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    Nach "Avengers 4" und "Spider-Man: Far From Home" steht fest: Tony Stark ist der wahre Bösewicht des MCU!
    Von Christoph Petersen — 19.07.2019 um 11:00
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    Thanos hier, Thanos da. Die Bewohner des Marvel Cinematic Universe sollten lieber froh sein, dass Tony Stark nach „Avengers 4: Endgame“ endlich tot ist. Wobei selbst sein Ableben seinen üblen Machenschaften offenbar noch immer kein Ende bereitet ...

    Disney

    +++ Meinung!? +++

    Achtung: Spoiler für „Spider-Man: Far From Home“ (+ alle möglichen früheren MCU-Filme)

    Die Avengers haben Thanos (Josh Brolin) in „Avengers 4: Endgame“ gleich zwei Mal den Garaus gemacht: Das erste Mal war es fast zu leicht, wenn ihm Thor (Chris Hemsworth) quasi ohne Gegenwehr den Kopf abschlägt. Beim zweiten Mal musste sich immerhin Tony Stark (Robert Downey Jr.) opfern, um den lilafarbenen Muskelprotz endgültig zu vernichten. Trotzdem: Am Ende ist ja im Großen und Ganzen eigentlich alles wieder gut (von Iron Man und Black Widow, die im MCU ja scheinbar eh kaum jemand vermisst, mal abgesehen).

    Klar, dass es da jetzt ein paar Wiedereingliederungsprobleme gibt, wenn die Hälfte der Menschheit nach fünf Jahren plötzlich wieder auftaucht: Was ist mit denen, die damals in einem Flugzeug saßen? Aber diese Problematik wird ja bereits in „Spider-Man: Far From Home“ eher augenzwinkernd behandelt, wenn lediglich auf die Wohnungsproblematik (die verwaisten Wohnungen haben logischerweise inzwischen neue Mieter) verwiesen wird. Insgesamt entsteht so schon das Gefühl, dass der Blip ein Ereignis ist, auf das die Beteiligten in 50 Jahren wohl eher mit einem amüsierten Lächeln zurückschauen ...

    Ohne Tony Stark wäre die Welt ein besserer Ort

    Von den irreparablen Schäden, die Tony Stark angerichtet hat, lässt sich das hingegen nicht behaupten. Das geht schon in „Iron Man“ los: Es ist schließlich allein seiner arroganten Rich-Kid-Attitüde zu verdanken, dass der von seinem Vater ursprünglich mal mit ehrbaren Intentionen gegründete Mega-Konzern Stark Industries unter seiner Nicht-Aufsicht zum mächtigsten und zerstörerischsten Rüstungsunternehmen der Welt modelliert wurde, das zudem auch noch selbst die verabscheuungswürdigsten Terroristen und Warlords mit Waffen beliefert hat. Damit gehen schon mal mindestens Hunderttausende Menschenleben zumindest indirekt auf sein Konto. Mal ganz davon zu schweigen, dass er mit seiner unübertroffenen Arroganz maßgeblich zur „Entstehung“ des Super-Bösewichts Obadiah Stane alias Iron Monger (Jeff Bridges) beigetragen hat.

    Aber damit nicht genug: Allein mit seiner herablassenden Art hat sich Tony Stark über die Jahre quasi sein eigenes Bösewicht-Kabinett herangezüchtet! Nachdem er seinen Konkurrenten Justin Hammer (Sam Rockwell) öffentlich gedemütigt hat, will sich dieser in „Iron Man 2“ rächen, indem er den verurteilten Terroristen Ivan Vanko alias Whiplash (Mickey Rourke) aus dem Gefängnis befreit. Ähnlich lief es bei Aldrich Killian (Guy Pearce), dem Tony Stark ebenfalls eine harsche Abfuhr erteilte, woraufhin der CEO von Advanced Idea Mechanics in „Iron Man 3“ das Supersoldaten-Programm Extremis entwickelt und seine Missetaten durch das Erschaffen des fiktiven Superterroristen Mandarin (Ben Kingsley) verschleiert.

    Wer nicht programmieren kann, soll’s lieber lassen

    Nachdem Tony Stark an den Geschehnissen in „The Avengers“ (Loki + Chitauri) zur Abwechslung tatsächlich mal nicht schuld war, geht die Zerstörung ganzer Großstädte in „Avengers 2: Age Of Ultron“ natürlich wieder voll auf seine Kappe. Schließlich war es erneut seine maßlose Arroganz, die ihn trotz aller Warnungen von (noch) intelligenteren Mitstreitern wie Bruce Banner (Mark Ruffalo) dazu brachte, im Geheimen eine quasi omnipotente und zugleich durch viel zu wenige Notfallsysteme abgesicherte Künstliche Intelligenz zur Friedenserhaltung zu entwickeln.

    Das Ergebnis findet sich bereits im Titel des Films: Das meist in Form eines Superroboters auftretende Computerprogramm Ultron (James Spader) nimmt seinen Job nämlich (erwartungsgemäß) zu ernst und entscheidet, dass ein nachhaltiger Frieden nur durch die vollständige Auslöschung der Menschheit zu erreichen ist. Da hätte man aber auch wirklich selbst draufkommen können. Jedenfalls weiß Tony Stark auch diesmal wieder alles besser und zieht das Ding im Alleingang durch – womit er wahrscheinlich wieder den Tod von Hunderttausenden provoziert (von der allgemeinen Zerstörung mal ganz zu schweigen). Und diesmal ist er auch nicht nur indirekt daran schuld.

    Aus Freund mach‘ Feind

    Aber Tony Stark ist nicht nur in seiner Überheblichkeit arrogant, sondern auch in seiner Unterwürfigkeit: Von tiefen Schuldgefühlen wegen der Ultron-Nummer geplagt, unterstützt er die Beschränkung seiner eigenen Macht – und damit im selben Moment auch die der anderen Superhelden. Denn natürlich weiß Tony mal wieder am besten, was für alle das Richtige ist – selbst wenn das wie in „The First Avenger: Civil War“ zu einer Spaltung der Avengers und im selben Moment zu einer Kriminalisierung von Steve Rogers alias Captain America (Chris Evans) führt.

    Das von Tony Stark mitunterschriebene Sokovia-Abkommen, das die Superhelden auch ganz offiziell an die Leine legen soll, halbiert in der Folge die Avengers-Truppe und dezimiert so ihre Kraft - nur weil Tony Stark mit seinen selbst heraufbeschworenen Dämonen nicht klarkommt. Spätestens, wenn in „Avengers 3: Infinity War“ dann plötzlich Thanos mit seinen Schergen auftaucht, erweist sich das als echtes Problem. Statt den Bösewicht aus dem All sofort zurückzuschlagen, müssen erst mal die alten Konflikte zwischen den Avengers-Gruppierungen gekittet werden – unnötig verschwendet Zeit, die einmal mehr vor allem auf Tony Starks Konto geht.

    Selbst nach seinem Tod geht der Stress weiter

    Nun gut. Zumindest hat er sich in „Avengers 4: Endgame“ am Schluss geopfert. Aber das war auch echt das Mindeste. Aber wer im Anschluss geglaubt hat, dass mit dem Ende von Tony Stark auch sein katastrophaler Einfluss auf das MCU ein Ende hätte, lag mit dieser Einschätzung aber mal voll daneben: Direkt im nächsten MCU-Blockbuster „Spider-Man: Far From Home“ entpuppt sich der Bösewicht Quentin Beck alias Mysterio (Jake Gyllenhaal) NATÜRLICH als von Tony Stark ausgebooteter Ex-Angestellter – der für seinen finsteren Plan NATÜRLICH auch noch die von Stark Industries entwickelte Projektionstechnik verwendet.

    Der von Thanos angerichtete Schaden wurde wieder rückgängig gemacht - aber die Wunde, die Iron Man in die Seele des MCU gerissen hat, wird sicherlich für immer bleiben. Hoffen wir mal für die Menschen des MCU, dass nach Quentin Beck jetzt aber so langsam wirklich mal Schluss ist mit den von Tony Stark provozierten Missetaten. Wobei zumindest die Internet-Trolle ja scheinbar bereits einen Ersatz für meinen persönlichen Universal-Sündenbock Tony Stark gefunden haben: Fortan ist einfach Brie Larson an allem Schlechten in dieser Welt schuld ...

    „Spider-Man: Far From Home“ läuft seit dem 4. Juli 2019 in den deutschen Kinos.

    Nach "Avengers 4": Muss Chris Evans noch mal zurückkommen, nur um die Zeitreise-Verwirrung aufzuklären?

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    Kommentare
    • Sentenza93
      Das macht es noch gefährlicher. Ein Teenager mit Superkräften.
    • Florian K
      Nicht zu erkenne, dass das Unternehmen seit seiner Gründung Waffen produziert oder das durch den Mord an seinen Eltern erst der Streit zwischen den Helden ausbricht oder das sicher jeder Mensch egal ob ignorant , arrogant oder extrem zuvorkommend Feinde macht ob man das will oder nicht , in welchem Ausmaß diesen dann auftreten sei mal dahingestellt aber den einen Charakter schlecht zu machen der mit fast jeder seiner Handlungen für den entscheiden Vorteil sorgt und dazu noch seit Iron Man 1 immer versucht die Moralisch richtige Entscheidung zu treffen und das gesamte MCU mit überragenden Humor versorgt ist ziemlich traurig.
    • Deliah C. Darhk
      Die Situation im Büro war, dass Tony mutmaßte (und falsch lag). Somit: Doch, und eins welches deinen Standpunkt (auf Tony hören) komplett obsolet macht.Steve heisst übrigens Rogers und nicht Rodgers. Sein aka als Roger Pym leitet sich btw daraus ab.
    • Deliah C. Darhk
      Das Prinzip von Ursache und Wirkung. ^^
    • Kurt_Sloane
      Entweder die oder wir! Zu mal finde ich das lustig das du diese Dinger die darauf scheissen was mit dem Leben passiert, mit uns oder dem anderen Leben gleichsetzt.Naja wir werden auf keinen Nenner kommen.
    • Kurt_Sloane
      Naja Peter ist sicherlich kein normaler Minderjähriger, daher ist der Vergleich ziemlich unzutreffend.
    • Kurt_Sloane
      Wenn es danach geht müssten alle Avengers eigentlich sofort aufhören.Es gibt nun mal als solches Leben andere Grenzen als normal sterblicher...Peter mag zwar minderjährig sein aber er ist kein normaler minderjähriger.
    • Kurt_Sloane
      Naja Tony tötet ja keine unschuldigen mit dem Schnipser sondern die, die schon mehrere Planten erobert haben.Thanos war das egal!Inszeniert? Tony hat sich geopfert für die Welt! Und hat sogar dabei sein Kind geopfert, da er es nicht mehr aufwachsen sieht. Das alles nur um sein Schützling Peter zu retten.Sorry für mein Aussruck, aber willst du mich verarschen? :D
    • Kurt_Sloane
      Das mit dem Klitschee- Bösewicht gebe ich dir sogar Recht. Das war leider nach guten Charakterentwicklung von Thanos enttäuschend.
    • Kurt_Sloane
      sagt wer?
    • Kurt_Sloane
      ja hab ihn gesehen und da war die Situation eine andere als er mit Rodgers im Büro saß.Das wusste selbst der gute Rodgers zu dem Zeitpunkt nicht.Daher kein Argument!
    • Florian W
      Ironman ist der der die Zeitreise erst möglich gemacht hat ant-man und hulk hätten es eh nicht hinbekommen.Und das was er anrichtet gleicht er aus.Ohne ihn gäbe es weder warmachine/iron Patriot noch die iron Legion und niemand würde die Ausrüstung bezahlen und der Wintersoldier ist am Tod von Howard stark schuld.Ohne Winter soldier wäre Civil War Anders geendet. Und Spiderman hätte immernoch seinen hässlichen Strampler an. Ohne ihn wäre das halbe Leben zerstört.In Ironman obediar war wegen ihm böse und howard hat diesen Feind für tony geschaffen.Ironman 2 Ivan war mit Entwickler vom arc Reaktor und wusste deshalb wie er böse wird.Ironman 3 dort war er an der Bosheit des bösen schuld.
    • Deliah C. Darhk
      Hast Du CW gesehen?Da ist es Tony der die Einsicht zeigt, dass Caps Weigerung zur Unterschrift richtig war. ^^Er tickt erst wieder aus, als er erfährt wie seine Eltern starben, aber das hat nichts mit Sokovia zu tun.Und Cap ist irgendwer? ^^Cap hatte gute Gründe genannt, nicht zu unterschreiben, und die erwiesen sich als richtig, denn so rettete er Bucky das Leben, der wg eines Mordes sterben sollte, den er gar nicht begangen hatte.Nur durch Caps Weigerung wurde Zemo aufgedeckt.Ja, hätte man mal auf Tony gehört .... Dann würde Zemo immer noch töten um die Avengers zu entzweien. ^^ :-PEin schlüssiges Argument.Eben. Hat Cap ja gesagt: Eigenverantwortung.Tony wollte sie abgeben.
    • Deliah C. Darhk
      Wenn der Handschuh mit dem Zeitstein funktionieren soll (was er tut), muss Tony wissen wie der Zeitstein funktioniert.Sonst kann er den Handschuh nicht auf den Stein kalibrieren.
    • Sentenza93
      Was Thanos getan hat, will ich gar nicht schön reden. Im Gegenteil, es ist schrecklich. Nur Tony ist keinen Deut besser in diesem Moment. Eher sogar noch schlimmer.Und das war der Punkt, an dem Endgame für mich auch versagte. Aus einem zumindest recht komplexen (wenn auch nicht perfektem) Schurken, hat man für Endgame wieder den typischen Klischee-Bösewicht gemacht. Warum wohl? Eben damit die Leute Tony feiern. Und man ihn nicht als das bezeichnet, was er in dem Moment ist.
    • Sentenza93
      So funktioniert der Handschuh, wie man sieht.
    • Sentenza93
      Willst Du mich, man verzeihe mir den Ausdruck, vera*schen?Was macht Tony anders als Thanos? Er wird für das gefeiert, was Thanos ebenfalls tat. Wobei man sagen könnte, Tony war eigentlich noch der Kältere von beiden. Der Held begibt sich auf das Niveau des Schurken, bzw. noch tiefer. Und inszeniert sich vor allem dabei noch selbst.
    • Sentenza93
      Bevor Du lachst...Was macht er denn am Ende? ;P
    • Sentenza93
      Wo Du gerade schon Spidey erwähnst: Einen Minderjährigen zu einer Straftat überreden, plus ihn noch in Gefahr bringen. ;)
    • Kurt_Sloane
      Sagt wer?
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