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    Nach "Avengers 4: Endgame" und "Spider-Man": Kevin Feige verspricht mehr Filme wie "Guardians Of The Galaxy"
    Von Christian Fußy — 11.07.2019 um 16:00
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    Wir haben Kevin Feige zum Interview in Berlin getroffen und mit ihm über „Avengers 4: Endgame“, „Spider-Man: Far From Home“ und die Zukunft des MCU gesprochen. Das Erfolgsrezept des legendären Produzenten: Unberechenbarkeit und totale Kontrolle.

    2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

    Marvel-Maestro Kevin Feige traf uns zum Interview in Berlin, um über das aktuelle Spider-Man-Abenteuer „Spider-Man: Far From Home“ zu plaudern. Beim 23. Marvel-Film und direkten Nachfolger von „Avengers 4: Endgame“ schlüpft erneut der Brite Tom Holland in die Rolle des berühmten Wandkrabblers. Bei „Far From Home“ handelt es sich um den Abschluss der Infinity-Saga. Welche Entwicklungen können wir in Zukunft vom MCU erwarten? Die große Frage, die nach „Endgame“ im Raum steht und die auch in „Spider-Man: Far From Home“ adressiert wird, lautet: Wie soll es im MCU ohne die altbekannten Avengers weitergehen bzw. wie gedenkt Kevin Feige, die Lücke zu füllen, die der Abschied von Iron Man, Black Widow und Co. hinterlassen hat?

    Achtung: Das Interview enthält leichte Spoiler zu „Spider-Man: Far From Home“.

    FILMSTARTS: Die zentrale Frage in „Spider-Man: Far From Home“ ist, wie das MCU ohne die Avengers Iron Man, Black Widow und Captain America auskommen und wer der nächste Iron Man sein wird. Also: Wenn Brie Larsons Captain Marvel die Rolle von Captain America ausfüllt, wer wird dann der nächste Iron Man?

    Kevin Feige: Was genau nach „Far From Home“ passieren wird, bleibt ein Geheimnis. Noch für eine kurze Zeit. Bis wir darüber sprechen, woran wir arbeiten. Das interessante an der Frage ist, wie du schon sagst, dass es [um diese Frage] auch in „Far From Home“ geht. Vielleicht ist das ein Spoiler, aber wer den Film gesehen hat, kennt die Antwort: Niemand wird der nächste Iron Man. Peter Parker wird nicht der nächste Iron Man. Er wird der erste Spider-Man.

    Er ist Spider-Man. Und wie Happy Hogan im Film sagt: Sogar Iron Man wäre nicht Iron Man. Er hat so einen Status erlangt nach seinen Taten in den letzten Filmen, besonders am Ende von „Avengers 4: Endgame“, dass er so etwas ist wie ein mythisches Standbild. Wer sich auch immer in den Vordergrund stellt, wer auch immer von den vielen fähigen Helden die Führung übernehmen kann im MCU, keiner von ihnen wird der nächste Iron Man. Weil es niemals einen weiteren Iron Man geben wird. Es wird niemals einen anderen Tony Stark geben. Aber sein Beispiel wird hoffentlich alle von ihnen inspirieren, so wie es auch Spider-Man in diesem Film inspiriert.

    Held in Iron Mans Schatten: Spider-Man (Tom Holland)
    Mehr Filme wie "Guardians Of The Galaxy"

    FILMSTARTS: Es wird natürlich neue Avengers geben. Wird das in absehbarer Zukunft auf einen „Avengers 5“ hinlaufen oder sehen wir vielleicht ein Team mit ganz anderen Helden?

    Kevin Feige: Ohne die Frage direkt zu beantworten: „Endgame“ und „Far From Home“ repräsentieren das Ende von Phase 3 und das Ende der gesamten 23 Filme umfassenden Infinity-Saga. Wir arbeiten seit Jahren auf „Far From Home“ als dieses Finale hin. Es war wirklich aufregend, eine Geschichte zu beenden. Das hat man zuvor in Filmen wie diesen noch nicht gesehen. Das Tolle daran, eine Geschichte zu beenden, ist: Man kann auch etwas Neues beginnen. Eine neue Geschichte. Und wir haben schon viele Jahre daran gearbeitet, was als nächstes kommt. Wir haben uns Figuren angesehen, die du bereits erwähnt hast und uns überlegt, wie wir neue Geschichten mit ihnen erzählen können, aber wir haben auch vor, neue Figuren einzuführen, von denen die meisten Menschen noch nie gehört haben.

    Das haben wir auch in den ersten zehn Jahren bereits gemacht. Mit Figuren wie den Guardians Of The Galaxy. Niemand hatte davon je gehört, bevor wir den Film gemacht haben. Wir wollen beides machen. Geschichten der Helden fortsetzen, die ihr schon kennengelernt habt und neue Figuren einführen, von denen noch kaum jemand gehört hat. Wenn ich dir das pitchen würde, würdest du sagen: „Was ist das? Bist du dir sicher, dass das funktioniert? Warum machst du DAS?" Das ist, was wir wirklich mögen. Das werden wir weiterhin tun.

    Was Marvel zu Marvel macht

    FILMSTARTS: Weil du gerade davon redest: „Shang-Chi“ ist einer der kommenden Filme, ein anderer ist „The Eternals“. Stoßen noch andere Helden zu den Avengers ins MCU, zu denen es noch keinen geplanten Film oder ein Gerücht gibt? Wer wird bei den neuen Avengers dabei sein?

    Kevin Feige: DAS verrate ich dir nicht. Aber ich sage: Es gibt viele Gerüchte. Du hast einige genannt. Manche stimmen, manche nicht. Der Spaß am MCU liegt darin, neue Helden einzuführen und dann, wenn wir Glück haben, diese Helden zum ersten Mal zusammenzustecken. Das liebe ich an den „Avengers“-Filmen.  Thor und Cap und Iron Man und Black Widow zum ersten Mal zusammen zu sehen. Zu sehen, wie in „Infinity War“ die Guardians Of The Galaxy auf die Avengers treffen oder alle Helden vereint am Ende von „Endgame“. Das macht eine Menge Spaß. Diese Figuren, die sehr unterschiedlich voneinander sind, die komplett einzigartig sind und wahrscheinlich nicht im selben Raum miteinander stehen sollten, in ein und demselben Film zu sehen. Der Spaß an den unwahrscheinlichsten Kombinationen ist es, der Marvel zu Marvel macht.

    FILMSTARTS: In „Avengers: Endgame“ werden bereits Samen gesät für eine zukünftige Generation der Avengers. Iron Man hat eine Tochter. Hawkeye hat eine Tochter.

    Kevin Feige: Scott Lang hat seine Tochter Cassie Lang.

    FILMSTARTS: Sehen wir dieses „Young Avengers"-Team in Zukunft in einem Film?

    Kevin Feige: Alles, was wir tun, ist entweder direkt oder emotional von den Comics inspiriert. Ich sage immer, sobald eine Figur in einem unserer Filme eingeführt wurde, sind die Möglichkeiten für die Zukunft endlos. Wir schauen immer auf die Bücher, welche Figuren wir nehmen, welche Storylines wir nehmen. Alles, was du gerade gesagt hast, liegt definitiv im Bereich des Möglichen, weil diese Storys bereits in den Comics toll erzählt wurden.

    Marvel-Chef Kevin Feige und FILMSTARTS-Redakteur Christian Fußy
    Was kommt als nächstes?

    FILMSTARTS: Das Ende von „Far From Home“ bietet eine Menge Möglichkeiten. Wird die Story in ein direktes Sequel münden, oder vielleicht sogar in eine übergreifende Storyline für Phase 4?

    Kevin Feige: Es gibt eine ganze Reihe an Möglichkeiten für zukünftige Ideen. Wenn man eine Figur hat wie Spider-Man, der höchstwahrscheinlich der beliebteste Marvel-Held ist, mehr Filme hatte als jeder andere Marvel-Held und mit ihm etwas so Einzigartiges macht, dann passiert es, dass die Leute, die „Far From Home" gesehen haben, auf einen zukommen und genau die zwei Dinge sagen, die man nach einem Film hören will: 1. Ich kann es nicht erwarten, ihn noch einmal zu sehen, weil ich die Story und die Twists nachverfolgen will. 2. Ich kann nicht erwarten, den nächsten Film zu schauen. Ich kann nicht erwarten, zu sehen, wo ihr damit hingeht.

    Leute haben gesehen, wie Spider-Man herumschwingt und Netze schießt. Das ist großartig. Aber Peter Parker in eine Position bringen zu können, bei der du nicht weißt, was er als nächstes tun wird, du nicht weißt, wie er weitermachen kann, ist das, worum es bei großartigem Geschichtenerzählen geht.

    Venom, X-Men und Fantastic Four demnächst im MCU?

    FILMSTARTS: Die X-Men und die Fantastic Four sind zurück im MCU. Außerdem gibt es das Sony-Universum mit Venom und Morbius sowie die ganzen zukünftigen Figuren, die man bereits angelegt hat. Ist es da nicht furchtbar überwältigend, dass so viele Figuren existieren, die man verwenden, aber man sich immer nur auf einen Film nach dem anderen konzentrieren kann?

    Kevin Feige: Das ist exakt, was wir tun. Wir konzentrieren uns auf einen Film zu jeder Zeit. Und wir konzentrieren uns NUR auf die Dinge, die wir kontrollieren können. Nun sind die Figuren, die zu Fox gehörten, zurück bei uns – wann und ob wir sie einsetzen, bleibt abzuwarten. Es ist aufregend, dass sie zurück sind. Weil es bei unserer Art, Geschichten zu erzählen, darum geht, Zugriff zu haben auf die Comics. Und es gab eine Menge Comics, auf die wir keinen Zugriff hatten, wegen den Deals mit Fox. Nun haben wir ihn. Wir sind bereits zehn Jahre mit dem MCU und Marvel Studios fortgeschritten und doch haben wir jetzt mit Zugriff auf diese Figuren und dem Storytelling-Potential nach „Endgame“ und einigen der Disney+-Serien, die wir produzieren werden, komplett neue Möglichkeiten zum Geschichtenerzählen. Das ist ein großes Geschenk nach zehn Jahren.

    2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
    Tom Hardy in „Venom“

    FILMSTARTS: Es wurde gesagt, Spider-Man könne in einem der „Venom“-Filme auftreten. Gilt das auch im Umkehrschluss für das MCU? Könnte Tom Hardy in einem Marvel-Film auftreten?

    Kevin Feige: Das ist eine Sony-Figur. Und eine Sony-Entscheidung. Was die damit machen wollen und wie sie das machen, liegt bei ihnen.

    FILMSTARTS: Am Anfang von „Spider-Man: Far From Home“ sehen wir ein „In Memoriam“-Video von den Schülern der Midtown Highschool. Darin zu sehen sind Black Widow, Iron Man und auch Captain America. Ist Captain America gestorben?

    Kevin Feige: Du bist der erste, der mich das so direkt fragt. Obwohl wir ihn am Ende von „Endgame“ als alten Mann auf dieser Bank sitzen sehen, glaube ich nicht, und das sieht man an diesem Tribut, dass die Bevölkerung weiß, dass er irgendwo ein alter Mann ist. Ich weiß nicht, ob das diese Schüler wissen. Für die meisten Menschen ist diese Version von Captain America, die sie kennen, also tot. Ob die alte Version von Cap, die da auf der Bank sitzt, gestorben („gone“) ist – das werden wir noch nicht sagen. Aber die Version von Steve Rogers, die wir aus den „Avengers“-Filmen und seinen eigenen Filmen kennen, ist gestorben („gone“).

    Spider-Man: Far From Home“ läuft seit dem 4. Juli 2019 in den deutschen Kinos.

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