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    "Wir": Das bedeutet der Bibelvers Jeremiah 11:11 im Horrorfilm
    Von Felix Weyers — 21.03.2019 um 17:30
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    Der neue Horrorfilm „Wir“ von „Get Out“-Regisseur Jordan Peele ist vollgepackt mit Symbolik und bietet viel Spielraum für Interpretationen. Wir erklären euch, was sich hinter dem Bibelvers Jeremiah 11:11 verbirgt.

    Universal Pictures

    Achtung, seid an dieser Stelle vor Spoilern zu „Wir“ gewarnt!

    Mit „Get Out“ feierte Jordan Peele sein erfolgreiches Regiedebüt. Der Horrorthriller wurde 2018 mit dem Oscar für das beste Originaldrehbuch ausgezeichnet. Nun legt Peele nach und präsentiert mit „Wir“ einen weiteren Horrorfilm, der sogar noch gruseliger ist als das Erstlingswerk. Wie schon der Vorgänger ist „Wir“ mit Symbolen gespickt. Die Zahlenfolge 11:11 nimmt eine besonders prominente Rolle im Film ein und tritt in Kombination mit einer Anspielung auf den Bibelvers Jeremiah 11:11 schon früh in Erscheinung: Die junge Adelaide Wilson (Madison Curry) streift im Auftakt, von ihren Eltern unbemerkt, allein über einen Jahrmarkt. Dabei begegnet sie einem obdachlosen Mann, der ein Pappschild mit der Aufschrift „Jeremiah 11:11“ in der Hand hält.

    Das bedeutet der Bibelvers

    Der Bibelvers Jeremiah 11:11 lautet wie folgt:

    „Darum siehe, spricht der HERR, ich will Unheil über sie kommen lassen, dem sie nicht entgehen sollen; und wenn sie zu mir schreien, will ich sie nicht hören.“

    Wie bereits eingangs erwähnt, lässt Peele dem Zuschauer im Film viel Raum für Interpretation. Am offensichtlichsten lässt sich die gewählte Zahlenfolge "11:11" als Anspielung auf die Menschen an der Oberfläche und ihre Doppelgänger im Untergrund interpretieren. Wie ein Spiegelbild hat jeder Mensch einen Doppelgänger, der im Untergrund die Bewegungen seines Ebenbilds nachahmt. Darüber hinaus wird das Symbol der Dopplung über den ganzen Film angedeutet, so zum Beispiel anhand der Zwillinge und der Reflektionen in den Fenstern. Im Kontext der Handlung dürfte der Bibelvers schlicht bedeuten, dass die Menschen an der Oberfläche für ihre Taten bestraft werden sollen.

    Der Bibelvers ist ein Auszug aus dem Buch Jeremiah aus dem Alten Testament. Gott spricht hier mit dem Propheten Jeremiah über den Bund, den er mit den Vorfahren des Volkes Israel geschlossen hatte, als er sie aus Ägypten und der Sklaverei befreite. Nun haben Nachfahren des Volkes Israel die Verfehlungen ihrer Vorfahren wiederholt.

    Später stellt Jeremiah fest, dass sich die Menschen gegen ihn verschwören, weil sie seine Nachricht nicht hören wollen. Sie haben Gott und ihre Geschichte vergessen, weshalb Gott sie bestrafen will. Die Erzählung aus der Bibel lässt sich auf die Handlung in „Wir“ übertragen: Auch hier leben die Menschen oben in Unwissenheit über das, was war:

    Es wird im Film zwar nie explizit erklärt, wer die Doppelgänger schuf, die im Untergrund leben. Es gibt lediglich Andeutungen, dass sie das Ergebnis eines geheimen Experiments sein könnten. Offenbar aber ist das Experiment vor Jahren gescheitert, was die Verantwortlichen dazu veranlasste, die Doppelgänger im Untergrund zurückzulassen. Über die Jahre gerieten sie und das Experiment in Vergessenheit. Während sich den Menschen an der Oberfläche viele Möglichkeiten bieten, ein erfülltes Leben zu führen, sorgt sich niemand um die Personen in den unzähligen Tunnelsystemen unter der Erde.

    Wie die Nachfahren des Volkes Israel, die sich von Gott abgewandt hatten, haben sich die Menschen an der Oberfläche von den Menschen im Untergrund abgewandt und sie vergessen. Als Bestrafung treten die Doppelgänger an die Oberfläche und gehen auf einen blutigen Rachefeldzug gegen ihre Ebenbilder.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Wir"

    Das 11:11-Phänomen in "Wir"

    Mit der Zahlenfolge 11:11 könnte Regisseur Jordan Peele nicht nur den Bibelvers Jeremiah 11:11 meinen. Auch im Bereich der Esoterik spielt das sogenannte 11:11-Phänomen eine große Rolle. Es beschreibt die mehrfach auftretende Wahrnehmung symmetrischer Zahlenfolgen, die Esoteriker als ein bedeutsames Zeichen sehen. Auf dieses Zeichen soll meist ein unheilvolles Ereignis folgen. In „Wir“ tritt die Zahlenfolge ebenfalls mehrfach in Erscheinung. Nachdem die junge Adelaide Wilson die Aufschrift 11:11 zum ersten Mal liest, betritt sie das Spiegelkabinett und wird von ihrer Doppelgängerin verschleppt und schließlich ausgetauscht.

    Ein weiteres Mal ist die Zahlenfolge als Uhrzeit auf einer Digitaluhr zu sehen, kurz bevor die Doppelgänger das Haus der Wilsons betreten. Die nun erwachsene Adelaide (Lupita Nyong'o) deutet die Zahlenfolge als ein bedeutsames, unheilvolles Zeichen. Wie sich herausstellt, soll sie mit ihrer Vermutung recht behalten, denn kurz darauf dringt die fremde Familie in das Haus ein.

    Wer sich selbst ein Bild von der Symbolik machen will, kann sich Jordan Peele‘s „Wir“ ab dem 21. März 2019 in den deutschen Kinos ansehen.

     

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    Kommentare
    • ruegnueg
      die Zuschauer sollen das ganze selber interpretieren yada yadahaha so werden die Kinder heute unterrichtet, schreiben nach Gehör, lernen wann und wie sie wollen etc. Was will man erwarten 😉
    • ruegnueg
      Wie so oft bei den ganzen, möchtegern Premium intellektuellen mindfuck bla bla gehypden, Filmen und Serien finde ich es eher öde und unbefriedigend. Aber Leute feiern sowas immer als würde es bedeuten je weniger Sinn und Durchblick desto intelligenter/anspruchsvoller würde das Werk sein.Komische Logik 🤷‍♂️
    • KaMeo
      Der Film ist albern. Die 7,6 Punkte auf IMDb sind eindeutig zu viel. Didi - Der Doppelgänger (1984) ist der bessere Film.
    • Fa B
      Das Gefühl hatte ich stellenweise auch. Besonders Lost Highway kam mir immer wieder in den Sinn.
    • niman7
      Ich hatt den Eindruck, dass er versucht David Lnych zu kopieren.
    • niman7
      Die Zahl kam auch im Fernsehen vor als man das Ergebnis eines Spiels mitteilte.
    • Fa B
      Genau so ist es bei Us leider. Der Film funktioniert einfach nicht. Für die Amis vielleicht besser als für uns Europäer. Der Streifen wirkt, als hätte man ohne Buch drauf los gedreht und sei lediglich einer Idee gefolgt ...
    • Joe H
      Darum schuf Gott die Welt...
    • greekfreak
      Das geht mir immer auf den Sack.Man hat eigentlich eine coole Prämisse,aber keinen Schimmer wie man das ganze auflösen bzw. logisch (mit logisch immer innerhalb der Logik die der Film etabliert) erklären kann,da klatscht man ein offenes Ende hin,das nix erklärt und kommt mit solchen prätentiösen Geschwurbel um die Ecke wie:die Zuschauer sollen das ganze selber interpretieren yada yada.:Und dann werden diverse abstruse Theorien gesponnen.
    • Fa B
      Der neue Horrorfilm „Wir“ von „Get Out“-Regisseur Jordan Peele ist vollgepackt mit Symbolik und bietet viel Spielraum für Interpretationen.Etwas zu viel für meinen Geschmack. Die Story blieb dafür auf der Strecke
    • CineTin
      Sehr cooler Film, der witziger und gruseliger als 'Get Out' ist. Den Twist am Ende konnte man zwar bereits nach der Eröffnungssequenz erahnen, blieb aber durch das ambivalente Spiel von Lupita Nyong'o im Verlauf der Handlung ungewiss. Lupita Nyong'o liefert wieder eine 'Oscar'-würdige Darstellung ab. Gleiches gilt für Elisabeth Moss, die trotz ihrer kurzen Leinwandzeit erneut beweist, dass sie zu den absolut Besten gehört. (Gebt der Frau eine Hauptrolle und ein anständiges Skript und der Oscar ist ihr sicher!) Ansonsten: Sehr cooler und effektiver Soundtrack! Das Ende des Filmes wird beim Massenpublikum wieder nicht ankommen. Macht aber nichts. Bin froh mal wieder Abwechslung vom Horror-Einerlei bekommen zu haben.
    • Xaalam
      Hmm zum Glück kein 11-11-11.
    • Luthien's Ent
      Filmstarts versucht sich in Exegese? No way. 🤨🙄
    • greekfreak
      Pfft... alles dummes Gewschwurbel.Am 11. 11 um 11:11 fängt die Karneval Saison an.Jordan Peele ist bekanntlich ein eingefleischter Jeck und war mal Karneval´s Prinz.
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