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    "Marvel-Filme haben mit Kino nichts zu tun": Meister-Regisseur Martin Scorsese teilt aus!
    Von Daniel Fabian — 04.10.2019 um 12:15
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    Martin Scorsese zählt zu den größten Filmemachern unserer Zeit, für das aktuell erfolgreichste Film-Universum hat der „GoodFellas“- und „Departed“-Macher aber nicht viel übrig. Mit Kino haben die Filme des MCU laut ihm jedenfalls nicht viel zu tun…

    Paramount Pictures France

    Man kann Marvel und Disney in Bezug auf das Marvel Cinematic Universe ja eigentlich kaum Vorwürfe machen. Denn ob man die Filme nun mag oder nicht: Sie bilden ein riesiges, komplexes, zusammenhängendes Universum, das mehrmals pro Jahr Milliarde um Milliarde einspielt. So schlecht kann das alles also nicht sein, oder?

    Dass die Abenteuer von Iron Man, Captain America und Co. mit den Filmen von Gangsterfilm-Legende Martin Scorsese („GoodFellas“, „The Wolf Of Wall Street“) kaum etwas gemeinsam haben, dürfte klar sein. Und wenn es nach dem Oscar-Preisträger geht, hat das auch einen einfachen Grund: Scorsese macht Kino, Marvel nicht.

    Themenpark statt Kino

    In einem Interview mit Empire (via ScreenRant) kam Scorsese auf das MCU zu sprechen – und der 76-Jährige machte keinen Hehl daraus, was er von dem Comic-Film-Universum hält. „Ich schaue [diese Filme] nicht. Ich habe es versucht, aber das ist für mich kein Kino“, so Scorsese.

    „So gut sie auch gemacht sind, mit Schauspielern, die unter diesen Umständen ihr Bestes geben“, fuhr er fort, „sind sie für mich letztlich eher wie Themenparks.“ Mit dem Kino, in dem es darum geht, emotionale, psychologische Erfahrungen auf andere Personen zu übertragen, habe das aber nichts mehr zu tun.

    Keine Gefühle in "Avengers 4"?

    Natürlich gilt es, Scorseses Aussagen richtig einzuordnen. Dass die Filme des MCU nämlich ebenso laut wie bunt sind und die Zuschauer nicht zuletzt mit aufregenden Action-Spektakeln mitreißen wollen, steht außer Frage. Diesbezüglich ist es schon nicht falsch, von einem Themenpark oder einer Achterbahnfahrt zu sprechen. Das muss aber noch lange nicht schlecht sein.

    Denn wer beispielsweise „Avengers 4: Endgame“ gesehen hat, weiß, dass ein „Themenpark-Besuch“ keineswegs emotionslos vonstattengehen muss – im Gegenteil. Das Finale der Infinity-Saga rührte unzählige Comic-Fans zu Tränen. Und das ist doch letztlich auch eine Wirkung, die das Kino und auch Scorsese begrüßen dürften.

    "The Irishman": Echtes Kino?

    Scorsese hat bereits demnächst die Chance, die Welt daran zu erinnern, was denn „echtes Kino“ ist – und das ironischerweise mit Hilfe von Streamingdienst Netflix. Mit „The Irishman“ erscheint dort nämlich schon bald sein neuer Film, der zumindest bislang vor allem mit Superlativen beschrieben werden kann.

    Das dreieinhalbstündige Gangster-Epos ist nicht nur der bislang längste Netflix-Film überhaupt, sondern mit Produktionskosten von 159 Millionen Dollar auch der teuerste (Michael Bays kommender „6 Underground“ spielt allerdings in derselben Liga). Außerdem erwarten uns mit Robert De Niro, Joe Pesci und Al Pacino auch vor der Kamera Schauspielgrößen, wie man sie gemeinsam nur selten zu sehen bekommt.

    Ob Martin Scorsese die hohen Erwartungen an seinen neuen Film aber auch erfüllen kann, erfahren wir in einigen Wochen. „The Irishman“ kommt am 14. November 2019 für kurze Zeit ins Kino und erscheint am 27. November auf Netflix.

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    Kommentare
    • Ortrun
      Du denkst, du weißt allgemeingültig, wer durch was emotional beeinflusst wird (Zitat: Aber wirklich emotional beeinflusst wurde noch keiner der Kommentatoren hier, denke ich).Wow!Ich habe nach dem Ende von GotG 2 und nach Infinity War heulend im Kino gesessen. Meine Kollegin, die mit mir in Infinity War gewesen ist, musste ich Tage später noch trösten (speziell der Tod von Dr. Strange und Peter Parker waren für sie schwer zu verkraften). Nur mal als Kontext, ich bin Jahrgang 1974 und weiblich und habe eigentlich nicht zu nah am Wasser gebaut.
    • Ortrun
      Geschmacksache. Hereditary fand ich sehr enttäuschend - trotzdem spreche ich dem Film nicht ab, ein Kinofilm zu sein, nur weil er mir nicht gefiel.
    • Ortrun
      Das soll dann im Umkehrschluss bedeuten, dass die Flme des MCU schlechter sind, als alle anderen Superhelden bzw. Comicfilme, da er diese nicht erwähnt hat? Ist jetzt auch nicht sehr schlüssig, wenn ich Filme wie Suicide Squad oder den letzten Fantastic Four betrachte.
    • Ortrun
      Wenn ich mir ansehe, dass die Anzahl der Neustarts (gerade auch von kleinen und Nischen-Filmen) seit Jahren kontinuierlich steigt, erkenne ich hier das Problem nicht.
    • Ortrun
      Danke!
    • Ortrun
      Menschen pauschalierend als dumm zu bezeichnen, weil sie im Kino lieber Unterhaltung als intellektuelle Herausforderung suchen, erscheint schon ziemlich überheblich.
    • Ortrun
      Es besteht aber ein Unterschied, ob ich eine Einheitsformel kritisiere (das ist natürlich berechtigte Kritik) oder ob ich den Filmen generell abspreche, Kinofilme zu sein. Für mich sind es (Unterhaltungs-)Kinofilme, aber trotzdem Kinofilme. Und ich halte es für legitim, mich im Kino unterhalten lassen zu wollen. Es gibt viele Filme, mit denen ich nichts anfangen kann (z.B. die Transformersfilme), aber deswegen spreche ich ihnen nicht ab, Kinofilme zu sein.
    • Ortrun
      Vielen Dank für diese tolle Ausführung.
    • Ortrun
      Das habe ich auch so empfunden. Dr. Strange zählt daher neben Tony Stark zu meinen Lieblingscharakteren im MCU.
    • Ortrun
      Weil es Spaß macht. Warum sollte im Kino nicht Platz sein für Anspruchsvolles mit intellektueller Herausforderung und auf der anderen Seite auch für Spaß und Unterhaltung (ohne besonderen) intellektuellen Anspruch. Beides ist Kino. Was man davon gut findet oder vorzieht, kann jeder selbst entscheiden. Trotzdem ist beides Kino (selbst B- und C-Filmen wird dieser Status nicht abgesprochen).Zu behaupten, dass speziell das MCU kein Kino ist (was ist mit Transformers oder der Fast & Furious-Reihe?), ist eine offensichtliche Provokation, um zu polarisieren. Zu sagen, es is kein besonders innovatives oder anspruchsvolles Kino - ok. Aber KEIN Kino??? Würde mich interessieren, wie das Interview tatsächlich abgelaufen ist, insbesondere wie Herr Scorsese seine Aussage tatsächlich getätigt hat und ob sie später vom Interviewer auf besonders reißerische Art dargestellt wurde, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu bekommen.
    • Ortrun
      Und vor allem, ob es einem gefällt, muss jeder selbst entscheiden. Ich mag einige Filme sehr, von denen ich weiß, dass sie nicht besonders gut sind. Sie machen mir aber einfach Spaß.
    • Meier Müller
      Nee, vielen Dank. Ich möchte meine Vorurteile nicht überdenken. Das ist halt meine Meinung.
    • Meier Müller
      Marvel hat nun mal auch die Lizenzen für ihre Comics. Die sind ja weltbekannt. Es hat nichts mit dem Studio ansich zu tun. Ein Spider-Man-Film kann total durchschnittlich oder schlecht sein, trotzdem rennen die Leute den Kinos die Bude ein. Weil es halt SPIDER MAN ist. Es gibt auch andere tolle Comicverfilmungen, die handwerklich sicher nicht schlechter sind als die Marvel-Filme, nur spielen die halt leider nicht viel ein oder zumindest im Verhältnis zu den Marvel-Filmen nicht viel ein. Bei den Comichelden, die Marvel hat, ist es wirklich keine Raketenwissenschaft einen Boxoffice-Hit zu landen.
    • Sargschreiner
      Ich wüsste jetzt nicht wieso ich auf seine Charaktäre meine Emotionen und psychologischen Erfahrungen besser übertragen können soll als auf Superhelden.Glaube keiner davon spielt in einer Realität für Normalbürger.
    • Matthias@VorfreudeaufFilm
      Sehr schön geschrieben! :)
    • Bruce Wayne
      Tue ich das etwa? Nein, eben nicht. Von daher.
    • Bruce Wayne
      Es heißt viel mehr, dass er nicht ein gesamtes Genre auf einen Kamm geschert hat....was ihm ja einige Personen hier vorwerfen.
    • Bruce Wayne
      Ich denke der letzte Teil deines Kommentars ist entweder eine Fehleinschätzung deinerseits, oder du hast evtl. einfach noch nicht viele Erfahrungen mit dem Medium Film gemacht (wobei mit das bei Jahrgang 1974 auch seltsam vorkommen würde). Ich habe aber eigentlich mit meinem Kommentar nachhaltig emotional berührt gemeint. Ja, das Ende von GotG Vol 2 ist traurig, aber ich kann es mir schwer vorstellen dass es irgendwen ein paar Stunden nach Sichtung noch dermaßen beeindruckt hätte. Dafür sind die Figuren einfach zu simpel gestrickt, aus meiner Sicht. Ich meine Figuren wie Dr. Strange hat man über die Laufzeit eines Filmes hinweg kaum kennen gelernt. Er wird als arrogante Tony Stark-Kopie inszeniert und zeigt am Ende des Filmes ein paar mehr menschliche Seiten, aber alles in allem, gäbe es keinen Grund ihm nachzutrauern. Ich denke wenn man von seinem Tod dermaßen kalt erwischt wird, dann hat man sich mehr oder weniger künstlich mit der Figur angefreundet. Man trauert dem Konzept des Charakters nach, nicht unbedingt dem genauen Portrait der Filme.
    • Jimmy v
      Da gehe ich auf jeden Fall mit. Mir scheint das alles auch bewusst so provokativ klingend von den Journalisten ausgelegt worden zu sein.
    • Ortrun
      Weil es Spaß macht. Warum sollte im Kino nicht Platz sein für Anspruchsvolles mit intellektueller Herausforderung und auf der anderen Seite auch für Spaß und Unterhaltung (ohne besonderen) intellektuellen Anspruch. Beides ist Kino. Was man davon gut findet oder vorzieht, kann jeder selbst entscheiden. Trotzdem ist beides Kino (selbst B- und C-Filmen wird dieser Status nicht abgesprochen).Zu behaupten, dass speziell das MCU kein Kino ist (was ist mit Transformers oder der Fast & Furious-Reihe?), ist eine offensichtliche Provokation, um zu polarisieren. Zu sagen, es is kein besonders innovatives oder anspruchsvolles Kino - ok. Aber KEIN Kino??? Würde mich interessieren, wie das Interview tatsächlich abgelaufen ist, insbesondere wie Herr Scorsese seine Aussage tatsächlich getätigt hat und ob sie später vom Interviewer auf besonders reißerische Art dargestellt wurde, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu bekommen.
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