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    Der geheime Star in "The Shallows – Gefahr aus der Tiefe" ist weder Hai noch Mensch
    Von Martin Ramm — 28.07.2019 um 14:00
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    Nicht der tückische Hai und auch nicht Blake Livelys Figur Nancy, deren Selbstfindungsurlaub zum Überlebenskampf wird, sind die wirklichen Stars in „The Shallows“. Es ist eine Möwe. Und ein (kaum denkbarer) "The Shallows 2" ohne sie wäre ein Affront.

    Sony Pictures Releasing GmbH

    Menschen, die der See ausgeliefert sind und dort über sich hinauswachsen müssen, suchen sich gern spezielle Gefährten. Man denke nur an Freitag in „Robinson Crusoe“ oder den munter lächelnden Volleyball Wilson an der Seite von Tom Hanks in „Cast Away“. Weniger bekannt, aber eigentlich viel bemerkenswerter ist die Möwe Sully aus Jaume Collett-SerrasThe Shallows - Gefahr aus der Tiefe“.

    Sully als wahrer Star im Survival-Thriller "The Shallows"

    Sicher, die One-Woman-Show, die Blake Lively („Nur ein kleiner Gefallen“) abliefert, ist ohne Wenn und Aber imposant. Und die Hai-Dame, die Nancy auf ihren Speiseplan gesetzt hat, ist fraglos furchterregend inszeniert. Aber: Der Hai ist nicht echt, sondern entstand als CGI-Ungeheuer am Rechner. Und Blake Lively ist einfach „nur“ ein Mensch, der eine verdammt gute Performance abliefert.

    Die invalide Möwe mit dem schillernden Namen Steven Seagull, welche mit der Protagonistin auf dem Felsen gefangen ist, ist tatsächlich kein CGI-Produkt, sondern ein Vogel aus Fleisch und Blut. Und da alle weiteren Figuren entweder eilig das Zeitliche segnen oder aus weniger aufregenden Gründen kaum präsent sind, mausert sich Möwe Sully zum zweiten Hauptdarsteller des Horrorfilms. Eine clevere Entscheidung, denn ein animierter Vogel wäre weitaus kostspieliger geworden und hätte zudem niemals so lebensecht gewirkt wie Sully es tut. Ganz zu schweigen davon, dass seine schnarrenden Vogelrufe direkt unter die Haut gehen.

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    Sully und Nancy in trauter Zweisamkeit

    In einem Interview mit Vulture verriet der Regisseur, dass man auf der Suche nach einer Möwe gewesen wäre, die bereits einen verletzten Flügel aufwies – nicht nur, damit die Verletzung von Steven Seagull so authentisch wie nur möglich wirkt, sondern auch, damit das Tier bei den Dreharbeiten nicht einfach türmen kann.

    Aber auch sonst war die Wahl ein Glücksgriff. Regisseur Collett-Serras geht so weit, den Vogel als „Marlon Brando unter den Möwen“ zu küren.

    Das einzige Training, das Sully für den Film erfahren hat, war ein dreiwöchiger Aufenthalt auf einem von Wasser umgebenen Felsen, wo ihm lediglich Kleinigkeiten antrainiert wurden. „Sie wusste genau, wann sie auf etwas reagieren und wann sie in die Kamera schauen muss. Wenn wir eine Szene von Neuem drehen musste, ging auch die Möwe von allein zurück an ihre Ausgangsposition.“ Divenhafte Allüren sollen nur bei der Beschmutzung mit Kunstblut vorgekommen sein: Weil Möwen von Natur aus sehr saubere Tiere sind, soll sich Sully unermüdlich von den Blutbesudelungen befreit haben.

    Wie geht es Sully heute?

    Was die Möwe heutzutage treibt, lässt sich leider nicht mit Sicherheit feststellen. Wir wissen nur, dass Sully nach seinem Filmdebüt in „The Shallows“ eine bis heute anhaltende Schaffenspause einlegte, denn für einen weiteren Film wurde nicht mehr auf den talentierten Vogel zurückgegriffen. Nach letztem Stand genießt Sully aber sein Leben in einem australischen Vogelschutzgebiet.

    Die Krabben, die die Protagonistin verspeist, sind übrigens ebenfalls echte Tiere und kein CGI. Nur diejenigen, die von ihr zerdrückt werden, entstanden am PC.

    „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ läuft heute um 20:15 Uhr auf RTL.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“

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