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    Vorbild "Bohemian Rhapsody": Kein nacktes Männer-Kuscheln im Elton-John-Biopic "Rocketman"
    Von Tobias Tißen — 22.03.2019 um 17:45
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    Paramount soll angeblich verlangen, dass eine Nacktszene mit Taron Egerton und „Game Of Thrones“-Star Richard Madden aus dem Elton-John-Biopic „Rocketman“ entfernt wird. Erinnerungen an den zahmen Mega-Hit „Bohemian Rhapsody“ werden da wach…

    Paramount Pictures

    Das Biopic „Bohemian Rhapsody“ über die legendäre Rockband Queen und ihren nicht weniger legendären Sänger Freddie Mercury, das hierzulande im Oktober 2018 startete, wurde für Studio 20th Century Fox zum Mega-Erfolg: Einem Produktionsbudget von knapp 50 Millionen Dollar stehen bisher weltweite Einnahmen von beinahe 900 Millionen gegenüber. Darüber hinaus wurde der Film bei der diesjährigen Oscarverleihung auch noch mit vier Auszeichnungen bedacht. Klar, dass sich alle anderen Hollywood-Studios nun daran orientieren. Und das könnte auch der Grund dafür sein, dass Paramount Pictures der britischen Tageszeitung Daily Mail zufolge von Regisseur Dexter Fletcher und Produzent Matthew Vaughn verlangt, eine freizügige Liebesszene aus ihrem Elton-John-Biopic „Rocketman“ zu entfernen.

    In dieser rund 40-sekündigen Sequenz sehe man, wie die von Taron Egerton („Kingsman“) gespielte Pop-Ikone und sein damaliger Manager John Reid („Game Of Thrones“-Star Richard Madden) im Bett miteinander kuscheln. Dabei seien zwar ihre entblößten Hinterteile eindeutig zu sehen, die Szene soll insgesamt aber „geschmackvoll gefilmt“ sein. Der Showbusiness-Insider und Daily-Mail-Journalist Baz Bamigboye schreibt, dass Paramount Regisseur Fletcher – der übrigens nach dem Rauswurf von Bryan Singer auch „Bohemian Rhapsody“ fertigstellte – zwinge, die Szene zu schneiden, damit „Rocketman“ in den USA ein PG13-Rating erhält, was hierzulande ungefähr einer FSK-Freigabe ab 12 Jahren entspricht.

    "Erzählt alles", sagt Elton John

    Baz Bamigboye, der übrigens schon rund 40 Minuten des Films gesehen hat und diese als „großartig“ bezeichnet, habe diese Information von einer anonymen Quelle, die am Film mitgearbeitet hat. Und diese berichtet: „Zwei Männer kuscheln nackt im Bett, um ihre Liebe zueinander auszudrücken und all das wird reduziert auf ein voll bekleidetes, warmes ‚hallo‘.“ Anschließend bekräftigte der Informant wohl noch: „Die Welt weiß, dass Elton schwul ist!“

    Das stimmt natürlich und sogar Elton John selbst hat sich dafür ausgesprochen, bloß nichts zu verheimlichen oder weich zu waschen: „Erzählt alles! Macht das Ganze so wenig jugendfrei, wie ihr müsst“, habe der Popstar Machern des Films gesagt. Auch aus diesem Grund wäre es enorm ärgerlich und bedenklich, wenn die Berichte der Daily Mail stimmen und Paramount Dexter Fletcher tatsächlich dazu zwingen wollen würde, die Szene – die sich in den Beschreibungen ja wirklich harmlos anhört und zumindest in Deutschland eine FSK-12-Freigabe sicherlich nicht verhindern würde – zu entfernen.

    Da diese Nachricht nun die Runde macht, könnte Paramount Pictures ein großer Shitstorm erwarten – schließlich kann man dem Studio problemlos vorwerfen, damit „straightwashing“ zu betreiben. Genau das wurde auch am wirklich sehr zahmen „Bohemian Rhapsody“ vielfach kritisiert. Einen Anfang hat bereits der Medien-Produzent Louis Virtel gemacht, der dazu bei Twitter schreibt: „Ja, Elton John ist ein schwuler Superstar, der über 300 Millionen Pfund für die AIDS-Forschung gesammelt hat. Aber denkt daran: Ihhh, zwei Männer.“ Dazu fordert er ein offizielles Statement des Studios.

    Wir werden sehen, ob Paramount sich zu den Vorwürfen äußert. Und spätestens am 30. Mai 2019, wenn „Rocketman“ in den deutschen Kinos anläuft, werden wir auch sehen, ob die „kontroverse“ Szene tatsächlich entfernt wurde oder wir Taron Egertons und Richard Maddens Hinterteile auf der Leinwand bewundern dürfen. Hier könnt ihr euch übrigens schon mal den Trailer zum Film anschauen, in dem neben Egerton und Madden unter anderem auch noch Bryce Dallas Howard („Jurassic World“) und Jamie Bell („Billie Elliot“) auftreten:

     

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    Kommentare
    • Bruce Wayne
      xD Autokorrekturen haben es so an sich, jedes Wort zu verdrehen. Aber ja ich stimme dir da zu, an dieser Kontroverse um Rocketman erkennt man ja mal wieder, wie prüde Hollywood in diesen Belangen eigentlich ist.
    • Darklight ..
      Das zum Thema Diskriminierung. Es wurde ja oft hier unten in den Kommentaren geschrieben, wie normal und bereits akzeptiert Schwüle* ja wären und das die LGBT Verbände mit ihren Forderungen oft übertreiben......aber Fakt ist, schwule Beziehungen auf der großen Leinwand sind meist bis zur Unkenntlichkeit weichgespült und zensiert - Heteroliebespasre dürfen da eindeutig mehr...*selbst meine Autokorrektur diskriminiert mich ständig: ich habe schwül noch nie verwendet, aber 3 Millionen mal schwul trotzdem wird sie nicht toleranter...😂
    • WhiteNightFalcon
      Das man darauf eingeht, dass Elton John schwul ist, ist im Trailer unübersehbar verarbeitet worden. Das Ganze wirkt abgedreht genug, dass man diese Szene definitiv drin lassen kann.Egertons Verwandlung in Elton ist wie schon bei Eddie Edwards einfach Wahnsinn.
    • Bruce Wayne
      Noch viel schlimmer: Der Film war unglaublich schlecht editiert und nichtssagend. Am Ende hat man weder mitbekommen was für eine Person Mercury wirklich war, noch wie sein Leben wirklich aussah. Alles wurde für mehr Mainstream-Appeal zurechtgebogen und verharmlost. Weder von der Band, noch etwas vom Lead blieb einem im Kopf. Es ist mir wirklich eine Schande, dass der Film für ein gutes Biopic gehalten wird.
    • Erik B.
      Laut Hollywood Reporter wird der Film ein R-Rated erhalten und die besagte intime Liebesszene zwischen Taron Egerton und Richard Madden bleibt erhalten.Starke Aktion von Paramount. Jetzt darf das Ding bloß nicht floppen
    • Jimmy v
      Mein Problem ist eher, dass wohl auch das ein Film sein wird, der zu viel die Person Elton John und zu wenig den Musiker in den Mittelpunkt stellt. Mich bekämen sie ja ins Kino, wenn sie Elton Johns erfolgloses Vorsprechen für den Sängerposten bei King Crimson zeigen...
    • CineMan
      Bohemian Rhapsody war nett anzuschauen und unterhaltsam. Aber es ist kein Biopic über Queen. Weder erfährt erfährt man viel über die Band bzw. die Menschen hinter der Band, noch hielt man sich an Zahlen und Fakten bzw. an die Realität. Und das empfand ich am Schlimmsten: Ereignisse wurden geändert/ verfälscht/ gefälscht: von der Gründung der Band bis hin zum Auftriit beim Live Aid Konzert.
    • Cholerische Languste
      Wo ist das ach so aufgeklärte Hollywood nun? Ansonsten schreien sie doch auch Equality, beleidigen das Publikum und führen sich auf wie das Gute auf Erden. Und jetzt fürchtet man sich, so etwas darzustellen?
    • All About L.
      Während die westlichen Medien begeistert bunte Regenbogenfahnen schwenken und die große Vielfalt predigen scheint sich der Zeitgeist doch eher ins puritanische Zeitalter zurückzuentwickeln.
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