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    "Drei Schritte zu Dir": Das Ende erklärt
    Von Tobias Mayer — 22.06.2019 um 09:50
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    In der Romanze „Drei Schritte zu Dir“ („Five Feet Apart“) verlieben sich zwei Teenager, ohne küssen zu dürfen – denn das könnte die beiden Schwerkranken umbringen. Falls ihr das Ende unverständlich findet, sei euch mit diesem Artikel geholfen.

    Universal Pictures Germany

    Spoiler-Warnung: Wie ihr euch angesichts der Überschrift denken könnt, verraten wir im Text das Ende.

    Wie die beiden Teenies aus dem Romantik-Hit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ sind auch die zwei Schnuckelchen aus „Drei Schritte zu Dir“ todkrank: Stella (Haley Lu Richardson) und Will (Cole Sprouse) leiden beide an Mukoviszidose und müssen deswegen permanent im Krankenhaus behandelt werden. Die Situation ist für Stella und Will aber noch fieser als für Hazel (Shailene Woodley) und Augustus (Ansel Elgort) aus „Mieser Verräter“ – sie haben den drohenden Tod vor Augen, dürfen einander aber nicht näherkommen als auf sechs Fuß (knapp zwei Meter). Andernfalls könnten die Bakterien des einen Partners den anderen töten.

    „Drei Schritte zu Dir“ basiert im Unterschied zu „Mieser Verräter“ nicht auf einem vorher veröffentlichten Roman (Buch und Film wurden gemeinsam konzipiert). Als zentrales Problem für Stella und Will haben die Drehuchautoren Mikki Daughty und Tobias Iaconis („Lloronas Fluch“) eine diabolische Zwickmühle konstruiert: Die Teenager müssen sich entweder fernbleiben – oder riskieren, dass sie einander töten. Am Ende entscheidet sich Will dafür, Stella zu verlassen. Aus Liebe und um sie zu schützen, sagt er ihr Lebewohl, nicht ohne ihr den denkbar schwersten Abschied zu bereiten:

    Er lässt Lichterketten vor ihrem Krankenhauszimmer anbringen, weil sie so gerne die Stadtlichter sehen wollte. Er schenkt ihr ein Buch mit selbstgezeichneten und -gemalten Bildern, auf denen unter anderem Stella selbst zu sehen ist, aber auch ihr gerade verstorbener Kumpel Poe (Moises Arias).

    Wird Will sterben?

    Im Film wird nicht gezeigt, ob Will stirbt. Noch ist keine Fortsetzung angekündigt und mangels Buchvorlagen lassen sich auch keine Sequelromane zur Hand nehmen, um Wills Schicksal darin nachzulesen. Er sagt im Film, dass seine Behandlung nicht anschlägt und er nicht möchte, dass Stella ihn sterben sieht. Sein Tod ist also wahrscheinlich – aber nicht sicher. Gegenüber refinery29.com sagte Cole Sprouse, dass es die Überlegung gab, „Drei Schritte zu Dir“ anders enden zu lassen.

    Wir haben viele unterschiedliche Enden aufgenommen. Viele Zuschauer nahmen an, dass Will überleben wird. Aber es wird ganz bewusst offengelassen. Ich will dazu gar nicht viel sagen, weil sich die Zuschauer ihre eigenen Gedanken machen sollen, aber ja, wir haben eine Hand voll unterschiedliche Enden aufgenommen und manche davon waren deutlicher.

    Offenes Ende

    „Drei Schritte zu Dir“ endet eben nicht mit der Gewissheit über Wills Schicksal, was einen gewichtigen erzählerischen Vorteil hat: Alle Aufmerksamkeit liegt auf der schweren Entscheidung des Jungen, dass ihm Stellas Sicherheit wichtiger ist als das Sich-nahe-sein – dass er glaubt, ihre Trauer über seinen wahrscheinlich bevorstehenden Tod dadurch mindern zu können, aus ihrem Leben zu verschwinden.

    Diese Entscheidung mag nicht so glorreich sein, wie im Film in dieser als bittersüß inszenierten Abschiedsszene ausgesagt werden soll, denn Will stellt Stella damit vor vollendete Tatsachen – vielleicht möchte sie ja riskieren, ihn sterben zu sehen und wahrscheinlich ist ihr das erprobte „Wir halten drei Schritte Abstand“-Modell lieber, als Will gar nicht mehr zu haben.

    So oder so: Der durch Will erzwungene Abschied mit offenem Ende kann eine größere emotionale Wucht entfalten, als wenn direkt danach eine Szene käme, in der Will entweder stirbt oder überlebt – eine Szene also, die unsere Aufmerksamkeit auf das Schicksal des Jungen richten würde, anstatt auf seine Entscheidung.

    Das Schicksal ist immer noch ein mieser Verräter: Deutscher Trailer zum Teenie-Drama "Drei Schritte zu dir"

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