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    Schande! Dieser "Game Of Thrones"-Drehort wird von Fans überrannt
    Von Nina Becker — 09.08.2019 um 14:23
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    Der internationale Erfolg von „Game of Thrones“ lässt nicht nur die HBO-Kassen seit Jahren klingeln. Auch der Tourismus profitiert von dem Hype um die Fantasy-Saga. Für zahlreiche Menschen hat das allerdings nicht nur Vorteile...

    HBO

    1,4 Millionen Touristen (Zahlen via Deutschlandfunk Kultur) besuchen jährlich die kroatische Hafenstadt Dubrovnik, die sich bis vor wenigen Monaten regelmäßig in Königsmund, die Hauptstadt der Sieben Königslande in der HBO-Fantasy-Serie „Game Of Thrones“, verwandelt hat. Die Besucher kommen, um sich den Bergfried – das Zuhause der selbsternannten Königin Cersei (Lena Headey) und ihrer Familie – zu bestaunen, um durch die engen Gassen zu schlendern, in denen Tyrion (Peter Dinklage) hin und wieder Bordelle aufsuchte und um die große Stadtmauer genau unter die Lupe zu nehmen…

    Massentourismus in Kings Landing

    Denn all diese beeindruckenden Orte gibt es wirklich und sie sehen auch fast genauso aus, wie auf dem TV-Bildschirm. Ich muss es wissen, denn ich war in diesem Frühling einer der 1,4 Millionen Touristen. Am Ende einer Kroatienreise besuchte ich für zwei Tage Dubrovnik und wurde nicht nur Zeuge der tollen „Game Of Thrones“-Kulissen, sondern vor allem von den riesigen Menschenmassen, die sich via Leitsystem (!) durch die alten Straßen drängen und dicht an dicht über die Stadtmauern schleichen.

    Webedia GmbH / Nina Becker
    Ein Foto von Dubrovnik ohne Menschenmassen - gar nicht so einfach...

    Seit die HBO-Serie läuft, ist die Touristenzahl um ein Drittel angestiegen – und darunter leidet nicht nur der Charme der Adria-Stadt, sondern vor allem das Leben der Bewohner. Wenn sich pro Tag 10.000 Kreuzfahrtschiff-Passagiere und 15.000 weitere Tagesgäste in der kleinen Stadt befinden, ist für Alltag einfach kein Platz mehr.

    Von Dracheneierbechern und fehlenden Supermärkten

    Und tatsächlich gibt es in Dubrovnik keinen ungestörten Alltag mehr – selbst für einen Einkauf in einem normalen Supermarkt mit Lebensmitteln müssen die wenigen Menschen, die noch in den alten, schönen Gemäuern leben, die Stadt verlassen.

    In Dubrovnik ist einfach kein Platz für normales Leben. Stattdessen Restaurants, Souvenirshops und Bankautomaten soweit das Auge reicht. Und überall dazwischen: „Game Of Thrones“-Merchandise. Wer Eierbecher in Drachenei-Form sucht, wird hier schnell fündig. Froh kann darüber eigentlich niemand sein – auch nicht der eingefleischteste „Game Of Thrones“-Fan. Für mich war der Besuch – wohlgemerkt in der Nebensaison – eher Tortur als Vergnügen. 

    Ende gut, alles gut?

    Laut Tagesschau.de lebten einst 5.000 Einheimische in der Altstadt von Dubrovnik, mittlerweile sind es nur noch 800. Um die Stadt zu retten und sowohl für Touristen, als auch für die Einwohner attraktiver zu gestalten, hat die Stadtverwaltung mittlerweile Pläne entwickelt. So sei vor allem der Kreuzfahrt-Tourismus ein riesiges Problem. Ab 2020 soll sich zumindest daran etwas ändern. Dann dürfen sich „nur“ noch 4.000 Passagiere gleichzeitig in der Stadt aufhalten und dementsprechend nicht mehr so viele Schiffe im Hafen ankern.

    Courtesy of HBO
    In der achten Staffel von "Game Of Thrones" geht Königsmund in Flammen auf.

    Während viele Fans „Game Of Thrones“ nachtrauern, dürfte das Ende für Dubrovnik ein neuer Anfang voller Hoffnung sein. Hoffnung auf eine gesunde Mischung aus Tourismus, Tradition und Alltag. Wer weiß, vielleicht pilgern Fans demnächst zu den Drehorten der kommenden „Herr der Ringe“-Serie von Amazon...

    "Game Of Thrones": Kroatische Filmkommission erlaubt Nackt-Dreh in Dubrovnik

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    Kommentare
    • DER Dunkle Lord
      Massentourismus ist zum Kotzen! Bleibt doch alle einfach mal mit euren Ärschen, wo ihr hingehört.
    • Jimmy v
      ...und in Deutschland gibt es Ähnliches doch auch schon, Stichwort Sylt oder perspektivisch Rügen.
    • Cirby
      Gibt immer Verlierer und Gewinner.
    • Defence
      5x mehr Touris als (einstmals) überhaupt Einwohner und das Tag für Tag für Tag...Klingt wie ein absoluter Alptraum und das in vielerlei Hinsicht. Neben den erwähnten Problemen im Artikel, die den Alltag der Bewohner massiv beschränkt, dürften auch die Kosten ein ganz gravierender Faktor sein, das viele einstige Bewohner regelrecht vertrieben wurden, sich das Leben in diesem Ort nicht mehr leisten können. Wäre sicher nicht das erste Mal, das z.B. Waren des alltäglichen Bedarfs an die potenzielle Kaufkraft der Touristen angepasst würde.Nach lesen des Artikels kann man für die Betroffenen nur hoffen, daß das ganze tatsächlich in geregelte Bahnen gelenkt bzw entsprechend eingeschränkt wird.
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