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    Quentin Tarantino kapiert J. J. Abrams' "Star Trek" nicht, will ihn aber dennoch fortsetzen
    Von Martin Ramm — 24.07.2019 um 16:15
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    In einem Interview gab „Once Upon A Time... In Hollywood“-Regisseur Quentin Tarantino kund, er verstünde die von J. J. Abrams erschaffene Kelvin-Timeline in „Star Trek" nicht. Trotzdem hält er Chris Pine und Zachary Quinto für die Idealbesetzung.

    Paramount Pictures/Ascot Elite Filmverleih (Bearbeitung von Webedia GmbH)

    Kürzlich berichteten wir, dass Quentin Tarantino „Star Trek“ mehr schätze als „Star Wars“, allen voran aufgrund von William Shatners Darstellung von James T. Kirk. Er bezeichnete sich dabei aber auch als enormen Fan von Chris Pines Interpretation dieser Rolle in J.J. Abrams' „Stark Trek“-Filmen. Im Gespräch mit Deadline klingt das dann so: „[Chris Pine] hat einen fantastischen Job gemacht, nicht nur Captain Kirk, sondern William Shatners Captain Kirk zu spielen. Er ist William Shatner.“ Ebenso euphorisch äußerte er sich über Zachary Quintos Version von Spock

    Versteht Tarantino "Star Trek" nicht?

    Quentin Tarantino scheint für die Kelvin-Timeline, in der die neuen Filme mit Pine und Quinto spielen, aber nicht viel übrig zu haben. Im Happy Sad Confused Podcast  plauderte er:

    Was ich sagen kann, ist, dass mein Film in der Zeitlinie mit Chris Pine spielen würde. Nur verstehe ich die immer noch nicht. Und auch J.J. Abrams konnte sie mir nicht erklären. Mein Cutter [Fred Raskin] versuchte es ebenfalls, aber ich kapiere es trotzdem nicht... irgendwas ist im ersten Film [Star Trek von 2009] passiert, das sämtliche Ereignisse ungeschehen machte. Das kaufe ich einfach nicht ab. Ich mag es nicht. Ich kann es nicht leiden – scheiß drauf! Ich wünschte mir, dass die gesamte Serie [„Star Trek The Original Series“] stattgefunden hätte."

    Auch an J.J. Abrams zweiten Star Trek-Film „Star Trek Into Darkness“ ließ er kein gutes Haar:

    Nein, Benedict Cumberbatch, oder wie er auch heißen mag, ist nicht Khan, okay? Khan ist Khan. Und ich sagte zu J.J. Abrams: 'Nein, ich verstehe es nicht. Ich mag es nicht.' Und er sagte so etwas wie: 'Ignoriere es. Niemand mag es. Ich selbst verstehe es nicht. Mach, was immer du willst. Wenn du willst, dass es genauso wie in der [originalen] Serie passiert, dann ist es so.'"

    Tarantinos "Star Trek"-Pläne bleiben schemenhaft

    Lassen wir die an sich schon bemerkenswerte Erkenntnis, dass Abrams offenbar kein großer Anhänger seines eigenen Films zu sein scheint, mal außen vor. Und ignorieren wir ebenfalls, dass Tarantino vorgibt, den Zeitreise-Plot des ersten Teiles partout nicht zu verstehen. (Zur Erinnerung: Leonard Nimoys Spock und Nero werden durch ein künstlich geschaffenes Schwarzes Loch in die Vergangenheit geschleudert. An diesem Punkt setzt die Kelvin-Zeitlinie ein.)

    Der aktuelle Stand ist:

    • Tarantino will einen „Star Trek“-Film machen. Auch hat er bereits ein Drehbuch, das ihm gefällt.
    • Er liebt Chris Pine und Zachary Quinto als Kirk und Spock, aber ihm missfällt die Prämisse der Kelvin-Zeitlinie.
    • Ein etwaiger Film von Tarantino mit der originalen Crew aus den Reboot-Filmen wäre demnach nur in einer stark modifizierten Version der Kelvin-Timeline möglich oder gar in einer zweiten, neuen Zeitlinie. Um den Kanon aufrecht zu erhalten, bliebe dann eigentlich nur die Möglichkeit eines weiteren Zeitsprunges. Oder aber in der Kelvin-Zeitlinie tragen sich Ereignisse zu, die dazu führen, dass sie sich mit der ursprünglichen Zeitlinie synchronisiert. Beides ist nur schwer denkbar.
    • Natürlich könnte Tarantino den Kanon auch ignorieren und einen Film schaffen, der gänzlich für sich alleine steht. Das würde sich auch besser mit dem Konzept eines ungeschminkt brutalen „Star Trek 4“ im Stile von „Pulp Fiction“ vertragen.
    • So oder so wäre es zumindest denkbar, dass Chris Pine und Zachary Quinto, die „Star Trek 4“ aufgrund von Gehaltsstreitigkeiten mit Paramount eine Absage erteilten, bei einer Tarantino-Version des Stoffes wieder an Bord kämen. Immerhin stünden dann neue Verhandlungen unter gänzlich anderen Bedingungen an.

    Es ist also weiterhin noch vieles unklar an Tarantinos Plänen zu „Star Trek“. Vorerst läuft sowieso erst einmal sein neuer Film „Once Upon A Time In... Hollywood“ am 15. August 2019 in den Kinos an. Wir haben das Meisterwerk übrigens schon gesehen und vergaben in der FILMSTARTS-Kritik die volle Punktzahl!

    "Bounty Law": Quentin Tarantino will Netflix-Serie mit Leonardo DiCaprio drehen

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    Kommentare
    • FAHNENJOKER
      Viel Lärm um wahrscheinlich nichts. Ich würde das Experiment Tarantino-Star-Trek wirklich gerne sehen. Aber vermutlich macht er dann doch lieber Kill Bill 3 oder noch eher eine neue Story als seinen letzten Film. Verstehe nicht warum er sich mit einer willkürlichen Zahl an Filmen da selbst so einschränkt. So ein Blödsinn.
    • Saints ofchaos Deluxe
      Ohhh Star Wars neun wird ganz wunderbar! Ich sags euch...der wird noch besser als Solo :-)
    • Markus Andres
      Ich denke mit diesen Aussagen wird es keinen Star Trek Film von ihm geben.Kann mir nicht vorstellen das jemand sagt ich verstehe das nicht und wird dann beauftragt einen Film zu machen.Meine Vermutung ist generell dass er da mit Star Trek was ins Laufen gebracht hat (also bei den Fans) was er selbst nicht wollte.Aber als Fan beobachte ich das ganze natürlich.
    • Darklight ..
      Es gibt Leute, die quatschen nur blöd rum und machen nebenbei filmische Meisterwerke.Und es gibt Leute, die machen blöde Film und labbern dann andauernd darüber, was man hätte und noch tun sollen und erklären mit Worten ihre dilettantisch bewegten Bilder.Mir sind Erstere bedeutend lieber.
    • Darklight ..
      Ich will nie wieder einen Film sehen, in dem Abrams Regie führt, oder der auf seinen Ideen basiert...
    • Timmi0708
      Ich bezweifle, dass Abrams das O-Ton so gesagt bzw. gemeint hat. Er hat (bzw. tut es immer noch) sich sehr um einen viertel Teil bemüht und das hätte er wohl nicht getan, wenn er nicht von seiner Idee überzeugt gewesen wäre. Man hat doch nun wirklich mehr als deutlich versucht herauszustellen (das Foto am Ende von „Beyond“), dass Pine, Quinto und Saldana die jungen Versionen von Shattner, Nimoy und Nichols sind.
    • Timmi0708
      Sind wir mal ehrlich, ich würde gerne einen Star Trek Film von Tarantino sehen, aber das wird aller Voraussicht nach nicht passieren. Er würde gern mit der „Pine-Crew“ einen Film machen, der in der originalen Timeline von Shattners Kirk stattfindet und das wird nun mal einfach nicht hinhauen (sowohl vom Stil her nicht, als auch vom Verständnis der Timelines nicht). Entweder muss er einen Star Trek Film machen der in der Kelvin-Timeline spielt und kriegt vielleicht ein paar Cameos von Kirk, Spock und Konsorten oder er hätte es ähnlich wie Nolan und seiner Batman-Trilogie machen müssen: Beliebtes Franchise schnappen, seinen Stempel aufdrücken und sich nen feuchten Kehricht um Continuity kümmern. Aber er kann nun mal nicht alles haben.
    • Kurt_Sloane
      Ich fand Cumberbatch war eine Wucht!
    • Kurt_Sloane
      Das ist dann wohl dein Problem :D
    • Kurt_Sloane
      Wenn er es so gesagt hat, hat er es nun mal gesagt.Was soll daran dreist sein?Das muss er auch nicht, denn er ist ein Tarantino! ;)
    • Rockatansky
      Ich hätte tatsächlich lieber einen 4. Teil der bestehenden Reihe, bin aber auch für vieles offen. Wobei ich nicht finde, dass ein Tarantino und dieses Franchise wirklich zusammen passen. Aber gut, heutzutage sollte man sich ja lieber über ungewöhnliche Projekte freuen, die sind ohnehin rar gesät...
    • Rockatansky
      Fand Ihn auch weit besser als viele Kritiker. Mich hat der Film super unterhalten.
    • McBane
      Das er so viel krudes Zeug erzählt, wird nur von FS suggeriert. All die Artikel in den letzten Wochen über Quent beziehen sich auf ein und dasselbe Interview aus den USA, wo er zugegeben offen und ehrlich war. Dadurch, dass FS seine Aussagen aber häppchenweise über Wochen verteilt, entsteht der Eindruck, dass Tarantino ununterbrochen über Star Trek philosophiert.
    • greekfreak
      Also ich will Sam Jackson als Sternenflotten Captain,der die Klingonen und Romulaner mit einen amtlichen MOTHERF*CKER begrüsst!
    • Rockatansky
      Ich fürchte, ein Star Trek im Pulp Fiction-Gewand hat auch nicht unbedingt viel mit Roddenberry's Vision gemein...
    • Jimmy Conway
      Ehrlichkeit an Sich ist eine Sache, aber zu sagen, dass Abrams selber gesagt hätte: Ignoriere es. Niemand mag es. Ich selbst verstehe es nicht., ist schon sehr dreist.Ich mag die Hälfte der Tarantino Filme sehr, aber er wird trotzdem nie ein Wilder, Hitchcock, Spielberg, Capra oder Scorsese sein.
    • WhiteNightFalcon
      Vielleicht funktioniert der Typ einfach ähnlich wie ein Autist und lebt in seiner ganz eigenen Welt.
    • WhiteNightFalcon
      Tröste dich Quentin. Dafür konnte mir bis heute niemand verständlich erklären, was an Pulp Fiction cool sein soll. 🤔
    • greekfreak
      Also,ich bin so frei und erklär dem guten Quentin das.Ist ganz einfach,Jar Jar Abrams und Alex Kurtzman haben einfach ihre eigene Fanfiction-Version von Star Trek gemacht,mit viel Lensflares,viel Krawumm,nix was mit Gene Roddenberry´s Vision zu tun hat,mehr Krawumm,vielen Quick-Cuts und noch mehr Lensflares.
    • Gravur51
      Er ist nur ehrlich.
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