Mein FILMSTARTS
    Pitt und DiCaprio als Lover? Darum könnte es in Tarantinos "Once Upon A Time In… Hollywood" wirklich gehen
    Von Tobias Mayer — 20.03.2019 um 18:50
    facebook Tweet

    Zum Inhalt wird im ersten Trailer zum neuen Tarantino nicht viel verraten – dafür gibt es aber spannende Indizien. Reagiert der Regisseur mit „Once Upon A Time“ womöglich auf den Weinstein-Skandal? Und killt er etwa Charles Manson?

    2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

    Die bisherigen Inhaltsangaben zu „Once Upon A Time In… Hollywood“ sind sehr allgemein gehalten: Der Film, den wir nicht genau in ein Genre einordnen können, spielt 1969 in Hollywood, als die klassischen Mainstream-Filme kaum noch ein Publikum finden. Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) war der Star einer Western-Serie, die allerdings schon längst nicht mehr läuft. Er träumt von einer Filmkarriere und schlägt sich mit Mini-Rollen durch. Sein Stunt-Double und bester Kumpel Cliff Booth (Brad Pitt) möchte ebenfalls Star-Schauspieler werden. Dazu wenden sich die beiden an den Star-Agenten Marvin Schwarzs (Al Pacino) – und vielleicht hilft ihnen ja auch ihre Nachbarin, Sharon Tate (Margot Robbie), die Ehefrau von Roman Polanski (Rafal Zawierucha).

    Quentin Tarantino, der die Filmgeschichte schon immer rauf und runter zitierte, taucht in seinem neuesten Werk so tief in Hollywood ein wie nie zuvor. Das ist spätestens nach der Synopsis und dem ersten Trailer klar. Viel interessanter als das finden wir aber zwei Spekulationen zur Handlung, die gerade im Netz die Runde machen. DiCaprio und Pitt könnten ein schwules Paar spielen – und nach „Inglourious Basterds“ sowie „Django Unchained“ könnte „Once Upon A Time In“ der dritte Film aus Tarantinos Trilogie über alternative Geschichtsverläufe werden.

     

    Leonardo DiCaprio und Brad Pitt als Liebespaar?

    Am Anfang des Trailers gibt es einen deutlichen Hinweis darauf, dass sich die Hauptfiguren Rick und Cliff in Wirklichkeit näherkommen, als es „beste Kumpels“ für gewöhnlich tun. Im deutschen Trailer sagt Rick über Cliff, dass es dessen Aufgabe sei, ihm „Erleichterung zu verschaffen“ – und auch im englischen Original ist die Stelle doppeldeutig. Gut möglich, dass die beiden also ein schwules Paar sind. Wenn ausgerechnet die beiden Cowboy-Darsteller homosexuell wären, könnte das als von Tarantino bewusst eingebauter Seitenhieb auf das sonstige Machogehabe in dem Genre interpretiert werden.

    Vorstellbar, dass Tarantino sein „Once Upon A Time“-Drehbuch hierzu sogar nochmal geändert hat – und zwar womöglich unter dem Eindruck des Skandals um Harvey Weinstein. Mit dem Produzenten arbeitete Tarantino jahrelang zusammen, bis im Oktober 2017 die Vorwürfe des jahrzehntelangen, dutzendfachen Missbrauchs öffentlich wurden, aus denen schließlich auch die MeToo-Debatte hervorging.

    „Once Upon A Time“ wurde zwar schon zuvor im Juli 2017 angekündigt, die Dreharbeiten allerdings begannen erst ein knappes Jahr später – das wäre jedenfalls genug Zeit, das Drehbuch umzuschreiben und noch ein bisschen progressiver zu machen, um gegen männliche Dominanz mit all ihren negativen Auswirkungen zu schießen. Fakt ist zumindest, dass sich die Inhaltsangabe zum Film, die online kursierte, im Laufe der Monate veränderte:

    Hieß es von den für gewöhnlich gut informierten Kollegen bei Deadline ursprünglich noch, dass es in Tarantinos neuem Film um die Manson-Morde ginge, wurde das in den folgenden Beschreibungen der Handlung zunehmend zu einem Nebenaspekt. Könnte sein, dass einfach nur besser bekannt wurde, worum es im Film schon immer primär gehen sollte – also um Rick und Cliff. Vielleicht jedoch hat Tarantino den Schwerpunkt seine Geschichte wirklich noch mal verändert und in diesem Zuge auch die sexuelle Orientierung seiner Hauptfiguren.

    Wird Charles Manson gekillt, bevor er Sharon Tate töten kann?

    Der zweiten Theorie nach steht „Once Upon a Time in Hollywood“ in einer Reihe mit „Inglourious Basterds“ und „Django Unchained“. Tarantinos Nazijäger-Film endete bekanntlich mit der großen, historisch nicht korrekten Genugtuung, dass Hitler von Kugeln durchsiebt und damit der Krieg früher beendet wurde. Und in „Dango“ knallt ein Sklave im saucoolen Alleingang und bester Westernhelden-Art seine Peiniger ab. Da würde es passen, wenn auch Charles Manson (in „Once Upon a Time“ gespielt von Damon Herriman) abtreten muss, bevor seine Sektenmitglieder ihr prominentestes Opfer Sharon Tate (Margot Robbie) töten. Bei Tarantino könnte die Schauspielerin überleben, womit der Regisseur ein weiteres Mal die Freiheit seiner Kunst unterstreichen würde. Gestützt wird diese Theorie übrigens durch einen aktuellen Tweet von Leonardo DiCaprio, der den Film als „Version von 1969“ beschreibt:

    Ob die Theorien stimmen, finden wir spätestens zum deutschen „Once Upon A Time In… Hollywood“-Kinostart am 15. August 2019 heraus.

    facebook Tweet
    Ähnliche Nachrichten
    Das könnte dich auch interessieren
    Kommentare
    • Joe H
      Btw: Leichen pflasterten seinen Weg ist ein biest von einem Titel
    • Martin
      Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen.- Pablo Picasso
    • Joe H
      Handwerklich ist er besser. Das einzige, über das man sich streiten kann, ist das pacing, aber das interessiert mich meistens wenig. Aber keine Frage handwerklich ist Unchained einer der Perfektesten Tarantinos.
    • Joe H
      Exakt meine Meinung 😂💁‍♂️aber ok
    • Micox
      Weder ist Quentin Tarantinos Reservoir Dogs ein Rip-Off von Ringo Lams City On Fire, noch ist Letzterer ein Actionfilm, wie von Rezensenten in Blogs weltweit gern behauptet wird. Lam bemüht sich hier, - und die Einflüsse Jean-Pierre Melvilles und der US-amerikanischen Neo-Noir-Tradition der 70er Jahre sind unübersehbar - ein stilistisch hochwertiges Neo-Noir-Drama zu inszenieren und legt dabei Wert auf präzise Charakterzeichnung und eine geruhsame Entwicklung seiner Geschichte.
    • Hans H.
      uuuhhhhhh...wie spannend,es wird nicht mal verraten, worum es geht. Was der Tarantino sich da wieder rausnimmt. Ich kann den Film mehr als erwarten, ich springe auch jetzt nicht auf den Hype-Zug auf. Nach Pulp Fiction kam kein Film, den ich mehr als 2mal gesehen habe.
    • Bruce Wayne
      Django mag für Tarantino-Verhältnisse erstaunlich zugänglich sein, stimmt schon. Aber das liegt auch einfach daran dass die Sklaven-Thematik des Filmes nach einer verständlichen Geschichte mit Figuren schreit, die einem als Sympathieträger dienen. Dennoch finde ich Unchained einfach handwerklich wesentlich besser, und für mich besitzt der Film mehr Qualitäten in verschiedenen Bereichen. Inglorious Basterds und Pulp Fiction finde ich zwar beide besser, aber Django zeigt durchaus Tarantinos Stärken, wenn du mich fragst.
    • greekfreak
      Corbucci hat Il Grande Silencio ALIAS Leichen Pflastern Seinen Weg gedreht,wenn Ripoff-tino es schafft einen Western der ansatzweise so revolutionär ist zu drehen,reden wir wieder.Ganz zu schweigen davon,das Corbucci´s Spaghetti Western,radikaler waren all so mancher heutiger Film. Ich sag nur die Eröffnungssequenz von Navajo Joe. Da wird ein friedlicher Indianerstamm,inkl. Frauen und Kinder,von einer Skalpjäger Bande brutal niergemetzelt und skalpiert.Wir reden hier von einem Film der Mitte der 60er erschien ,damals waren die Indianer im Western noch die Wilden,überhaupt kommen die weissen in dem Film nicht gut weg.(die einzigen sympatischen weissen Figuren,ist eine Gruppe von Saloon-H*ren,die Navajo Joe gut behandlen und helfen). Überhaupt waren die ganzen Italo Regisseure,wie Corbucci,Solima und natürlich Leone,ihren Ami-Kollegen im Western-Genre Lichtjahre voraus.Das Tarantino sie ungeniert kopiert spricht Bände.
    • Joe H
      Als aussagekräftige Arbeit eines Filmemachers finde ich Django allerdings gelungener als Unchained. Corbucci hat das Genre mehr vorgeführt als Tarantino sich das je getraut hat und sein Film ist rau, aus einem Guss und sperrig - die Arbeit eines radikalen jungen Künstlers. Tarantino hingegen liegt viel daran, beim Publikum gut anzukommen, und er weiß was er tun muss um das zu schaffen, woran auch seine große Stärke liegt: die Botschaften die er in seine Stoffe einwebt haben einen riesigen Punch. Aber Corbucci sticht er gerade mit seinen Mainstream-lastigen Werken nicht aus, finde ich. (Bin riesen Tarantino-Fan btw, klingt jetzt vielleicht komisch😂).
    • Bruce Wayne
      Ist das eine Beleidigung? Zu sagen, dass Tarantino dem Stoff ein Upgrade verliehen hat? Sehe ich zwar nicht so, aber ich stehe zu meiner Meinung. Sowohl vom Writing her, als auch inszenatorisch ist Unchained der bessere Film.
    • Bruce Wayne
      Das mag sein, aber als Film hat er Probleme. Da hat Tarantino schon mehr rausgeholt. Ich spreche dem Original Django seinen Kultstatus nicht ab, aber für mich ist Unchained durchaus ein Upgrade.
    • Björn Becher, FILMSTARTS.de
      Die Überschrift wäre aber inhaltlich falsch ;)
    • Luphi
      Django Unchained als alternative Vergangenheit zu beschreiben, würde ich so erstmal nicht stehen lassen. Das ist eine fiktive Geschichte in historischem Setting ohne konkreten Bezug zu historischen Ereignissen oder reale Figure zu zitieren. Das ist bei Inglourious Basterds dann schon etwas anders mit Hitler etc.Pitt und DiCaprio als Lover? Neue Details zu Tarantinos Once Upon A Time In… Hollywood (Man muss gar nicht so viel ändern, um trotzdem Neugier zu wecken.)
    • Joe H
      Aber Reservoir Dogs ist der bessere Film und hat einige tarantinoeske Elemente die ihn herausragen lassen. Das wird gerne mal vergessen.
    • Joe H
      Aber, aber.... Franco Nero und gattling gun... Also Django Unchained ist ein sehr guter Film, aber Corbucci war schon ein außergewöhnlicher Künstler. Und Django ist obercool! 👌
    • Joe H
      Und die beiden Filme haben nun auch nicht wirklich viel miteinander zu tun. Der Name Django ist eher Reminiszenz an alle Italowestern, die oft unter dem Label Django vermarktet wurden....Und Corbucci ist natürlich besser lol
    • Paul S.
      Einen Aufbau der Geschichte wie bei Jackie Brown könnte ich mir auch vorstellen. Eventuell könnte sich der Film auch an der losen Struktur von Pulp Fiction orientieren, aber es wirkt auf mich bisher eher so als wären Pitt und DiCaprio die klaren Hauptdarsteller auf die sich der Film konzentriert. Inwieweit die Manson-Morde eine Rolle spielen bleibt auch spannend. Natürlich muss man bei Tarantino seit Inglourious Basterds auch mit einer Alternative History rechnen, aber ich denke eher dass die Morde in diesem Film auch passieren werden.
    • TresChic
      Wahre Liebe gibt es sowieso nur unter Männern. X-)
    • greekfreak
      Du hast jetzt nicht gerade Sergio Corbucci´s Spaghetti Western-Klassiker beleidigt?
    • Darklight ..
      Picasso hat auch vielfach nur alte Meisterwerke aus dem Louvre in seine neue Bildsprache übersetzt...😋
    Kommentare anzeigen
    Folge uns auf Facebook
    Die beliebtesten Trailer
    Die fantastische Reise des Dr. Dolittle Trailer DF
    Gesponsert
    Terminator 6: Dark Fate Trailer DF
    Zombieland 2: Doppelt hält besser Trailer DF
    Das perfekte Geheimnis Trailer DF
    Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers Trailer OmdU
    Bombshell Trailer OV
    Alle Top-Trailer
    Kino-Nachrichten In Produktion
    Nach "Rambo 5": Das ganze "Rambo"-Franchise bekommt ein Remake!
    NEWS - In Produktion
    Samstag, 19. Oktober 2019
    "Venom 2": "James Bond"-Darstellerin soll Bösewichtin spielen
    NEWS - In Produktion
    Samstag, 19. Oktober 2019
    "Pinocchio": Dieser Kultfilm-Regisseur soll Disney-Remake drehen
    NEWS - In Produktion
    Samstag, 19. Oktober 2019
    "Pinocchio": Dieser Kultfilm-Regisseur soll Disney-Remake drehen
    Update zu "Black Adam": Dann wird Dwayne Johnson endlich zum DC-Antihelden
    NEWS - In Produktion
    Freitag, 18. Oktober 2019
    Update zu "Black Adam": Dann wird Dwayne Johnson endlich zum DC-Antihelden
    Alle Kino-Nachrichten In Produktion
    Die meisterwarteten Filme
    Weitere kommende Top-Filme
    Back to Top