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    "Der Herr der Ringe"-Serie auf Amazon: Darum könnte es in der Adaption der Tolkien-Saga gehen
    Von Julius Vietzen — 23.06.2019 um 16:00
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    Am 23. Juni 2019 um 20.15 Uhr zeigt SAT.1 „Der Herr der Ringe - Die Gefährten“. Anlässlich der TV-Ausstrahlung spekulieren wir über die mögliche Handlung von Amazons geplanter „Der Herr der Ringe“-Serie.

    Warner Bros.

    Das Zweite Zeitalter also. Seit März 2019 wissen wir, dass in Amazons „Der Herr der Ringe“-Serie nicht etwa die Abenteuer des junge Aragorn gezeigt werden oder die Geschichte von Morgoth und den Silmaril im Ersten Zeitalter, sondern eben die Ereignisse des Zweiten Zeitalters.

    So richtig viel weiter hilft das allerdings auch nicht, denn das Zweite Zeitalter umfasst eine Spanne von 3441 Jahren und selbst wenn die „Herr der Ringe“-Serie wirklich fünf Staffeln bekommt: Darin können unmöglich alle Ereignisse des Zweiten Zeitalters erzählt werden, zumal bei einer Serie auch eine gewisse zeitliche und personelle Kohärenz gegeben sein muss. Sprich: Man kann nicht ständig Hunderte Jahre überspringen und neue Figuren einführen. In diesem Artikel spekulieren wir also darüber, auf welche Ereignisse sich die Serienmacher Patrick McKay und John D. Payne konzentrieren könnten.

    Sauron und die Elben

    Sauron, bekannt als Oberbösewicht in der „Der Herr der Ringe“-Trilogie spielte als Diener des noch mächtigeren, noch böseren Morgoth bereits im Ersten Zeitalter eine wichtige Rolle. Doch nach der Niederlage seines Meisters ist Sauron im Zweiten Zeitalter nun das größte Übel in Mittelerde und Arda (so heißt die Welt von „Der Herr der Ringe“).

    Um das Jahr 500 des Zweiten Zeitalters zeigt sich Sauron erstmals wieder in Mittelerde und um das Jahr 1000 hat er seine alte Macht beinahe wiedererlangt. Eine Epoche, auf die sich McKay und Payne konzentrieren könnten, beginnt dann ab 1500. Ab diesem Zeitpunkt versucht er nämlich, die Elben in Mittelerde um den Finger zu wickeln und hilft ihnen dabei, die Ringe der Macht zu schmieden. Doch wie wir aus der „Der Herr der Ringe“-Trilogie wissen, ist Sauron nicht zu trauen und er schmiedet heimlich einen Meisterring, den Einen Ring.

    Saurons Plan geht jedoch nicht ganz auf. Die Elben kommen ihm schnell auf die Schliche, die Zwerge erweisen sich als ziemlich widerstandsfähig gegen den Einfluss der sieben Ringe und nur die neun Menschen verfallen Saurons Macht und werden zu den Ringgeistern, den Nazgûl. Trotzdem gelingt es Sauron, beinahe ganz Mittelerde zu erobern und die Elben fast zu besiegen. Nur dank des Eingreifens der Menschen aus Númenor unter dem späteren König Tar-Minastir kann er im Jahr 1700 geschlagen werden.

    Aufstieg und Fall Númenors

    Und Númenor ist ein gutes Stichwort, denn über die sternenförmige Insel zwischen Mittelerde und dem westlichen Kontinent Aman ließe sich ebenfalls eine spannende Serie stricken. Wirklich interessant wird es dort aber erst ab dem Jahr 3255 des Zweiten Zeitalters. Zwar sagen sich die Númenórer bereits ab etwa 1.000 Jahren vorher langsam von den Valar (gewissermaßen den Göttern oder Engeln von Arda) und den Elben los, doch die offene Rebellion beginnt erst mit der Machtergreifung von Ar-Pharazôn, dem letzten König Númenors.

    Im Jahr 3261 segelt jener Ar-Pharazôn dann nach Mittelerde, um den mittlerweile wiedererstarkten Sauron zu unterwerfen und nimmt ihn als Gefangenen mit nach Númenor. Dort schmeichelt sich der mächtige Fiesling aber nach und nach bei Ar-Pharazôn und den anderen Menschen am Hof ein und bringt sie im Jahr 3319 schließlich dazu, entgegen des strengen Verbots nach Aman im Westen zu segeln, um die sogenannten Unsterblichen Lande zu erobern.

    Hier greift dann jedoch schließlich Eru Ilúvatar, der oberste Gott und Schöpfer von Arda, ein und zerstört Ar-Pharazôn mitsamt seinen Truppen und seiner Flotte. Die daraus resultierende Flutwelle lässt Númenor im Meer versinken und nur wenige entkommen, darunter der bis zuletzt Valar-treue Elendil und seine Söhne Isildur und Anárion (ebenfalls bekannt aus der „Der Herr der Ringe“-Trilogie).

    Das Letzte Bündnis

    Eine dritte mögliche Geschichte für die Serie haben wir bereits teilweise in filmischer Form zu sehen bekommen, nämlich im Prolog von „Der Herr der Ringe - Die Gefährten“ (der übrigens am heutigen 23. Juni 2019 um 20.15 Uhr auf SAT.1 gezeigt wird). Nach dem Untergang Númenors gründen Elendil, Isildur und Anárion die Königreiche Gondor und Arnor in Mittelerde, locken damit im Jahr 3428 jedoch den beim Untergang von Númenor schwer in Mitleidenschaft gezogenen Sauron wieder aus der Deckung.

    Elben, Menschen und wohl auch Zwerge schließen sich zum sogenannten Letzten Bündnis zusammen und können Sauron schließlich unter großen Verlusten in Mordor besiegen. Der Krieg endet damit, dass Isildur Sauron den Einen Ring vom Finger schneidet und ihn damit vernichtet – allerdings immer noch nicht endgültig, das geschieht erst am Ende von „Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs“.

    An welche Geschichte glauben wir?

    Alles in allem halten wir die Geschichte vom Aufstieg und Fall Númenors am geeignetsten, da deren Höhepunkt sich über einen Zeitraum von „nur“ 64 Jahren erstreckt. Wie Sauron zunächst unterworfen wird, doch dann nach und nach den Hof in Númenor korrumpiert und die Menschen zu immer grausigeren Taten anstachelt und wie am Schluss der ganze Kontinent im Meer versinkt – das könnte eine großartige Serie ergeben. Und womöglich könnte man das Letzte Bündnis da auch noch direkt hinten ranhängen.

    Dass McKay und Payne wie bei einer Anthologie-Serie einen Abschnitt des Zweiten Zeitalters pro Staffel erzählen, wäre theoretisch auch denkbar. Allerdings tippen wir eher auf eine zusammenhängende, über mehrere Staffeln erzählte Story à la „Game Of Thrones“ – denn schließlich soll die „Der Herr der Ringe“-Serie indirekt das Erbe der HBO-Erfolgsserie antreten. Theoretisch könnten McKay und Payne auch die gesamten Ereignisse des Zweiten Zeitalters auf wenige Jahre kondensieren, um die Erschaffung der Ringe, Númenor und das Letzte Bündnis unter einen Hut zu kriegen. Doch das halten wir für eher unwahrscheinlich, da sie damit wohl den Zorn der Tolkien-Fans auf der ganzen Welt auf sich ziehen würden…

    Große Enttäuschung für Fans? Amazons "Herr der Ringe"-Serie wird fast gar nicht in Neuseeland gedreht

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    Kommentare
    • Cirby
      Deswegen bin ich froh, dass zu meinen Lebzeiten mein Lieblingsbuch, das Silmarillion nie verfilmt wird.Diese Erwartungen und meine Vorstellungen kann man gar nicht zufrieden stellen.
    • Luthien's Ent
      Mir wird schlecht beim Zuhören. Gerade Tolkiens Werk hat nun wirklich genügend Vorlagen für die erweiterte Welt... aber nein, es muss ja ein Bezug zum HdR mit der Keule hergestellt werden... falls die das hier auch machen, bin ich echt raus aus der Sache... Tolkien lass ich mir nicht (noch mehr *Hobbit*) kaputt machen...
    • Darklight ..
      Das Wesen der Ironie ist nicht Logik, sondern Übertreibung...🙄
    • Konrad Göddenhenrich
      Jup, ist klar. Amazon ist aktuell das wertvollste Unternehmen der Welt. Natürlich werden die von Disney geschluckt, Disney, dessen Marktwert nur etwa ein Fünftel der Sohn von Amazon beträgt…Klingt logisch!
    • Gonzo Kules
      Ich persönlich fände den Auszug der Noldor aus Valinor gen Mittelerde und deren Werdegang schön, weil auch tragisch mit nicht allzu kitschigem Ende. Am Ende könnten die Valar noch ordentlich auf den Putz hauen als Serien Finale und gut ist.Nùmenor wäre auch in Ordnung, nur würden dann Elben und vor allem Zwerge bloß eine untergeordnete Rolle spielen. Doch auch dort gäbe es am Ende nen ordentlichen Knall als Serienfinale.Schade, dass die Rechte-Situation sehr kompliziert ausschaut...
    • Cirby
      Das könnte aber durchaus passieren. Bereits im Hobbit wurde munter drauflos erfunden oder eben übertrieben. Z.B. mit Tauriel. Und wenn man die Entwicklung im Spielesektor ansieht, mit einem 2. Herrscherring und einen Balrog in Mordor, dann kann man nur hoffen, dass die Tolkien Trust hier einige Schranken einbaut.
    • Man Drake
      Ich weiß nicht...mir haben die ne Menge kaputt gemacht, speziell was Zwerge angeht. In Teil 1 waren die toll, aber ab Teil 2 war Gimli die Witzfigur und über diese Typen, die angeblich Zwerge sein sollen, aus dem Hobbit, muss man nicht reden. Noch kaputter kann man es eigentlich nicht machen, aber wer weiß, was denen noch so einfällt...
    • Luthien's Ent
      Solange sie nicht frevelhaft etwas völlig Neues erfinden... das würde Fans weltweit auf die Barrikaden treiben.... „unerforscht“ - da werde ich sehr hellhörig...
    • Julius Vietzen
      Hallo Luthien's Ent,das mit dem Silmarillion hatte ich auch noch im Kopf, aber ich bin mir nicht sicher, ob das hier noch zutrifft. An welchen Büchern und Geschichten Amazon genau die Rechte hat, scheint noch nicht bekannt zu sein. In der offiziellen Pressemitteilung ist von bisher unerforschten Geschichten basierend auf Tolkiens Schriften die Rede.Der Deal zwischen dem Tolkien Estate und Amazon soll sehr kompliziert sein, womöglich dürfen sie also manches zeigen und anderes nicht - wahrscheinlich müssen wir einfach abwarten, bis es genauere Informationen gibt...Viele GrüßeJulius
    • Darklight ..
      Amazon wird auch noch gekauft, spätestens nachdem Disney Sony und WB geschluckt hat...🙄
    • Cirby
      Oje 😅. Wir sind zum Glück nicht bei Disney.
    • Darklight ..
      Lord Of... A Ringgeist Story😂
    • Darklight ..
      Zitat:Doch das halten wir für eher unwahrscheinlich, da sie damit wohl den Zorn der Tolkien-Fans auf der ganzen Welt auf sich ziehen würden…Ööööhmmm... ja, klar... Dinge, die massiv den Zorn der Fans auf der ganzen Welt auf sich ziehen würden, passieren ja in der Regel üüüüüberhaupt nicht... sieht man ja vor allem bei den ganz großen Geschichten, wie STAR WARS oder Game Of Thrones... 🙄
    • Rockatansky
      Man könnte ja auch eine Art Anthologie-Serie machen, in der jede Staffel, aufeinander aufbauend, ein großes Ereignis des 2. Zeitalters erzählt.
    • Cirby
      Bin mal gespannt, wie die Serie heißen wird.Wird doch wohl kaum Der Herr der Ringe oder DHdR Origins lauten. Das wäre ja schrecklich.
    • Cirby
      Hoffentlich nicht nur Numenor. Da sehen wir Menschen, vielleicht ein paar Händler der Elben. Aber meine heißgeliebten Zwerge wären dann aus dem Spiel.
    • Cirby
      Vom Silmarillion haben sie die Rechte nicht und werden sie niemals bekommen.Aber zu den Nachrichten aus Mittelerde hatte PJ damals zum Hobbit auch die Rechte. Ich vermute einfach mal, dass diese hier auch zur Verfügung stehen.Aber allzu ausufernd kann man da in der Tat nicht werden, wenn man auf den zweiten Teil des Silmarillion verzichten muss.
    • Luthien's Ent
      Einiges gut recherchiert, aber... hatte Amazon nicht die Rechte ausschließlich an den HdR-Anhängen und HdR? Viele von euch erwähnte Geschichten stammen auch aus anderen Büchern wie etwa Nachrichten aus Mittelerde oder dem Silmarillion. Dachte, für diese hätten die Tolkiens die Rechte nie verkauft?
    • Master-Mind .
      Um einen Ring vielleicht...
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