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"Monsieur Claude 2"-Schauspieler verraten uns: Diese Stars sollen ihre Rollen in einem US-Remake spielen!
Von Regina Singer — 11.04.2019 um 13:30
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Nach „Monsieur Claude und seine Töchter“ gibt es nun endlich die von Fans lang erhoffte Fortsetzung der französischen Komödie. Wir haben zwei der Schauspieler des Megahits in Berlin zum Interview getroffen.

Arnaud Borrel

Julia Piaton und Noom Diawara spielen in „Monsieur Claude und seine Töchter“ sowie der nun im Kino gestarteten Fortsetzung „Monsieur Claude 2“ eine der Töchter (Odile) und einen der Schwiegersöhne (Charles) von Claude (Christian Clavier) und Marie (Chantal Lauby). Während Claude seine multikulturellen Schwiegersöhne im ersten Teil noch loswerden wollte, möchte er sie im Sequel nun mit allen Mitteln zum Bleiben bewegen. Denn die Ehemänner der vier Töchter haben sich in den Kopf gesetzt, Frankreich zu verlassen. Ihre Ziele: Algerien, China, Israel und Indien. Claude und Marie graut es allerdings davor, in Zukunft immer um die halbe Welt reisen müssen, nur um ihre Kinder und Enkel sehen zu können. Deshalb wollen sie ihre Schwiegersöhne nun von der Schönheit Frankreichs überzeugen…

FILMSTARTS: Wie habt ihr die Zeit nach „Monsieur Claude und ihre Töchter“ erlebt? Und wie habt ihr euch gefühlt, als ihr nach fast fünf Jahren gefragt wurdet, ob ihr bei der Fortsetzung mitmachen wollt?

Juila Piaton: Ich finde es besonders toll, dass wir den ganzen Hype um den Film gemeinsam erleben durften. Wir sind alle gute Freunde geworden. Ich hatte aber Angst vor dem zweiten Teil. Vor allem, weil ich nicht wollte, dass wir nur eine Fortsetzung drehen, um „eine Fortsetzung zu machen“. Deshalb habe ich mit unserem Regisseur Philippe de Chauveron gesprochen und ihn gefragt, ob wir überhaupt etwas zu erzählen haben. Er beruhigte mich dann und sagte, dass er etwas Cooles und Lustiges machen und eben nicht nur was nachschieben will. Und ich finde, das ist ihm gelungen.

Noom Diawara: Der erste Film war wie der Gewinn einer Weltmeisterschaft! In Frankreich haben ihn ja über zwölf Millionen Zuschauer gesehen, daher kannten uns plötzlich sehr viele Menschen. Wir wurden auf der Straße erkannt und bekamen mehr Rollen-Angebote. Viele Leute haben außerdem um eine Fortsetzung gebeten. Als Philippe uns dann anrief und sagte, dass er den zweiten Teil nun wirklich machen will, war ich sehr aufgeregt, das Drehbuch zu lesen. Als ich es dann las, musste ich wieder sehr viel lachen.

Arnaud Borrel
Julia Piaton (rechts) und ihre Filmschwestern Frédérique Bel, Élodie Fontan, Émilie Caen (von links nach rechts)
FILMSTARTS: Philippe hat uns im Interview verraten, dass es schon Pläne für „Monsieur Claude 3“ gibt. Habt ihr Ideen, wie der aussehen könnte?

Julia Piaton: Ich traue mich gar nicht darüber nachzudenken. Es ist jetzt schon so verrückt, dass es sich so weiterentwickelt hat. Ich würde mich aber freuen, wenn wir in einem nächsten Teil mit dem gesamten Team durch alle Länder reisen könnten. Es wäre schließlich so schön, all die Orte zu sehen, aus denen die Schwiegersöhne von Claude und Marie stammen!

Der Humor ist "scharf, schnell, direkt"

FILMSTARTS: „Monsieur Claude 2“ spielt mit französischen Vorurteilen und Klischees. Aber glaubt ihr, der Humor im Film ist trotzdem universell?

Julia Piaton: Ich denke nicht. Der Sinn für Humor ist schon sehr speziell. Humor ist ja generell kulturell bedingt. Er ist von deiner Geschichte abhängig und davon, in welchem Land du aufgewachsen bist. Nicht jeder Mensch kann schließlich über dieselben Sachen lachen. In den USA lachen die Leute über andere Dinge als hier. Ich glaube zum Beispiel nicht, dass der Film in den USA funktionieren würde.

FILMSTARTS: Glaubt ihr denn, dass einige Witze im Film zu weit gehen?

Julia Piaton: Ich weiß nicht. Nein, ich denke nicht. Zumindest für mich selbst nicht. Da kommt wieder die Frage nach dem Humor ins Spiel. Der ist in „Monsieur Claude 2“ nämlich sehr scharf, schnell und direkt. Es kommt daher auf die Sensibilität der Leute an. Manche werden sagen, es ist der beste Film ihres Lebens, andere werden ihn wiederum einfach nicht mögen.

Noom Diawara: Genau. So wie mich manche Filme nicht zum Weinen bringen und andere Menschen schon.

Von Frankreich nach Bollywood

FILMSTARTS: Noom, deine Figur Charles wäre im Film gern ein Bollywood-Star, weswegen er mit seiner Frau Laure nach Indien auswandern will. Könntest du dir auch vorstellen, einen Bollywood-Film zu drehen?

Noom Diawara: Ich habe in Paris tatsächlich schon mal bei einem Bollywood-Film mitgemacht. Und dann wurde ich gefragt, ob ich einen weiteren in Indien drehen will – und ich sagte nein, weil ich Angst hatte. [lacht]

Julia Piaton: Du bist so ein Pariser! [lacht] Er hatte Angst, weil es vier Monate gedauert hätte…

Noom Diawara: Ja, vier Monate sind eine lange Zeit! Zwei Monate wären okay. Aber vier?! Außerdem habe ich in Paris jedes Wochenende eine Show gemacht. Da wollte ich nicht für vier Monate pausieren. Deswegen sagte ich nein. Aber manchmal bereue ich, dass ich nicht zugesagt habe.

FILMSTARTS-Volontärin Regina Singer mit Noom Diawara und Julia Piaton
FILMSTARTS: Vielleicht das nächste Mal, wenn sich eine Chance bietet?

Noom Diawara: Ganz bestimmt! Aber immerhin habe ich Philippe die Geschichte erzählt und er hat sie dann mit in den Film genommen.

FILMSTARTS: Das ist ja toll – schließlich ist die Bollywood-Geschichte kein unwesentlicher Teil im Film. Wie sehr hattet ihr überhaupt die Möglichkeit, eure eigenen Figuren mitzugestalten?

Julia Piaton: Ich nur ein bisschen… Aber Noom ganz viel.

Noom Diawara: Nachdem Philippe das Drehbuch geschrieben hat, saßen wir alle zusammen und haben es gelesen. Und wenn wir in dem Moment einen Witz parat hatten, der einfach aus uns herausgeströmt ist und Philippe ihn lustig fand, hat er ihn manchmal mit aufgenommen.

Unser Interview mit Regisseur Philippe de Chauveron

FILMSTARTS: Gibt es denn einen Witz von dir im Film?

Noom Diawara: Ja, zum Beispiel die Stelle, in der Christian Clavier sagt, dass Barbès und Algier dasselbe seien. [Barbès ist ein Viertel in Paris, in dem auch viele Algerier leben.]

FILMSTARTS: Und du, Julia? Du sagtest, du konntest nur ein bisschen mitwirken?

Julia Piaton: Nun ja, ich hätte mir gewünscht, dass Odile, als sie zum Judentum konvertiert, noch viel extremer in ihrer Auslegung der Religion ist. Manchmal ist es ja so, dass Menschen, die sich bewusst für eine Religion entscheiden noch strenger nach den Regeln leben – weil sie vielleicht dafür kämpfen müssen, in die Gemeinschaft der Juden, Muslime oder Christen aufgenommen und akzeptiert zu werden. Und ich wollte das spielen. Aber mir wurde gesagt, dass es zu viel ist. Aber gut, es gab ja auch viele andere Figuren neben mir im Film…

"Ich habe mich selbst zum Lachen gebracht!"

FILMSTARTS: Welche Szene hat euch denn am allermeisten Spaß gemacht zu drehen?

Julia Piaton: Ich liebe die Szene, in der wir in die Kirche gehen wollen, sich aber alles verzögert, als Claude den armen Flüchtling Harrach zu Boden schlägt. Und ich laufe dann an allen vorbei und sage „Lasst mich durch, ich bin Zahnärztin!“. [lacht] Das ist so dämlich. Ich habe mich beim Drehen der Szene selbst zum Lachen gebracht. [lacht]

Arnaud Borrel
Die Schwiegersöhne von „Monsieur Claude“ (von links nach rechts): Charles (Noom Diawara), David (Ary Abittan), Rachid (Medi Sadoun) und Chao (Frédéric Chau)
FILMSTARTS: Habt ihr denn eine Lieblingsfigur?

Julia Piaton: Ich liebe meine Mutter (Marie). Sie ist lustig, vollkommen durchgeknallt und voller Liebe und Leben. Sie ist einfach bezaubernd.

Noom Diawara: Ich liebe meinen Vater (André). Weil er immer im Kampf ist. Er kann nicht cool sein, ist immer im Konflikt mit sich selbst und super stur. Aber eigentlich ist er ein netter Kerl. Ich würde mir wünschen, dass das mehr Leute in ihm sehen.

Meryl Streep und Denzel Washington

FILMSTARTS: Kürzlich kam ja das US-Remake von „Ziemlich beste Freunde“ raus. Wenn es ein US-Remake von „Monsieur Claude“ geben würde - welche US-amerikanischen Schauspieler sollten eure Figuren eurer Meinung nach spielen?

Julia Piaton: Oh! Für mich wäre es Meryl Streep. Ganz eindeutig.

Noom Diawara: Sie könnte eher deine Mutter sein.

Julia Piaton: Dann Saoirse Ronan! Sie ist so toll!

Noom Diawara: Kennst du „Black Panther“? Für mich wäre es nämlich Chadwick Boseman, weil er den afrikanischen Akzent draufhat. Er ist ein netter Kerl. Er könnte Charles gut spielen. Denzel Washington fände ich auch toll. Aber er ist zu alt.

FILMSTARTS: Also könnten Saoirse Ronan und Chadwick Boseman eure Figuren spielen und Meryl Streep und Denzel Washington könnten Marie und Claude verkörpern!

Julia Piaton: Oh ja! Meryl Streep wäre eine tolle Mutter und Großmutter.

Netflix und "Black Panther 2"

FILMSTARTS: Habt ihr schon weitere Pläne nach „Monsieur Claude 2“?

Noom Diawara: Ich arbeite jetzt an „Black Panther 2“… [lacht] Nee, ich habe aber grade einen Anruf und eine Zusage für ein Casting nächste Woche erhalten. Für welchen Film das ist, weiß ich gerade selbst noch nicht einmal. Also ist nun Warten angesagt!

FILMSTARTS: Und bei „Black Panther 2“ dabei zu sein, wäre ein Traum von dir?

Noom Diawara: Absolut.

Julia Piaton: Ruf mich an, wenn du drin bist! [lacht] Ich träume ja davon, in einem Film mit Meryl Streep zu sein! Mich kann man grade aber auf Netflix sehen: In „Le Jour – Eine ungeplante Hochzeit“ – eine Komödie über eine Hochzeitsplanerin.

FILMSTARTS: In Deutschland laufen so einige französische Komödien. Kennt ihr auch deutsche Filme?

Julia Piaton: Ich liebe „Toni Erdmann“. Und ich mag Fatih Akin. Ich will mir bald den neuen Film von ihm ansehen – „Der goldene Handschuh“. Der soll aber so grausam sein…

Noom Diawara: Ich mag den einen Film mit dem falschen Lehrer, der zur Schule geht

„Monsieur Claude 2“ läuft derzeit in den deutschen Kinos.

 

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