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    Wie ein junger Produzent gegen alle Widerstände “Batman“ revolutionierte – bis heute
    Von Carsten Baumgardt — 28.06.2019 um 16:30
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    „Batman“-Guru Michael Uslan erzählt auf der CCXP COLOGNE nach dem Retro-Screening von Tim Burtons „Batman“ (1989), wie er die Geschichte des Dunklen Ritters für immer veränderte.

    Warner Bros.

    Wer heutzutage einen „Batman“-Film im Kino guckt, kennt den Dunklen Ritter als düsteren Helden, der dem Verbrechen in Gotham City grimmig den Kampf auf Biegen und Brechen ansagt, während er selbst mit seinen inneren Dämonen ringt und immer noch versucht, seine Vergangenheit zu verarbeiten, weil seine Eltern in seiner Kindheit vor seinen Augen ermordet wurden. Der Mann, der diese Form der Darstellung Batmans im Kino überhaupt erst möglich gemacht hat, ist Michael Uslan, der sich selbst „Originator & Executive Producer of the ‚Batman‘-Franchise“ nennt. Der 68-Jährige produzierte seit 1989 nahezu alles, was mit „Batman“ zu tun hat, mit. Auf der CCXP COLOGNE erzählte er am Donnerstagabend (27. Juni 2019) spannende Anekdoten im Gespräch mit Moderator Steven Gätjen.

    Uslan kauft “Batman“-Rechte mit 28 Jahren

    Uslan ist ein Hardcore-Comic-Fan, der über eine gigantische Sammlung verfügt und auch schon große Teile davon gestiftet hat, um daheim nicht in dem Material zu ersticken. Als riesiger Fan der „Batman“-Comics fasste er sich 1979 als junger Mann von 28 Jahren ein Herz und hatte eine kühne Idee. Er ging zu DC President Sol Harrison und sprach vor: „Ich möchte die Film- und Serien-Rechte an ‚Batman‘ kaufen. Und ich will einen düsteren und ernsthaften ‚Batman‘-Film machen und den Leuten den wahren Batman zeigen. Von der alten, heiter-trashigen TV-Serie (1966 - 1968) hält er nämlich gar nichts, weil sie nicht dem Kern der Comics entspreche. Harrison war entsetzt und meinte nur: „Die Marke ist mausetot! Niemand interessiert sich mehr für Batman.“ Aber trotz eindringlicher Warnungen („Michael, ich möchte nicht, dass du all dein Geld verlierst“) griff Uslan zu und kaufte die „Batman“-Rechte, weshalb er bei all den Produktionen ab 1989 zumindest als ausführender Produzent genannt ist. Er bekam den Zuschlag auch, „weil niemand anderes sie wollte.

    Und dennoch dauerte es noch ein Jahrzehnt, bis „Batman“ von Regisseur Tim Burton in die Kinos kam. Jedes Studio lehnte mich mit meiner Idee ab. Sogar die Mini-Studios. Sie sagten mir, das sei die schlechteste Idee, die sie jemals gehört hätten und dass ich verrückt sei. Man könne keine düsteren Superhelden-Filme machen. Und auch keine Filme, die auf alten TV-Serien basieren. Das hat noch niemand gemacht.Den Durchbruch brachte die Verbindung zu Tim Burton, einem jungen, visionären Filmemacher, der gerade mit „Pee Wees irre Abenteuer“ seinen ersten Kinofilm draußen hatte.

    Uslan: Tim Burton Vater des “Batman“Erfolgs

    Denn Ruhm für den Erfolg von „Batman“ schreibt Uslan allein Burton zu: „Er hatte die Vision. Er wusste, wie man den ersten revolutionären, düsteren Comic-Superhelden-Film machen musste.“ Der Clou: „Wir wollten nicht die unfreiwilligen Lacher des Publikums. Es geht auch nicht um Batman. Es muss ein Film über Bruce Wayne sein. Wir müssen zeigen, wie besessen und getrieben er ist – bis zu dem Punkt, dass das Publikum denkt, er sei psychotisch.

    Der für nur 35 Millionen Dollar gedrehte Burton-„Batman“ mit Michael Keaton als Fledermausmann wurde ein gigantischer Hit und spielte allein in Nordamerika 251 Millionen Dollar ein (weltweit: 411 Millionen Dollar). Viel wichtiger: Das Gothic-Werk machte in der Filmgeschichte durch diese Akzeptanz des Publikums den Weg frei für alles, was wir heute als selbstverständlich betrachten – dass man ernsthafte Filme über Comic-Superhelden machen kann.

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