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"Captain Marvel": Darum ist Nick Furys Glasauge sehr wohl ein Problem für das MCU!
Von Christoph Petersen — 24.03.2019 um 12:55
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Nach dem Kinostart von „Captain Marvel“ ist eine Diskussion darum entbrannt, ob der Film die MCU-Timeline kaputtmacht. Wir haben bereits in einem Artikel erklärt, warum das nicht unbedingt der Fall sein muss. Aber ist das wirklich der Sinn der Sache?

Disney

+++ Meinung (mit Spoilern) +++

An der Art und Weise vieler Kommentare, in denen sich schon kurz nach dem Kinostart von „Captain Marvel“ über die vermeintlichen oder tatsächlichen Widersprüche zum bisherigen MCU echauffiert wurde, konnte man natürlich leicht ablesen, welche Probleme die Autoren tatsächlich mit „dem Film“ (=Frauen) haben – und mit denen sollen sie mal schön selbst klarkommen.

Aber auch wenn es in vielen Fällen als vorgeschobenes Argument missbraucht wurde, gefällt auch mir nicht, was in „Captain Marvel“ mit der etablierten Timeline passiert – und zwar speziell im Fall von Nick Fury (Samuel L. Jackson) und seinem zerstörten Auge. Dabei gibt es generell eigentlich wenig, was mich noch weniger interessiert als die filmübergreifenden Timelines irgendwelcher Mega-Comic-Franchises. Aber fangen wir erst einmal vorne an.

1. Macht "Captain Marvel" die Timeline überhaupt kaputt?

Wir haben auf FILMSTARTS schon kurz nach dem Kinostart des neuesten MCU-Blockbusters einen Artikel veröffentlicht, in dem wir erklären, warum die Szenen am Ende von „Captain Marvel“ nicht zwangsläufig bedeuten müssen, dass Nick Fury tatsächlich schon damals in den Neunzigern endgültig sein Auge verloren hat. Ich führe das jetzt nicht alles noch mal aus, ihr könnt es ja selbst nachlesen. Aber eins steht für mich fest:

Im Film deutet die Art der Erzählung und der Schnitt der Szenen ganz eindeutig darauf hin, dass Nick Fury sein Auge am Ende verloren hat. Wäre „Captain Marvel“ ein eigenständiger Film, würde überhaupt niemand an diesem Umstand zweifeln. Die möglichen Erklärungen, warum die Szenen der MCU-Timeline womöglich doch nicht entgegenstehen, sind hingegen kompliziert und von vielen Konjunktiven durchsetzt. Das wirkt für mich eher wie ein verzweifeltes Klammern als eine naheliegende Auslegung.

Es sollte doch nicht so sein, dass die Drehbuchautoren irgendwas in ihr Skript schreiben – und es dann anschließend die Aufgabe der Zuschauer ist, das MCU mit narrativen Verrenkungen noch irgendwie zusammenzuhalten. Ganz so, als ob die Autoren einfach etliche Bälle in die Luft schmeißen und sich dann darauf verlassen, dass ein paar Fans sie schon irgendwie auffangen werden – und wenn sie dazu das kreative Problemlösungstalent eines Atomphysikers benötigen.

Also: Ja, einige Dinge in „Captain Marvel“ widersprechen meiner Meinung nach klar der bisher im MCU etablierten Timeline. Andernfalls müsste man sich gedanklich zu sehr verrenken, um das alles wieder geradezubiegen.

2. Ist eine solche kaputte Timeline überhaupt ein Problem?

Ganz ehrlich: Bei den allermeisten Franchises ist mir die innere Logik zwischen den verschiedenen Filmen zumindest bei Detailfragen schnurzpiepegal. Sowas macht die Filme für mich weder besser noch schlechter. Auch die Timeline des MCU bereitet mir ganz sicher keine schlaflosen Nächte, vollkommen egal, wie viele logische Widersprüche sich bei einer mikroskopischen Analyse auch finden lassen.

Aber... und das ist ein großes ABER: Die innere Konsistenz ist eines der ganz zentralen Alleinstellungsmerkmale des MCU. Schließlich sind viele Zuschauer überhaupt nur in „Captain Marvel“ gegangen, um sich auf den wenige Wochen später folgenden „Avengers 4“ vorzubereiten. Und wenn man jetzt seit inzwischen elf Jahren einen solchen Aufwasch darum macht und die Begeisterung der Fans so auch immer weiter einheizt, dann sollte man auch ein wenig darauf achten, dass man das Konstrukt nicht einfach wieder einreißt.

Wenn man eine Kleinigkeit nachträglich anpassen muss, um diese total geniale Storyline umsetzen zu können, die einem gerade eingefallen ist: Unbedingt machen! Bitte verzichtet nicht auf geile Einfälle, nur weil sie nicht zu einem Nebensatz passen, der vor ein paar Jahren mal in irgendeinem Film gesprochen wurde und an den sich sowieso nur noch ein paar Superfans erinnern. Aber für einen maximal irgendwie ganz netten Joke wie den Flerken-Kratzer? Das ist dann doch ein Schlag ins Gesicht der Fans, denen seit mehr als einer Dekade auch von Marvel selbst mit Easter Eggs und sonstigen Querverweisen beigebracht wurde, dass sie jeden noch so kleinen Informationsschnipsel auf die Goldwaage legen sollen.

So ein Umgang gehört sich einfach nicht.

„Captain Marvel“ läuft seit dem 7. März in den deutschen Kinos. Der Start von „Avengers 4: Endgame“ ist der 24. April.

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