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    Nach Scorseses Marvel-Kritik: So reagieren die MCU-Macher
    Von Markus Trutt — 05.10.2019 um 13:45
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    Regie-Legende Martin Scorsese hat kürzlich gegen Marvel-Blockbuster wie „Avengers: Endgame“ ausgeteilt. Das rief nun die MCU-Regisseure Joss Whedon und James Gunn auf den Plan.

    HBO / Disney

    Wenn einer der größten Filmemacher unserer Zeit etwas zu sagen hat, hört nicht nur die Filmwelt gebannt zu – so auch als Martin Scorsese vor kurzem Kritik an den Filmen aus dem Hause Marvel äußerte. In den Augen des Regisseurs von Meisterwerken wie „Casino“ oder „GoodFellas“ hätten die megaerfolgreichen Blockbuster nämlich nicht viel mit Kino zu tun, sondern seien eher wie Freizeitparks, die zwar gut gemacht seien, aber nicht im Stande wären, emotionale und psychologische Erfahrungen auf andere Personen zu übertragen. Doch wenn man so gegen eines der aktuell beliebtesten Film-Franchises austeilt, bleibt das natürlich nicht unbeantwortet...

    Das sagt James Gunn

    Scorseses Worte zogen im Netz erwartungsgemäß den Zorn vieler Marvel-Fans auf sich, von denen einige ganz und gar nicht damit einverstanden waren, dass dem MCU seine emotionale Komponente abgesprochen wird, während andere der Meinung sind, dass man sehr wohl von Kino sprechen kann, auch wenn ein Film „nur“ der simplen Unterhaltung diene. Zurückgenommener und interessanter fällt jedoch die Reaktion eines Mannes aus, der selbst am MCU beteiligt ist, nämlich „Guardians Of The Galaxy“-Regisseur James Gunn.

    Auf Twitter brachte Gunn zunächst seine Verehrung für Scorsese zum Ausdruck, der einer seiner fünf Lieblings-Filmemacher sei, um dann seiner Enttäuschung über die Kritik des 76-Jährigen Nachdruck zu verleihen. So zieht er einen Vergleich mit Scorseses seinerzeit vor allem von kontroversen Christen gescholtenem „Die letzte Versuchung Christi“: „Ich war wütend, als Leute gegen ‚Die letzte Versuchung Christi‘ protestiert haben, ohne den Film gesehen zu haben. Es macht mich traurig, dass er [Scorsese] nun auf dieselbe Weise über meine Filme urteilt.“

    Etwas beschwichtigend hat Gunn dann aber noch nachgeschoben, dass er Scorsese und seinen Beitrag zur Filmwelt immer lieben werde und sich schon auf seinen nächsten Film „The Irishman“ freue. Außerdem stellte er klar, dass er religiösen Fanatismus nicht mit der Ablehnung seiner Filme gleichstellt, sondern es lediglich nicht mag, wenn Menschen über Dinge urteilen, die sie nicht gesehen haben – egal ob es sich dabei um einen Jesus-Film oder ein Genre handelt.

    Unterstützung von "Avengers"-Macher Joss Whedon

    Auch Joss Whedon, der als Regisseur von „The Avengers“ und „Avengers 2: Age Of Ultron“ maßgeblich zum erfolgreichen Aufbau des MCU beitrug, fand gerade an Scorseses Ansicht, dass die Marvel-Filme den Zuschauern keine emotionalen Erfahrungen bieten würden, Anstoß – zumindest in Bezug auf die „Guardians Of The Galaxy“-Filme seines Kollegen Gunn, die er als Gegenargument anführt:

    „Ich denke hier als erstes an James Gunn und wie er sein Herz und sein Innenleben in ‚Guardians Of The Galaxy‘ gepackt hat. Ich verehre Marty und verstehe seinen Punkt, aber... Nun ja, es gibt einen Grund, warum ich immer wütend bin“, schließt Whedon seinen Twitter-Beitrag mit einer Anspielung auf eine von Bruce Banners prägnantesten Zeilen aus dem ersten „Avengers“.

    Egal ob man Scorseses Meinung nun teilt oder nicht, am Ausbau des MCU wird sie definitiv nichts verändern, sind doch für die nächsten Jahre zahlreiche weitere Marvel-Filme und -Serien schon fest geplant. Dass der Oscarpreisträger im Vergleich dazu „richtiges Kino“ macht, kann er derweil als nächstes mit dem Gangster-Epos „The Irishman“ beweisen, das ironischerweise aber nur kurzzeitig in den Lichtspielhäusern läuft, bevor es dann am 27. November 2019 auf Netflix erscheint.

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    Kommentare
    • Ortrun
      Dann könnte er aber deutlicher machen, dass es nicht seine Vorstellung von Kino ist. Den Filmen des MCU absolut den Charakter von Kinofilmen abzusprechen, halte ich für übertrieben. Für mich ist es (Unterhaltung-)Kino und da ich im Kino gerne uterhalten werden möchte, bin ich sehr froh über diese und vergleichbare Filme im Kino.
    • Ortrun
      Für mich sind die MCU-Filme - wie auch andere aufwändige Filme, in diesem Jahr z.B. Aladdin - Unterhaltungskino, von denen ich einige mehr mag und andere weniger. Ich möchte im Kino (nicht nur, aber auch) unterhalten werden. Mir liegen auch nicht alle Unterhaltungsblockbuter. Z.B. kann ich mit den Transformerfilmen nichts anfangen und und Men in Black International fand ich enttäuschend. Trotzdem würde ich diesen Filmen nicht absprechen, Kinofilme zu sein, nur weil ich mit ihnen nichts anfangen kann.Ich verstehe auch nicht, warum heute alle polarisieren wollen. Was ist aus den Konzepten von Toleranz oder Gelassenheit geworden?
    • Sentenza93
      Das ist aber nicht so ein T-Shirt-Spruch. ;D Klar, da wusste man auch, dass was passiert, aber das 3000-Ding fand ich schlimmer. Weil man damit auch einfach Charakterzeichnung übergehen kann. So muss man das Verhältnis von Tony und seiner Tochter ja nicht darstellen, einfach den Spruch benutzen. ;)
    • WhiteNightFalcon
      Gut, das ist aber auch schon Standardfilmklischee, dass du bei manchen Szenen an dem, was irgendeine Person sagt weißt, der geht Hopps oder die sehen sich nie wieder.Das machte in Endgame z.b auch 0 Sinn, als Cap die Steine am Ende zurückbringt und zu Bucky sagt: Mach keinen Blödsinn. Wie soll der binnen 5 Sek Blödsinn machen? Das Einzige, was du dir da denken konntest war, dass Cap nicht zurückkommen würde. Aber so oder so sahen sie sich ja nur wenige Augenblicke später wieder. Und Cap wusste ja, dass er gut 70 Jahre brauchen würde, Bucky wiederzusehen, ihn aber trotzdem dort antrifft, von wo er abgereist ist. Ergo der Satz ergibt auch von diesem Blickwinkel keinen Sinn. Desto öfter man sich den Film anschaut, desto mehr Macken entdeckt man.
    • Sentenza93
      Ja. Man hat denen ja wirklich gesagt, es ginge um eine Hochzeit.Aber selbst wenn die da alle mit Tränen gestanden hätten, hätte mich das wohl kalt gelassen. Weil Marvel es immer schafft das so künstlich zu machen. Als das erste Mal im Film der Satz I Love You 3000 fällt, da wusste ich, dass er stirbt. Weil das so ein typischer T-Shirt - und Memesatz ist. Nennen wir es künstliche Trauerzeugung. Sehr her. Dieses tolle Zitat. Das ist traurig. Fangt an zu weinen. Du weißt einfach, wenn so ein Zitat plötzlich kommt, dass irgendwas Schlimmes passieren wird.
    • Delain667
      Ich mag generell solche Allgemeingültigen aussagen nicht.Wer definiert den, was ein würdiger Kinofilm ist und was nicht ???Die ersten Kinofilme waren meist kleine humorvolle slapstick Filme. Nach und nach entwickelten sich dann auch künstlerisch wertvolle Filme.Es gab Zeiten da ging man ins Kino um Nachrichten zu schauen. Kino hatte immer mehr Aufgaben und eine ist eben Menschen zu unterhalten.Das tun die MCU Filme. Andere schauen lieber arthouse filme. Oder wie wir eben beides. Nur keiner hat mir zu sagen was würdig ist im Kino zu laufen und was nicht. Das entscheidet jeder für sich selbst.
    • Ortrun
      Für mich sind die MCU-Filme - wie auch andere aufwändige Filme, in diesem Jahr z.B. Aladdin - Unterhaltungskino, von denen ich einige mehr mag und andere weniger. Ich möchte im Kino (nicht nur, aber auch) unterhalten werden. Mir liegen auch nicht alle Unterhaltungsblockbuter. Z.B. kann ich mit den Transformerfilmen nichts anfangen und und Men in Black International fand ich enttäuschend. Trotzdem würde ich diesen Filmen nicht absprechen, Kinofilme zu sein, nur weil ich mit ihnen nichts anfangen kann.Ich verstehe auch nicht, warum heute alle polarisieren wollen. Was ist aus den Konzepten von Toleranz oder Gelassenheit geworden?
    • Ortrun
      Dann könnte er aber deutlicher machen, dass es nicht seine Vorstellung von Kino ist. Den Filmen des MCU absolut den Charakter von Kinofilmen abzusprechen, halte ich für übertrieben. Für mich ist es (Unterhaltung-)Kino und da ich im Kino gerne uterhalten werden möchte, bin ich sehr froh über diese und vergleichbare Filme im Kino.
    • ChiliPalmer
      kommt ein wenig heuchlerich von scorsese, aber auch verständlich... konnte doch sein werk nicht die richtigen leute überzeugen um eine KINOfilm zu produzieren... hat schlussendlich nur für netflix gereicht...ich will hier nicht jeden marvel film verteidigen, aber scorsese selbst hat genug müll produziert, da hätte man das kino auch davor schützen können...einige seiner filme sind wiederrum unantastbar, aber diese kritik hätte ich von ihm nicht erwartet...
    • FilmFan
      Was ist daran perfekt? Es gibt Filme die für die Leinwand wie geschaffen sind. Und dazu gehören die Filme des MCU. Gerade die finalen Filme sind Bombast Kino die man auf großer Leinwand gesehen haben muss.
    • FilmFan
      Laberst Du auch privat so einen unverständlichen Mist?
    • FilmFan
      Der Neid eines Scorsese ist einfach nur beschämend. Punkt. Der Mann ist wie alle die ihrem Erfolg hintertrauern einfach unerträglich. Seine Filme waren nie was für´s Kino. Langweilige Dramen bei denen ich regelmäßig im Tiefschlaf lagDas ist meine Meinung zur Regielegende. Der ist keine Legende sondern ein verbitteter alter Mann der heute sieht wie erfolgreich Filme sein können.
    • GoodGuyGoneWrong
      Für mich sind die MCU-Filme eben nichts anderes als reine Popcorn-Unterhaltung. Aber teilweise äußers unterhaltsame eben. Und sowas gehört eben auch ins Kino. Es sind keine Filme für's Hirn, sondern für die Augen.
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