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    "Pets 2": Warum die Filme der "Minions"-Macher so unglaublich erfolgreich sind
    Von Carsten Baumgardt — 29.06.2019 um 12:00
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    Die Animationsschmiede Illumination Entertainment, die für Megahits wie die „Ich - Einfach unverbesserlich“-Reihe und die „Minions“ steht, bringt jetzt mit „Pets 2“ den nächsten potenziellen Kassenhit an den Start. Wir beleuchten das geniale Konzept.

    Universal Pictures

    Es ist ein Phänomen, das den Produktionsstudios seit jeher zu schaffen macht: Ein Film oder erster Teil einer Reihe wird super erfolgreich, die Fortsetzung muss schon aus wirtschaftlichen Gründen unbedingt her, am besten ganz schnell. Und Teil zwei wird garantiert nahezu immer teurer als das Original, weil Stars plötzlich mehr Geld verlangen oder auch das Team an dem Erfolg teilhaben will, was ja auch nur menschlich ist. Diese Spirale kann man einfach nicht zurückdrehen! Oder vielleicht doch?

    Die 2007 von Chris Meledandri gegründete Produktionsgesellschaft Illumination Entertainment hat seit 2010 insgesamt zehn Animationsfilme weltweit in die Kinos gebracht. Mit Ausnahme von „Hop - Osterhase oder Superstar?“, der „nur“ profitabel war, waren alle anderen Filme große bis sehr große Hits. Angeführt von „Minions“ (Einnahmen: 1,16 Milliarden Dollar), „Ich - Einfach unverbesserlich 3“ (Einnahmen: 1,03 Milliarden Dollar), „Ich - Einfach unverbesserlich 2“ (Einnahmen: 970 Milliarden Dollar) und „Pets“ (Einnahmen: 875 Millionen Dollar). Aber auch „Sing“ (Einnahmen: 634 Millionen Dollar), „Ich - Einfach unverbesserlich“ (Einnahmen: 543 Millionen Dollar), „Der Grinch“ (Einnahmen: 511 Millionen Dollar) und „Der Lorax“ (Einnahmen: 349 Millionen Dollar) machten an der Kinokasse ordentlich Geld.

    Geringere Budgets und viel Herz

    Jetzt kommt der Clou: Während die Marktführer Disney und Pixar mit Produktionsbudgets von 175 („Coco“, „Ralph reicht’s 2“, „Vaiana“, „Cars 3“) bis 200 Millionen Dollar („Findet Dorie“, „Toy Story 4“, „Die Unglaublichen 2“) agieren, und den Film mit diesem gigantischen Preisschild um den Hals wirtschaftlich schon gewaltig unter Druck setzen, produziert Illumination wesentlich kostengünstiger – und zwar immer, egal, ob Fortsetzung oder nicht. Die zehn Illumination-Filme kosteten nur zwischen 63 („Hop“) und maximal 80 Millionen Dollar („Ich - Einfach unverbesserlich 3“ und „Pets 2“).

    Aber nicht nur die wirtschaftliche Seite geht Illumination Entertainment clever an. Das geringere Budget wird auf der technischen Ebene im Vergleich zu Branchenprimus Disney sehr wohl deutlich, was aber offenbar einkalkuliert ist. Diesen Nachteil macht Illumination Entertainment mit der Stoffauswahl und den Charakteren wett, die das Publikum meistens im Sturm erobern, weil die Figuren Herz haben. Und auch die Storys mögen vielleicht etwas weniger innovativ gedacht sein als bei Disney & Co, sind aber allemal kurzweilig. Denn: Im Zweifelsfall stört sich die Hauptzielgruppe der Kinder nicht an Animationen, die etwas hinter der Konkurrenz hinterherhinken, die Geschichte und die Helden müssen einfach fesseln – und das gelingt Illumination Entertainment sehr oft.

    Der perfekte Trailer hilft

    Ebenfalls zum Konzept gehört der stets griffige, packende Trailer, der immer Lust auf den Film macht – egal, ob man dort im Zweifelsfall die besten Szenen bereits raushaut, oder wie bei „Pets“ einfach nur die Prämisse des Films („Was treiben deine Haustiere, wenn du nicht zu Hause bist?“) perfekt auf den Punkt gebracht wird. Wer diese Vorschau gesehen hat, will auch den Film sehen. Man schafft mit diesen flotten, gut getimten Trailern eine Vorfreude und Aufmerksamkeit in der Zielgruppe, die meistens zum Ticketkauf führt.

    Pets 2“ von den Regisseuren Chris Renaud („Ich – Einfach unverbesserlich“, „Pets“) und Jonathan del Val läuft seit dem 27. Juni 2019 in den deutschen Kinos. In der synchronisierten Fassung sind einheimische Stars wie Jan-Josef Liefers, Jella Haase, Fahri Yardim, Didi Hallervorden sowie Harrison Fords deutsche Stimme Wolfgang Pampel zu hören. Der erste „Pets“-Film lockte 2016 satte 3,8 Millionen Besucher in die deutschen Lichtspielhäuser.

     

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    Kommentare
    • Cirby
      Pets 2 läuft doch nicht so gut, dachte ich ...?Die Storys sind jedenfalls oft so banal, dass man sich schon fragt, mit was die eigentlich punkten.
    • Regg El Santo †
      Ich bevorzuge Dreamworks, mir gefallen die Filme von Illumination einfach nicht.Pure 0815 Jokes, keine gute Animaionsquali, keine gute Story.Eher versucht man mit den Geschichte kleine Kinder ins Kino zu locken mit Filmen die diesen Abspruch auch gerecht werden.Filme für kleine kinder, ohne große investition.Qualität hat wohl sein Preis.
    • Deliah C. Darhk
      Ich denke, es liegt eher daran, dass die Trailer hauptsächlich kleinere Kinder anfixen, die dann derart penetrant nervig darauf abgehen, dass verantwortungsvolle Eltern zur Gewährleistung ihres psychischen Überlebens zwischen den sich anbietende Alternativen 'Kinobesuch' und 'sofortige Adoptionsfreigabe' zumeist dann doch einknicken und das Ticket lösen.
    • Bruce Wayne
      Hier mal die Kurzfassung: Illumination verwendet unheimlich wenig Geld für die Animation und nutzt deshalb sehr häufig simple, oder auch einfach bereits bestehende Charaktermodelle in mehreren Filmen. Deshalb sehen all die Figuren dermaßen generisch, lahm und einfallslos aus. Ob sie überhaupt Drehbücher schreiben, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Meist bestehen die Filme nur aus billigen Furz-Witzen und Klischee reichen Grundkonzepten, die wir bereits hundert Mal verfilmt gesehen haben. Großes Herz wird dadurch erlangt dass man einfach irgendeine Übelkeit erregende Kitsch-Szene als emotionalen Climax hernimmt.
    • CineMan
      ... bringt jetzt mit „Pets 2“ den nächsten potenziellen Kassenhit an den Start...In den USA hat der Film an den Kinokassen enttäuscht. Der Film hat bisher nur 124 Millionen Dollar eingespielt und viel mehr wird es nicht.Viel. 150 Millionen Dollar? Der erste Teil hatte knapp 390 (!) Millionen Dollar eingespielt. Auch international wird er wahrscheinlich nicht an den Erfolg des Erstlings anknüpfen können. Zwar startet der Film noch in einigen Ländern erst in den nächsten Tagen und Wochen, aber addiert man grob die Einspielergebnisse des Erstlings dieser Länder, so kann man noch mit Einnahmen von ca. 160 bis maximal 200 Millionen rechnen. Am Ende wird Pets 2 außerhalb der USA weniger als 300 Millionen eingespielt haben. Pets hatte 507 Millionen Dollar eingespielt. Ich rechne daher mit weltweiten Einnahmen die unter 450 Millionen Dollar liegen. Wahrscheinlich sogar deutlich darunter. Teil 1 hatte über 875 Millionen eingespielt.Dass die Filme aus dem Hause Illumination in der Produktion weniger, ja sogar deutlich weniger kosten, sieht man ihnen auch an. Die Darstellungen und Animationen haben nie die Qualität der Filme wie Drachenzähmen leicht gemacht 3, Toy Story 3 oder Coco.Nachtrag: Pets war ein unglaublich nerviger, lauter, hysterischer und wenig lustiger Film. Der Trailer war das Beste am Film. Hatte viel versprochen aber wenig eingehalten.... Und viel mehr Herz haben die Filme auch nicht. Würde sogar eher das Gegenteil behaupten.
    • CineMan
      Im Artikel geht es um den finanziellen Erfolg. Sprich die Einnahmen an den Kinokassen. Die IMDb Bewertung sagt rein gar nichts über den Erfolg eines Filmes aus.
    • chunkymonkey
      Pets 2 hat 6,6 bei imdb. Erfolgreich ist was anderes
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