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    Die Tochter von Bruce Lee findet "Once Upon A Time... In Hollywood" gar nicht lustig
    Von Christoph Petersen — 30.07.2019 um 08:57
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    Am vergangenen Wochenende hat „Once Upon A Time... In Hollywood“ den erfolgreichsten Start eines Quentin-Tarantino-Films überhaupt an den Kinokassen hingelegt. Aber zumindest eine Zuschauerin war offenbar nicht gerade begeistert ...

    Sony Pictures

    Es folgen leichte Spoiler zu den Szenen mit Bruce Lee:

    In einer Szene aus Quentin Tarantinos neuntem Film „Once Upon A Time... In Hollywood“ gerät Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt) am TV-Set von „The Green Hornet“ mit Bruce Lee (Mike Moh), der in der Superhelden-Serie den Sidekick-Chauffeur Kato verkörpert, aneinander. Es kommt sogar zu einem spontanen, auf drei Runden ausgelegten Kampf zwischen den beiden, wobei die meisten anwesenden Crewmitglieder Cliff Booth die Daumen drücken, weil sie Bruce Lee offenbar für einen ziemlichen Angeber und Aufschneider halten.

    In der offiziellen 5-Sterne-FILMSTARTS-Kritik heißt es speziell zu dieser Szene:Brad Pitt hat die meisten Lacher auf seiner Seite, weil er lakonisch über den Dingen steht und austeilt, wenn es nötig ist. Eine bereits in den Trailern angedeutete Begegnung von Booth mit Kampfsportlegende Bruce Lee ist dann auch das Highlight in diesem an Highlights nicht armen Film – eine schlicht herausragend lustige Sequenz.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Once Upon A Time In... Hollywood"

    Ganz anders sieht das hingegen Bruce Lees Tochter. So hat die selbst als Martial-Arts-Künstlerin, Schauspielerin und Produzentin tätige Shannon Lee den Kollegen von The Wrap erzählt, dass es für sie „enttäuschend“ gewesen sei, mit ansehen zu müssen, wie ihr Vater in dem Film als „arrogantes Arschloch voller heißer Luft“ porträtiert wird: „Es geht um das Porträt einer Periode voller Rassismus und Ausgrenzung. Ich verstehe, dass sie die Figur von Brad Pitt als Super-Badass zeigen wollen, das selbst Bruce Lee verprügeln kann. Aber sie hätten meinen Vater nicht so behandeln müssen wie damals das weiße Hollywood, als er noch gelebt hat.

    Bruce Lee ist ein Arsch, aber Steve McQueen supercool

    Lee gesteht Tarantino zwar zu, dass es ihm womöglich auch um einen Kommentar über typische Hollywood-Stereotype zu dieser Zeit gegangen sei, aber am Ende „käme die Szene einfach nicht so rüber“. Stattdessen „wirkt Bruce Lee wie ein arrogantes Arschloch voller heißer Luft und nicht wie jemand, der drei Mal so hart kämpfen musste, um das zu erreichen, was vielen anderen einfach so gegeben wurde.“ Natürlich seien viele Figuren Karikaturen, aber über den von Damian Lewis verkörperten Steve McQueen („Bullitt“) mache sich der Film ja schließlich auch nicht lustig.

    Bei ihrem Kinobesuch am vergangenen Sonntag habe sich Shannon Lee jedenfalls „sehr unwohl dabei gefühlt, den anderen Leuten zuzuhören, wie sie meinen Vater auslachen. Dabei hält sie viele Elemente der Darstellung selbst als Karikatur nicht für akkurat, zum Beispiel sei Bruce Lee im wahren Leben zwar oft herausgefordert worden, wäre diesen Kämpfen aber stets ganz bewusst aus dem Weg gegangen. Im Film wiederum ist es nun er, der sich aufspielt und Brad Pitt herausfordert. „Mir geht es immer darum zu zeigen, wer Bruce Lee wirklich war und wie er sein Leben gelebt hat. Aber all das wird mit diesem Porträt die Toilette heruntergespült. Mein Vater wird zu einem arroganten Punching-Bag verklärt.

    Am 15. August 2019 startet „Once Upon A Time... In Hollywood” in den deutschen Kinos.

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    Kommentare
    • lex s
      Grobe Fahrlässigkeit am Set aufgrund von Zeitdruck, würde ich sagen. Der Focus hatte letztes Jahr nochmal nen Artikel rausgebracht. Da haben sie von einer Hülse gesprochen auf Wikipedia steht was von nem Fragment. Aber egal was es letztendlich war, wäre die Waffe ordentlich überprüft worden, hätte Brandon nicht sterben müssen.
    • Matthias@VorfreudeaufFilm
      Wirklich schade. War gerade noch am Montag auf einer Beerdigung und die hat mich auch wieder mal an den Verlust meines Vaters erinnert. Wenn man solche Szenen dann mit Würde dreht, dann geht das klar. Aber dies scheint ja hier nicht der Fall zu sein. Sehr schade.
    • Oliver
      Ist korrekt. Obwohl das ein sehr seltsamer ,Unfall' war. Habe damals sämtliche Zeitungsauschnitte die ich bekam am 2 April 1993 gesammelt. Aber an Mord oder so glaube ich nicht. Ist mir zu weit hergeholt. Brandon hat jawohl niemandem was getan oder sich sonstige Feinde gemacht. Die Produktionsgeschichte des Filmes spricht sowieso für sich.
    • Saints ofchaos Deluxe
      Wohl eher Datu Inosato :-) Kommt auf den Blickwickel an würde ich sagen. Kenpo Studierende würden ihn wohl mit Sensei ansprechen :-)
    • lex s
      Vielleicht wars ne Verwechslung mit Brandon, seinem Sohn? Der bei den Dreharbeiten zu The Crow von nem Fragment, welches leider im Lauf steckte, tödlich getroffen wurde^^
    • Jo Long
      Als Fan hat man's schwer. Da kommt einem schnell der Humor abhanden. Das ist ja was einen Fan(atiker) ausmacht: Humorlosigkeit.Bruce Lee war sicher ein sehr interessanter, intelligenter und sympathischer Mensch; und natürlich ein herausragender Kampfkünstler. Schauspieler war er eher nicht. Mir graut's wenn ich mir vorstelle, Kwai Chang Kaine wäre von Bruce Lee dargestellt worden – entsetzlich. Mit Rassismus hatte das absolut nichts zu tun – die meisten Folgen prangern ja Rassismus, gerade gegenüber Asiaten, heftig an. Bruce Lee wäre eine groteske Fehlbesetzung gewesen.Dito bei Circle of Iron (Das Geheimnis des blinden Meisters) – ein bizarrer, teilweise geradezu dadaistischer Film, bei dem Bruce Lee völlig fehl am Platz gewesen wäre. Ich bin, wie man wohl herausgehört hat, von Bruce Lees Filmen wenig begeistert; mir gefallen die akrobatischen oder lustigen Choreographien besser. Zu Tarantino. Ja mei, Verehrer Bruce Lees ärgern sich – das kann ich gut verstehen. Aber Tarrantino-Filme sind nun mal keine Dokus. In Inglorious Basterds werden ja auch Hitler und seine Bande gekillt, was ja bekanntermaßen leider nicht so stattgefunden hat. Wenn ich die Wahl hätte: Ich hätte Bruce Lee nicht als Arsch darstellen lassen. Aber schlimm find ich es auch nicht. Tut ihm nicht weh und er ist ja eine Legende, die über so etwas steht.
    • Oliver
      Hab selbst meinen eigenen Kaffee. Aber ich hab nun mal recht. Das sollte auch nicht ag­gres­siv rüberkommen. Bruce starb aus Krankheitsgründen.
    • Oliver
      Wahrscheinlich haben die aus der Story von ,The Warrior' die Lee ihnen schickte oder Haussierte die Mönchsstory gemacht. Als der Pilotfilm 1972 und anschließend die ersten Folgen liefen bekam das Lee ja noch mit und wird sich seinen Teil gedacht haben. Ich persönlich glaube nicht das Lee jemals beim Casting war für Kung Fu. Die Krieger Rolle passt da doch viel besser die er schrieb als ein Mönch.
    • Oliver
      Das mit dem Dach der ,Weisheit' und Lazenby, hab ich noch nie gehört. Ich lass immer das er wohl einer der Mitkämpfer sein sollte die Lee begleiten.
    • greekfreak
      Ja genau,völlig bizarrer Film stellenweise der mit dem Original Konzept von Lee und Coburn nicht sehr viel gemeinsam hat.
    • Deliah C. Darhk
      Wenn Du Das Geheimnis des blinden Meisters meinst, hat Eli nicht nur über die Versuchung des Fleisches schwadroniert, er versuchte in dem Öl seine untere Körperhälfte aufzulösen, weil die schuldig war, sein Geschlechtsteil zu tragen. Abgefahrener Film.Hat es in Deutschland aber nie ins Kino geschafft.
    • greekfreak
      Ich empfehle die aktuelle Serie Warrior,die basiert auf einem anderen Konzept von Bruce Lee,produziert von seiner Tochter und den Machern von Banshee.Ist im grunde Gangs of New York aber in San Francisco und mit chinesischen Gangs,die sich untereinander und mit den irischen Gangs bekriegen.Da lernt man sogar noch was über die Geschichte der chin.Einwanderer,die als billige Arbeitskräfte ausgebeutet wurden,die Tong Wars-Bandenkriege und den Chinese Exclusion Act (ein Gesetz das chin.Einwanderern quasi alle Rechte nahm,sie durften kein Land besitzen oder wählen u.A.),einige Figuren wie Ah Toy die Freudenhaus Madame,basieren sogar auf echten Personen, plus es gibt ordentlich Kloppereien.
    • isom
      Irgendwie hat Tarantino bei jegliche Sympathiepunkte verloren .
    • Deliah C. Darhk
      Liebe Shannon,ich kenne die Szene zwar noch nicht, aber wenn sie diesen Eindruck bei Dir erweckte, kann ich deine Empörung gut verstehen.Du liebst deinen Vater und willst nicht, dass sein Andenken besudelt wird, auch nicht als Witz, auch nicht im Spaß. Ich empfinde ebenso für meinen Vater. Er starb letzte Wochen vor zwölf Jahren.Halte Dir im Bewusstsein, wer er in deinem Herzen ist. Dann tut was Tarantino in dieser Szene aus ihm machte vielleicht etwas weniger weh.Von Tochter zu TochterHerzlichst Deliah Christine
    • Defence
      So wie das weiß (kann mich aber auch irren), sollte doch Lee ursprünglich die Hauptrolle in der Serie Kung Fu spielen, wurde aber einzig und allein aufgrund Rassismus durch David Carradine ersetzt. Lee ist ja nicht grundlos zwischenzeitlich nach Hongkong zurückgekehrt, auch wenn er den Traum von Hollywood nie aufgab, aber erst sein Standing soweit verbessern mußte, das Hollywood auf ihn zukam, es plötzlich möglich war, Ko-Produktionen zwischen HK und Hollywood zu realisieren.Und wenn wir schon bei einen Tarantino Artikel sind. Den gelben Anzug, den Uma Thurman in Kill Bill trägt, eine einzige Hommage an Bruce Lee, der wiederum diesen in Game of Death trägt, um eben damit zu symbolisieren, das er keinen Kampfstil bevorzugt. Sich in Once... jetzt so lustig zu machen über Lee passt da null...
    • Sentenza93
      Kann sie verstehen. Sich mal lustig zu machen oder wen auf die Schippe zu nehmen, ist ja ok. 😊 Glaube damit hätte Lee selbst auch keine Probleme gehabt. 😊Aber eine komplette Karikatur draus machen, die Person als absoluten Idioten darzustellen, das ist wirklich zu viel.
    • greekfreak
      Ich bin sicher,Guru Inosanto findet das ganze hier auch nicht witzig.
    • greekfreak
      Es gibt auch ein anderes Projekt das Bruce mit James Coburn entwickelt hat,namens Circle of Iron. Das Studio das die Rechte gekauft hat,hat draus einen Film mit David Carradine gemacht(ausgerechnet!) der mit dem Original-Konzept fast garnix gemeinsam hat.Das ist ein ultra-trashiges Filmchen,stellenweise unfreiwillig komisch.Es gibt u.A. eine Szene wo der Held von einem als Affen-König verkleideten D.Carradine und seiner Armee von Affenkriegern angegriffen wird oder Eli Wallach,der in einem Fass mit Olivenöl in der Wüste sitzt und mit dem Helden über die Versuchungen des Fleisches sinniert.Am Ende taucht sogar Sir Christopher Lee,als weiser Magier auf!!James Coburn fand das ganze gar nicht lustig damals.
    • Defence
      Ja, das wurde in der Doku auch ausführlich betrachtet. Lee´s letzter unvollendeter Film (Game of Death) symbolisierte das ja mit den verschiedenen Ebenen und Kämpfern in der Pagode.Auch das mit Karem Abdul Jabbar, ein US-amerikanischer Baketballstar und Schüler von Lee, auf der letzten Ebene ein FreestyleKämpfer gewählt wurde, zudem dunkelhäutig kein Zufall.George Lazenby sollte auch noch quasi unter dem Dach der Pagode als Weisheit auch noch einen Auftritt haben.Wurde durch den überraschenden Tod von Lee leider nie im Sinne von Lee vervollständigt, wie er sich das gewünscht hatte
    • Saints ofchaos Deluxe
      Das war Dan Inosato auch und er findet keine Erwähnung in den meisten Medien. Obwohl er der einzige war der Jeet Kune Do unterrichten durfte!Es geht aber nicht um McQueen, sondern um Bruce Lee und ich denke doch das letzterer mehr bewirkt hat in seinem kurzen Leben als nur Schauspieler zu sein.
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