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    M. Night Shyamalans Inspiration für "Split": Auf dieser wahren Geschichte basiert der Thriller
    Von Daniel Fabian — 14.04.2019 um 12:30
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    M. Night Shyamalan fand mit „Split“ 2017 zurück in die Erfolgsspur. Zu verdanken ist das nicht nur einem überzeugenden James McAvoy, sondern auch jahrelanger Recherche – vor allem der Fall von Billy Milligan beschäftigte den Filmemacher...

    Universal Pictures International France

    Eines vorweg: Wenn ihr euch gerade fragt, wo, wann und unter welchen Umständen sich die unglaubliche Geschichte von M. Night Shyamalans „Split“ tatsächlich zugetragen haben soll, müssen wir euch leider enttäuschen. Genau so hat sich die Geschichte natürlich nicht zugetragen. Kevin (im Film gespielt von James McAvoy), in dessen Körper ganze 23 Persönlichkeiten leben, gab es so, wie wir ihn im Film sehen, nicht. Der wahre Kern der Geschichte hat nämlich weniger mit der Titelfigur selbst und vielmehr mit deren Krankheitsbild zu tun – denn das gibt es sehr wohl.

    Der Fall Billy Milligan

    M. Night Shyamalan brachte mehrere Jahre mit der Recherche von dissoziativen Identitätsstörungen zu, um „Split“ in Anbetracht der übernatürlichen Note, die der Film vor allem gegen Ende bekommt, dennoch möglichst realistisch zu halten. Als Inspiration dafür diente vor allem der Fall Billy Milligan, der sich im Ohio der 1970er zutrug und durch Daniel Keyes‘ preisgekrönten Roman „The Minds Of Billy Milligan“ weltweit bekannt wurde.

    Milligan hatte drei Frauen vergewaltigt und stand außerdem wegen bewaffneten Raubüberfalls vor Gericht, aufgrund der von Psychologen diagnostizierten multiplen Persönlichkeitsstörung plädierten seine Anwälte jedoch auf Unzurechnungsfähigkeit – mit Erfolg. Zum ersten Mal überhaupt wurde „Insanity“ (übersetzt: Verrücktheit) vor Gericht als solche anerkannt und der Täter aufgrunddessen nicht zu einer Haftstrafe verurteilt. Stattdessen verbrachte Milligan im Anschluss ein gutes Jahrzehnt in einer psychiatrischen Anstalt. Auch in Milligan trieben sich 23 völlig unterschiedliche Persönlichkeiten herum, die abwechselnd die Kontrolle übernahmen und schließlich in einer vierundzwanzigsten, dem „Lehrer“, verschmolzen.

    Universal Pictures International France
    James McAvoy in „Split“

    Unter den Persönlichkeiten Milligans waren unter anderem der kultivierte britische Wissenschaftler Arthur, ein jugoslawischer Kommunist namens Ragen Vadascovinich sowie der betrügerische Allen – der einzige Raucher sowie auch der einzige Rechtshänder unter den Persönlichkeiten. Eine Identität von besonders großer Bedeutung war außerdem Adalana: Die 19-jährige Lesbe übernahm in der Regel das Kochen und war außerdem diejenige, die auch die Vergewaltigungen gestand.

    1988 wurde Milligan schließlich aus der Klinik entlassen, später zog er nach Kalifornien, wo er eine Produktionsfirma besaß. Im Dezember 2014 erlag er schließlich seiner Krebserkrankung, Milligan wurde 59 Jahre alt.

    Kontroverse Darstellung

    „Split“ kam sowohl bei Kritikern als auch beim Kinopublikum gut an, das zeigen auch die Wertungen auf der Kritikerplattform Rotten Tomatoes, die bei durchaus beachtlichen 77 Prozent (Kritiker) sowie 79 Prozent (Publikum) liegt – und auch wir vergaben in der FILMSTARTS-Kritik zu „Split“ 4 von 5 möglichen Sternen. Kritisiert wird der Film und seine Darstellung dissoziativer Identitätsstörung vor allem seitens jener Menschen, die von der Krankheit selbst betroffen sind. In einem offenen Brief äußerte sich die Psychologin Michelle Stevens vor allem zur falschen Darstellung erkrankter Menschen, die keineswegs Monster seien, sondern gewöhnliche Ehemänner und Ehefrauen, Väter und Mütter, Freunde und Nachbarn, die „still unter einem schmerzvollen, beängstigenden und oftmals lähmenden Zustand leiden.“ Auch die australische Gesundheitsorganisation SANE äußerte sich dem Film kritisch gegenüber und spricht von einer Stigmatisierung sowie Stereotypisierung einer komplexen Krankheit.

    Shyamalan selbst weiß, dass diese ungewöhnliche Erkrankung in der Gesellschaft oftmals tabuisiert oder nicht akzeptiert wird, betont allerdings, selbst von ihrer Existenz überzeugt zu sein. Je mehr er recherchierte, desto faszinierender und mitreißender wurde die Krankheit für ihn, wie er in einem Interview gegenüber The Straits Times erwähnte. „Betroffene versuchen oftmals, die Krankheit zu verstecken. Sie wollen nicht entblößt werden, weil sie wissen, dass man sie nicht als die Personen sehen würde, die sie wirklich sind“, weiß Shyamalan, der in seinem Mystery-Thriller jene Aspekte deswegen umso stärker hervorhob.

    „Split“ feiert am heutigen Sonntag, dem 14. April 2019, um 22.35 Uhr seine deutsche Free-TV-Premiere auf ProSieben.

     

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    Kommentare
    • Sentenza93
      Schon krass, aber das zeigt doch mal wieder, dass nichts unmöglich ist.
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