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    Kein Bingewatchen bei "The Mandalorian"? Das unterscheidet Netflix und Disney+
    Von Jan Felix Wuttig — 27.08.2019 um 11:40
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    Millionen Fans warten gierig auf den Release der Star Wars-Serie „The Mandalorian“ auf Disneys Streamingdienst Disney+. Aber statt einer ganzen Staffel werden sie zum Start voraussichtlich nur eine Folge schauen können...

    Lucasfilm

    Star Wars-Fans auf aller Welt freuen sich derzeit auf „The Mandalorian“, die erste Star Wars-Realserie. Das Licht der Welt wird die Western-Space-Opera wohl zum US-Start des Streamingdienstes Disney+ am 12. November 2019 erblicken. Aber die durch Netflix-Bingewatching konditionierten Fans können die Serie vermutlich nicht auf einmal durchsuchten  – Serienfolgen werden auf Disney+ nämlich aller Voraussicht nach nicht auf einmal veröffentlicht, sondern im Abstand von jeweils einer Woche.

    Das wird nicht nur für The Mandalorian gelten, sondern für alle neuen über Disney+ angebotenen Serien, wie etwa Marvels „The Falcon And The Winter Soldier (um mal nur die als nächstes erscheinende Marvel-Serie zu nennen) oder die ebenfalls heiß ersehnte Obi-Wan Kenobi-Serie mit Ewan McGregor.

    Ist Disneys Konzept reine Profitgier?

    Das Konzept, Folgen auf wöchentlicher Basis zu veröffentlichen, scheint in erster Linie von Disneys Profitgedanken getrieben: Um Serien zu Ende schauen zu können, müssten Fans sich bei einem durchschnittlichen Staffelumfang von zehn Folgen für mindestens drei Monate als Abonnenten verpflichten. Das bei Netflix, Amazon Prime oder Sky sonst manchmal übliche Format des „Binge & Bail“, also des kurzfristigen Bingewatchens einer einzigen Serie für die Kosten einer Monatsrate oder sogar innerhalb des kostenlosen Probemonats, wäre dann nicht mehr möglich.

    Grundsätzlich ist Disneys Ansatz finanziell logisch. Serien wie „The Walking Dead“ oder „Game of Thrones“ liefen mit wöchentlicher Veröffentlichung auf den Originalplattformen AMC und HBO sehr erfolgreich, neumodische Konditionierung zum Stream-Bingewatching hin oder her. Und neben der reinen Quote profitieren Sender wie Streamingdienste natürlich extrem davon, wenn auf Social Media über die eigenen Serien geschrieben und diskutiert wird. Wenn neue Staffeln allerdings (teilweise aus Angst vor Spoilern) innerhalb weniger Tage durchgesuchtet werden, verkürzt das die öffentliche Diskussion und damit den kulturellen Impact – und damit den möglichen Profit. Die dritte Staffel von „Stranger Things“ ist da ein negatives Beispiel.

    Das macht Disney+ attraktiver als Netflix

    Dem Mäusekonzern jetzt pure Ausbeutung der Fans vorzuwerfen, scheint bei den bisher bekannten Rahmenbedingungen eines Disney+-Abos allerdings etwas verfehlt. Denn Disney gibt sich in dieser Hinsicht alle Mühe, Netflix vom Thron zu stoßen: Nicht nur zahlen Kunden pro Monat deutlich weniger, nämlich sieben Dollar statt mindestens neun Dollar pro Monat (Netflix), es wird außerdem keinerlei Extrakosten für State-Of-The-Art-Features wie 4K-Qualität oder Dolby Atmos-Sound geben – solange euer Gerät dafür ausgestattet ist. Bei Konkurrent Netflix muss man etwa das teuerste Abo abschließen, um 4K-Titel streamen zu können – und dafür werden immerhin 15,99 Euro fällig. Also mehr als doppelt so viel, wie Disney+ hierzulande zum Start wohl kosten wird.

    Fans werden also in der Lage sein, die Abenteuer des mandalorianischen Kopfgeldjägers in stechend scharfer Optik und berauschend immersiver Klangqualität zu folgen, und zwar zu einem günstigen Preis – aber eben nur einmal pro Woche.

    „The Mandalorian“ erscheint pünktlich zum US-Start der Streamingplattform Disney+ am 12. November 2019 in den USA. Wir gehen davon aus, dass Disney+ ab Frühjahr 2020 auch in Deutschland verfügbar sein wird.

     

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    Kommentare
    • Keru Ad'Werde
      Discovery war auch nur eine Co-Produktion von Netflix. Ebenso der Anime 'Violet Evergarden' welcher deshalb ebenfalls wöchentlich erschienen ist. Reine Netflix-Produktionen, oder ältere Serien werden direkt komplett hochgeladen.
    • AtzeH
      Bei Netflix ist dies aber nicht generell so. Den wöchentlichen Rhytmus fand ich z.B. bei Discovery sehr angenehm, weil die Folgen danach auf Fanportalen immer genauestens analysiert und diskutiert wurden.
    • Swythe
      Offenbar geht es Disney v.a. darum, dass ihre Serien zum Trendthema werden. Ich denke, dass die sich sehr wohl bewusst sind, dass Leute auch zu einem späteren Zeitpunkt im Probemonat eine gesamte Staffel durchhauen können. Aber sie wollen einen Hype um ihre Inhalte erzeugen und damit auch den Druck steigern, Teil ihrer Streaming-Welt zu werden und zu bleiben.Irgendwie läuft das Konzept der Idee von Streaming etwas zuwider, weil da ja eig der User entscheidet, wie viel er von was wann guckt. Das Modell von Disney+ ist da deutlich näher am klassischen Fernsehen (auch mit den jugendfreien Inhalten) dran als Netflix und Co.
    • Tobias D.
      Allerdings neigt man beim Binge-Watchen dazu nur eine Serie zu gucken und diese dann trotzdem nicht wirklich zu genießen. Man hat dann vielleicht noch ein paar Serien die man mit unterschiedlichen Leuten schaut.Vergangene TV-Season habe ich 8 Serien gesehen, die im Wochenrhythmus liefen und eine handvoll Serien die vollständig zur Verfügung standen. Und bis auf Impulse (die einfach großartig ist), sind mir nur die Wochenrhythmus-Serien im Gedächtnis geblieben. Nicht weil diese besser waren, sondern einfach, weil dafür gesorgt wurde, dass man sich mit der Serie länger befassen konnte.Zudem enden Binge-Serien aus meiner Sicht ganz anders als normale Serien. Erstere enden mit einem starken Cliffhanger der einen dazu verleitet sofort die nächste Folge zu gucken, weil man das Gefühl der Unvollständigkeit hat. Letztere enden häufig auch mit einem milderen Cliffhanger, welcher zwar dafür sorgt eine Woche wieder einzuschalten, aber dennoch ein Gefühl der Abgeschlossenheit bietet.
    • André McFly
      Gut, dann werde ich halt einige Wochen warten, bis die Serie komplett ist. Wie ich es fast ausnahmslos mit allen Serien mache. Das Eine Woche auf eine neue Folge warten-Konzept stammt aus dem Fernsehen des vergangenen Jahrtausends und ist längst überholt.
    • Jimmy Conway
      Ok. Wusste ich nicht. Schaue da derzeit die dritte Staffel Into The Badlands und da musste man wöchentlich warten. aber vielleicht weil es eine AMC Serie ist? Aber bei Man in the High Castle war es doch auch so, wöchentlich.
    • Jimmy Conway
      Richtig. Ich schaute auch nicht Stranger Things 8 Folgen am Stück, sondern 2 pro Abend. 2 Folgen = eine Spielfilmlänge, ist doch ideal.Außerdem schaue ich mir lieber erstmal zumindest eine Staffel einer Serie zu Ende an, bevor ich eine andere Serie anfange. So kann ich mich eben auf die EINE Serie konzentrieren.
    • Jimmy Conway
      Da schreibt man schon etwas...informiere dich einfach, bevor du etwas schreibst. Ist HBO auch Disney? So ein Quatsch.
    • Cirby
      Also bei the Boys von Amazon war auch gleich die ganze Staffel verfügbar.
    • Cirby
      Verstehe dich nicht ganz. Wenn die Serie sofort komplett zur Verfügung steht, hat man doch auch die Möglichkeit, es sich so einzuteilen, wie es passt. Auch im Wochenrhythmus. Je nachdem, wie man persönlich Lust und Zeit hat. Ist also der größere Luxus.
    • Cirby
      Ja und? Dann schließt man eben den Probemonat ab, wenn die Serie komplett released wurde und schon hat man ebenfalls nur einen Monat Abo.
    • Tobias D.
      Ich bin ein großer Befürworter des Wochen-Rhythmus. Es erlaubt einen sich mit einer Serie Zeit zu lassen, die gesehene Episode genauer zu analysieren und sich auf die nächste Episode zu freuen. Somit ist auch der Spaß an einer Serie lang anhaltender. Zudem fällt es dann auch leichter eine Serie in seinen Wochenplan einzugliedern. Dann sagt man sich am Montagabend Ich gucke jetzt die neue Folge von ... und danach kann man andere Sachen machen. Beim Bingen hat man immer das Gefühl Ach, eine Episode geht noch. und am Ende fehlt die Zeit für wichtigere Angelegenheiten.Die Schwäche des Fernsehens ist für viele Leute in meinen Augen auch nicht, dass die Serie über einen längeren Zeitraum geht, sondern das man als Zuschauer an einen Zeitplan gebunden ist.Und Game of Thrones, The Walking Dead, Star Trek: Discovery und The Twilight Zone sind gute Beispiele für solche Wochen-Rhythmus-Serien. Die neue Folge ist ab einem Wochentag verfügbar und der Zuschauer hat die Wahl, wann er sie gucken möchte, ohne dass er sie programmieren musste oder sonst was.
    • Jimmy Conway
      Ganz fertig ist meistens schwierig. Zu viele Leute, die spoilern wollen. Egal ob im Netz oder im persönlichen Umfeld. Kommt natürlich auch drauf an, wie populär die Serie ist. Bei Game of Thrones war es am schwierigsten. So dass ich die letzten Staffeln doch von Woche zu Woche gucken musste.Aber bei Staffel 7 bin ich im August, Folge drei meine ich, eingestiegen, also Probemonat August 2017. Bei der letzten Staffel habe ich den Account eines Freundes erhalten :-)
    • Jimmy v
      ...oder bis die Serie ganz fertig ist. ;) Das ist meine Politik seit Jahren schon. Und das egfällt mir ganz gut.
    • RockYourThoughts
      Wie schon von Jimmy erwähnt: warum warte ich dann nicht einfach bis allegeilen Serien, die mich interessieren komplett online sind und lege mir dannden kostenlosen Probemonat zu?!
    • Jimmy Conway
      Bingewatching ist nur Netflix. Sky hat HBO und Konsorten, dort ist es üblich, dass die Folgen im 1-Wochenrhytmus gezeigt werden. Und auch bei den Amazon Serien ist es so!Also NIX manchmal, sondern Standard was neue Serien betrifft.Allerdings warten schlaue Leute bis eine Staffel komplettiert ist und schauen dann am Stück weg.
    • Klaus S aus S
      da mehrere interessante Serien parallel laufen ist es auch sh*ce egal
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