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    "Lloronas Fluch" qualifizierte ihn für "Conjuring 3": Unser Interview mit Horror-Regisseur Michael Chaves
    Von Antje Wessels — 19.04.2019 um 13:50
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    Wir haben mit Michael Chaves über seinen neuen Grusel-Schocker „Lloronas Fluch“ gesprochen – und auch über seinen nächsten: „Conjuring 3“!

    Warner Bros.

    In „lloronas Fluch“ werden Kinder vom Geist einer Mutter gejagt, die ihre eigenen Sprösslinge einst ertränkte. Im Interview erzählte uns Regisseur Michael Chaves, was einen guten Horrorfilm ausmacht. Er spricht über die Verbindung zur „Conjuring“-Reihe – und verrät, was uns in „Conjuring 3“ erwartet. Den inszeniert er als nächstes…

    FILMSTARTS: „Lloronas Fluch“, dein erster Spielfilm, ist nun in den Kinos. Bist du eher positiv oder negativ angespannt?

    Michael Chaves: Es ist natürlich in erster Linie eine sehr positive Anspannung. Ich habe vorher schon Kurzfilme gedreht, aber „Lloronas Fluch“ ist für mich etwas Besonderes, weil mit ihm ein Kinoerlebnis einhergeht. Ich begreife es als großes Glück, dass ich einen Film drehen durfte, der in die Kinos kommt. Wenn Du ins Kino gehst, dann entscheidest Du Dich bewusst, ein paar Stunden in diesem stockdunklen Raum zu verbringen und Dich gemeinsam mit vielen anderen voll und ganz dem Film hinzugeben.

    Wir werden heutzutage von so vielen Dingen abgelenkt. Ich finde, es ist eine sehr kraftvolle Entscheidung, sich zu entschließen, die Konzentration einfach mal nur bewusst auf eine einzelne Sache zu richten. Im Kino teilst du diese Erfahrung mit vielen anderen, größtenteils fremden Menschen. Ich glaube, dass das Horrorgenre genau deswegen so eine Renaissance erlebt. Und wenn ein Horrorfilm richtig gut ist, wirkt er noch lange nach.

    Ich bin nun sehr gespannt, wie „Lloronas Fluch“ in den verschiedenen Ländern ankommt. Und ob es hier von Land zu Land Unterschiede gibt. Der Film beruht ja auf einer mexikanischen Volkssage, hat sehr viele folkloristische Bezüge und ich bin gespannt, wie man diese Einflüsse außerhalb Mexikos aufnehmen wird.

    2019 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.

    FILMSTARTS: In der „Llorona“-Sage ertränkte eine Frau ihre beiden Kinder, um ihren fremdgehenden Ehemann zu verletzen. Das klingt nach einer sehr tragischen Geschichte, aus der Du für Deinen Film nun allerdings vor allem die Horroraspekte herausgearbeitet hast. Wie wichtig war es Dir, dass man trotzdem genug über die traurigen Hintergründe ihrer Figur mitbekommt, um ihr Handeln vielleicht etwas besser zu verstehen?

    Michael Chaves: Ich denke, dass es gerade dieser tragische, menschliche Aspekt an La Llorona ist, der die Geschichte zeitlos macht. Das ist der Grund, weshalb sich Menschen immer wieder an ihr Schicksal erinnern und ihre Story in Mexiko von Generation zu Generation weitererzählen. Dadurch ist die Geschichte eben auch nicht ausschließlich auf Mexiko limitiert, sondern lässt sich weit über die Landesgrenzen hinaus erzählen. In Amerika beispielsweise war La llorona schon vor dem Film recht bekannt. Natürlich erzählt mein Film nur eine Version der Geschichte.

    „Fairytale gone wrong“, das Märchen geht schief – ich denke, dass dieser Aspekt bei jeder Horrorgeschichte wichtig ist. Eine Person, die perfekte Bedingungen hatte, muss gebrochen werden. Für La Llorona bedeutet das: Diese wunderschöne Frau, die eigentlich alles hatte, um glücklich zu sein – einen liebenden Ehemann, zwei wundervolle Kinder – war für das Happy End ihres eigenen Märchens prädestiniert. Doch nach dem „Happily Ever After“ lebte das Paar eben nicht glücklich und zufrieden bis ans Ende seiner Tage. Stattdessen hat er sie betrogen und sie wurde wahnsinnig, brachte schließlich sogar ihre eigenen Söhne um. Und das ist natürlich auf der einen Seite furchtbar grausam, aber auf der anderen Seite geht die eigentliche Geschichte dadurch ja erst so richtig los.

    "Lloronas Fluch" ist ein "Conjuring"-Film

    FILMSTARTS: „Lloronas Fluch“ ist mit dem „Conjuring“-Universum verbunden. Es gibt ein Wiedersehen mit Father Perez, den wir aus dem ersten „Annabelle“-Film kennen. War es von Anfang an geplant, „La Llorona“ mit den „Conjuring“-Filmen zu verknüpfen?

    Michael Chaves: Wir hatten darüber viele Diskussionen. Wichtig ist: Father Perez war bereits im ersten Drehbuchentwurf enthalten. So gesehen gab es die Verbindung zum „Conjuring“-Universum also von Beginn an. Genauso wichtig ist, dass ich geheime Verbindungen zwischen verschiedenen Filmen, Easter Eggs und das ganze Zeug sehr liebe. Aber so spannend das „Conjuring“-Universum auch ist, wollte ich trotzdem, dass „Lloronas Fluch“ auch für sich allein stehen kann. Und ich denke, das ist uns gelungen – sowohl mit dem Film an sich, als auch durch die Art, wie er vermarket wird:

    Wir haben ja wohlweislich darauf verzichtet, ihn als „nächsten ‚Conjuring‘-Film zu bewerben. Das hat übrigens auch wieder damit zu tun, dass diese Geschichte so vielen Menschen etwas bedeutet. Die Idee, die Geschichte um La Llorona einfach nur zu einem weiteren Fall für die Warrens zu machen, schien mir nicht angemessen. Wir wollten La Llorona in Form einer Schauermär ehren, daher betrachten wir die Verknüpfung zu den „Conjuring“-Ereignissen eher als lustiges Easter Egg. Wir haben übrigens noch mit einigen anderen Ideen gespielt, wie sich der Film mit dem Universum verknüpfen lässt. Die werden wahrscheinlich später als Bonusszenen auf der Blu-ray landen.

    Warner Bros.

    FILMSTARTS: Produzent James Wan hat Dich nach dem Dreh von „Lloronas Fluch“ gefragt, ob Du den nächsten Teil der „Conjuring“-Reihe inszenieren und ihn damit als Regisseur beerben möchtest…

    Michael Chaves: Oh ja, das stimmt. In ein paar Wochen beginnen wir in Atlanta bereits mit den Dreharbeiten. Und es fühlt sich wie die größte Ehre an, die einem Horrorfilmemacher zuteilwerden kann. Ich selbst liebe die „Conjuring“-Reihe und es wird eine ganz andere Erfahrung sein, diesen Film zu drehen, als „Lloronas Fluch“. Die Saga rund um die weinende Llorona bedeutet gerade in ihrem Heimatland sehr vielen Menschen etwas. Es fühlte sich für mich an, als würde ich mich an persönliches Eigentum wagen, was mit einem großen Druck verbunden war. Ich wollte sensibel mit der Vorlage umgehen und einen Film kreieren, der ihr gerecht wird.

    Für „Conjuring 3“ wird der Druck zwar nicht weniger groß sein, aber er kommt woanders her. Ich trete in die Fußstapfen eines der größten Horrorfilmregisseure aller Zeiten und ich bin sehr gespannt, wie die Dreharbeiten verlaufen werden. Wir haben große Pläne für den Film, ein tolles Skript, fantastische Darsteller – Vera Farmiga und Patrick Wilson werden wieder in ihren Rollen als Lorraine und Ed Warren auftreten – und die Geschichte ist so unglaublich gruselig, dass sie das „Conjuring“-Universum auf ein ganz neues Level heben wird. Wir betreten mit der Geschichte ganz neues, aufregendes und dunkles Terrain.

    "Conjuring 3" wird anders

    FILMSTARTS: Vera Farmiga hat „Conjuring 3“ in einem Interview als „groß“ beschrieben. Kannst Du uns verraten, was sie damit genau gemeint hat?

    Michael Chaves: Oh ja, das habe ich mitbekommen! (lacht) Aber ich muss überlegen, wie viel ich dazu bereits sagen kann… „Conjuring 3“ wird der Tradition der bisherigen Filme auf jeden Fall treu bleiben. Er wird emotional sein, stellenweise auch richtig Spaß machen. Alles, was wir an dem Universum lieben, bekommen wir auch im nächsten Film geboten. In der neuen Geschichte bekommen es die Warrens allerdings mit einem Fall zu tun, der sie aus ihrer Komfortzone reißt. „Conjuring 3“ wird kein weiterer Haunted-House-Film werden, in dem die Warrens auf eine Familie treffen, hinter einen Spuk kommen und die Familie schließlich retten müssen. Stattdessen werden sie mit etwas konfrontiert, das sie so noch nie zuvor gesehen haben und wodurch sie sich mit einer völlig neuen Art des Bösen auseinandersetzen müssen. Und die Warrens haben eine Menge gesehen! (lacht)

    FILMSTARTS: Wie wichtig ist es denn für Dich, dass Fans und Kritiker „Lloronas Fluch“ mögen? Eine positive Resonanz könnte ja den Druck mindern, der nun wegen „Conjuring 3“ auf dir lastet…

    Michael Chaves: Ich habe immerhin schon mitbekommen, dass der Film vom Publikum sehr gut angenommen wird. Es gab viele Testscreenings, die sehr positiv ausfielen, dadurch ist der erste Druck von meinen Schultern genommen worden. Ohne dieses positive erste Feedback von Zuschauerseite hätte ich vermutlich auch nicht so einfach das Angebot für „Conjuring 3“ bekommen (lacht). Für jemanden wie mich, der sowas noch nie zuvor erlebt hat, ist das natürlich aufregend und toll. Aus der anfänglichen Nervosität ist mittlerweile positive Hoffnung geworden.

    „Lloronas Fluch“ läuft seit dem 18. April 2019 in den deutschen Kinos.

     

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    Kommentare
    • Phil
      Nettes Interview. Schön wäre es gewesen wieder ein Photo oder ein kurzes Video vom Interview zu sehen. Ich finde das immer gut, um die Atmosphäre beim Lesen zu enhancen. Und ein Smartphone hat ja eigentlich jeder dabei, damit er das schnell machen könnte. Ab und zu macht ihr das ja schon. Wäre gut wenn das Standard wird.Ach ja: Der Film ist nicht übel. Habe ihn letztes Wochenende bei den FFF Nights gesehen.
    • Dennis Beck
      Die Screenings zu Lloronas Fluch waren positiv? Ich frage mich immer, wie so etwas zustande kommt. Ich hoffe, er packt Conjuring 3. Die Hauptfilme sind das Herz des Franchises, die Ableger interessieren mich kaum. Ich denke, bei Llorona war das Drehbuch einfach Mist.
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