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"NCIS": So werden Schauspieler im Serien-Hit recycelt
Von Markus Trutt — 12.03.2019 um 18:30
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Schauspieler gibt es in Hollywood wie Sand am Meer. Betrachtet man – gerade bei länger laufenden TV-Serien – so manches Casting, könnte man allerdings einen anderen Eindruck bekommen. Auch die 16. Staffel von „Navy CIS“ bildet da keine Ausnahme.

CBS

Es dürfte sicherlich nur den aufmerksamsten Hardcore-Fans von „Navy CIS“ auffallen, die alle der mittlerweile über 360 Folgen des Krimi-Dauerbrenners in- und auswendig kennen, dass die neue Folge „Angie“ einen etwas anderen Bogen zu den Anfängen der langlebigen Serie schlägt. In der neunten Episode der aktuellen 16. Staffel, die am heutigen 12. März 2019 um 20.15 bei Sat.1 läuft, untersuchen Gibbs (Mark Harmon) und sein Team einen alten Diebstahl, bei dem der Navy-Admiral Norton Padgett der Leidtragende war. Gespielt wird dieser vom primär auf Serien-Nebenrollen spezialisierten Schauspieler James MacDonald („American Horror Story“, „True Detective“), der schon einmal in der allerersten „NCIS“-Staffel zu sehen war – allerdings in einer völlig anderen Rolle!

In der zweiten Serienfolge überhaupt verkörperte MacDonald den kleineren Part des Captain Faul, der mit Gibbs wiederholt aneinandergerät. Und um das Ganze noch etwas weiter zu treiben: Auch bei den im selben fiktiven Universum spielenden Spin-offs „Navy CIS: L.A.“ und „Navy CIS: New Orleans“ stand MacDonald für je eine Folge vor der Kamera – jedes Mal jedoch als eine neue Figur. In der vierten Staffel von „L.A.“ mimte er den DEA-Agenten John Ness, in der zweiten Season von „New Orleans“ den Navy-Captain Tom Garrett.

HBO
James MacDonald (rechts), hier in der 3. Staffel "True Detective"

Kein "NCIS"-Einzelfall

Wer nun glaubt, dass die jüngste „Navy CIS“-Mehrfachbesetzung eine einmalige Ausnahme ist, täuscht. In der bisherigen Geschichte des „NCIS“-Kosmos gab es nämlich schon zahlreiche vergleichbare Castings, bei denen Schauspieler, die bereits zuvor eine Rolle innehatten, in einer späteren Folge unter anderem Figurennamen erneut aufgetreten sind. Dabei haben wir es in allen Fällen tatsächlich mit neuen Charakteren und nicht etwa mit einer unwahrscheinlichen Häufung von Figuren zu tun, die im Laufe ihres Lebens gerne einfach mal neue Identitäten annehmen.

Das „Phänomen“ beschränkt sich dabei auch nicht nur auf Nebenfiguren, sondern erstreckt sich in einem weiter zurückreichenden Fall sogar auf eine der Protagonistinnen des verzweigten Serienuniversums. Auch wenn „NCIS“ inzwischen selbst fast 16 Jahre auf dem Buckel hat, darf nämlich nicht vergessen werden, dass die Serie ursprünglich ein Ableger von „JAG - Im Auftrag der Ehre“ war. In vier Staffeln der Serie gehörte damals Zoe McLellan als Jennifer Coates fest zur Stammbesetzung. Das hinderte die Produzenten jedoch nicht daran, ihr Jahre später auch in „NCIS: New Orleans“ eine (gänzlich neue) Hauptrolle zu geben, war sie dort in den ersten beiden Staffeln doch als Special Agent Meredith Brody zu sehen.

Gängige Serien-Praxis

„Navy CIS“ nimmt bei diesem Vorgehen aber generell keine Sonderstellung ein. Gerade bei länger laufenden Serien (vor allem auf klassischen TV-Sendern) ist es insbesondere bei kleineren und mittelgroßen Rollen durchaus eine gängige Praxis. Für die Sender hat es oftmals den Vorteil, dass sie zum Beispiel bei ähnlich gelagerten Rollentypen (wie im Fall von James MacDonald) einfach auf bereits etablierte Darsteller zurückgreifen können, ohne sich noch einmal groß auf die Suche nach einem neuen Gesicht machen zu müssen. Die Folgen liegen dabei in der Regel oftmals so weit auseinander, dass es – wie eingangs erwähnt – wohl ohnehin nur den wenigsten Zuschauern auffallen, geschweige denn das Sehvergnügen trüben dürfte.

Das auf dem Papier vielleicht etwas befremdliche Vorgehen ist auch bei weitem keine Erfindung der neueren Serienlandschaft. Schon in den 1960er Jahren lassen sich etwa in der legendären „Batman“-Serie (Oscarpreisträgerin Anne Baxter war hier sowohl als Bankräuberin Zelda als auch später als Komplizin des Bösewichts Egghead zu sehen) oder in „Star Trek“ (Mark Lenard spielte hier nicht nur Spocks Vater Sarek, sondern vorher schon einen Romulaner und später im ersten Kinofilm dann sogar einen Klingonen) allerlei Beispiele finden.

Zu viel des Guten?

Durchaus grenzwertige Züge kann das Ganze jedoch annehmen, wenn man als Darsteller mit einer prägnanten Präsenz gleich mehrfach in wichtigeren Rollen mitmischt, wie etwa „Lost“-Star Terry O’Quinn in „Akte X“, wo er im Laufe der neun Staffeln (und zwei Filme) gleich drei verschiedene Parts und zu allem Überfluss auch noch eine wiederkehrende Rolle in der Mystery-Serie „Millennium“, die in der selben Welt spielt, hatte.

Noch verrückter wird es, wenn man beim wiederholten Schauen einer längeren Serie plötzlich feststellt, dass ein späterer Hauptdarsteller oder eine spätere Hauptdarstellerin schon früher in der Serie kurz in einer (anderen) Gastrolle aufgetreten ist. So war beispielsweise Jennifer Taylor in der Sitcom „Two And A Half Men“ zunächst als zwei unterschiedliche und schnell vergessene Gespielinnen von Frauenheld Charlie (Charlie Sheen) dabei, ehe sie später als Chelsea zu seiner Verlobten wurde und damit eine dauerhafte Rolle bekleidete. Und sogar so eine Prestigeserie wie „Game Of Thrones“ ist vor einem derartigen Doppel-Casting nicht gefeit, war doch etwa Jungschauspieler Dean-Charles Chapman in der dritten Staffel zunächst kurz in der kleinen Rolle des Martyn Lannister zu sehen, bevor er eine Staffel später zum neuen Darsteller von Cerseis Sohn Tommen wurde.

Hin und wieder wird so ein Besetzungswirrwarr aber auch humorvoll in die Handlung eingeflochten, wie etwa im Fall von „Doctor Who“, wo Peter Capaldi schon in einer Episode der vierten Season der Neuauflage als alter Römer Caecilius auftrat und fünf Jahre später dann selbst zum zeitreisenden Doktor wurde, seine neue Gestalt aber tatsächlich damit erklärte, dass ihn die frühere Begegnung mit Caecilius so sehr geprägt hatte, dass er nun dessen Aussehen angenommen hat.

In jedem Fall lohnt es sich also, beim Serienschauen künftig genau darauf zu achten, ob man den einen oder anderen Darsteller nicht vielleicht schon ein paar Folgen oder Staffeln zuvor in einer anderen Rolle gesehen hat.

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