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    Ang Lee: "Gemini Man" wird das Filmemachen verändern
    Von Carsten Baumgardt — 04.10.2019 um 08:00
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    Wir haben Meisterregisseur Ang Lee in Budapest zum Interview getroffen, um über seinen Sci-Fi-Actioner „Gemini Man“ zu reden. Die revolutionäre Technik der hohen Bildrate gibt Lee neue inszenatorische Möglichkeiten – doch ihm geht es um mehr.

    Ang Lee hat zwei Regie-Oscars gewonnen (für „Brokeback Mountain“ und „Life Of Pi“), doch der in Taiwan geborene Filmemacher ist ein bescheidener Mensch. Ob er seinen futuristischen Action-Thriller „Gemini Man“ als technische Revolution wie einst James Camerons „Avatar“ sieht? „Vielleicht.“ Denn darum geht es dem 64-Jährigen überhaupt nicht. „Mich interessiert mehr die Aufgabe, eine neue Sprache für das Kino zu entwickeln - eine neue Ästhetik, etwas komplett Gegensätzliches“, erklärt Lee im exklusiven Interview mit FILMSTARTS.

    Sein Produzent Jerry Bruckheimer muss sich mit einer Antwort auf die Revolutionsfrage nicht so galant zurückhalten: „Es ist spektakulär, so aufregend neu und lebendig. Man glaubt, mit den Schauspielern in einem Theater zu sitzen. Ang Lee hat tatsächlich einen digitalen Menschen geschaffen – er hat Gottes Arbeit verrichtet.

    "Gemini Man": Ang Lee schafft eine neue Ästhetik

    „Gemini Man“ fällt nicht nur durch seine progressiven, glasklaren und bestechend tiefenscharfen Bilder in der sogenannten High Frame Rate auf, die 120 Bilder pro Sekunde (fps) statt der herkömmlichen 24 liefert. Der Gegenspieler von Protagonist Henry Brogan stammt komplett aus dem Computer – und basiert auf Henry-Darsteller Will Smith, der so um fast drei Dekaden per CGI verjüngt wurde.

    FILMSTARTS am Set von "Gemini Man"

    Paramount Pictures
    Will Smith in "Gemini Man": Digital (vorn) und in Fleisch und Blut

    Ang Lee: „Das wird das Filmemachen auf jeden Fall verändern. Wir sind jetzt in der digitalen Ära. Finde Gefallen daran oder nicht. Die technischen Werkzeuge sind verfügbar.“ Das Ergebnis auf der Leinwand ist jedenfalls überzeugend. Diese neue Form der Ästhetik eröffnet einem Filmemacher wie Lee ganz neue Dimensionen: „Es gibt eine neue Form, etwas auf der Leinwand zu behaupten. Über das Physische, da ist jetzt ein digitaler Weg, der hilft, die Geschichte zu erzählen. Ich betrachte diese Möglichkeit als ein Werkzeug, das verfügbar ist und wir nutzen sollten.

    Darum geht’s in „Gemini Man“: Der ehemalige Regierungsattentäter Henry Brogan (Will Smith) gerät in Lebensgefahr, als er in eine Verschwörung hineingezogen wird. Der Leiter des Gemini-Programms, Clay Verris (Clive Owen), hetzt den genialen Nachwuchskiller Junior (ein per CGI erschaffener Will Smith) auf Henry. Der Clou: Junior ist Henrys Klon – und somit mindestens so gut wie sein Vorbild, nur 28 Jahre jünger! Hilfe erhält der Gejagte nur von der Agentin Danny Zarkweski (Mary Elizabeth Winstead) und seinem Piloten-Kumpel Baron (Benedict Wong).

    FILMSTARTS-Kritik zu "Gemini Man"

    „Gemini Man“ läuft seit dem 3. Oktober 2019 in den deutschen Kinos.

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    Kommentare
    • greekfreak
      Lese ich da etwa eine gewisse Ironie aus?
    • ペックネック
      Schon Peter Jackson hat geglaubt, sein „Hobbit“ werde eine HFR-Welle lostreten. Was kam raus? Nach dem dritten Teil war diesbezüglich im Kino fünf Jahre Funkstille. Kann auch nicht behaupten, dass ich es vermisst hätte.Nicht mal 3D hat sich durchgesetzt, da die Film- und Fernsehindustrie (inkl. der Gerätehersteller) so ziemlich alles unternommen haben, um dem Kunden die Technik madig zu machen. Erst mit einer Reihe mehr schlecht als recht konvertierter Streifen den Kinobesuchern aufgezwungen, um die Tickets zu verteuern, im TV- und Streamingprogramm nie nennenswerte Angebote gehabt. Und die Fernseherhersteller haben bei den Fernsehgeräten wiederum 3D-Technik übereilt und unausgereift auf den Markt geworfen, nur um das Feature dann bei UHD-Geräten, welche auch mit Polarisationsfiltertechnik 3D endlich in voller Auflösung zeigen könnten, wieder abzuschaffen und die Produktion von 3D-Fernsehern insgesamt einzustellen, weil ja „niemand mehr 3D kauft“ - während 3D-Blu-rays übrigens fleißig weiter ver- und gekauft werden. Sobald sich das alte 3D-Gerät verabschiedet, was heutzutage mit jeder Gerätegeneration schneller geschieht, sind die angeschafften 3D-Blu-rays nur noch fürs Regal gut. Bravo! Man könnte 3D als ein Musterbeispiel in jeder Vorlesung dafür nehmen, wie man eine neue Technik *nicht* etabliert.
    • Sentenza93
      Hätte man diese Passion nicht nur bei der Technik gehabt, wäre vermutlich ein absoluter Klassiker draus geworden.Aber so ist es nur ein 20 Jahre zu spät kommender, flacher Streifen.
    • WhiteNightFalcon
      Es ist ein neues Werkzeug im Repertoire des Filmemachens, mehr nicht. Also immer schön auf dem Teppich bleiben.
    • Simon Missbach
      Verändern... vielleicht eher weiter voranbringen. Ich finde man sieht das CGI beim jungen Will doch noch recht deutlich und das ist eben auch bei anderen Filmen bereits der Fall.Das größere Problem des Films für mich: die Story interessiert mich einfach nicht. Das klingt alles so dermaßen 08/15.
    • Bobby L
      Endlich ein Artikel über Gemini Man! Ging ja hier auf FS völlig unter!Gut, dass ihr auch endlich die besondere Technik erwähnt, die hier angewandt wurde!
    Kommentare anzeigen
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