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    Trotz Oscar: Cutter von "Bohemian Rhapsody" schämt sich für viral gegangene Szene
    Von Tobias Tißen — 18.03.2019 um 13:54
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    Für seine Arbeit am Queen-Biopic „Bohemian Rhapsody“ hat Schnittmeister John Ottman den Oscar bekommen. Doch eine Szene des Films, die im Internet viral ging, würde er am liebsten komplett neu schneiden.

    20th Century Fox

    Mehr als 60 Schnitte in einer rund zweiminütigen Dialogszene hören sich viel an? Das ist tatsächlich viel – und trotzdem findet sich genau so eine Szene im Queen- bzw. Freddie-Mercury-Biopic „Bohemian Rhapsody“, das bei der diesjährigen Oscarverleihung mit dem Preis für den Besten Schnitt ausgezeichnet wurde. Und wo ein solches Bilder-Stakkato im Kino vielleicht gar nicht auffällt bzw. man es nach Verlassen des Saals bereits wieder vergessen hat, ist das Internet gnadenlos: Schnell landete nämlich eben jene Szene, in der die Bandmitglieder mit Manager John Reid (Aidan Gillen) an einem Tisch sitzen und einfach nur reden, im Netz, machte dann nochmal so richtig die Runde, als „Bohemian Rhapsody“ den Schnitt-Oscar gewann und wurde millionenfach mit Häme überschüttet. Falls ihr zu denjenigen gehört, die das Video noch nicht gesehen haben, könnt ihr es hier nachholen:

    Cutter schämt sich

    John Ottman, der für den Schnitt des Biopics verantwortlich war, hatte von der unrühmlichen Bekanntheit besagter Szene jedoch bis vor kurzem gar nichts mitbekommen. Doch dann sprach er mit The Washington Post über seine Arbeit an „Bohemian Rhapsody“ und wurde mit dem Video konfrontiert. Er antwortete: „Wow, ich wusste nichts davon, aber ich weiß, warum es existiert.“ Und so ganz wohl fühlt er sich mit diesem neuerlangten Wissen nicht: Wenn ich das sehe, will ich eine Tüte über meinen Kopf ziehen. Das ist nämlich nicht meine Ästhetik. Wenn es irgendwann eine Extendend Version des Films geben sollte, für die ich ein paar Szenen ändern kann, dann werde ich diese Szene neu schneiden!“

    Chaos hinter den Kulissen ist Schuld

    John Ottman hat allerdings auch eine gute Erklärung, warum die Szene so geworden ist. Und zwar sei dies eine der wenigen Sequenzen, die gedreht wurden, nachdem der eigentliche Regisseur Bryan Singer gefeuert und Dexter Fletcher („Eddie The Eagle“) als Ersatz an Bord geholt wurde. Dieser soll nämlich die Szenenreihenfolge des Films und damit dessen Dramaturgie geändert haben und die ursprünglich gefilmte Szene habe daher keinen Sinn mehr ergeben. Da zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits die Zeit knapp wurde und er zu sehr damit beschäftigt gewesen sei, die Szenen des ersten Akts zu entschlacken, weil das Testpublikum mehr von der frühen Bandphase sehen wollte, habe Ottman es ganz einfach nicht mehr geschafft, die Meeting-Sequenz sauber zu schneiden.

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    Kommentare
    • John K.
      Finde die Gewinner der technischen Oscars eh unverdient , und die größte Frechheit ist das ,,First Man nicht mal für den besten Schnitt oder beste Fiilmmusik nominiert wurde. Die hätten ohne Umschweife an den Film wandern sollen, mitsamt Tonschnitt und Ton.
    • sinwar
      die oscars sind ein witz
    • Bruce Wayne
      Auf mich wirkt es ehrlich so, als ob nicht einmal alle Schauspieler am besagten Drehtag vorhanden waren. Deshalb sieht man kaum alle in einer Einstellung.
    • Mareo
      Da wird mir ja richtig schwindelig bei dieser Szene!
    • Chris
      In einem Review (irgendwo auf Youtube) wurde mal gesagt, das dort deswegen so viele Schnitte sind, damit alle Schauspieler die gleiche Screentime haben. (Die Queen-Mitglieder wollten das wohl so)
    • Bruce Wayne
      Wenn ich frei entscheiden hätte dürfen, dann wäre der Oscar an The Favourite gegangen. Das war elegantes, funktionales Editing zeitweise mit einem sehr ambitionierten Stil. Einfach großartig, besonders einen speziellen Dissolve gegen Ende, den ich nicht spoilern werde. Aber ich würde auch die Auszeichnung von Blackkklansman verstehen, auch wenn ich das Editing dort unsubtil und persönlich einfach unpassend fand. Dennoch, es hat zumindest der Botschaft der Story geholfen, das kann ich nicht leugnen. Vice wäre auch in Ordnung gewesen, aber der Film war wohl etwas zu selbstsicher und übertrieben um in die engeren Favoriten zu gelangen. Bohemian Rhapsody war einfach strukturell bereits grausig. Teilweise wurden Cuts zu Szenen gesetzt, die kaum Atmosphere aufkommen ließen und ab einem gewissen Punkt wurde das einfach redundant. Keine Ahnung hingegen warum man nicht Suspiria oder Mission Impossible Fallout nominiert hat. Beide Werke waren super editiert.
    • CineMan
      Ich denke Bohemian Rhapsody hat den Oscar vor allem wegen den Konzert und Studio-Szenen erhalten. Die waren soweit ich mich erinnern kann ganz gut geschnitten und umgesetzt. Mein Favorit war der Film auch nicht. Ich hätte es auch eher BlacKKKlansman gegeben als dem Mercury/Queen-Biopic. Unter anderem auch weil ich die anderen drei nominierten bisher nicht gesehen habe.
    • Sentenza93
      Achja, die Oscars 2019...ein Trauerspiel.
    • Bruce Wayne
      Was für eine Ehre :D Muss aber auch ehrlich zugeben, dass ich niemals mit diesem Gewinner gerechnet hätte. Ich habe mein Geld auf Blackkklansman gesetzt. Tja, die Academy hat mal wieder bewiesen wie unsinnig ihre Entscheidungen ausfallen xD
    • CineMan
      Ich musste während der Oscar-Verleihung an Dich und Deinen Kommentar denken. :D
    • Bruce Wayne
      Habe bereits seit Monaten diese Szene als gutes Beispiel für schlechtes Editing angeführt. Damals meinte ich noch, wenn Bohemian Rhapsody den Oscar für Best Editing nach Hause nimmt, würde ich eine Woche lang Galle spucken. Es ist wirklich traurig dass so etwas ausgezeichnet wird. Ich meine, der gesamte Film ist schlecht geschnitten. Auf beiden Ebenen (Strukturell und situativ) einfach eine Gurke. Ich hätte den Preis jedem, wirklich jedem, anderen Beitrag in dieser Kategorie gegönnt.
    • Kein_Gast
      Wow, dass hat ja mehr Schnitte als eine Liam Neeson Action Szene !
    • Darklight ..
      Macht nix, wenn eines Tages mal ne Black Panther XL Fassung kommt, werden bestimmt auch die Dialoge angepasst. In der Kinofassung haben sie ja auch nur geübt, und später keine Zeit mehr für Verbesserungen gehabt.Aber keine Sorge, OSCAR Gewinne und Nomminierungen entschädigen für den Stress beim Dreh...🙄
    • Dennis Beck
      Was für ein Schnitt-Massaker. Mir ist schon ganz schwindelig.
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