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    Disney hat Spider-Man getötet – nicht Sony!
    Von Tobias Mayer — 21.08.2019 um 17:00
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    Die „Spider-Man“-Rechte-Kooperation läuft 2019 aus – Tom Hollands Spidey ist damit raus aus dem Avengers-Universum. Viele geben Sony die Schuld. Dabei wird vergessen, dass es für Disney deutlich einfacher gewesen wäre, nachzugeben.

    Sony / Marvel / Walt Disney

    +++ Meinung +++

    Großer Fan-Jubel Anfang 2015: Spider-Man, dessen Filmrechte bei Sony liegen, wird endlich Teil des Marvel Cinematic Universe! Erster Auftritt in „Captain America 3: Civil War“, dazu neue Solo-Filme, die aber in die Geschichte um Iron Man und die anderen Avengers eingebettet sind! Und die Vorfreude war berechtigt: Tom Holland wurde als junger, flippiger Spidey rasch zum Fan-Favoriten, erlebte in „Avengers 3: Infinity War“ ein sehr unterhaltsames, witziges Abenteuer an der Seite seines Mentors Iron Man und auch seine Solo-Filme „Homecoming“ sowie „Far From Home“ können sich sehen lassen. Ihm stand eine glänzende Zukunft bevor, in der er als potentieller junger Nachfolger des Mannes im Hightech-Anzug eine wichtige Rolle gehabt hätte. Doch stattdessen fühlt es sich nun so an, als sei dem Spinnen-Jungen gerade mächtig der Faden gerissen.

    Nach aktuellem Stand konnten sich Sony und Disney (unter dessen Dach die Marvel Studios sind) nicht auf eine Fortsetzung ihres Kooperationsvertrages einigen. Die alte Vereinbarung war: Marvel um Mastermind Kevin Feige entscheidet über die Geschichte und bekommt fünf Prozent aller Kino-Einkünfte, Sony hält sich inhaltlich raus, zahlt komplett und streicht den Löwenanteil der Einnahmen ein. Wie nun berichtet wird, wollte Disney diesen Deal ändern, was das Geld betrifft: Künftig wollte Disney Kosten wie Einnahmen 50/50 aufteilen und die Vereinbarung auf alle Filme mit Spider-Man-Figuren erweitern (also auch auf Filme mit Nebenfiguren wie Venom). Disney würde mehr zahlen als früher, aber im wahrscheinlichen Fall eines Kassenerfolgs auch mehr bekommen. Klingt fair, oder? Wieso lässt Sony so einen Deal platzen und nimmt in Kauf, dass Spidey aus dem MCU fliegt?

    Ganz einfach: Weil Sony ein deutlich schwächer aufgestelltes Filmstudio als Disney ist, das nicht mal eben auf „Spider-Man“-Einnahmen verzichten kann. Im Netz aber wird nun trotzdem an vielen Stellen auf Sony eingedroschen. Hier ein paar Beispiele:

    Auch Marvel-Star Jeremy „Hawkeye“ Renner fordert Sony dazu auf, Spider-Man zurückzugeben:

    Das Mäusestudio will den Geldspeicher noch weiter füllen

    Sony klaut uns Spider-Man? Ganz so simpel ist die Angelegenheit nicht. Die Forderung, Ausgaben wie Einnahmen halb halb aufzuteilen, mag nachvollziehbar klingen, zumal die ganze Kreativarbeit ja unter dem Dach von Disney passiert, in Kevin Feiges Marvel Studios. Aber erstens verdiente Disney auch schon beim alten Deal mehr an den „Spider-Man“-Filmen als die fünf Prozent, denn schließlich kommen noch Merchandise-Einkünfte hinzu. Vor allem aber ist Disney einfach mal das derzeit mit Abstand erfolgreichste Filmstudio auf der Welt, dank unter anderem Marvel, „Star Wars“, Pixar, „König der Löwen“ und „Die Eiskönigin“.

    Mit „Avengers 4: Endgame“ gelang Disney gerade der erfolgreichste Film aller Zeiten und im kommenden Kampf der immer wichtiger werdenden Streamingdienste positioniert man sich mit der günstigen, alle bekannten Marken vereinenden Netflix-Konkurrenz Disney+. Von den Themenparks und Merchandise-Artikeln als Weiterverwertungsmöglichkeit der Kinofilme fange ich gar nicht erst an. Auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzt mit Sony ein Studio, dem es derzeit nicht besonders gut geht.

    Zwar gelingt Sony auch immer mal wieder ein Hit, siehe etwa „Jumanji“, „Venom“ oder halt „Far From Home“, insgesamt aber gilt das Studio in der Branche als angeschlagen. „Men In Black: International“ etwa floppte mächtig. Die sicheren Gewinne aus den neuen „Spider-Man“-Filmen sind da sehr wichtig fürs weitere Überleben – und ausgerechnet an die will Disney ran, nur damit der übervolle Geldspeicher endgültig platzt.

    Den Ärger haben die Fans

    Nun sollte man weder Disney vorwerfen, Erfolg zu haben, noch muss man Mitleid mit Sony haben. Der neue „Men In Black“ etwa ist eine Gurke (und außerdem hätte man lange vor Produktionsstart wissen können, dass diese Nummer durch ist). Die „Amazing Spider-Man“-Filme haben zudem gezeigt, dass bei Sony keine wirklich gute Idee dafür vorhanden war, was mit Spidey Frisches anzustellen ist – sonst hätte der Konzern ja gar nicht erst zu Disney/Marvel gesagt: „Macht ihr bitte, wir sind mit unserem Latein am Ende.“

    Doch für Disney wäre es schlicht deutlich einfacher, bei den Verhandlungen nachzugeben als für Sony. Dennoch tat man es bisher nicht – auch nicht um den Preis, damit einen Fan-Traum zu zerschmettern, der gerade erst begonnen hatte. Denn in „Spider-Man 3“ und „Spider-Man 4“ wird nach jetzigem Stand kein MCU-Held mehr auftreten, Spidey wird im möglichen „Avengers 5“ nicht mehr Seite an Seite mit den Kollegen kämpfen und die Fans müssten irgendeine fadenscheinige Erklärung innerhalb der Handlung schlucken, warum sich Spider-Man von den anderen getrennt hat. Dafür könnten Figuren von der Sony-Resterampe dazustoßen und das würde heißen: Venom und Morbius statt Thor und Captain Marvel.

    Hoffen wir also, dass sich Disney und Sony nach dem Aufschrei doch noch einigen – auf einen Kompromiss, bei dem keine Seite denkt, der anderen ins Netz gegangen zu sein.

    "Spider-Man: Far From Home" macht es wie "Avengers 4: Endgame" - nur besser!

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    Kommentare
    • hier spricht uncle ben
      naja, man muss einfach mal objektiv anerkennen, dass sony alleine nichts auf die reihe gebracht hat und ohne den MCU hype die spidey man filme niemals (!) so erfolgreichgeworden wären. von feiges' hilfe und wahrscheinlich vielen anderen marvel Mitarbeitern, die den style geprägt haben (egal ob der jetzt von euch gefeiert wird) mal zu schweigen. spider man hat da einfach nix verloren. das ding gehört einfach zu marvel und die gehören halt nunmal zu disney. that's it. man sollte viel eher darüber diskutieren, warum diese figur nicht bei marvel hängt!überlegt euch mal wie absurd es wäre wenn die darth vader plötzlich bei warner wären und alle neuen SW filme dürften ihn nicht erwähnen und andersherum.mich wundert ohnehin, dass es hierzu keine urheber-gesetze gibt die marvel schlicht eine entscheidungshoheit attestieren damit sony nie wieder so einen krampf verzapft wie bei allen (ja auch die tobey misere) anderen filmen zuvor. auch wenn spidey auf eine jüngere zielgruppe ausgelegt ist: er kommt dem feeling aus den comics am nächsten. spiderverse war doch auch super jung, das haben dann wieder alle gefeiert. O_o
    • HalJordan
      Nein, auf einen Kompromiss hoffe ich nicht. Es wäre wünschenswert, wenn Spidey endlich wieder Spidey sein darf.
    • Bruce Wayne
      Eigentlich nicht, wenn man bedenkt dass Disney sowieso schon einen riesigen Gewinn aus diesen Filmen zieht. 50/50 ist in jedem Fall größenwahnsinnig.
    • alu355
      Ist es ein Risiko? Ganz bestimmt. Aber wer kein Risiko eingeht, kommt im Leben auch bloß nicht vorwärtsJa oder er geht halt Pleite.Bei Sonys Hitrecord war Venom eher die Ausnahem als die Regel.So wie es für Sony inzwischen aussieht, würde es mich nicht wundern wenn ein paar Strategen bei Disney darauf spekulieren eines Tages die Lizenzrechte für Spiderman für ein Appel und ein Ei zurückzubekommen, wenn Sony sich aus dem Geschäft aufgrund der genrellen finanziellen Situation zurückziehen muß (alles natürlich Spekulation).
    • Bruce Wayne
      Ja, wie ich ja auch in meinem ursprünglichen Kommentar erwähnte (50/50 Box Office und die gesamten Einnahmen des Merchandise sowie Themen Parks). Dennoch besitzen sie die Filmrechte, und damit gehört ihnen Spider-Man (In Hollywood). Wie schon gesagt - vereinfacht.
    • FilmFan
      Finanzielles Risiko? Sehr witzig. Das MCU war bereits sehr erfolgreich als Spider-Man dazu kam. Da war Null Risiko bei dem Deal. Der Lottogewinn für Sony stand fest. Das Disney jetzt Ansprüche hat ist ihr verdammt gutes Recht.
    • alu355
      Damit gehört ihnen die Figur. So sehe ich das vereinfacht an.Und auch vereinfacht ist es immer noch falsch.Denn wenn Sony die Figur gehören würde (Eigentum) und nicht nur die Lizenz für die Filmrechte, könnten sie Comics raushauen und nur sie dürften Merchandise verkaufen.Genau das ist nicht der Fall.Deswegen sind ja auch die 5% gar nicht so klein wie es anfangs aussieht - das Merchandising bringt da nochmal eine ganze Stange Geld ein für Disney.
    • FilmFan
      Aus Sicht der Spider-Man Fans blöd. Man muss hier unterscheiden. Ich brauch die Spinne nämlich auch nicht zwingend im MCU. Aber die werden sich einigen. Da bin ich sicher. Marvel ist aktuell die große Dollar Druckerei. Da kann Sony nicht drauf verzichten.
    • FilmFan
      Sony wird zu Kreuze kriechen. Marvel hat Disney im Rücken und mit dem MCU alle Argumente auf seiner Seite.
    • Bruce Wayne
      Nun, Sony besitzt das Nutzungsrecht am Charakter. Und sie werden es nicht aufgeben. Damit gehört ihnen die Figur. So sehe ich das vereinfacht an ;)
    • Karl Sommer
      Ich nehm an du weißt das eh.Man könnte es nur auch falsch lesen.SPIDERMAN gehört disney weil Marvel disney gehört.Spiderman mit anhang wurde an SONY verliehen/vermietet.Sie dürfen ihn nutzen, aber natürlich gehört Spiderman weiterhin DISNEY.Auch wenn Disney ihn dzt. nicht ohne sonys erlaubnis selbst nutzen darf.Aber er ist immer eigentum von Sony.Aber ich denke das weißt du eh.
    • Marki Mork
      Sollte es am Ende keine Einigung geben,startet eben der Nächste Reboot ^^
    • Ortrun
      Das würde ich mir zumindest sehr wünschen.
    • Langnase
      Bei der Rechnung sollte man berücksichtigen: Disney fordert bestimmt nicht 50% der Einnahmen, sondern 50% der Überschüsse. Denn rund die Hälfte der Einnahmen geht an die Kinobetreiber.Um bei deinem Beispiel zu bleiben: TASM1 hat rund 757 Mio weltweit eingespielt. Davon bleiben bei rund der Hälfte 380 Mio übrig. zieht man die Produktionskosten ab (230 Mio) bleiben 150 Mio für Sony. Hier nicht berücksichtigt: die Marketingausgaben, die auf die Produktionskosten nochmal draufkommen. (TASM2 hat weniger eingespielt, bei gewiss nicht geringeren Produktionskosten - da dürfte am Ende nichts übrig geblieben sein, weshalb Teil 3 nicht mehr produziert wurde).Bei far from home: EInnahmen 1,1 Mia, davon die Hälfte: 550 Mio. Production Budget (überraschend geringer) von 160 Mio blieben fast 400 Mio für Sony und Disney. Bei geteilten Kosten/Gewinnen kriegt jeder für 80 Mio Einsatz am Ende 200 Mio Gewinn raus. Sony vorher 150 bei 230 Mio Einsatz. Zieht man jeweils geschätzte Marketingkosten von 80-100 Mio ab, bleiben bei Sonys TASM 50-70 Mio bei über 300 Mio Einsatz. Bei FFH 150-160 bei 120-130 Mio Einsatz.Betrachte ich jetzt nur mal die blanken Zahlen, hat sich die Kooperation für Sony absolut bezahlt gemacht. Das wird auch nicht Grundlage der Entscheidung gewesen sein. Grundlage war vielmehr: für das sichere Ding unter dem Marvel-Banner geben sie lieber auch die kompletten Produktionskosten aus, bekommen dafür aber eben auch fast den ganzen Gewinn. Die absoluten Zahlen sind halt durchaus ein Brett. Von nicht mehr Rentabel auf min. 300 Mio Gewinn ist es schon ein Stück. Und da sind auf beiden Seiten die Dollar-Zeichen halt in den Augen der Entscheidungsträger riesig.Wenn ich irgendeinen Denkfehler in meinen Annahmen habe, dann gern aufklären. Ich bin durchaus lernwillig ;)
    • Sidekick
      Spiderman ist tot? Der war doch noch so jung.
    • Deliah C. Darhk
      Warum spricht man hier von Schuld!? Das ist doch absurd.Es geht hier weder um einen Streit noch um ein Verbrechen.Eine Kooperation endet durch ein Vertragsentwurf. Punkt.Sicher, das MCU wird vermutlich die elegantere Lösung parat haben.Nur eine Person plus Umfeld raus zu schreiben dürfte einfacher sein, als eben umgekehrt das restliche Universum auszutauschen.Aber wenn Marcel Spidey mit der Erklärung 'abgetaucht wg FFH' verabschiedet, warum sollte Sony dann nicht auf diesen Zug aufspringen und Peters Geschichte als Abgetaucht erzählen? Wäre schon schön, wenn die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft endlich mal wieder auch nur für diese Nachbarschaft da wäre.In Endgame war Spidey zwar recht gut finde ich, und auch in CW nicht schlecht, aber insgesamt mag ich die beiden Vorgänger-Typen lieber.Raimi hatte mE die besseren Storys, aber Garfield gefiel mir als Spinne besser.Ich denke, Sony hat nicht viel verkehrt gemacht mit dem Deal. Das gilt auch für dessen Ende.
    • Deliah C. Darhk
      Die Rechte bleiben bei Sony, solange das Studio sie nutzt.Heisst, wenn binnen elf Jahren auch nur ein einziger Film aus diesem Francis gedreht wird, kann Sony sie weiter exklusiv nutzen.
    • Deliah C. Darhk
      Ich werde nie wieder ohne Trauer im Herzen Twilight sehen können. X'-((Sarkasmus)
    • Deliah C. Darhk
      Die trollen uns. ;D
    • Deliah C. Darhk
      Gibt es bereits im Original. Da heisst sie Seele Spider.
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