obwohl „8 Tage“ allein schon wegen der Ausgangssituation als Miniserie konzipiert ist, die ganz eigenständig funktioniert und so nach der ersten Staffel abgeschlossen für sich stehen kann, haben sich die Macher durchaus auch schon Gedanken über eine mögliche Fortsetzung gemacht, wie Serien-Co-Schöpfer Rafael Parente („Hindafing“, „Blockbustaz“) im Interview mit den Kollegen von DWDL verriet:

    „Wir Menschen sind nicht wie die Dinosaurier, wir können Strom erzeugen, Bunker bauen und Lebensmittel konservieren. Es würde also Menschen geben, die diesen Impact überleben. Die Frage ist dann nur, ob man das will. Und das ist ja im Prinzip eine Steilvorlage für eine zweite Staffel. Das wird sich zeigen. Ich wäre auch zufrieden, wenn es bei der Miniserie bleibt. Aber es gibt durchaus Optionen für eine Fortsetzung.

    Bunkergeschichten

    Wie Parente im obigen Zitat anspricht und wir in der Serie selbst gesehen haben, finden viele Menschen auch Zuflucht in eigens angefertigten Schutzbunkern. Auch wenn es zunächst hieß, dass solche gerade für die Bevölkerung in Deutschland bei dem berechneten Aufprall in Frankreich nichts nützen, gelten sie schließlich als letzte Rettungsmaßnahme, nachdem bekannt wird, dass US-Raketen den Asteroiden so weit ablenken konnten, dass er nun in Russland einschlägt und man dadurch in Deutschland tief unter der Erde noch halbwegs sicher sein könnte.

    Falls dem wirklich so sein sollte, könnte man die zweite Staffel nun zum Beispiel als beklemmendes Kammerspiel anlegen, in dem man die Zeit innerhalb dieser Bunker beleuchtet, in denen klaustrophische Stimmung und wachsende Anspannung durch das Zusammenleben auf engem Raum eigentlich schon vorprogrammiert wären. Dabei könnte man verschiedene Geschichten in unterschiedlichen und vor allem unterschiedlich großen Bunkern parallel erzählen und sowohl viele neue Figuren einführen als auch die Handlungsstränge von einigen bekannten überlebenden Figuren aus Staffel eins wieder aufgreifen. So wurde so mancher Konflikt angelegt, der durchaus noch vertieft werden könnte: ob nun Politiker Herrmann (Fabian Hinrichs), der Gewissensbisse hat, weil er seine Frau und sein neugeborenes Kind ihrem Tod überlassen hat, oder die Familie von Uli (Mark Waschke), die sich noch immer mit dem Betrug der Mutter Susanne (Christiane Paul) arrangieren muss.

    Postapokalypse

    Eine andere Möglichkeit für eine „8 Tage“-Fortsetzung wäre das Einschlagen eines Weges, der noch weiter in Richtung Postapokalypse als das bloße Zusammenleben im Bunker geht. Es könnte so etwa die Zeit gezeigt werden, nachdem die Überlebenden aus ihren Schutzräumen wieder an die Oberfläche kommen und dort versuchen, die Welt wiederaufzubauen – oder den Untergang und die nun wohl geltenden anderen Gesetze einfach zu ihrem Vorteil nutzen wollen. Schließlich dürften in so einem Fall auch erbitterte Überlebenskämpfe um die knappen Ressourcen ausbrechen und verschiedene Gruppen aus unterschiedlichen Bunkern aneinandergeraten, von denen jede eine eigene Vorstellung von der Neugestaltung der Zukunft haben könnte.

    Je nachdem, wie lange eine solche Geschichte nach dem Ende der ersten „8 Tage“-Staffel spielt (an einer Stelle in der Serie wird erwähnt, dass ein mindestens einjähriger Bunkeraufenthalt eingeplant ist), könnten auch hier bekannte Gesichter aus den ersten acht Folgen erneut auftreten. Besonders spannend wäre zum Beispiel ein Aufeinandertreffen von Susanne und ihrem Bruder Herrmann, der nur an sich selbst gedacht hat, als er sich in Sicherheit gebracht hat. Gegen den postapokalyptischen Ansatz würde allerdings sprechen, dass er wohl wesentlich aufwändiger und damit kostenintensiver zu realisieren wäre. Alternativ könnte man aber auch viel weiter in die Zukunft springen und so schon mitten in eine Zeit, in der die Zivilisation bereits teilweise von neuem entstanden ist.

    Auch ein Schauplatzwechsel, bei dem die Katastrophe mehr von außen betrachtet werden könnte, wäre hier denkbar. Zwar wird der Aufprall des Asteroiden starke globale Auswirkungen gehabt haben, womöglich waren die in Erdteilen wie Amerika, die vom Einschlagzentrum weiter entfernt sind, aber nicht ganz so verheerend wie in Europa. Auch hier wäre es sicherlich interessant zu sehen, wie man mit der veränderten Weltlage umgehen würde.

    Prequel oder Parallelhandlung

    Ein ganz simpler Dreh, wie man „8 Tage“ weiterführen könnte, ohne an das Ende der Welt anknüpfen zu müssen, wäre aber auch eine Vorgeschichte, eine parallel zu den Ereignissen der ersten Staffel spielende Handlung oder ein Mix aus beidem. Abgesehen von kurzen Rückblicken ist „8 Tage“ ja tatsächlich nur in den letzten acht Tagen vor dem Asteroideneinschlag angesiedelt. Die Meldung über die drohende Kollision fand natürlich aber bereits einige Monate vor Beginn der Seriengeschehnisse statt. So könnte man anhand der Schicksale neuer und alter Figuren zeigen, wie zu jener Zeit der Ernst der Lage zunächst noch nicht völlig erfasst wird, sich dann aber allmählich die Angst in der Bevölkerung verbreitet, wenn ein Hoffnungsschimmer nach dem anderen kommt und geht.

    Falls man aber dem Titel der Serie weiter treu bleiben und bei dieser Variante wieder die acht letzten Tage ins Zentrum rücken will, könnte man einfach einen komplett anderen Handlungsort und ein neues Figurenensemble wählen und zeigen, wie dieses mit der verbleibenden Zeit auf Erden umgeht. Auch wenn hier die Gefahr der Wiederholung besteht, wäre das Potenzial, noch andere Geschichten im gleichen Setting zu erzählen, definitiv vorhanden.

    2. Staffel noch nicht bestätigt

    Es bleibt also festzuhalten, dass „8 Tage“ trotz des Weltuntergangs in Staffel eins durchaus Möglichkeiten für eine zweite Season bietet. Noch wurde eine solche zwar nicht angekündigt, wenn die Serie mit ihrer spannenden (wenn auch nicht wirklich ausgereizten) Grundidee allerdings genügend Anklang findet, dürfte hier über eine Verlängerung tatsächlich nachgedacht werden. Bislang wurden von allen Serien der aktuellen deutschen Sky-Offensive – von „Babylon Berlin“ über „Das Boot“ bis hin zu „Der Pass“ – weitere Staffeln bestellt.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "8 Tage"

    Nach dem Start am 1. März 2019 laufen die restlichen sechs Episoden der achtteiligen ersten Staffel „8 Tage“ immer freitags um 21.00 Uhr bei Sky 1. Schon jetzt können alle Folgen zudem flexibel über Sky Ticket abgerufen werden.

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